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Unschöne Bescherung

Millerntor

FC St. Pauli – 1. FC Magdeburg, 18. Spieltag, 4:1 (1:1)

Vereinsgeburtstag, letztes Pflichtspiel des Jahres, ein schönes, streckenweise ordentlich lautes Auswärtsstadion, 2.800 (zunächst) gut aufgelegte Blau-Weiße im Gästeblock, eine richtig starke erste Halbzeit – es war eigentlich alles angerichtet für eine große, blau-weiße Party am Millerntor zum Jahresabschluss. Eigentlich. Denn anstatt sich endlich mal für eine wirklich gute Leistung zu belohnen, gab der 1. FC Magdeburg einmal mehr ein Spiel aus der Hand, das er nicht verlieren muss. Und schon gar nicht mit 1:4. Es ist einfach nicht mehr zu fassen und ganz ehrlich? Irgendwie bin ich froh, dass nun erst einmal Winterpause ist. Doch, diese Niederlage schmerzt schon noch ein bisschen mehr als viele der acht anderen, die wir in der Saison 2018/2019 bisher erleben mussten. Weiterlesen →

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Vogelperspektive, fragmentiert

Köln

1. FC Köln – 1. FC Magdeburg, 17. Spieltag, 3:0 (1:0)

Wenige Stunden Schlaf, eine Stimme wie ein Reibeisen, eine weitere Niederlage auf dem Konto – und trotzdem ertappe ich mich wiederholt dabei, zu denken: “Es ist schon ein ziemliches Privileg, Auftritte unserer Mannschaft und unserer Kurve wie die beim 1. FC Köln live miterleben zu dürfen.” Gleichzeitig meldet sich dann das schlechte Gewissen, weil uns natürlich nur Punkte weiterbringen, es derer auch in Köln keine zu holen gab und man das als Clubfan erst einmal doof finden muss. Dafür haben wir aber – einmal mehr – eine richtig dicke Visitenkarte hinterlassen, diesmal eben im Müngersdorfer Stadion. Natürlich können wir uns dafür rein gar nichts kaufen, für das gute Gefühl, für das eigene Selbstverständnis und sicher auch für die Mannschaft dürfte das trotzdem wichtig gewesen sein. Ein merkwürdiges Dilemma irgendwie. Weiterlesen →

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Buchbesprechung: “Spielmacher”

Spielmacher

“Menschen und ihre Geschichten mit dem 1. FC Magdeburg”

Dieses Buch hat Gewicht. Das merkt man sofort, wenn man es in den Händen hält – “Spielmacher”, das im Dezember 2018 aktuellste Werk über den 1. FC Magdeburg, Hardcover, Fotos, 312 Hochglanz-Seiten, macht schon allein haptisch einiges her.

Auch inhaltlich ist es ein Buch über die Größten der Welt, das es in dieser Form noch nicht gegeben hat. Anstelle der üblichen Meilensteine der Vereinsgeschichte, die so oder so ähnlich schon einige Male erzählt wurden, lassen die Autor*innen Birgit Ahlert, Rudi Bartlitz, Tina Heinz und Thomas Wischnewski nämlich 47 Protagonist*innen zu Wort kommen, die mit den Geschicken des einzigen Europapokalsiegers der ehemaligen DDR auf die eine oder andere Weise, immer aber eng, verbunden sind.  Weiterlesen →

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Irgendwann…

Union

1. FC Magdeburg – 1. FC Union Berlin, 16. Spieltag, 1:1 (1:0)

Okay, okay, sind wir ehrlich: Bei einem anderen Saisonstart und -verlauf wären wir als Aufsteiger mit einem 1:1 gegen ein Zweitliga-Spitzenteam sicher durchaus zufrieden gewesen. Nun waren Saisonstart und -verlauf aber so, wie sie eben waren und dementsprechend ist dieser eine Punkt gegen den 1. FC Union Berlin in unserer aktuellen Situation natürlich (mal wieder) zu wenig. Kein Heimsieg in der Hinrunde, 11 Punkte aus 16 Partien, 28 Gegentore: Klar liest sich das bitter. Und trotzdem passiert beim FCM gerade das, was man sich nicht erst seit 2, 3 Spieltagen, sondern schon deutlich früher in der Saison gewünscht hätte: Die Mannschaft zeigt, dass sie in der 2. Liga auch Fußball spielen kann, sie überzeugt inzwischen deutlich öfter, als sie wackelt und hat insgesamt einen durchaus ansehnlichen Schritt nach vorn gemacht. Das war auch jetzt in diesem stimmungsvollen Duell gegen Union zu sehen. Ob das am Ende reicht und man irgendwann vielleicht auch ein Heimspiel tatsächlich mal gewinnt, sehen wir dann in der Rückrunde. Jetzt und hier kümmern wir uns erst einmal um den 16. Zweitliga-Auftritt des 1. FC Magdeburg: Weiterlesen →

