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“Da steh’ ich nun, ich armer Tor…”

Ausgliederung

“Dafür”, “dagegen”, “weiß nicht”, “dagegen”, “dafür” – so ungefähr gestaltet sich in den letzten Tagen meine Entscheidungsfindung, wenn es um die Frage der Ausgliederung bzw. der Neuausrichtung beim 1. FC Magdeburg geht. Aktuell bin ich mal wieder bei “weiß nicht” angekommen. Eine Entscheidung muss aber her, spätestens am 19.02., wenn alle stimmberechtigten Vereinsmitglieder (was mich einschließt) aufgefordert sind, darüber zu befinden, ob der Spielbetrieb der 1. Mannschaft des 1. FC Magdeburg e.V. nun zukünftig in eine GmbH ausgegliedert werden soll oder eben nicht.

Das Kuriose dabei: Inzwischen liegen so ziemlich alle Argumente “pro” und “contra” auf dem Tisch und wurden ausgetauscht, und zwar nicht nur in den einzelnen ‘Lagern’, wenn man so will, sondern auch miteinander – was gut und wichtig ist. Es gab diverse Infoveranstaltungen, es gab Podcast-Folgen zum Thema, es gab und gibt unzählige Gespräche, ganz aktuell noch mal eine ausführliche Stellungnahme des Vereins gegenüber allen Mitgliedern – mehr kann man eigentlich nicht machen. Und trotzdem kommt mir immer wieder ein Satz in den Kopf, den ich in der Schule irgendwann mal auswendig lernen musste, der mit Profifußballfragen so gar nichts zu tun hat und der das derzeitige Dilemma aber eigentlich ganz gut beschreibt: “Da steh’ ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor.” Schöner Mist.

Wobei, “so klug als wie zuvor” trifft es eigentlich gar nicht. Als ich 2013 Vereinsmitglied wurde, habe ich mich, wenn ich ganz ehrlich bin, für Vereinsrechts-, Satzungs- und potentielle Ausgliederungsfragen überhaupt nicht interessiert. Auch die Möglichkeit, über die Mitgliedschaft bevorzugt an begehrte Tickets zu kommen, spielte keine Rolle. Als Dauerkartenbesitzer in der Regionalliga brachte der Eintritt in den Verein in dieser Hinsicht eigentlich keinen großen Mehrwert. Worum es mir damals schlicht und ergreifend ging, war, meine Verbundenheit mit dem 1. FC Magdeburg eben auch über eine Mitgliedschaft zum Ausdruck zu bringen. Das “wir” tatsächlich auch so zu meinen, wenn man in Gesprächen irgendwann auf den Club kam. Nicht nur ideell, sondern auch ganz real Teil des großen Ganzen zu sein.

So ist es eigentlich immer noch, nur dass ich mich zwischen 2013 und jetzt auch und besonders durch dieses ganze Ausgliederungsthema mit Dingen beschäftigt habe, von denen ich nie dachte, dass ich darüber mal nachdenken würde: plötzlich lese ich Satzungsänderungsanträge mit dem festen Vorsatz, wirklich verstehen zu wollen, was da steht, versuche, mir einen Überblick über Kapitalgesellschaftsformen im Profifußball zu verschaffen und herauszubekommen, wo da nun die Vor- und Nachteile liegen und überlege, was es eigentlich mit mir und meinem Verhältnis zum Club macht, wenn die 1. Mannschaft zukünftig nicht mehr als Teil des e.V., sondern einer GmbH auflaufen würden und ob es da vom Gefühl her überhaupt einen Unterschied gibt.

