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Kauft! Dieses! Heft!

14. Februar 2013 at 20:54

Werbung ist ja eigentlich nicht so meins. In diesem nun folgenden speziellen Fall allerdings kann ich sie gut vertreten, denn: eine Sache, die man gut findet und hinter der man steht kann man ja ruhigen Gewissens auch weiterempfehlen, oder?

Morgen nämlich erscheint die erste Ausgabe des neuen Fußballmagazins OstDerby, die mit einer sehr vielversprechenden, großen Bandbreite an Beiträgen an den Start geht und in der natürlich – es geht ja schließlich um den Fußball in den neuen Bundesländern – auch der Erste Fußballclub Magdeburg nicht fehlen darf und entsprechend vertreten ist. Bevor ich jedoch hier noch viele Worte verliere, möchte ich zur ersten Ausgabe gern die Herausgeber zu Wort kommen lassen, die das erste Heft in einer entsprechenden Pressemitteilung folgendermaßen ankündigen:

Kontroverse um neues Fußballmagazin (Ausgabe 1 erscheint diesen Freitag – 15. 2.)

Erfurt – Schon im Vorfeld der ersten Ausgabe von “OstDerby” gibt es teils heftige Debatten in den Fanforen im Internet. “OstDerby”, deren erste Ausgabe als eMagazin diesen Freitag (15. Februar) herauskommt, legt seinen Fokus hauptsächlich auf ostdeutsche Klubs. Anlass der Kontroverse ist die Berichterstattung über RB Leipzig durch den Rotebrauseblogger, der für den Sport-Blogger-Award des Jahres 2012 nominiert war. Einige Fans beanstanden, dass RB Leipzig ein künstlich hochgezüchter Verein sei und auschließlich von Red-Bull-Gründer Dietrich Matteschitz lebe. “OstDerby”-Mitherausgeber Michael Kummer wurde daraufhin als der “Gesandte von Matteschitz” beschimpft.

Unabhängig von dieser Auseinandersetzung will “OstDerby” journalistisch ausgewogen von Geschichten rund um den Fußballosten berichten, die es wert sind, erzählt zu werden. So wird im Titelthema der ersten Ausgabe der vergessene Triumph der DDR-Nationalmannschaft bei den Olympischen Spielen von Montreal 1976 noch einmal von Fedor Freytag gewürdigt. Derselbe Autor und Mitherausgeber führte ein ausführliches Exklusiv-Interview mit Christian Preußer, dem Leiter des Nachwuchsleistungszentrums des FC Rot-Weiß Erfurt. Daneben berichtet unser Autor Eric Spannaus über seine Erfahrungen als Anhänger von Dynamo Dresden beim Auswärtsspiel in Cottbus, das er allerdings im Block der Heimmannschaft verbrachte. Neben diesen Reportagen wird es feste Rubriken wie “Mein erstes Mal” (beim Fußball), das “Fan-Poesie-Album” oder das “NahOstDerby”  geben.

Das eMagazin “OstDerby” erscheint vierteljahrlich und versteht sich als “11 Freunde des Ostens”. Unsere Autoren sind vor allem eins – Liebhaber des ostdeutschen Fußballs, die für solche schreiben. Debatten über Artikel werden nicht ausbleiben und sind, ganz im Gegenteil, auch gewünscht. So wie es zu jedem guten Fußballspiel einen Nachklapp gibt und enge Freunde sich in Rage reden, will auch “OstDerby” ein Treffpunkt sein, in denen Fans etwas über ihren Lieblingsklub nachlesen und sich darüber austauschen können. Wegen der vierteljährlichen Erscheinungsweise von “OstDerby” wird es keine tagesaktuelle Berichterstattung geben, was von Beginn an Teil des Konzepts ist. So sollen Geschichten Eingang finden, die im Tagesgeschäft vieler Printmedien meist unberücksichtigt bleiben. Der Begriff “Fussballosten” ist weitläufig zu verstehen. Der Großteil der Artikel wird sich auf ostdeutsche Fußballklubs beziehen, aber auch Berichte über den Fußball in Osteuropa oder in Nahost (wie in Ausgabe 1) wird es geben.

