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Pausenfüller

Auch wenn sich die 3. Liga momentan in der Länderspielpause befindet und also am Wochenende keine Punktspiele anstehen, ist einiges los beim 1. FC Magdeburg. Am 12.10.2015 haben sich die Größten der Welt um 18.30 Uhr mit Borussia Dortmund zum freundschaftlichen Vergleich im heimischen Heinz-Krügel-Stadion verabredet; inwiefern die Dortmunder um den gebürtigen Magdeburger Marcel Schmelzer dann tatsächlich mit voller Kapelle antreten, bleibt angesichts etlicher Länderspielabstellungen am Wochenende allerdings abzuwarten. Eine schöne Geschichte ist es natürlich trotzdem, dass der Europa-League-Teilnehmer und einstige Champions-League-Sieger mal wieder seine Visitenkarte an der Elbe abgibt (und zwar schon zum insgesamt 3. Mal seit 2007). Bereits über 16.000 verkaufte Tickets versprechen ein volles Stadion und einen unterhaltsamen Fußballabend. 

Zwei Tage vor diesem Spektakel muss der 1. FC Magdeburg in der 2. Runde des Landespokals im Stadtderby gegen den MSV Börde antreten. So viele Zuschauer, wie wohl gegen die Dortmunder Borussia ins Stadion pilgern werden, sind bei dieser Pflichtaufgabe mit Sicherheit nicht zu erwarten, zumal die Partie im GutsMuths-Stadion stattfindet, das ohnehin nur 2.000 Zuschauern Platz bietet. Für die Jungs von Börde ist die Begegnung vermutlich das Spiel des Jahres und auch wenn beide Mannschaften einige Ligen trennen, täten die Größten der Welt gut daran, dieses Zweitrundenmatch nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Die Möglichkeit, dass im unwahrscheinlichen Fall des sensationellen Scheiterns die eigene U23 die Pokal-Saison für den Verein erfolgreich fortsetzt, besteht in dieser Landespokalsaison nämlich nicht. In den Jahren 2000 und 2007 war das noch anders – in beiden Spielzeiten holte nämlich tatsachlich der 1. FC Magdeburg II den Sachsen-Anhalt-Pokal an die Elbe:

Im Jahr 2000 hieß der Finalgegner für unsere „Zwote“ VfL Halle 96. Im Dessauer Paul-Greifzu-Stadion setzten sich unsere Jungs vor gerade einmal 700 Zuschauern mit 3-2 durch, wobei Andreas Golombek erst in der geschichtsträchtigen 74. Minute der viel umjubelte Treffer zum 3-2 gelang. Bereits im ersten Durchgang fielen auf beiden Seiten zwei Treffer, Nico Dürstel trug sich für uns gleich zweimal in die Torschützenliste ein. Der Lohn für den Pokalerfolg folgte dann doppelt und dreifach in der nächsten Spielzeit – das war nämlich die, in der nacheinander der 1. FC Köln, der FC Bayern München und der Karlsruher SC dran glauben mussten und wir uns (allerdings natürlich wieder mit der ersten Mannschaft) bis ins DFB-Pokal-Viertelfinale durchtanken konnten.

Richtig kurios war die Situation in der Spielzeit 2006/2007. Die Regionalligamannschaft musste im Achtelfinale des Landespokals bei Verbandsligist Grün-Weiß Wolfen antreten – und verlor dort nach einem pomadigen Auftritt prompt und völlig überraschend mit 0-1. Zeitgleich hatte das Landesliga-Team der Blau-Weißen den Erzrivalen von der Saale im Heinrich-Germer-Stadion zu Gast. In einem dramatischen Spiel, das erst im Elfmeterschießen seinen Sieger fand, gewann die Club-Reserve mit 3-2 und hatte somit ebenfalls völlig überraschend den Oberliga-Spitzenreiter aus dem Landespokal gekegelt. Matchwinner war Christian Beer, zur damaligen Zeit eigentlich Stammkeeper der ersten Mannschaft, der die Elfmeter von Döring, Georg und Sokolowski hielt. Obwohl sich also die erste Mannschaft bis auf die Knochen blamiert hatte, war der Club noch im Wettbewerb vertreten und mussten nunmehr die Jungs der Reserve die Kohlen aus dem Feuer holen. Und das taten sie auch, allerdings mit tatkräftiger Unterstützung aus dem Regionalliga-Kader. So standen sieben Spieler im Viertelfinale gegen Dessau auf dem Feld, die normalerweise in der dritten Liga am Ball waren. Martin Zander gelang in der 83. Minute vor 435 Zuschauern das Tor des Tages, das gleichzeitig auch den Einzug ins Halbfinale bedeuten sollte.

Hier wartete nun mit Germania Halberstadt der nächste Oberligist und erneut ging es in ein Elfmeterschießen, bei dem Blau-Weiß am Ende mit 7-6 die Oberhand behielt. Erneut kamen auch hier etliche Spieler aus dem Regionalliga-Kader zum Einsatz. Da Grün-Weiß Wolfen im zweiten Halbfinale gegen Preussen Magdeburg den Kürzeren zog, stand nun außerdem ein reines Magdeburger Finale auf dem Programm. Und diesmal mussten die Guten unter den 2.529 Zuschauern nicht so lange zittern: Klar und deutlich hieß es am Ende 3-0 für den Ersten FC Magdeburg, der damit einmal mehr (nicht ganz ernst gemeint) bewiesen hat, dass in Sachsen-Anhalt sogar unsere zweite Mannschaft zu stark ist für die Landespokal-Konkurrenz.

(mit Auszügen aus “111 Gründe, den 1. FC Magdeburg zu lieben”).

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