Was mir dabei immer deutlicher wird, ist, dass die Schwierigkeit gar nicht so sehr darin besteht, die Faktenlage und die Argumentationen der Ausgliederungsbefürworter und -gegner zu verstehen. Wenn man sich darauf ein- und emotionale Fragen sowie persönliche Haltungen gegenüber der einen oder der anderen Gruppe mal außen vor lässt, sind die Positionen beider Seiten für mich in sich schlüssig und nachvollziehbar. Und, und davon bin ich fest überzeugt: Weder die Vereinsführung noch diejenigen, die der Ausgliederung kritisch gegenüberstehen, handeln und argumentieren aus egoistischen oder Profilierungsmotiven, sondern aus der Motivation heraus, den 1. FC Magdeburg für die Zukunft bestmöglich aufzustellen. Das Problem ist einfach, dass niemand von uns in ebenjene Zukunft blicken kann. Das Problem ist gleichzeitig auch, dass man als Vereinsmitglied jetzt dazu aufgefordert ist, Verantwortung für seinen Club zu übernehmen.

Und das ist eigentlich der ganze Punkt.

Keine Ahnung, ob ich in fünf, zehn oder fünfzehn Jahren sagen kann: “Mein Abstimmungsverhalten am 19.02.2017 war richtig.” Ich weiß nur eins ganz sicher: Es ist meine verdammte Pflicht als Vereinsmitglied, für mich jetzt eine Entscheidung zu treffen, mich zu positionieren und in jedem Fall am 19.02. abzustimmen – wie auch immer die Entscheidung dann ausfallen wird. Und eins ist auch klar: Egal, wie das Pendel auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung letztlich ausschwingt – das Übernehmen von Verantwortung endet nicht mit einem “ja” oder “nein” zur Ausgliederung. Im Gegenteil.

 

Die beiden Podcast-Folgen zum Thema “Ausgliederung” gibt es zum Nachhören hier und hier.

Beitragsbild: “Question Mark |?|” (geändert) von Ryan Milani, Lizenz: CC-BY 2.0

7 Kommentare

  1. Pingback: “Da steh’ ich nun, ich armer Tor…” | re: Fußball

  2. Schöner Beitrag!

    Man kann nicht in die Zukunft schauen, richtig. Genau das ist aus meiner Sicht der Punkt.

    Ich finde es wichtig, dass man in etwa abschätzen kann, welches die Folgen sein können. Aber man sollte am 19.02. keine Entscheidung treffen, aufgrund vager Vermutungen für die Zukunft. Negative Auswirkungen können aus beiden Entscheidungen folgen.

    Ich finde es richtig, wenn man in den Vordergrund stellt, was HEUTE das Beste für Club und Verein ist. Wenn in 10 Jahren etwas anderes das Beste ist und eventuell erneut Umstrukturierungen anstehen, entscheiden erneut die Mitglieder.

    BWG

  3. Tja, mir geht es ganz ähnlich. Ich glaube aber das Wichtigste wird sein, dass 1.ganz viele Mitglieder auch wirklich wählen gehen und
    2. egal wie es ausgeht keiner anschließend in der Schmollecke verschwindet und alle Verantwortlichen, sei es Clubleitung, Aufsichtsrat und Fangruppierungen dafür sorgen, dass der Entscheid der Mitglieder dann gemeinsam so gut wie möglich umgesetzt wird.

    Damit die Legitimation der Entscheidung später nicht angezweifelt wird, sind alle mehr als 4000?Mitglieder aufgefordert sich Gedanken zu machen und wenn es zeitlich irgendwie machbar ist vor Ort abzustimmen.Ich möchte da bitte nicht NUR 400 bis 500 Leute sehen….

    BWG

  4. Man muss ganz klar sagen: Es geht um die Existenz des Vereins.
    Alle Signale deuten daraufhin, dass die Finanzämter die Profimannschaften in gemeinnützigen Vereinen nicht mehr tolerieren werden. Und wer Finanzämter kennt, weiß, die kommen nicht und sagen ab 1.1.18 entziehen wir dir die Gemeinnützigkeit, sondern ab 1.1.17 entfällt die Gemeinnützigkeit. Dann ist das Bein dicke. Das sind mehr als vage Vermutungen.