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Schweinespiel

Protestspieltag

1. FC Magdeburg – VfL Bochum, 15. Spieltag, 0:0 (0:0)

Team „Glas halb voll“ oder Team „Glas halb leer“? Bei der Bewertung der Partie der Größten der Welt gegen den VfL Bochum gilt es vermutlich, erst einmal diese Frage zu klären, bevor man sich an eine Einschätzung des 8. Heimauftritts in dieser Saison wagen kann. Klar, es gab genügend Chancen, diese Partie zu gewinnen und natürlich ist es ärgerlich, dass unsere Standards ungefähr die Gefährlichkeit einer Wasserpistole beim Banküberfall hatten. Andererseits: Die Mannschaft hat diesmal die Schlussphase ohne die inzwischen offenbar üblichen zwei Gegentore überstanden, spielte überhaupt zu null, ließ gegen ein sehr gutes Bochumer Team nur wenig zu und sammelte endlich mal wieder einen Punkt gegen den Abstieg. Wenn man es jetzt noch hinbekommt, Kontersituationen tatsächlich auch sauber auszuspielen, den letzten Pass präzise an den Mann zu bringen und man sich noch öfter traut, den Ball mit Schmackes aufs Tor zu zimmern, kann der geneigte Clubfan trotz der prekären Tabellensituation eigentlich recht zuversichtlich in die Zukunft blicken. Klar ist damit auch: Das hier wird dann wohl ein „Glas halb voll“-Text. Weiterlesen →

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Same, same, but different

Fürth

SpVgg Greuther Fürth – 1. FC Magdeburg, 14. Spieltag, 3:2 (1:1)

Im Kopf war der Text zur Partie ja eigentlich schon fertig. Geiles Spiel, starker Auftritt des Clubs, zwei tolle Tore, interessante Grundordnung, Duracell-Lohkemper, drei völlig verdiente Punkte, Jubel, Trubel, Heiterkeit, ab jetzt geht’s bergauf. So ungefähr. Naja, und dann stehst Du in Fürth im Gästeblock, siehst von hinten den Ausgleichs-Freistoß von Parker, siehst eine Magdeburger Mannschaft, die trotzdem noch Chancen hat, zu gewinnen, siehst einen Eckball als letzte Aktion des Spiels – und denkst Dir so: „What the actual fuck?!“ Man kann es gar nicht anders sagen: dieses 2:3 in Fürth war (erneut) Fußball in seiner perversesten Form und das Ende unfassbar bitter. Aber: Es war auch ein Spiel, das, so komisch das jetzt klingt, unter dem Strich tatsächlich Hoffnung machen durfte. Da war Mut, da war Zug zum Tor, da war ein Team, das Fußball tatsächlich spielte. Da ging was! Und da wird auch weiterhin was gehen. Weiterlesen →

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(keine) Zäsur

Zäsur

Willkommen im gesichtslosen Profifußball-Einheitsbrei, Clubfans!

Zugegeben, die Entlassung von Jens Härtel war zumindest gestern Abend schon so etwas wie ein emotionales Erdbeben. Was komisch ist, weil sich die Entscheidung ja bereits nach dem Spiel gegen Regensburg andeutete und man sich eigentlich hätte darauf vorbereiten können. Trotzdem fühlte es sich im ersten Moment ein bisschen so an, als wäre jemand gestorben. Völlige innerliche Leere, paradoxerweise gepaart mit dem dringenden Wunsch, Dinge kaputtzuschlagen und gleichzeitig dabei zu heulen. Es ist schon einigermaßen irre, was der Fußball mit einem machen kann.

