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Spieltagsvorschau: SG Dynamo Dresden (H)

Dynamo Dresden im Magdeburger Heinz-Krügel-Stadion

3. Liga, 34. Spieltag, 16.04.2016

Da ist es nun also, das mit hoher Wahrscheinlichkeit letzte große Heimspiel-Highlight der blau-weißen Premieren-Saison in der 3. Liga. Erstmals seit dem 19. August 2007 begrüßen die Größten der Welt wieder die Sportfreunde aus Dresden im Heinz-Krügel-Stadion – in dem Dynamo bisher übrigens weder einen Punkt ergattern, noch ein Tor erzielen konnte. Das darf auch im dritten Anlauf gern so bleiben, wäre es doch ein doppelter Triumph für den 1. FC Magdeburg, nicht nur den Sieg im Prestigeduell zu holen, sondern dem ewigen Rivalen elbaufwärts auch gleich noch die Aufstiegsparty zu versauen. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht, schließlich konnte Dynamo von den letzten 5 Spielen nur eins gewinnen. Voraussetzung für einen Heimsieg wäre allerdings, dass der 1. FC Magdeburg das Tor mal wieder trifft und die inzwischen schon vier Partien andauernde Phase ohne eigenen Treffer so langsam beendet. Welches Spiel wäre da wohl besser geeignet, als das gegen Dresden vor ausverkauftem Haus?

Bei der SG Dynamo Dresden denke ich an…

…einen großartigen Clip aus “Kalkofes Mattscheibe” und eine Mannschaft, die in dieser Saison, so fair muss man bei aller Rivalität sein, sicherlich in einer anderen Liga spielt als der Rest der Konkurrenz. Auch wenn der Vorsprung auf den zweitplatzierten FC Erzgebirge Aue inzwischen ‘nur noch’ sieben Punkte beträgt, spricht der Umstand, dass man bereits am 34. Spieltag den Aufstieg perfekt machen kann, für sich und verlässt die SG Dynamo Dresden am Ende vollkommen verdient die 3. Liga in Richtung Bundesliga-Unterhaus. Umso schöner wäre es, den Stoffbahn-Fetischisten aus Elbflorenz auf dem Weg dorthin noch einmal einen richtig dicken Brocken in den Weg zu rollen.

Spieler der SG Dynamo Dresden, die mir spontan einfallen, sind…

…Michael Hefele und Stefan Kutschke.

Die Dresdner Fanszene…

…möchte sich auf dem Weg in die 2. Liga offenbar noch einmal in Sachen ‘Stimmung’ schulen lassen, weshalb einige tatsächlich schon 40 Stunden vor Vorverkaufsstart am Ticketschalter auftauchten, um sich für die begehrten Karten des diesmal gleich in vollem Umfang zur Verfügung gestellten Gästekontingents in Position zu bringen.

Verständlich – so eine Atmosphäre wie bei uns wird Dresden so schnell nicht wieder erleben.

Ansonsten macht man natürlich hüben wie drüben mächtig mobil und darf erneut und wohl zum letzten Mal in dieser Saison mit einem ordentlich gefüllten Gästeblock gerechnet werden. Für diejenigen Gästefans, die nicht live in Magdeburg dabei sein können, gibt es im Dresdner Stadion ein Public Viewing. 10.000 Tickets werden dafür wohl über die Ladentheke gehen.

Das letzte Spiel…

…ging mit 2:3 verloren. Manuel Farrona Pulido und Ryan Malone erzielten die Tore für die Guten.