    Ich bin davon überzeugt, dass man die Ausgliederung und den möglichen Einstieg von Investoren trennen muss.
    Wer gegen die Ausgliederung ist, sollte auch ein Konzept vorlegen, wie die Gefahr der Aberkennung der Gemeinnützigkeit des Vereines abgewendet werden kann. So zu tun, als ob die Gefahr nicht besteht, nichts zu tun und abzuwarten ist wie der Vogel Strauß. Auf Zeit zu spielen ist keine Lösung.

    Rein rechnerisch könnten zwei Aufsichtsratsposten in der FCM GmbH für Investoren keinen Schaden anrichten. Ihnen stehen 5 von den Mitgliedern gewählte Vertreter gegenüber. Und wenn die umkippen, haben wir als Mitglieder bei unserer Wahl etwas falsch gemacht.

    Wir als Mitglieder haben die Verantwortung für den gesamten Verein, nicht nur für die 1. Männermannschaft, den Club. Ich bin der Meinung, dass ausreichende Kontroll- und Stoppfunktionen eingebaut sind, um Investoren wie ASAP & Co. draußen zu halten.

    Abstimmung am Sonntag mit Herz, Kopf & Verstand

    #Einmalimmer

    Blau-Weiße Grüße

    • Alle Signale deuten daraufhin, dass die Finanzämter die Profimannschaften in gemeinnützigen Vereinen nicht mehr tolerieren werden. Und wer Finanzämter kennt, weiß, die kommen nicht und sagen ab 1.1.18 entziehen wir dir die Gemeinnützigkeit, sondern ab 1.1.17 entfällt die Gemeinnützigkeit. Dann ist das Bein dicke. Das sind mehr als vage Vermutungen.
      ————

      Welche Signale denn? Du vernimmst diese Signale, die dir jemand reicht, nachdem derjenige mit dem ersten plumpen Versuch auszugliedern scheiterte, um es dir jetzt zu erklären? Du machst Panik durch die Glaskugel, stellst hier irgendwelche Behauptungen auf, die zum Beispiel ganz einfach mit dem ADAC Verfahren widerlegt wurden und gut.

      Der kausale Zusammenhang besteht doch nicht darin, wir haben Probleme, wir brauchen ne Lösung, sondern was dir hier unterbreitet wurde, folgt der Logik, wir haben ein Ziel, jetzt lasst uns gucken, wie wir das plausibel an den Mann bekommen.

      Wenn es wirklich alles so klar wie Kloßbrühe sein würde, warum folgte dann nicht jemand dem Beispiel des Professors gegenüber dem FC Bayern und beantragte die Löschung des HFC als reinen Verein aus dem Vereinsregister? Dann hätten wir Rechtsklarheit und alles wäre topp – übrigens in beide Richtungen.

      So ist es Panikmache und Panikmache, das “Wedeln” mit irgendwelchen Konsequenzen dient eben immer dazu, Menschen in Ihrer Wahrheitsfindung zu beeinflussen.

      Ein Verein besteht im Übrigen nicht durch die Eintragung in irgendein Register, ein Verein besteht in erster Linie durch die Idee seiner Mitglieder, gemeinsam etwas zu schaffen – die Grundlage der “deutschen” Vereinsmeierei. Wenn also der Hauptzweck des Vereins, dann in eine GmbH übergeben wird, dann ist jener de facto nicht mehr in “seiner Willensbekundung der ursprünglichen Mitglieder” existent. Die GmbH brauch die Mitglieder nicht mehr um erfolgreich zu sein, sie ist ein selbstständiges Wesen, nur noch abhängig, weil der Verein als lose Hülle benötigt wird. Das kannste dir in Leipzig wundervoll ansehen.

      Das diese Vereinsidee durch Leute verkauft wurde, die über den Verein steuerliche Sparmodelle erkannt haben und die Idee des Vereins ad absurdum führten, ist das Problem, warum da jetzt eventuell der ein oder andere “verkappte Verein” auf die Füße fällt. Im Sport sehe ich das aber ehrlich gesagt nicht. Da gibt es ganze Verbände in Vereinsstruktur, die Milliarden scheffeln, etc. Das wäre in Deutschland ein Aufschrei wie bei nem einheitlichen Tempolimit.