Bei Interesse an einer Berichterstattung sind auch Interviews mit den Herausgebern, u. a. Michael Kummer, möglich.

Pressekontakt:

Reinhard Hucke

Tel: 01772768160

Email: pressesprecher@ostderby.de

www.ostderby.de

www.facebook.com/fussballosten

Wie war das gleich? “In den Farben getrennt, in der Sache vereint”. Oder so. Deswegen (und weil möglicherweise auch ich einen kleinen Teil zur ersten Ausgabe beitragen konnte 😉 ) rufe ich Euch zu:

Kauft! Dieses! Heft! Also dieses hier:

OstDerby Ausgabe 1 - TitelblattUnd wer nicht bis morgen warten möchte, bis er die 3 Euro endlich investieren darf, der möge hier schon mal im Inhaltsverzeichnis schmökern ;-):

OstDerby Ausgabe 1 - Inhaltsverzeichnis

Rückrundenauftakt! Ein kleiner Februarausblick

3. Februar 2013 at 13:27

Die Winterpause befindet sich auf der Zielgeraden, und das ist auch gut so: nicht nur, weil dann demnächst hier im Blog wieder regerer Beitragsbetrieb herrscht, sondern natürlich auch und vor allem, weil es den Ersten FC Magdeburg in absehbarer Zeit wieder live im Punktspielbetrieb zu erleben gibt. Und da die diesbezügliche Vorfreude meinerseits groß ist, wage ich heute mal einen kleinen Ausblick auf die drei anstehenden Spiele im Monat Februar und prognostiziere gleich zu Beginn ganz kühn, dass wir am Ende des Monats mindestens sechs weitere Punkte auf der Habenseite verbucht haben werden ;-).

Der Form halber aber zunächst ein kurzer Blick zurück: die Winterpause bescherte uns nicht nur einen weiteren Neuzugang in Person von Telmo Teixeira-Rebelo, sondern auch einige erfolgreiche Hallenturniere und ein Wintertrainingslager in südlichen Gefilden. An dieser Stelle ein Riesendank an das Team von Sportfotos MD für eine tolle Vor-Ort-Berichterstattung aus der Türkei! Natürlich durften auch die obligatorischen Freilufttests nicht fehlen, wobei die Begegnungen im Trainingslager gegen unsere sächsischen Freunde aus Dresden und gegen die internationalen Vertreter Timisoara und Pavlodar für das Trainerteam sicherlich die aufschlussreichsten gewesen sein durfen. Davor wurde im kalten Deutschland noch gegen Goslar, Kassel und Sangerhausen getestet, wobei hier wohl vor allem Erkenntnisse über den konditionellen Zustand der Truppe zu gewinnen waren, ließ das Geläuf (besonders gegen Kassel) doch nur in sehr begrenztem Umfang planvolle spielerische Elemente zu.

Sei es drum. Was der ganze Aufwand letztlich wert war, muss sich nun also im Punktspielbetrieb zeigen, und hier bietet der Monat Februar durchaus einen fast schon repräsentativen Querschnitt durch die Liga. Den Auftakt macht, sofern das Wetter mitspielt, die Auswärtspartie beim VfB Auerbach (Tabellenplatz 8, 13 Spiele, 16 Punkte, 19:17 Tore). Auerbach führt gewissermaßen, tabellenplatz- und punktetechnisch, den zweiten Teil der Tabelle an und ist gleich zu Beginn, noch dazu als Gastgeber, der denkbar unbequeme Gegner. Angeführt vom Ex-Magdeburger Peter Otte kommt das Team aus dem Vogtland eher über den Kampf als über spielerische Klasse, und in der Vergangenheit taten sich unsere Ballvirtuosen mit einer derartigen Spielweise doch recht schwer. Im Hinspiel gab es einen 1-0-Erfolg, den dank der “Aktion 10.000” von unserem Block U insgesamt immerhin 7.899 Zuschauer live verfolgt haben. Ganz so viele werden es am 10.02. in Auerbach aber sicherlich nicht. Wohnen da überhaupt so viele Menschen ;-)? Aus dem Hinspiel bleiben die Erinnerungen an einen lächerlich schwach geschossenen Elfmeter von Christopher Reinhard, gute spielerische Akzente unsererseits und aber auch eine starke Anfangsphase der Auerbacher, in der unsere Hintermannschaft alles andere als souverän aussah. Mit Felix Schiller und dem glücklicherweise wieder genesenen Kevin Nennhuber haben wir hier aber Qualität dazugewonnen und ich glaube, dass sich die Mannschaft nicht noch einmal derart von Auerbach überraschen lässt. Mein Tipp für dieses Spiel: die tapferen Vogtländer kassieren gegen die Größten der Welt ihre zweite Heimniederlage und wir gehen mit einem knappen Auswärtssieg in die erste Heimbegegnung 2013.