Bei uns…

…freut man sich natürlich auf das Spiel und die Kulisse eines ausverkauften Heinz-Krügel-Stadions, weiß aber selbstverständlich auch um die Brisanz der Begegnung und der Tabellenkonstellation. Dementsprechend erwartet Jens Härtel eine absolute Spitzenmannschaft, die versuchen wird, ihr ballbesitzorientiertes Spiel durchzubringen und irgendwann die Lücken zu finden, um zum Abschluss zu kommen. Da die Größten der Welt in der Partie nicht den ganz großen Druck haben (wenngleich natürlich Spiele mit einer solchen Geschichten per se immer schon einen gewissen Druck erzeugen), könne man einigermaßen befreit aufspielen und begreifen Mannschaft wie Trainerteam das Spiel vor allen Dingen als Erlebnis, das es einfach positiv zu gestalten gilt.

Verteidiger Nils Butzen führte in der Pressekonferenz noch aus, dass die Mannschaft den Anhängern erneut zeigen will, dass man nach wie vor jedes Spiel gewinnen wolle. Dynamo könne man zwar auf die gesamte Saison gesehen nicht schlagen, in einem Spiel aber durchaus – das ist die richtige Einstellung!

Definitiv ausfallen wird David Kinsombi, was die Aufgabe gegen die geballte Dresdner Offensive nicht einfacher macht; darüber hinaus fehlen die langzeitverletzten Felix Schiller, Lars Fuchs und Lukás Novy sowie Nicolas Hebisch und André Hainault.

Die Partie aus Sicht des Gegners:

Trainer Uwe Neuhaus mahnte in der Pressekonferenz zur Begegnung an, die Kampfansagen der Magdeburger Spieler ernst zu nehmen, weil es keine Mannschaft gern hätte, dass der Gegner im eigenen Stadion feiert. Ohne “die nötige Mentalität, Disziplin und Bereitschaft” wird es auch für den Tabellenführer schwer, bei den Größten der Welt zu punkten. Dementsprechend sei mit einem körper- und kampfbetonten Spiel zu rechnen, weil auch der 1. FC Magdeburg nach zwei Heimniederlagen in Folge mal wieder einen Erfolg vor eigenem Publikum wird feiern wollen. Stürmer Pascal Testroet gab an, dass man trotz des großen Vorsprungs weiterhin fokussiert sei und das Spiel natürlich gern für sich entscheiden würde. “Einmal, um das Spiel zu gewinnen. Und natürlich, weil dann klar ist, dass wir aufgestiegen sind”, so Testroet im Vorbericht zur Partie auf der Homepage unserer kommenden Gäste.

Der FCM gewinnt, weil…

…alle damit rechnen, dass Dresden bei uns den Aufstieg klarmacht, die Kolleginnen und Kollegen beim MDR vermutlich alle schon seit Tagen ganz feuchte Hände haben und unsere Jungs den geplanten Feierlichkeiten aber einen gewaltigen Strich durch die Rechnung machen werden.

Sonst noch:

Merkwürdig, wie erstaunlich unaufgeregt bis dato über das Spiel berichtet wird, auch wenn natürlich diese unsägliche “Elb-Classico”-Wortvergewaltigung wieder Eingang in den einen oder anderen Text finden musste. Vermutlich hat man die Hysterie-Bonuskarte mit dem Spiel gegen den F.C. Hansa Rostock einfach voll gemacht und darf nun zur Begegnung gegen Dynamo einmal aussetzen mit Weltuntergangsszenarien und Bürgerkriegsphantasien. Fakt sein dürfte allerdings auch, dass diese Partie unabhängig davon, dass möglicherweise die erste Entscheidung der Saison fällt, für alle Beteiligten eine ganz besondere ist und dementsprechend auch mit einiger Brisanz daherkommt. Man darf also gespannt sein, wie sich der Spieltag so entwickelt, was sich beide Fanszenen auf den Rängen so ausgedacht haben und inwiefern es gelingt, die Rivalität vor allem auf den stimmlichen Wettstreit zwischen den Kurven zu kanalisieren.

Ach, ich freue mich einfach drauf! Denn egal, wie es am Ende ausgeht, eins steht jetzt schon fest: So einen Tag wie diesen werden wir so schnell nicht wieder erleben.

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