      Aber deine Signale…

  5. Nicht seine Signale, sondern wirkliche Signale.
    Ich würde an deiner Stelle nicht so von oben herab reden, Olli hat recht mit seiner Aussage.

    Wenn man sich auch mal abseits der Sportzeitschriften informiert, dann merkt man wie lange dieses Thema schon diskutiert wird. In der Zeit von “Alternativen Fakten” scheint es aber einfacher zu sein einfach Behauptungen aufzustellen ( “Du vernimmst diese Signale, die dir jemand reicht, nachdem derjenige mit dem ersten plumpen Versuch auszugliedern scheiterte, um es dir jetzt zu erklären? Du machst Panik durch die Glaskugel, stellst hier irgendwelche Behauptungen auf, die zum Beispiel ganz einfach mit dem ADAC Verfahren widerlegt wurden und gut.” )

    Also der ADAC darf ein Verein bleiben, weil er seine Strukturen geändert hat.

    “Nach Abschluss der Strukturänderungen beim ADAC, durch die unter anderem die kommerziellen Tätigkeiten in eine Aktiengesellschaft ausgelagert wurden, sehe die Rechtspflegerin aber keinen Anlass für eine Löschung des ADAC aus dem Vereinsregister.”
    http://business-panorama.de/news.php?newsid=407996
    Durfte dafür aber mal 500 Millionen Euro steuern nachzahlen
    http://www.spiegel.de/auto/aktuell/adac-muss-etwa-500-millionen-euro-steuern-nachzahlen-a-957676.html

    Zurück zum eigentlichen Thema
    Seit 10 Jahren gib es die Diskussion durch Finanzämter, ob man nicht die Entwicklung der Fußballvereine untersuchen sollte. Das hat auch nichts mit Kaffeesatzleserei zu tun, sondern wir können uns bei der Politik bedanken, das bis heute nichts passiert ist:
    http://www.manager-magazin.de/finanzen/artikel/a-517995.html
    “Hamburg – Wie das Nachrichtenmagazin “Der Spiegel” berichtet, hat das Bundesfinanzministerium (BMF) große Zweifel an der derzeitigen Einstufung der Clubs. Bei der Betriebsprüfung von Vereinen sei eine zunehmende Kommerzialisierung des Fußballs festgestellt worden, so ein BMF-Sprecher laut “Spiegel”. Das Ministerium wolle das Thema mit den Vertretern der obersten Finanzbehörden der Länder demnächst “ergebnisoffen” erörtern.”

    ” Aufschrei wie bei nem einheitlichen Tempolimit. “. Also genau so ein Aufschrei wie bei der PKW-Maut… (Ja, wir sollen ja bei den Steuern entlastet werden….)

    Nun stelle ich mir aber eine andere Frage. Wenn du sagst: “, ein Verein besteht in erster Linie durch die Idee seiner Mitglieder, gemeinsam etwas zu schaffen”, welcher Hauptzweck wäre dies im Falle des 1. FC Magdeburg? So weit ich informiert bin, ist die 1. Männermannschaft nicht der Hauptzweck des Vereins.
    Unsere Satzung sagt zu diesem Thema:

    (1) Die Ziele, Aufgaben und Ergebnisse des 1. FC Magdeburg e. V. (im weiteren FCM genannt) sind gerichtet auf die Wahrung, Förderung und Verwirklichung körperkultureller, sportlicher und humanistischer Interessen seiner Mitglieder, insbesondere durch den Mannschaftssport Fußball, der leistungsorientiert ausgeübt wird.

    (2) Neben der sportlichen Schulung ist die körperliche, geistige und charakterliche Bildung seiner aktiven Mitglieder ein besonderes Anliegen.