Gegner am 17.02. wird der FC Carl Zeiss Jena sein (Tabellenplatz 2, 15 Spiele, 30 Punkte, 21:9 Tore), was für mich übrigens Anlass für ein erstes “Derbykompliment der Woche” im neuen Magazin OstDerby war, welches am 15.02. erstmalig erscheinen wird. Die Thüringer sind sicherlich auf dem Papier der anspruchsvollste und gleichzeitig auch der attraktivste Gegner im Monat Februar. Da ist es fast schon ein bisschen schade, dass das Spiel nicht zu einer wärmeren Jahreszeit stattfindet – die Witterung wird sicherlich etliches an Zuschauern kosten. Eine Prognose für dieses Spiel abzugeben fällt mir, ehrlich gesagt, recht schwer – ganz ähnlich wie seinerzeit gegen die Rasenballer aus Leipzig ist hier von glorreichem Sieg bis schallender Ohrfeige alles drin. Die Jenaer Auswärtsbilanz von drei Siegen in sieben Spielen ist sicherlich ordentlich, allerdings lassen 5 geschossene Auswärtstore die Knie jetzt auch nicht so übermäßig schlottern. Letztendlich wird das sicherlich so ein ganz typisches Tagesform-Spiel, weil ich schon glaube, dass Blau-Weiß im Großen und Ganzen spielerisch mit Jena mithalten kann – und weil uns vor allem mitspielende Mannschaften deutlich mehr liegen dürften als Betonkünstler ländlicherer Prägung. Man darf daher gespannt sein – das Hinspiel jedenfalls blieb, auch wenn ein Torerfolg ausblieb, in guter Erinnerung. Bleibt zu hoffen, dass der Jenaer Anhang in großer Zahl den Weg nach Sachsen-Anhalt antritt – schließlich sollte man sich eine kostenlose Unterweisung in Sachen Mannschaftssupport bei Heimspielen aus Thüringer Sicht nicht entgehen lassen :-P.

Den Abschluss des Monats Februar bildet die Auswärtspartie beim ZFC Meuselwitz (Tabellenplatz 4, 14 Spiele, 23 Punkte, 13:17 Tore) – mein, ja, ich muss es zugeben, absolutes Lieblingsauswärtsspiel. Ich finde, mindestens einmal im Leben muss man seine Mannschaft auf Auswärtsfahrt Richtung *Trommelwirbel* bluechip-Arena (!!!) begleitet haben: Das weite Feld hinter dem Gästeparkplatz. Das Wäldchen nebst rindenmulchbestreutem Trampelpfad gen Gästeeingang. Der Ticketverkaufscontainer. Der Ordner mit Megastandarte am Einlass. Die, ähm, engagierte Haupttribüne (der rotebrauseblogger würde, glaube ich, von “Sitzplatzultras” sprechen). Und nicht zuletzt: das ‘Wurstmonster’ in Form eines kettenbratwurstessenden jungen Mannes im Krokodilskostüm. Was wohlgemerkt, warum auch immer, das Vereinsmaskottchen sein soll. Aber hey. Ja, doch, Meuselwitz ist definitiv immer eine Reise wert und bekommt zu jeder Saison gleich immer ein dickes, rotes Kreuz im Terminkalender. Der Erste FC Magdeburg hat sich dort bisher allerdings eher nicht so mit Ruhm bekleckert und ein Blick auf die Heimtabelle der Meuselwitzer verrät, dass das wohl allen anderen Mannschaften in der Liga in dieser Saison dort genau so ging: bisher keine Heimniederlage und 10:3 Tore auf eigenem Platz sind doch recht ordentlich. Von daher wird auch unser Auftritt dort Ende Februar gegen eine Truppe, die sich im Saisonverlauf recht gut stabilisiert hat und zuhause eben immer ganz gut aussieht, sicher ein hartes Stück Arbeit. Ich denke aber, und da sind wir wieder bei der eingangs erwähnten Kühnheit, dass wir uns zum Monatsabschluss ruhig die drei Punkte gönnen können, zumal das Hinspiel im heimischen HKS dem Vernehmen nach eine deutliche Angelegenheit gewesen ist, die mit einem 3-0-Heimsieg endete. Und da wir ja alle wissen, dass jede Serie irgendwann mal reißen muss, darf das in Sachen Heimnimbus der Meuselwitzer am 24.02. gern gegen uns der Fall sein.

