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Sonnenbrand und bunte Pfeile – 1. Fussballclub Magdeburg vs. Berliner AK, 25.03.2012

Traurig, aber wahr: ich habe in dieser Saison noch keinen Sieg meiner Mannschaft live im Stadion erleben dürfen. Daran hat sich auch nach dem heutigen 25. Spieltag in der Regionalliga Nord nichts geändert.

Der Spielbericht fällt relativ kurz aus: es wurde gekämpft, gerackert, kombiniert, aufs Tor geschossen… ganze 5 Minuten lang.  Von der 76. bis zur 81. ungefähr. Der Rest der Vorstellung meiner Mannschaft hatte mit Fussball im leistungsorientierten Sinne nichts zu tun, weswegen er auch nicht weiter erwähnenswert ist. Auf Sportfotos MD lässt sich ein deutlich ausführlicherer Spielbericht finden, und weil die Jungs und Mädels dort das deutlich besser können als ich, belasse ich es an dieser Stelle bei einer Verlinkung.

Nee, halt. Eine Sache darf nicht unerwähnt bleiben: wir haben ein Tor geschossen! Ein richtiges, echtes Tor! Eins von 16 in dieser Saison. Also in 25 Spielen. Folglich ein echtes Glücksgefühl für den leidgeprüften FCM-Fan. Und nicht nur haben wir ein Tor erzielt – es fiel auch noch nach einer Standardsituation, nämlich einem Eckball. Das ist deswegen erwähnenswert, weil ich nicht erst seit dieser Saison das Gefühl habe, dass Standardsituationen bei uns auch dann nicht zu Toren führen würden, wenn die gegnerische Mannschaft unsere Offensivhelden allein im Strafraum stehen lassen würde. Soviel zum Geschehen auf dem Rasen.

Für wirkliche Unterhaltung in den 90 Minuten bei bestem Wetter sorgte wieder einmal unser Block U. Kurz vor dem Spiel kam die Ansage „Wir brauchen mal so 100 Leute“ (meine ich zumindest, vernommen zu haben), woraufhin kurze Zeit später der Block doch einigermaßen leer aussah. Was anfangs einen (mittlerweile wohl mehr als berechtigten) Boykott der Ultras vermuten ließ, klärte sich kurz nach Anpfiff auf: man hatte fleißig bunte Pfeile gebastelt, die unseren Blau-Weißen den Weg zum Tor zeigen sollten. So tauchten auf der Südtribüne, auf die wir in der ersten Halbzeit spielten, plötzlich besagte Pfeile auf, die alle auf das Tor ausgerichtet wurden. Nicht nur das – die Pfeile wanderten auch, je nach Spielsituation: gab es eine Ecke von rechts, bewegte sich der gesamte Pulk halt so, dass die Pfeile von der Eckfahne Richtung Tor zeigten. Auch wenn es – Zufall oder gewollt – im Spiel mal Seitenwechsel gab, bewegten sich die Pfeile mit. Damit wirklich nichts, aber auch gar nichts schief gehen konnte, zeigten weitere bunte Pappkartons in Block 10 die Spielrichtung an. Das Ganze sah dann so aus (draufklicken macht’s größer und irgendwann krieg ich noch raus, wie sich so ein Bild in einem neuen Tab öffnen lässt):

Als dann in der Halbzeitpause notgedrungen der Block gewechselt werden musste und die Pfeilhalter bzw. -träger vor den Bierwagen und Fanartikelständen vorbeiliefen, wurden sie zu recht als bisher bester Teil des Spiels gefeiert. In der zweiten Halbzeit verlegte sich Block U dann weiter auf Sarkasmus: Es wurde „Torschuss, Torschuss“ skandiert, wenn unsere Ballakrobaten mal wieder KEINE Traute hatten, das Spielgerät mal Richtung Tor zu bewegen. Als dann der Ausgleich fiel, wurde „Oh, wie ist das schön – oh, wie ist das schön – sowas hat man lange nicht gesehen…“ angestimmt. Naja und nach der verdienten erneuten Führung der Gäste wurde eben die Mannschaft dahin gewünscht, wo der Pfeffer wächst.

Für mich wurde es dann übrigens noch schmerzhaft: sorgloses Kellergebräuntes-Gesicht-in-die-Sonne-halten führte dann zu dem dezenten wie umsichtigen Hinweis meines besten Freundes, ich würde jedem Hummer Konkurrenz machen und eine eher ungesund rote Gesichtsfarbe haben. Beim nächsten Heimspiel gilt es also, dran zu denken, die Sonnencreme einzupacken. Auch wenn wir dann um 19 Uhr spielen. Man kann ja nie wissen.

Fazit zum heutigen Spiel: „HIER – KREPIERT – DER F – C – M!“

Ausblick: Das nächste Spiel dieser Gruselsaison führt uns am 01.04. nach Halberstadt. Genug Zeit bis dahin, um über lustige Witze mit Würstchen und so nachzudenken. Ich werde das Spiel via offiziellem Live-Ticker verfolgen und hoffe natürlich, unerschütterlich, auf 3 Punkte. Auf dass wir bei den Randharzern nicht zum Aprilscherz werden.

EINMAL – IMMER.

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