    Ich sehe besonders im Punkt 2 als Hauptaugenmerk die Jugendförderung. Hier wird so getan, als ob der Verein aufhört zu existieren. Eine Tochtergesellschaft des Vereins wird unter dessen Namen mit der Männermannschaft in den höheren Ligen spielen, der Verein wird aber immer noch eine erfolgreiche B Jugend, hoffentlich bald auch eine erfolgreiche A Jugend haben und die Jugend der Stadt Magdeburg fördern.

    Mit Leipzig ist eine Ausgliederung auch nicht zu vergleichen: Wie Seelenlos nur Vereine wie Dortmund, Bayern, Hamburg und Co sind. Die Mitgliederversammlungen in München zum Beispiel besucht keiner mehr (http://www.faszination-fankurve.de/index.php?head=Bundesliga-Kein-Ende-beim-Mitgliederboom&folder=sites&site=news_detail&news_id=12824). Ja ich habe auch den MDR und das Interview mit dem Block U Vertreter gelesen. Wir bereiten den Verkauf des Vereins vor (“Ich sehe in der Ausgliederung auch eine Vorbereitung, den Verein später mal zu verkaufen.” ) und ein Verbleib als EV stellt “langfristig eine größere Sicherheit gegen eine Übernahme” dar. Wie schnell die Übernahme z.B. bei Asap hätte funktionieren können, habe ich schon einmal in den Kommentaren zum Block U Podcast vor ein paar Tagen dargestellt.

    Allgemeine empfehle ich zur Diskussion einer Ausgliederung der wenigen verbliebenen Vereine in der 1. Liga:
    https://www.jura.uni-osnabrueck.de/fileadmin/public/media/LS-Leuschner/Stellungnahme_Hadding_Leuschner.pdf


    1. Rechtsformverfehlung, Nebenzweckprivileg und Ausgliederung Aus den §§ 21, 22 BGB folgt, dass sich ein e. V. grundsätzlich nicht wirtschaftlich betätigen darf. Toleriert werden lediglich wirtschaftliche Betätigungen, die sich im Rahmen des sogenannten Nebenzweck- bzw. Nebentätigkeitsprivilegs halten. Voraussetzung hierfür ist, dass die wirtschaftliche Betätigung dem ideellen Hauptzweck („Pflege, Förderung und Verbreitung der Leibesübungen, insbesondere des Fußballsports und damit der körperlichen Ertüchtigung sowie des gesellschaftlichen Vereinslebens“) untergeordnet ist. Als Schulbeispiel einer vom Nebentätigkeitsprivileg umfassten wirtschaftlichen Betätigung wird meist die Vereinsgaststätte eines Sportvereins genannt. Auch wenn es unterschiedliche Auffassungen darüber gibt, wie weit das Nebentätigkeitsprivileg im Einzelnen reicht, lässt sich auf Grundlage keiner der derzeit in der Rechtsprechung oder juristischen Literatur vertretenen Ansätze
    begründen, dass die mit dem Profifußball im Zusammenhang stehende wirtschaftliche Betätigung des FSV Mainz 05 e.V. noch vom Nebentätigkeitsprivileg umfasst sei. Betrachtet man die Umsätze, die der Verein im Bereich des Profifußballs tätigt (2015/16: über 104,8 Mio. Euro), ist es evident, dass dieser Tätigkeitsbereich dem ideellen Zweck des Vereins nicht untergeordnet ist. Als Vergleichsmaßstab sei an dieser Stelle nur auf die Mitgliedsbeiträge hingewiesen, die mutmaßlich deutlich unterhalb der Grenze von 1 Million € liegen dürften und ohnehin nur insoweit dem ideellen Bereich zuzuordnen sind, als es sich um aktive Mitglieder handelt.”