Mit dieser zugegeben recht ambitionierten Rechnung sollten also, wie gesagt, Ende Februar mindestens sechs weitere Punkte auf der Habenseite des Ersten Fußballclubs Magdeburg stehen. Und sollte es gegen Meuselwitz doch nicht den zweiten Rückrundenauswärtssieg in Folge geben, hab ich ja immer noch die Jena-Begegnung als Joker-Spiel ;-). In diesem Sinne: der Februar verspricht, spannend zu werden. Hoffen wir nur, dass uns Frau Holle und Konsorten keinen Strich durch die Rechnung machen.

Und da sind sie wieder: Trainingsauftakt zur Rückrunde 2012/2013

6. Januar 2013 at 19:39

Längere Zeit war es nun schon recht ruhig hier im Blog, was zum Einen an der Absage des letzten Hinrundenspiels beim FSV Zwickau, zum anderen an der leidigen Winterpause als solcher und natürlich auch an den Weihnachts- und Silvesterfestivitäten lag. Die Fußballzwangspause diente derweil nicht nur der Bewältigung eines Wohnungswechsels des hier Bloggenden, sondern tatsächlich auch dem Abstand gewinnen zu einem doch recht ereignisreichen Fussballjahr 2012 aus blau-weißer Sicht. Stand am Ende der vergangenen Saison ein souveräner letzter Tabellenplatz, konnte sich die erste Männermannschaft unter neuer Führung in der just abgelaufenen Hinrunde viele Sympathien zurückerkämpfen und tatsächlich auch -erspielen und belegt vor dem Rückrundenstart mit besagtem noch ausstehenden Zwickau-Spiel einen respektablen 5. Rang. Morgen nun bittet Trainer Petersen seine Mannen zum Trainingsauftakt und zur Rückrundenvorbereitung – ein willkommener Anlass, auch hier mal wieder den einen oder anderen Gedanken festzuhalten und sich solchen Fragen zu widmen wie: Was gibt es aus der Winterpause an spannenden Neuigkeiten zu berichten? Wie schlugen sich retrospektiv die einzelnen Mannschaftsteile in der Hinrunde der Regionalligasaison 12/13? Was steht für die Rückrunde und für das Fussballjahr 2013 insgesamt auf dem Wunschzettel?

Gleich die erste Frage lässt sich sicherlich am schnellsten beantworten. Das einzige wirklich erwähnenswerte Ereignis der Winterpause kann eigentlich nur die – rückblickend nicht mehr wirklich überraschende – Verpflichtung von Christian Beck sein. Er verstärkt seit Jahresbeginn offiziell den Sturm unserer ersten Mannschaft und zeigte bereits beim Hallenturnier in der anderen Stadt im Süden eine ansprechende Leistung. Hängt er sich in der Vorbereitung rein und bleibt er gesund (mein erster FCM-bezogener Wunsch für 2013), wird man ihn sicherlich beim Punktspielauftakt in Auerbach in der ersten Elf sehen.
Tja, und ansonsten war es medial zwischen den Jahren mal angenehm ruhig rund um den ehemaligen Europapokalsieger der Pokalsieger. Lediglich die BLIND wusste jeden Tag etwas mehr oder weniger Spektakuläres zu berichten – die, naja, ‘seriöse’ Alternative ‘Volksstimme’ hielt sich aber zurück und folgte wohl der Maxime, nichts zu berichten, wo es auch nichts zu berichten gibt. Ich hab das für mich einfach mal als gutes Zeichen zum Jahresausklang gewertet, war doch das Theater um den Verein mit der ASAP-Farce, dem Treiben von Gurken-Ulli und dem spektakulären Scheitern im Punktspielbetrieb 11/12 groß genug. So also seit längerem mal wieder besinnliche Weihnachten und, wie oben schon beschrieben, auch die Möglichkeit zum Abschalten und zur Ruhe kommen.

