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Das war die Saison 2013/2014

So. Die Saison ist – zumindest für die 1. Mannschaft des 1. FC Magdeburg – seit dem 25.05.2014 Geschichte und die Spieler befinden sich im wohl verdienten Urlaub. Der Fanschal hat bereits, wie nach jeder Saison üblich, den Weg in den Wäschekorb gefunden und somit ist es wohl auch hier im Blog an der Zeit, die Regionalligasaison 2013/2014 noch einmal Revue passieren zu lassen. 

Zunächst erst einmal die nackten Zahlen: der 1. FC Magdeburg beendet die Saison mit 58 Punkten auf einem sehr guten zweiten Tabellenplatz und stellt mit 71 erzielten Toren sogar das offensivstärkste Team der Liga. Den erzielten Treffern stehen 39 Gegentore gegenüber, was in dieser Kategorie zusammen mit dem FC Carl Zeiss Jena den drittbesten Liga-Wert darstellt. Besser waren hier nur Staffelsieger Neustrelitz (30) und der FSV Zwickau (38). Es gelangen insgesamt 18 Siege, man spielte 4 Mal unentschieden und verlor 8 Partien.

Betrachtet man die Hin- und Rückrunde getrennt, so belegen die Größten der Welt hier in beiden Halbserien ebenfalls jeweils den 2. Platz, hinter – na klar – der TSG Neustrelitz. Interessant hier auch noch mal, dass der Staffelsieger aus Mecklenburg-Vorpommern vor allem in den ersten 15 Spielen der Saison den Grundstein für den Platz an der Sonne in der Endabrechnung gelegt hat, holte man doch aus ebenjenen 15 Partien fast schon sagenhafte 40 Punkte und damit 2,6 von 3 möglichen Punkten pro Spiel im Schnitt. Der FCM gestaltete beide Halbserien nahezu gleich, verlor aber in der Rückrunde 2 Spiele mehr als noch in der ersten Saisonhälfte. Allerdings dürfte eins davon, nämlich das in Leipzig, zumindest in großen Teilen dem Derbysiegeralkoholkonsum geschuldet gewesen sein. Recht so.

In der Heimtabelle belegen die Größten der Welt ebenfalls den zweiten Platz (12 Siege, 1 Unentschieden, 2 Niederlagen), in der Auswärtstabelle rangiert man dagegen ‚nur’ auf dem 5. Rang (6 Siege, 3 Unentschieden, 6 Niederlagen). So man denn nach Gründen suchen wöllte, warum es letzten Endes nicht für den ersten Tabellenplatz gereicht hat, könnte man hier möglicherweise fündig werden. Einige der Punktverluste in der Fremde waren wirklich, wirklich ärgerlich, erinnert man sich beispielsweise an das Spiel in Plauen, das vermeintlich entscheidende Spitzenspiel bei der TSG Neustrelitz, die Partie in Nordhausen (schon allein -8 Punkte) oder die überwiegend dürftigen Auftritte in unserer Bundeshauptstadt. Eine konstantere Punkteausbeute in der Fremde steht dann auch bei mir auf der ganz persönlichen Wunschliste für die Runde 2014/2015.

Mit 22 Treffern in 28 Spielen holt sich Christian Beck mit einer sensationellen Quote und völlig verdient die Torjägerkanone vor dem in Magdeburg ebenfalls nicht ganz unbekannten Neustrelitzer Stürmer Velimir Jovanovic (19 Treffer). Die nächsten Blau-Weißen, die dann in der Torjägerliste auftauchen, sind Lars Fuchs mit 13 Treffern in ebenfalls 28 Spielen (Platz 5) und Nico Hammann mit 11 Treffern in 30 Spielen (davon 8 Elfmeter, Platz 7). Alle drei Spieler bleiben uns in der kommenden Saison erhalten und wenn man mal davon ausgeht, dass Fuchser und Beck weitestgehend verletzungsfrei durch die Saison kommen und an ihre jeweiligen Torquoten anknüpfen können, sollten zumindest schon mal wieder gute 30-35 Stürmertore drin sein – mit Blick auf die bisherigen Neuverpflichtungen und insbesondere einen Marcel Schlosser eigentlich sogar mehr, sei es durch präzisere Flanken und eine dadurch noch bessere Quote bei Christian Beck oder durch von Herrn Schlosser selbst erzielte Tore. Ob es dann wirklich so kommt, wird man sehen; wünschenswert wäre es aber allemal.

