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Spieltagsvorschau: ZFC Meuselwitz (H)

Regionalliga Nordost, 5. Spieltag, 31.08.2014

Nach der erfolgreichen Partie gegen den SV Babelsberg 03 am Mittwoch folgt nun gleich das zweite Heimspiel innerhalb weniger Tage und die Chancen stehen gut, die englische Woche mit einem Sieg abzuschließen. Zu Gast ist der ZFC Meuselwitz, irgendwie ja auch so ein ewiger Rivale im grauen Regionalligaalltag. Immerhin 12 Begegnungen gab es in den vergangenen Jahren und erstaunlicherweise ist die Bilanz total ausgeglichen: 4 Siege, 4 Unentschieden und 4 Niederlagen stehen zu Buche. Gehen wir mal davon aus, dass sich diese Bilanz am anstehenden fünften Spieltag der Saison 14/15 zu unseren Gunsten verändert.

Meuselwitz ist…

….entgegen meiner ursprünglichen Annahme sogar eine Stadt. Faszinierend. Im Altenburger Land gelegen, zählt man dort ein wenig mehr als 10.500 Einwohner und viel, viel Fläche, die sich unter anderem so ulkige Ortsteile wie Schnauderhainichen, Mumsdorf oder Neupoderschau teilen. Ansonsten ist Meuselwitz vermutlich so etwas wie die ultimative Demütigung für den anspruchsvollen Clubfan. Es wird wirklich Zeit, dieser Liga endlich Lebewohl zu sagen.

Beim ZFC Meuselwitz denke ich an…

…das erste Mal, dass ich als noch recht frischer Clubfan in meinem neu erworbenen FCM-Stolz so richtig gekränkt wurde. In meinem Kopf wabern diffuse Bilder von einem Heimspiel im altehrwürdigen Ernst-Grube-Stadion irgendwann Anfang der 2000er, auf dem Weg dorthin fuhren Autos mit Thüringer Kennzeichen an uns vorbei, man grölte aus dem Seitenfenster irgendwas von „Auswärtssieg“ und wir pöbelten zurück in dem festen Glauben, dass die Heinis vom Dorf doch unserem großen FCM keinesfalls gefährlich werden können. Und was soll ich sagen? Nach einem wirklich trostlosen Kick vor ein paar hundert Leuten, den ich mit ein paar Freunden auf einer staubigen und wirklich, wirklich leeren Tribüne verfolgte, nahmen die Dörfler doch tatsächlich einen Punkt mit nach hause. Umpf. Es sollte nicht die einzige Demütigung bleiben – siehe Bilanz oben in der Einleitung.

Spieler des ZFC Meuselwitz, die mir spontan einfallen, sind…

…Benjamin Boltze und Oliver Dix, wobei letzterer dort schon länger nicht mehr spielt, mir aber nachhaltig in Erinnerung blieb, weil er trotz seines, nennen wir es mal ‚bemerkenswerten’, Körperumfangs erstaunliche Flugeigenschaften besaß. Der Legende nach schrieb man ihm mal ein Maximalgewicht in den Vertrag, strich die Klausel aber dann wieder, nachdem der dünnere Dix zwar irgendwann weniger Kilos auf die Waage, dafür aber auch deutlich weniger Leistung auf den Platz brachte. Boltze hingegen… naja. An Talent mangelt(e) es ihm sicher nicht, aber wenn man mit zarten 27 Jahren schon einen ‚Rentenvertrag’ beim Zipsendorfer Fußballclub unterschreibt, ist damit wohl alles gesagt.

Die Meuselwitzer Fanszene ist…

…allenfalls niedlich, falls überhaupt vorhanden. Folgendes Bild aus dem Archiv zeigt eine Choreographie im ‚Fanblock’ der bluechip-Arena aus dem Jahr 2012. Die einzige, an die ich mich dort erinnern kann.

Choreo der Meuselwitzer, ähm, Fanszene, März 2012

Choreo der Meuselwitzer, ähm, Fanszene, März 2012

Auch bei Spielen im heimischen HKS platzt der Gästeblock jetzt nicht unbedingt aus allen Nähten, um es mal vorsichtig auszudrücken. Ansonsten wird die Szenerie in Meuselwitz vornehmlich von militanten Haupttribünen-Rentnern bestimmt; außerdem meine ich mich dort noch an eine ganze Menge Autos mit Dynamo-Wimpeln zu erinnern…

Das letzte Spiel…

…endete am 26. Spieltag der vergangenen Saison mit einem 6-2-Schützenfest zu unseren Gunsten.

Bei uns…

…könnte Felix Schiller nach seiner gelb-roten Karte aus der Plauen-Begegnung wieder mitwirken und wird das wohl auch tun, wenngleich mit Puttkammer in der Innenverteidigung gegen Babelsberg die Null stand und ich fand, dass der Schiller-Vertreter seine Sache sehr ordentlich gemacht hat. Matthias Steinborn ist nach der Attacke des Babelsberger Torwarts im letzten Spiel, nach der er dann wenig später verletzt vom Platz musste, noch angeschlagen, aktuell ist sein Einsatz gegen Meuselwitz noch unsicher. Für ihn würde dann wohl Marcel Schlosser wieder von Beginn an spielen. Unklar auch der Status bei Silvio Bankert, ansonsten kann Trainer Härtel wohl aus dem Vollen schöpfen.

Der FCM gewinnt, weil…

…die Mannschaft die sich bietenden Gelegenheiten diesmal konsequent zu Ende spielt und auch Christian Beck wieder mindestens ein Tor erzielen wird. Außerdem werden wir die englische Woche mit einem Heimdreier beenden und uns weiter Richtung Tabellenspitze arbeiten.

Sonst noch:

6.438 Zuschauer gegen Unions Zwote, 6.557 jetzt unter der Woche gegen den SV Babelsberg und vielleicht 7.000+ im dritten Liga-Heimspiel gegen die Zipsendorfer? Der Mannschaft wäre es in jedem Fall zu wünschen.

1 Kommentar

  1. Immerhin ist der große Wolfgang Hilbig in Meuselwitz geboren. Einen vergleich begabten Schriftsteller hat Weimar im letzten Jahrhundert nicht hervorgebracht. Auch wenn das Sybille Berg nicht gerne hören wird.

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