Die zweite Frage nach den einzelnen Mannschaftsteilen bedarf einer etwas differenzierten Antwort, obwohl für die ganze Mannschaft definitiv festzuhalten gilt, dass sie im Großen und Ganzen wieder Spaß macht und man doch, trotz des einen oder anderen Rückschlages, auch endlich die viel beschworene Weiterentwicklung ausmachen kann.

Im Tor bestehen sicherlich die wenigsten Sorgen, hat doch Matthias Tischer wieder eine äußerst solide Hinrunde gespielt und sich als absolut unumstrittene Nummer 1 behauptet. Ein überdurchschnittlich guter Viertligatorwart, mit dem uns meiner Meinung nach auch in einer eventuell mal zu erreichenden dritten Liga nicht bange sein müsste. Danilo Dersewski als zweiter Torhüter hat aus meiner Sicht unter normalen Umständen eigentlich keine Chance, an Tischi vorbeizukommen, bildet aber, sollte mal etwas Unvorhergesehenes (Verletzung, Sperre) dazwischen kommen, zumindest eine brauchbare Alternative. Stammspieler wird er auf lange Sicht bei den Größten der Welt aber sicher nicht.

Die Abwehr war vielleicht der illusterste Mannschaftsteil der Hinrunde, was weniger an den ziemlich liga-durchschnittlichen 16 Gegentoren, als mehr am Torriecher unserer Innenverteidiger lag. Tobias Friebertshäuser (4 Tore) und Felix Schiller (3) liegen intern an zweiter und dritter Stelle der Torschützenliste und haben mit ihren Buden tatsächlich Spiele entschieden, mit ihren Aussetzern (hier vor allem Friebe) aber auch für den einen oder anderen Punktverlust gesorgt. Größter Pechvogel in diesem Mannschaftsteil ist definitiv Kevin Nennhuber, der mit einer langwierigen Bandscheibenverletzung die gesamte Hinrunde verpasst hat. Als Reaktion auf seinen langfristigen Ausfall wurde besagter Felix Schiller nachverpflichtet und macht seine Sache seither insgesamt sehr ordentlich, was es für Nennhuber schwer machen dürfte, wieder in die Mannschaft zu rutschen. Zu vergessen ist auch nicht, dass neben ihm auf der Bank noch ein gewisser Peter “Hacke” Hackenberg sitzt, der zwar derzeit ebenfalls verletzt ist, aber sicherlich auch höhere Ansprüche hat, als 90 Minuten die Bank zu drücken.
Von einer längeren Verletzung blieb auch der ewige Stephan Neumann nicht verschont, was vielleicht für die gesamte Mannschaft das größte Problem darstellte. Als Neumann nämlich zu Saisonbeginn noch hinten links auflief und Christopher Reinhard dadurch ins linke Mittelfeld vorrückte, haben wir aus meiner Sicht den attraktivsten und erfolgreichsten Fussball der Saison gespielt. Bleibt also zu hoffen, dass “Pipi” in der Rückrunde wieder/noch mal angreift und unser Spiel so wieder variabler wird. Auf seiner Position hat sich dann zuletzt Nachwuchsmann Philipp Blume ganz gut gemacht, dem ja auch gute Anlagen nachgesagt werden – was er mitunter auch schon unter Beweis stellen konnte.
Bester Abwehrspieler der Hinrunde und positivste Überraschung (wenn man von einer solchen überhaupt sprechen kann) ist auf jeden Fall Nils Butzen auf rechts, den wir, da bin ich mir sicher, im Laufe seiner Karriere noch deutlich höherklassiger spielen sehen werden. Ob auf lange Sicht mit dem Ersten Fussballclub Magdeburg sei allerdings mal dahingestellt, obwohl der Vertrag ja just um einige Jahre verlängert wurde…

Fazit zur Abwehr: hier mache ich mir wenig Sorgen, sind doch nahezu alle Positionen auch von der Qualität her doppelt besetzt. Der sicherlich zukunftsfähigste Mannschaftsteil, der sich im weiteren Saisonverlauf eigentlich nur weiter stabilisieren und einspielen kann.