Soweit das nüchterne Zahlenwerk. Auf der emotionalen Seite wird die Saison sicher vom Derby- und gleichzeitig Landespokalsieg am 14.05.2014 überstrahlt, was auch in sportlicher Hinsicht natürlich den größten Saisonerfolg darstellt. Dauerthema der ganzen Saison war aber aus meiner Sicht die Personalie Andreas Petersen:

Los ging es damit, dass der scheidende Trainer direkt mal zu Saisonbeginn und im Anschluss an die DFB-Pokal-Partie gegen den FC Energie Cottbus den eigentlichen Kapitän Marco Kurth rasierte. Eine zum damaligen Zeitpunkt äußerst umstrittene Maßnahme, und zwar nicht nur aufgrund der Tatsache der Suspendierung an sich, sondern vor allem (Dauerthema Nummer 2) durch den medialen Umgang mit der ganzen Angelegenheit seitens Petersen selbst, sowie auch seitens des Vereins insgesamt. Letzten Endes sollte der Erfolg (über die ganze Saison betrachtet) dem Trainer Recht geben, zumal ich persönlich Marco Kurth in keinem einzigen Saisonspiel in irgendeiner Form vermisst habe. Allerdings wurden hier schon einige, nennen wir es mal ‚Dissonanzen’, zwischen Andreas Petersen und Mario Kallnik als für den sportlichen Bereich Verantwortliche deutlich.

Die nächste größere Geschichte war dann die Korrektur der Saisonziele in der Winterpause in Richtung „Staffelsieg“ bei einem Rückstand auf Spitzenreiter Neustrelitz von immerhin stolzen 10 Punkten. Bereits da war für mich eigentlich klar, dass Andreas Petersen keine Zukunft bei den Größten der Welt haben würde: 10 Punkte aufholen zu müssen gleicht mehr oder weniger einem Himmelfahrtskommando, bei dessen schnell absehbarem Scheitern man sich wohl früh im Jahr getrennt hätte, was man dann letzten Endes unter fadenscheinigen Begründungen (nur eben später) trotz eigentlich ansprechender Ergebnisse trotzdem tat. Zumal, das muss ich an dieser Stelle auch noch mal betonen, für derlei Saisonkorrekturmaßnahmen weder eine Notwendigkeit, noch ein Anlass bestand, sofern man denn den vorher groß kommunizierten 3-Jahres-Plan ernst nahm. Aber gut, geschenkt, die wahren Gründe sind ja mittlerweile bekannt und man kann eigentlich froh sein, dass alle da so still gehalten und zumindest den Versuch unternommen haben, Professionalität zu wahren.

Zwischendrin dann auch noch die Episode in Auerbach und Petersens Meinungsäußerung hinsichtlich Schiedsrichterinnen im Männerbereich sowie die Sache mit Jörg Goslar und der kleinen körperlichen Ermahnung am Kabinentunnel, die beide auf ihre Weise wohl Petersens Image als prolligen Lautsprecher unterstrichen und in der Führungsriege unseres Lieblingsvereins für eher weniger Freude gesorgt haben dürften. Natürlich kann man, wie gesagt, über die Aktionen trefflich streiten. Allerdings habe ich in den letzten Tagen auch darüber nachgedacht, ob nicht auch gerade solche Situationen dazu beigetragen haben, dass Mannschaft und Trainer so ein eingeschworener Haufen wurden. So nach dem Motto: „Die da oben, wir hier unten“. Außerdem, das muss man auch ganz klar sehen, lag durch Petersens Eskapaden das Hauptaugenmerk eigentlich die ganze Saison über weniger auf der Mannschaft, als eben auf dem Trainer, was für die Entwicklung des Teams auch nicht unbedingt nachteilig gewesen sein muss.

