Permalink

0

Gern gesehene Gäste

Berliner AK – 1. FC Magdeburg, 8. Spieltag, 2-1 (1-0)

3 Spiele, 1 Unentschieden, 2 Niederlagen, 1 Punkt. So lautet die doch eher ernüchternde Bilanz des 1. FC Magdeburg nach den ersten drei Auswärtspartien der Saison und der heutigen Begegnung gegen den Berliner AK. In der (zugegebenermaßen noch nicht sehr aussagekräftigen) Auswärtstabelle ergibt das den 13. Platz, schlechter sind bisher nur Meuselwitz, Halberstadt und Babelsberg. Zum Vergleich: der FSV Zwickau holte aus 4 Auswärtspartien 10 von 12 möglichen Punkten und selbst der VFC Plauen konnte in der Fremde schon 7 Zähler ergattern.

Nun könnte man meinen, nach 3 von 15 Auswärtsspielen ist das noch nicht allzu dramatisch und Optimisten würden sagen, dass sich die Bilanz ja eigentlich nur verbessern kann. Angesichts der Tatsache allerdings, dass die nächsten beiden Partien auch auswärts stattfinden (die zweite davon in Zwickau) und im Hinblick auf den Anspruch, am Ende der Saison den ersten Tabellenplatz belegen zu wollen, stimmt mich die bisherige Ausbeute doch schon eher bedenklich. Dabei war man jetzt in Berlin – zumindest in der zweiten Hälfte und den Angaben im Ticker bzw. den bewegten Bildern bei „Sport im Osten“ zufolge – gar nicht schlecht, kreierte sogar ordentlich Chancen und hatte ergo auch genügend Möglichkeiten, das Spiel für sich zu entscheiden. Mal wieder. Nur muss man die Tore dann halt auch mal machen. Das Kurzinterview mit Trainer Härtel im TV nach dem Spiel in Berlin löste bei mir dann auch gleich ein Déjà-vu aus: „zielstrebiger – Torchancen – nicht belohnt – ärgerlich“ waren in etwa die Versatzstücke, die man nicht zum ersten Mal in dieser Saison vernehmen konnte.

Eine Frage, die sich natürlich stellt, ist, woran es denn nun liegt, dass das Runde nicht im Eckigen landet. Pech? Schlechte Schwingungen? Sagenhaft gute gegnerische Torhüter? Tote Katzen im Berliner Boden? Mangelnde Qualität? Man weiß es nicht und darf aber hoffen, dass die Mannschaft in Sachen „Chancenverwertung“ schleunigst mal die Kurve kriegt.

Ähnliches gilt sicherlich für die Einstellung, mit der man in so eine Partie geht. Dass man im Spiel mal eine schlechte Phase hat – okay. Dass man sich auch mal ein dummes Gegentor fängt – passiert. Aber als selbsternannter Aufstiegsaspirant mal gleich eine komplette (!) Halbzeit verpennen? Stellvertretend für meine Verärgerung an der Stelle einfach mal ein Zitat aus dem offiziellen Liveticker (22. Minute):

„Voll neben der Rolle. Lange will für Hammann auflegen und der bleibt stehen. Ball im Toraus. Sechs, setzen!“

Da fällt einem dann eigentlich nur noch wenig zu ein.

Die lokalen Medien verwiesen ja im Laufe der Woche mehrfach auf die vielen Verletzten beim 1. FC Magdeburg – ein Argument, das Härtel unmittelbar nach dem Spiel glücklicher- und dankenswerterweise nicht als Entschuldigung oder Begründung für die punktemäßige Nullnummer bemühte. Kann er auch schlecht, weil die derzeit ausfallenden Spieler im bisherigen Saisonverlauf ohnehin noch keinen großen Eindruck hinterlassen konnten. Lukas Cichos? Ist dritter Torwart. Christopher Reinhard? Ist im Prinzip jetzt fast schon seit einem Jahr aufgrund permanenter Verletzungen kein wirklicher Faktor mehr. Silvio Bankert? Kam bisher nur in den ersten beiden Saisonspielen zum Einsatz und ist seitdem verletzt. Felix Schiller? Begann die Saison eher schwach und fand sich vor seinen Rückenproblemen schnell auf der Bank wieder. Einzig Christopher Handke und mit Abstrichen vielleicht Christoph Siefkes müssen derzeit – gemessen an den bisherigen Saisoneinsätzen – wirklich ernsthaft ersetzt werden. Aber haben wir dafür vor der Saison nicht „nicht nur in die Breite, sondern auch in die Tiefe des Kaders“ investiert?

Fragen über Fragen also, die sich im Nachgang der Partie beim Berliner AK so stellen und bei näherem Durchdenken jetzt auch nicht gerade dazu beitragen, die ohnehin schon angekratzte Laune wahnsinnig zu steigern. Eine weitere wäre, warum ein Marcel Schlosser eigentlich bisher so wenig Einsatzzeit bekommt und auch gegen den BAK bis zur 87. Minute auf der Bank schmoren musste. Um sich hier eine fundiertere Meinung zu bilden, müsste man wohl allerdings fairerweise auch alle Trainingseinheiten mit besuchen.

Was dazukommt, ist der Umstand, dass die zweite Mannschaft von Union Berlin ihre Partie an diesem 8. Spieltag bereits gewonnen hat; Zwickau hat morgen den starken Aufsteiger aus Bautzen zu Gast und könnte mit einem Sieg von ebenjenen Unionern – bei einem Spiel weniger (!) – die Tabellenführung zurückerobern. In diesem Fall wären die Kollegen vom Sachsenring dann bereits auf 6 Punkte enteilt. Neustrelitz, ick hör Dir trapsen…

Das kommende Spiel in Auerbach muss gewonnen werden. Ohne Wenn und Aber.

 

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.