Das Mittelfeld stellt sich, wenn ich mir alle Spiele so ins Gedächtnis rufe, eher durchwachsen dar. Zu abhängig sind wir hier von Kapitän Marco Kurth und seiner Tagesform. Daneben spielte zuletzt Fabian Burdenski recht ordentlich, bezüglich seines Potentials bin ich mir allerdings nach wie vor äußerst unsicher. Äußerst starken Spielen wie gegen RB Leipzig stehen absolute Grottenauftritte entgegen, und so richtig überzeugt bin ich nicht, dass wir hier auf längere Sicht eine gute Alternative besitzen. Aber: es gibt ja noch 16 Spiele, in denen er mich eines Besseren belehren könnte.
Auf der linken Seite scheint Christopher Reinhard – aus meiner Sicht völlig berechtigt – gesetzt. Rechts spielte zuletzt immer wieder Allzweckwaffe Florian Beil, wobei hier mit Ali Moslehe eigentlich auch noch eine richtige Granate im Kader steht. Von ihm erwarte ich mir eigentlich in der zweiten Saisonhälfte noch deutlich mehr. Dass er ordentlich Potential hat und Dampf machen kann, hat er oft genug bewiesen. Schön wäre es nur, wenn er das jedes Spiel zeigen würde und könnte. Tja, und dann ist da ja auch noch Supertalent Fabio Viteritti. An guten Tagen genial, an schlechten zu verbissen und verkrampft. Vielleicht ist das auch alles eine Kopfsache bei ihm – wenn mir ständig große Bundesliganamen um die Ohren fliegen würden, würde ich vermutlich auch dauernd krampfhaft versuchen, alles richtig zu machen. Hier ist Andreas Petersen gefragt, seinen fussballerisch vielleicht am besten veranlagten Spieler gut zu führen und in der Rückrunde noch stärker zu machen.
Die größte Enttäuschung im Mittelfeld ist für mich insgesamt Benjamin Boltze. Keine Ahnung, was da los ist – kicken kann der Junge definitiv, aber eben auch sehr gut abtauchen oder, wie zuletzt, leistungsbedingt erst gar nicht auf dem Platz stehen. Mit 26 ist er auch nicht mehr so ganz jung, und wenn es irgendwann noch mal richtig nach vorne gehen soll, müsste Boltze langsam mal durchstarten. Die Perspektive ist ja da, schließlich ist Boltze aus dem aktuellen Kader meiner bescheidenen Meinung nach eigentlich der Spieler, der zumindest fussballerisch irgendwann mal die Nachfolge unseres derzeitigen Captains antreten kann. Bleibt zu hoffen, dass er (also Boltze, nicht Kurth) in der Rückrunde noch den Arsch hochkriegt und sich mit seinen zweifelsohne vorhandenen Fähigkeiten wieder in die Mannschaft spielt.

Fazit Mittelfeld: seit Jahren eine Dauerbaustelle mit einer permanenten Spielmacher-Vakanz. Auch perspektivisch gibt es hier noch ein bisschen was zu tun, in der Tiefe fehlt es dann nämlich doch an Klasse. Buschfunk, Spatzen und anderes Getier lassen hier im allgemeinen Grundrauschen aber verlauten, dass man das wohl erkannt hat und – viel wichtiger – hinter den Kulissen auch an einer Lösung, also an einer Neuverpflichtung, für die kommende Saison arbeitet. Ich bleibe gespannt, aber gewohnt skeptisch.