  6. Der Herr kommt wieder genau zu der Kaffeesatzleserei zurück, derer er sich doch entsagt.

    Du zitierst die Satzung, interpretierst Sie für dich, und entnimmst dem Zwecke also die Jugendförderung. Dabei steht in selbigem Zitat: “der leistungsorientiert ausgeübt wird.” Der leistungsorientierte Gedanke ist doch genau das Problem. Leistungsorientiert bedeutet bei der Ausübung eben, dass ich entsprechend der Leistungsklasse eben “Aufwendungen habe”. Das hat Barleben genauso, wie eben wir in der 3. oder eben Bayern in der 1. Dies haben
    Olympiakader genauso wie “Profisportler” der Randsportarten. Wann also ist der ideelle Zweck denn dem gemeinnützigen überlegen? Wenn ein Rennrodler 5.000 pro Monat verdient und alle anderen Vereinsmitglieder das eben finanzieren? Oder doch schon, wenn ein Dorfverein seinem Fußballer 200 Euro monatliche Prämie zahlt? Und genau da ist doch das Problem jeglicher Rechtssprecher oder derer, die sich dafür halten. Kommt es zu einem Entzug der Gemeinnützigkeit bei einem Fußballverein, ist die Büchse der Pandorra geöffnet und Tür und Tor allen “leistungsorientierten Sportlern und Vereinen” gegenüber geöffnet. Sportpolitisch wäre das das Ende des Leistungssports, denn ohne die Gemeinnützigkeit, könnte kein Verein sportliche Kader entdecken und ausbilden. (Da fiele mir sogar die Ausbildungsentschädigung ein, wie würde es sich denn mit der Verhalten, wenn Sportvereine für ihren eigentlich idellen Zweck im Nachgang ne Prämie bekommen?)

    Das die Finanzämter Ihre Vorgaben von Politik und Gesetz bekommen, ist im Übrigen so. Die gesetzgebende Gewalt (Politik) gibt den Finanzämtern nun mal die Berechtigungen zu walten und neben den Berechtigungen eben auch die Grenzen. es ist also kein Glück, sondern der Lauf der Dinge. Wenn aber schon seit 10 Jahren die Gewissheit besteht und trotzdem niemand agiert, wird das vermutlich seinen Grund haben. Es hat zudem auch einen Grund, weshalb es Gerichte gibt, denn Rechtsauffassungen haben eben immer auch 2 Seiten. Deshalb gibt es einen Kläger und einen Verteidiger, es ist also nicht selbstsprechend, weil Professor X eine Annahme artikuliert, dass auch Professor Y selbiger Meinung ist, was in verlinktem Beitrag ja offensichtlich wird. Denn da widerspricht der eine eben dem anderen. Und es bedeutet eben nicht, weil Prof X das sagt, dass das Gültigkeit hat. Da können wir gerne wieder einen Ausflug in andere Gebiete machen, wo Professor Z eine Annahme artikuliert und Politik eben genau das Gegenteil umsetzt.

    Kommen wir doch mal zum Beispiel München zurück. Wieso gibt es eine Rechtssprechung eines Gerichtes, welches es erlaubt, dass ein Verein irgendwas ausgründet, die Mehrheiten hält und damit Millionen Gewinne scheffelt? Was ist der Unterschied, ob er es in seiner Ursprungsform tut, oder eben in Form einer Rechtsumwandlung? Ein Verein kann genauso wirtschaftlich tätig sein, muss diese Tätigkeit aber regulär versteuern (siehe Vereinskneipe) und ob er das nun in dieser Rechtsform tut, oder eben da irgendwas ausgründet und darüber tut (und das ja offensichtlich legal ist), ist dann nur noch eine Frage der rechtlichen Form. Finanzämter prüfen das Übrigens ganz genau und da biste wirklich schneller deine Gemeinnützigkeit los, als du gucken kannst. Wenn also der ADAC Versicherungen verkauft, ne Zeitung erstellt, die Werbezwecke hat und dies aber eben nicht versteuert, weil er dem FA dies als satzungsmäße Leistung gegenüber seinen Mitgliedern verkauft, dann ist da eben genau die Verfehlung. Ich bekomme als FCM Mitglied aber keine verdeckten Leistungen vom Verein die dieser nicht sachgemäß versteuert.

