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Unerträglich

unerträglich

Corona-Meisterschaft, Spieltage 8 und 9 (Drittliga-Spieltage 35 und 36)

Ich habe wirklich alles probiert. Ich habe jetzt eine Nacht drüber geschlafen, das Netz nach den ersten Abkotz-Impulsen weitestgehend gemieden und auch noch in den hinterletzten Winkeln meines Geistes nach Zuversicht, Optimismus und irgendwelchen bestärkenden, Mut machenden Worten in Richtung Mannschaft gesucht, die nicht nach längst ausgelutschten Durchhalteparolen klingen. Es ist aber egal, was ich tue, es bleibt dabei: Nach der Niederlage gegen die SG Sonnenhof Großaspach bin ich eigentlich nur noch wütend, entsetzt und verzweifelt. Alles gleichzeitig. Und: Ich habe keinerlei Bock mehr. Nicht auf das Team, nicht auf die Saison, nicht auf dieses dumpfe Gefühl in der Magengegend, das nach gut zwei Jahren schon chronisch geworden ist. Es ist wirklich, wirklich schlimm. So leer, so frustriert und so hilflos habe ich mich seit dem Ende der Saison 2011/2012 nicht mehr gefühlt. Weiterlesen →

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Surreal

surreal

Corona-Meisterschaft, Spieltage 6 und 7 (Drittliga-Spieltage 33 und 34)

Würden das Leben und der Fußball im Konjunktiv stattfinden, ließe sich dieser Text in etwa so beginnen: Der 1. FC Magdeburg könnte nach dieser Woche vier Zähler mehr auf dem Konto haben und wäre mit dann 46 Punkten wohl bereits jetzt einiger Sorgen ledig. Tatsächlich stehen nach der dritten Woche der Corona-Meisterschaft in Liga 3 allerdings nur – oder immerhin, je nach Standpunkt – zwei Unentschieden und damit insgesamt 42 Punkte zu Buche, die den Club weiterhin in akuterer Abstiegsgefahr binden. Dennoch war das unter dem Strich eine gute Woche für die Größten der Welt, die Mut machen sollte für die letzten vier Liga-Aufgaben und den Kampf um den Klassenerhalt. Weiterlesen →

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Zurück in die Zukunft

Zukunft

Corona-Meisterschaft, Spieltage 4 und 5 (Drittliga-Spieltage 31 und 32)

Was für eine Woche beim 1. FC Magdeburg! Erst die Nicht-Leistung im Spiel in Rostock, dann die Entlassung von Trainer Claus-Dieter Wollitz und die Degradierung von Sportchef Maik Franz, schließlich gleich im ersten Spiel der erste und wahnsinnig wichtige Sieg für Neu-Cheftrainer Thomas Hoßmang. Dazu viel Erleichterung, reichlich (externes) Kopfschütteln ob des Bildes, das der Club inzwischen in Fußballdeutschland abgibt und die Frage, wie problematisch die Situation für den FCM derzeit tatsächlich ist. Schauen wir uns die zweite Woche der Corona-Meisterschaft in der dritten Liga doch noch einmal in Ruhe an. Weiterlesen →

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Erleichterung

Erleichterung

Als hätte jemand das Fenster aufgerissen, die alte, verbrauchte, unangenehm abgestandene Luft entweichen lassen und mit dem frischen Wind ein gutes Stück Optimismus und Zuversicht ins Zimmer zurückgeholt. Es ist komisch, aber so ungefähr fühlte sich das an, gestern Abend, als die Meldung zur Freistellung von Claus-Dieter Wollitz die Runde machte. Weiterlesen →

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Was bleibt

Was bleibt

Corona-Meisterschaft, Spieltage 1 bis 3 (Drittliga-Spieltage 28 bis 30)

Was bleibt, wenn dem Fußball die Seele genommen wird?

Das ist die Frage, die mich nach mittlerweile einer Woche Geisterspiel-Selbstversuch mit drei Partien der Größten der Welt in leeren Stadien umtreibt. Die Antwort ist relativ einfach: Nichts. Es bleibt nichts. Nichts, außer einem “Produkt”, das im Wesentlichen darin besteht, 22 Menschen beim gemeinsamen Sporttreiben im Medium eines Ballspiels zuzuschauen. Und meine Güte, ist dieses “Produkt” langweilig – und wenig hochwertig noch dazu, jedenfalls dann, wenn man die gezeigten Leistungen der Größten der Welt zum Bewertungsmaßstab erheben will.  Weiterlesen →

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Auswärts auf der Couch oder: Watch Buddies, Teil 1

Watch Buddies

Würzburger Kickers – 1. FC Magdeburg, 29. Spieltag, 0:1 (0:1)

Besondere Situationen erfordern bekanntermaßen besondere Maßnahmen. Und weil Geisterspiele gleichermaßen besonders und doof sind, vor allem, wenn man sie Corona-bedingt allein schauen muss, freute ich mich sehr, als mich Daniel George zu einer neuen Ausgabe des ohnehin ja noch ganz neuen Formats “Anstoß: FCM” einlud. Die Idee: Gemeinsam mit Podcast-Kollege Thomas würden wir das Spiel gegen Würzburg schauen, ein bisschen über die Partie, das Leben und den FCM an sich plaudern und die ganze Geschichte dabei live streamen. Naja, und weil wir den Auswärtssieg (wer hätte das gedacht? Ich bin ehrlich: ich nicht) recht ausführlich kommentiert und besprochen haben und eben, wie gesagt, besondere Situationen besondere Maßnahmen erfordern, gibt es hier heute anstelle des üblichen Spielberichts das Video unserer “Watch Buddies”-Runde und den Plausch über den Erfolg der Größten der Welt noch einmal zum Nachschauen. Weiterlesen →