Tja, und der Mannschaftsteil “Sturm” kann eigentlich nur als laues Lüftchen bezeichnet werden. Insgesamt 19 Tore hat die Mannschaft erzielt, was in der Liga eher so medium gut ist. Erfolgreichster nomineller Stürmer im Kader ist derzeit Florian Beil mit fünf Treffern, von denen er allerdings drei per Elfmeter und alle im ersten Saisondrittel erzielte. Dawid Krieger macht zwar, wie an verschiedenen Stellen schon geschrieben, seinem Namen alle Ehre, trifft aber eben auch trotz klarster Chancen das Tor nicht. Dazu kommt eine gewisse Grundlangsamkeit, die er eigentlich durch gutes Stellungsspiel und zumindest eine weitere Waffe, Kopfballstärke zum Beispiel, wettmachen müsste – tut er aber nicht. Nach allem, was ich diese und letzte Saison gesehen habe, glaube ich mittlerweile, dass auch da leider die Klasse fehlt. In der Hinrunde standen als von der Bank kommende Alternativen noch Michel Harrer und Marius Sowislo zur Verfügung, die aber beide bei ihren Einsätzen eigentlich nie wirklich überzeugen konnten (wobei ich nach wie vor der Meinung bin, dass insbesondere Harrer eine gute Verstärkung sein kann). Hinzu kommt die leider sehr langwierige Schambeinverletzung von Maik Koschwitz, auf den ich mich diese Saison eigentlich extrem gefreut hab und für den ich inständig hoffe, dass er noch mal zurückkommen kann.

Fazit Sturm: Mit Christian Beck wurde mal wieder, glaubt man der einen oder anderen Aussage im Fanforum, ein vermeintlicher Heiland verpflichtet, der aber an sich bisher erst eine (also eine einzige) gute Saison in seiner Fussballervita stehen hat. Kann er die bei uns bestätigen, ist er definitiv eine Verstärkung. Hauptsache, er lässt sich vom Magdeburger Anspruchsdenken nicht verrückt machen…
Fakt ist auf jeden Fall, dass wir im Sturm auch perspektivisch den größten Handlungsbedarf haben. Ein zweiter Stürmer, der pro Saison konstant mindestens 10 Tore liefert, wäre hier sicher für die Zukunft wünschenswert. Der Koschwitz könnte so einer sein. Wenn er denn wieder auf die Beine kommt.

Insgesamt also noch viel Kader-Aufbau-Arbeit und viel Weiterentwicklungspotential, was aber angesichts des doch vorhandenen und einiges versprechenden Grundstocks positiv stimmt. Sicherlich ist es auch nicht von Nachteil, doch schon deutlich gegenüber Spitzenreiter RB Leipzig in Rückstand zu liegen und nach unten einen angenehmen Puffer zu haben, sodass die zweite Saisonhälfte tatsächlich zur sportlichen Konsolidierung und Entwicklung genutzt werden kann – womit wir auch schon bei der dritten Fragen nach den Wünschen für 2013 angekommen wären. Für das aktuelle Jahr wünsche ich mir:

  • dass tatsächlich frühzeitig auch rechnerisch der Klassenerhalt gesichert wird;
  • dass die Mannschaft weiterhin beherzt und engagiert auftritt und mit attraktivem und erfolgreichem Fussball zu überzeugen weiß;
  • dass der lächerliche Auftritt gegen die Lok aus Leipzig im Rückspiel souverän ausgemerzt wird;
  • dass wir eine Woche später mit mindestens 2.500 Mann das Zentralstadion rocken;
  • dass alle verletzten Spieler schnell wieder an Bord kommen und den Anschluss finden;
  • dass wir in der zweiten Saisonhälfte generell von Verletzungen verschont bleiben und
  • dass wir die Saison unter den besten 7 Mannschaften abschließen.

Mit der einen oder anderen sinnvollen Verstärkung sollte dann in der kommenden Saison auch ein Platz unter den ersten 3 im Bereich des Möglichen liegen. Bis dahin wird allerdings ziemlich sicher noch viel Wasser die Elbe runterfließen – jetzt gilt es erst mal, wieder ordentlich loszulegen und für die verbleibenden 16 Punktspiele und den Landespokal die Grundlagen zu legen. In diesem Sinne: Sport frei und einen erfolgreichen Auftakt ins Jahr 2013!