    Nun zum Mitgliederboom den du ja anbringst. Dieser hält doch nur an, weil damit Privilegien wie Kartenkäufe etc. zusammenhängen. Also erzähle nichts von Seele, die wird genau da nämlich verkauft. Hat mit unserem Verein bisher nichts zu tun, wobei wir am Sonntag ja sehen, wie vielen es um den Verein geht und wie vielen nur um die Annehmlichkeiten.

    Aber ich verlinke auch gerne mal einen Beitrag: http://www.faszination-fankurve.de/index.php?head=Welche-Bundesligisten-kommen-ohne-Ausgliederung-klar&folder=sites&site=news_detail&news_id=14726 – Die Überschrift trägt es im Namen, wer kommt noch klar und wer nicht, wer hat Angst vor der Rechtsformverfehlung steht da aber nicht. Es zeigt, wohin es geht, wer ausgliedert und neben der Brust als Sponsor eben noch ein paar attraktive Happen zu verkaufen haben will, kommt nicht um eine Rechtsformveränderung die auch die Möglichkeit des Verkaufes von Anteilen mit sich bringt, umhin. Eine Ausgliederung ist eben doch nur ein Schachzug um das Geldsäckl mehr zu füllen, als es im Falle eines Vereins eben geht. Wer ausgliedert hat eins im Sinne, wettbewerbsfähig zu sein und nur das. Und da kommen wir zu einem auch dort stehenden Detail: “Ob die Ausgliederung des Spielbetriebs in eine Kapitalgesellschaft dabei die Gefahr zur Aberkennung des Vereinsstatus erhöht und verringert ist weiterhin umstritten.” – denn und da besteht aus meiner Sicht viel mehr die Gefahr, gliederst du aus, zeigst du den entsprechenden Ämtern erst recht, dass du lediglich Gewinnabsichten als Verein verfolgst. Und auch hier wieder ein nettes Detail: “In Stuttgart und Nürnberg denken die Vereinsverantwortlichen laut über eine Ausgliederung des Spielbetriebs in eine Kapitalgesellschaft samt Investoreneinstieg nach. Die Begründungen reichen dabei von einer notwendigen Professionalisierung bis hin zu vermeintlich größeren wirtschaftlichen Möglichkeiten. Besonders in Nürnberg wird die Möglichkeit, neues Kapital beispielsweise durch den Verkauf von Anteilen an der ausgegliederten Spielbetriebsgesellschaft zu generieren, als wesentlicher Vorteil genannt.”

    Wenn also von den Bundesligisten 17 noch Vereine sind, sind 19 ausgegliedert. Von diesen 19 haben laut folgendem Artikel ( http://www.faszination-fankurve.de/index.php?head=Welcher-Bundesligist-hat-Anteile-an-Investoren-verkauft&folder=sites&site=news_detail&news_id=14910 ) 13 Anteile verkauft, das macht einen Prozentsatz von 68%. Dabei machen die derzeit ersten 6 der 1. Bundesliga genau solche Mischgesellschaften aus. Das es mit der von uns angestrebten Liga 2 aber völlig irrelevant ist, ob man ausgliedert oder nicht, dies beweisen die dortigen Tabellenplätze. Dort ist von den ersten 8 nur ein Verein dabei, der ausgegliedert hat. Sagen wir es mal anders, Ausgliederung scheint keine Frage der rechtlichen Gegebenheiten zu sein, sondern lediglich das Mittel “der da ganz oben” mit kleinen aber feinen Schachzügen Ihre Vormachtstellung zu wahren. Das taten Sie indem Sie ausgliederten und Anteile (ob bayern an Sponsoren oder BVB eben an Aktionäre ist dabei völlig irrelevant) verkauften.

    Aber ich sehe es schon kommen, ab 01.01.2018 sind die Bundesligen um 17 Vereine geschrumpft, weil das FA Sandhausen beschlossen hat, die Vereine auszutragen.

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