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Verteidigung gewinnt Meisterschaften

1. FC Magdeburg – FSV Zwickau, 21. Spieltag, 0-0 (0-0)

Hallo aus Shanghai! Etliche Flugstunden Richtung Osten liegen zwischen dem Abpfiff des Regionalliga-Spitzenspiels in unserem HKS und diesen Zeilen hier und so richtig weiß ich immer noch nicht, wie das Unentschieden gegen Zwickau nun eigentlich einzuordnen ist. Auf der Faktenseiten haben wir nach wie vor 2 Punkte Rückstand auf Tabellenplatz 1, hat sich also an der Tabellensituation nichts geändert und sind wir noch vollkommen im Spiel, was das Erreichen des Relegationsplatzes betrifft. Emotional bzw. psychologisch dürfte der Vorteil nach dieser Begegnung wohl eher bei Zwickau liegen. Immerhin konnte der FSV seine Serie von 10 ungeschlagenen Begegnungen auf 11 hochschrauben, während unser Sieg-Lauf durch die Regionalliga erst einmal beendet ist. 

Da ich das Spiel leider weder im Stadion, noch am Fernseher verfolgen konnte, verbietet sich eine ausführlichere Einschätzung der Mannschaftsleistung. Umso mehr, als dass die Augenzeugenberichte im Fanforum zum Teil zu derart unterschiedlichen Einschätzungen führen, dass man sich das Spiel wohl wirklich erst einmal in voller Länge anschauen müsste, um da etwas Fundiertes zu sagen zu können. Interessanter ist da schon die Frage, die 120minuten-Kollege Christoph im Anschluss an die Begegnung via Twitter aufwarf:

Meine intuitive Antwort auf die Frage lautet: „Dass die Verteidigung immer noch Meisterschaften gewinnt“. Warum? Weil ich mich von den Einschätzungen und Spielberichten her irgendwie daran erinnert fühlte, dass man es ja durchaus auch mit einer großen Portion Defensivfußball und dem einen oder anderen glücklichen Tor bis in die 3. Liga schaffen kann. Jetzt ist Zwickau nicht Merseburg-Nord, aber beim Lesen des Tickers haben sich gewisse Parallelen zu unseren Freunden aus dem Süden förmlich aufgedrängt. Was der FSV Zwickau bekanntermaßen gut beherrscht und im Spiel gegen uns auch entsprechend unter Beweis gestellt hat, ist, hinten den Laden dicht zu halten und nach vorne immer wieder Nadelstiche zu setzen. Gäbe es die Relegation nicht, könnte man wohl mit einiger Sicherheit sagen, dass eine solche Taktik zum Aufstieg reichen könnte. Und gäbe es (nach allem, was man über das Spiel so lesen konnte) Jan Glinker nicht, hätte diese Spielphilosophie womöglich sogar für einen Auswärtssieg bei uns gereicht.

Auf Seiten des Clubs ist es Trainer Härtel und der Mannschaft indes in dieser Saison nicht gelungen, das Zwickauer Abwehrbollwerk zu entschlüsseln und folgerichtig auch zu überwinden, null Tore in zwei Spielen belegen das ziemlich eindeutig. Und wenn dann auch noch Christian Beck zwei gute Gelegenheiten liegen lässt und Lars Fuchs vielleicht nicht unbedingt seinen besten Tag hat, wird es halt schwer gegen einen derart auf Unentschieden eingestellten FSV. Die gute Nachricht ist, dass auch unsere Defensive nicht viel bzw. in der Zusammenschau beider Partien lediglich einen Treffer zugelassen hat. Wenn es nun stimmt, dass die Verteidigung Meisterschaften gewinnt, ist auch aus der Perspektive noch überhaupt nichts entschieden in der Regionalliga Nordost.

Was bleibt also? Mit dem Abstand von ein paar Stunden und etwas über 8.500 Kilometern Luftlinie überwiegt dann doch das Gefühl, gegen Zwickau eher zwei Punkte verloren zu haben. Jetzt sind es noch 9 Spiele bis zum Ende der Saison und selbstredend wird der Druck auf die Mannschaft nicht eben kleiner. Und es ist aus meiner Sicht schon ein deutlicher Unterschied, ob man mit dem Druck des Tabellenführers oder dem des ersten Verfolgers, der eigentlich keine Punkte mehr liegen lassen darf, in die nächsten Spiele geht. Wie die Mannschaft damit umgeht, werden die nächsten zwei, für den Rest der Saison richtungsweisenden Spiele zeigen. Zunächst geht es auswärts gegen Nordhausen, für die ja im Prinzip auch gilt: „Verlieren verboten!“, will man weiter oben dabeibleiben. Dann folgt mit dem Berliner AK ein Club, der ja vor der Saison (wie fast jede der letzten Spielzeiten) so ein bisschen als Geheimtipp gehandelt wurde, dieser Erwartung inzwischen ganz gut gerecht wird und sich vielleicht wirklich noch einmal an die Spitzengruppe ranrobbt. Mit 4 Siegen aus den letzten fünf Spielen ist man diesbezüglich jedenfalls ganz gut unterwegs.

Wenn man die besagten beiden Spiele erfolgreich gestaltet, die Euphorie im Umfeld weiter hoch halten kann und dann gegen den Rest der Liga (Jena zum Beispiel :-D) seine Hausaufgaben macht, bin ich mir sicher, dass es bis zum Saisonende eine enge Kiste bleibt. Und wenn es für Jens Härtel und sein Team in Sachen Aufstiegsfähigkeit jemals so etwas wie eine Qualitäts- und Reifeprüfung gab, dann jetzt. Packen wir’s an!

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