Was die sportliche Entwicklung der Mannschaft angeht, kann man schon sagen, dass sich letztlich ein deutliches Gerüst herausgeschält hat, was uns in der Form auch in der kommenden Saison erhalten bleiben wird. Von den bisherigen Stammspielern fällt eigentlich nur Fabio Viteritti verletzungsbedingt raus, der Rest der üblichen Startelf bleibt und muss nun an den entscheidenden Stellen noch entsprechend verstärkt werden. Meinem Eindruck nach ist man da mit den bisherigen Neuverpflichtungen auf einem sehr guten Weg, sofern man jetzt für das zentrale Mittelfeld noch jemanden mit mehr Qualität holt, als man jetzt schon hat. Ich bin sehr gespannt, welche Namen der Club da noch aus dem Hut zaubert. Glaubt man den Medienberichten, bleibt ja ein Neuzugang noch offen, bis sich Neutrainer Härtel ein intensiveres Bild der Mannschaft gemacht hat. Hoffen wir mal, dass das nicht ausgerecht die so wichtige zentrale Mittelfeldposition betrifft.

Nach diesem eher allgemeinen Rückblick auf 13/14 bleibt nun noch ein Blick auf die persönliche Bilanz, die ich nach dem Vorbild von Stephan von Schwarz und Blau gern anhand einiger Stichworte ziehen wollen würde:

Besuchte Heimspiele:
15 (davon 1x DFB-Pokal), nicht sehen konnte ich die Partie gegen Viktoria Berlin.

Besuchte Auswärtsspiele:
3 (Plauen, Nordhausen, Leipzig)

Schönstes Spiel:
Abgesehen vom Pokalfinale (im Stream beim MDR) wahrscheinlich das Auswärtsspiel in Plauen. Nicht, weil das spielerisch so überragend war (im Gegenteil), sondern weil der Trip insgesamt einfach großen Spaß gemacht hat.

Schmerzhaftestes Spiel:
Da gibt es zwei: gleich zu Saisonbeginn das DFB-Pokal-Spiel gegen den FC Energie Cottbus, in dem wir erst in der 84. Minute den entscheidenden Gegentreffer kassieren und dann auch 0-1 verlieren. Da war mehr drin! Dann das Heimspiel gegen die TSG Neustrelitz (7. Spieltag) aus genau dem gleichen Grund: wir kassieren in der Nachspielzeit einen völlig dämlichen Gegentreffer und damit die erste Liga-Heimspiel-Niederlage der Saison. Ärgerlich!

Schönster Moment:
Das Einklatschen mit den 74er Helden vor dem Spiel gegen den SV Babelsberg 03.

Schlimmster Moment:
Die Anreise zum Heimspiel gegen Halberstadt (3. Spieltag) in blau-weiß per Regionalbahn zusammen mit lauter Zwickauer Auswärtsfahrern (die ihrerseits auf dem Weg zum Spiel in Babelsberg waren). Nein, schön war das nicht. Umso schöner und wohltuender dann das gepflegte 6:0 einige Wochen später gegen die Westsachsen zuhause im HKS.

Das bleibt:
Viel Freude über die zweite schöne Saison in Folge, in der ich eigentlich zu keinem Heimspiel mit dem Gefühl gefahren bin, dass das heute möglicherweise schief gehen könnte; eine Verstetigung der Bloggerei samt Umzug auf die eigene Domain; viel, viel Spaß auf der Nordtribüne; 1965 graue Haare; 1974 ausgestoßene Flüche; eine einsame Derbysieger-Zigarre in Mittelhessen.

Darauf freue ich mich:
Auf eine kurzweilige und erholsame Sommerpause, die ein wenig Zeit zum Abschalten lässt; auf eine erfolgreiche Saison 2014/2015; auf hoffentlich mehr als ein Spiel im DFB-Pokal; auf viele spektakuläre Partien im heimischen HKS; auf den Dauerkartenkauf der Ulrike; auf eine erneute Auswärtsfahrt nach Plauen und das Wiederaufgreifen der Meuselwitz-Tradition; auf zwei souveräne, weil locker gewonnene Relegationsspiele im Mai/Juni 2015 und auf den Aufstieg in die dritte deutsche Fußballliga ganz am Ende der kommenden Saison.

Und nun aber wirklich: Sommerpause! 

Sommerpause

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