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In Schönheit gestorben

Kaiserslautern

1. FC Magdeburg – 1. FC Kaiserslautern, 28. Spieltag, 0:1 (0:1)

Tja, das war er nun also, der Drittliga-Restart im Sommerpausen-Freundschaftsspielfeeling-Format unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Nur, dass der Gegner diesmal nicht Rasenballsport Leipzig oder zuletzt Eintracht Braunschweig hieß, sondern 1. FC Kaiserslautern. Und dass es trotz eines ganz anderen Gefühls eben kein Schönwetterkick, sondern tatsächlich ein Punktspiel war. Naja, wobei, was heißt „ganz anderes Gefühl“? Streng genommen gab es, zumindest auf meiner Seite, überhaupt gar keine Emotionen. Es war halt ein Fußballspiel ohne Zuschauer, das im Fernsehen kam und bei dem eine Mannschaft die blau-weißen Farben repräsentierte. Das war’s. Dafür war es aber ganz viel nicht: Kein Heimspiel mit Kribbeln im Bauch bei der Anreise. Kein gemeinschaftliches Ereignis mit Treffen, Gesprächen, Bratwurst und Cola. Kein gemeinsames Einklatschen, kein Gesang, keine Freude, kein Frust – kurzum: nichts, was in irgendeiner Form mit Fußball zu tun hat, so, wie ich ihn verstehe und wahnsinnig vermisse. Aber gut, es ist, wie es ist und wird wohl noch ein ganzes Weilchen so bleiben. Hilft ja nix. Weiterlesen →

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Könige Europas – die Größten auf der Welt!

Kuip

1. FC Magdeburg – AC Mailand, Europapokal der Pokalsieger 1974, Finale, 2:0 (1:0)

Heinz Krügel, der Pokal, die Mannschaft – und drumherum eine völlig entrückte Masse in Blau-Weiß. Es waren unglaubliche Szenen, die sich nach dem Abpfiff des Europapokalfinales zwischen dem AC Mailand und dem 1. FC Magdeburg in Rotterdam abspielten. Während die Fernsehanstalten in Ost und West nur saubere Bilder von irgendwelchen Schauspielern in weißen Bademänteln über den Äther schickten, die mit dem Pokal in der Hand über den ziemlich kaputten Rasen des “Kuip” jubilierten, feierte die Anhängerschaft des frisch gekürten Europapokalsiegers eine epische Party, für deren Beschreibung es eigentlich keine Worte gibt. Man muss einfach dabei gewesen sein, eine*r der Glücklichen also, die eins der 6.426 Tickets ergattern konnten. Ich hatte das Privileg und auch wenn mir zwischendrin so einige Szenen fehlen, möchte ich mich hier doch an einer Rekonstruktion eines völlig utopischen Fußballerlebnisses versuchen. Es folgt also ein Augenzeugenbericht, explizit subjektiv und noch unter dem starken Eindruck der Erlebnisse an diesem magischen Abend. Leute, ernsthaft: Was für ein Abriss! Weiterlesen →

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One Moment in Time

Rotterdam

“I want one moment in time / when I’m more than I thought I could be / when all of my dreams are a heartbeat away / and the answers are all up to me” – Block U

Stellt Euch vor, Ihr trefft eine gute Fee in einer schwarzen Northface-Jacke, die Euch eine Zeitreise ermöglicht. Ihr habt die Gelegenheit, an einen Punkt in der Vergangenheit zurückzukehren und ein einziges Ereignis aus der glorreichen Geschichte unseres großen 1. FC Magdeburg noch einmal (oder überhaupt) zu erleben. Welches Ereignis würdet Ihr wohl wählen? Weiterlesen →

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Ich bin raus

Corona

Seit dem Bericht zum vorerst letzten Punktspiel der Größten der Welt in Duisburg am 6. März (es fühlt sich an, als hätte das in einem ganz anderen Leben stattgefunden) blieb es an dieser Stelle doch recht ruhig. Warum? Nun, das hatte mehrere Gründe. Einerseits natürlich die Corona-Pandemie mit all den Sorgen und Einschränkungen, die sie im Schlepptau hat und hatte. Mich hat das alles ganz schön überrollt, um ehrlich zu sein, und sich auf die neue Situation einzustellen, hat echt eine Weile gedauert. Zeitweise ging es mir nicht so gut, ich hatte phasenweise regelrecht meine Sprache verloren. Das Gefühl, das damit einherging, war neu, unbekannt und gruselig: Alle Gedanken, die mir in den Kopf kamen, wirkten in diesen Momenten völlig belanglos und ohne jegliche Relevanz. Das, was mir einfiel, habe ich mir dann gespart, auszusprechen. An Schreiben war da erst recht nicht zu denken.

Gleichzeitig herrscht seit einigen Wochen ein relativ hohes Stresslevel im Brotjob, auch Corona-bedingt. Aber hey, ich beklage mich nicht, wenigstens habe ich noch einen. Andere Leute, auch in meinem persönlichen Umfeld, sind da in ganz anderen Situationen (womit wir dann wieder bei den Sorgen im Schlepptau wären). Naja, und dann werde ich in nächster Zeit außerdem noch Vater. Sehr aufregend, das alles, große Vorfreude natürlich und aber auch noch viel Zeug zu tun und zu bedenken, gerade auch mit Blick auf den ganzen Corona-Kram. In dieser ganzen Gemengelage war ich, auch da bin ich ehrlich, jetzt gar nicht so super böse, dass aktuell keine Fußballspiele stattfinden. Nur den Zeitpunkt des vorläufigen (!) Abschieds aus dem Stadion hätte ich mir gern selbst ausgesucht, aber so funktioniert das Leben nun mal nicht. Weiterlesen →