Inzwischen ist eine (kurze und unruhige) Nacht vergangen und liegt ein kompletter Arbeitstag zwischen der Entscheidung, die uns mit ziemlicher Sicherheit noch lange beschäftigen wird, und dem Schreiben dieser Zeilen hier. Vielleicht war es auch ganz gut, gar nicht die Zeit gehabt zu haben, sämtliche Debatten, Meinungsäußerungen und Spekulationen im Detail mitzuverfolgen. So war Gelegenheit, zumindest mal die ersten Emotionen ein wenig herunterkochen zu lassen; dieser Text hier ist nun der Versuch, die Gedanken zu ordnen und erstmal wieder einigermaßen klarzukommen.  Weiterlesen →

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Zum Stand der Dinge

Stand der Dinge

1. FC Magdeburg – SSV Jahn Regensburg, 13. Spieltag, 2:3 (1:1)

Tja, was soll man sagen, mitten rein in die Leere, die das Spiel gegen den SSV Jahn Regensburg hinterlassen hat? Die einen erst regelrecht anbrüllte und sich dann gewaltig breit machte, überall. Im Kopf, im Herz, im Bauch. Die die Gedanken oszillieren ließ, irgendwo zwischen „irgendwas kaputt machen“ und „ich will mit Fußball bis auf Weiteres nichts mehr zu tun haben“. Oder um es dann vielleicht doch mal auf den Punkt zu bringen: Was für eine enorme, riesengroße, un-fucking-fassbare Kackscheiße. Weiterlesen →

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Stets bemüht

bemüht

SV Darmstadt 98 – 1. FC Magdeburg, 12. Spieltag, 3:1 (1:0)

Es gibt momentan ja durchaus angenehmere Aufgaben, als Texte über die Spiele des 1. FC Magdeburg zu schreiben. Warum? Weil das Schema in etwa immer das gleiche ist: Die Mannschaft ist stets bemüht, haut sich rein, zeigt großartige Moral – und kassiert viel zu leichte Gegentore, was in Kombination mit einer reichlich harmlosen Offensive dann eben zu Niederlagen führt. Die beim SV Darmstadt 98 war die dritte in Serie, immerhin gelang aber ein eigener Treffer. Angesichts des eher mäßigen Niveaus von Spiel und Gegner stellt sich in schlechten Momenten allerdings die Frage: Gegen wen wollen wir in dieser Liga eigentlich gewinnen? Und wo soll man auf dieser Grundlage einen Spielbericht anfangen? Vielleicht ja mal bei den Dingen, die schön waren: Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite und das großartige Stadion am Böllenfalltor kam als fußballromantischer Sehnsuchtsort daher, Flutlichtmasten, Waldweg zum Gästeblock und unüberdachte, reine Stehplatz-Gegengerade inklusive. Schade nur, dass das wohl nicht mehr lange so sein wirdWeiterlesen →

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Pokalpunktspiel

Hamburger SV

1. FC Magdeburg – Hamburger SV, 11. Spieltag, 0:1 (0:0)

Heinz-Krügel-Stadion, Freitagabend, kurz nach 6: Es ist wuselig auf der Nordtribüne. Die bekannten Gesichter sind längst begrüßt, unten auf dem Rasen machen sich beide Mannschaften warm. Der Gästeblock verkündet, welches Team aus dieser Ecke heute Abend unterstützt werden wird, Vertreter von Block U sind derweil unten hinter dem Tor mit Choreo-Vorbereitungen beschäftigt. Ich stehe an meinem Platz, mein Blick geht geradeaus. Für einen Moment blende ich den Trubel aus. Pause. Innehalten. Gedanken an Tage, an denen ich mich hier, an genau dieser Stelle, über Niederlagen gegen die TSG Neustrelitz oder den TSV Havelse geärgert habe. Und nun soll es heute Abend tatsächlich gegen den Hamburger Sportverein gehen. Also, gegen die erste Mannschaft. In einem Punktspiel. Das ist real und surreal gleichzeitig. Und dann ist dieser Moment auch schon wieder vorbei. Die Mannschaften laufen ein, Pappen werden in die Höhe gehalten, Lieder angestimmt. Los geht die wilde Fahrt. Fußball in Magdeburg. Kurvenshow deluxe. Die Größten der Welt. Feuerwerk! Weiterlesen →