Von Halberstädter Würstchen und Magdeburger Baustellen

2. Dezember 2012 at 20:49

Das war es nun also, das definitiv letzte Heimspiel im Kalenderjahr 2012 und auch das letzte der Hinrunde in der Regionalliga-Saison 2012/2013. Zu Gast waren die Würstchen aus Halberstadt nebst doch beträchtlichem Anhang im Gästeblock des HKS. Irgendwie hatte ich vor dem Spiel so gar kein Gefühl, wie es denn wohl ausgehen könnte, was ich eigentlich als gutes Zeichen deutete, war doch meine Stimmung vor den Spielen gegen Lokomotive Leipzig und Cottbus II eher euphorisch, der Spielausgang hingegen eher ernüchternd. Ausrichtung daher: verhalten optimistisch, vor allem, weil auch noch die fast schon sensationelle erste Hälfte des Cottbus-Spiels irgendwie im Hinterkopf umherspukte. Da diesmal auch die Deutsche Bahn die ausgesprochene Freundlichkeit besaß, ohne große Umwege und Verzögerungen in der Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts einzurollen, war eigentlich alles angerichtet für einen zwar kalten, aber doch recht entspannten Fußballnachmittag gegen die Randharzer, die zwar vermutlich hoch motiviert sein würden (Stichworte: Spiel gegen den Ex-Trainer und die Causa Beck), fussballerisch aber eigentlich zu packen sein sollten.

Ja. Und dann war Anpfiff.

Ich weiß nicht so genau, ob es an der nicht vorhandenen akustischen Unterstützung zu Spielbeginn lag (Block U beteiligte sich an der bundesweiten Aktion “12:12 – Ohne Stimme keine Stimmung” nebst kluger Capo-Ansprache an die Kurve zu Spielbeginn), ob der Mannschaft einfach nur kalt war oder ob man womöglich dachte, nach dem phasenweisen Hurra-Fußball gegen Cottbus würde die Murmel schon alleine über die Torlinie rollen – zu sehen war recht grauenhafter Stocherfussball ohne erkennbaren Spielaufbau, ohne Ideen, mit wenig Druck und noch weniger Zug zum Tor, kurzum: ein richtig schlechtes Spiel unserer Elf. Was allerdings zu sehen war, als sowohl Heim-, als auch Gästeblock den Stimmungsboykott beendeten, war eine niedliche Choreo der Halberstädter Fans (“Ultras Halberstadt” und “Viva la Germania” :-P): es wurde eine große Blockfahne hochgezogen (was jetzt auch die Vermessungsaktion beim Cottbus-Spiel erklärt) und – au weia – drunter etwas Pyrotechnik gezündet. Wenn das mal nicht die Kürzung der täglichen Dosenwürstchen-Ration durch den NOFV zur Folge hat. Pöse, pöse Halberstädter und schlimme, gefährliche und gewalttätige Fankultur. Furchtbar sowas. Abschaffen! 250 Jahre Stadionverbot für die ganze Familie! Hier der Rest der Choreo:

Halberstadt-Pyro

Zurück zum Spiel: ein bisschen fühlte ich mich erinnert an den schlimmen Auftritt im Zentralstadion einige Wochen zuvor, weil auf unserer Seite einfach relativ wenig zusammenging. Die Halberstädter hingegen standen uns unheimlich engagiert auf den Füßen, haben geschickt die Räume eng gemacht und waren fast immer mit mehr als einem Mann auf dem ballführenden Spieler – ganz offensichtlich alles Dinge, die unserer jungen und in der Entwicklung befindlichen Mannschaft mal so gar nicht gefallen, was eben in Leipzig das erste Mal deutlich zu sehen war und sich gestern bestätigte. Der Mannschaft beizubringen, mit solchen Situationen besser umzugehen und sie spielerisch – und wenn es sein muss, eben auch mal kämpferisch – zu lösen, ist sicherlich eine der Baustellen, die sich im Laufe der Hinrunde für Andreas Petersen aufgetan haben.

Eine andere Aufgabe wird darin bestehen, neben Marco Kurth einen zweiten “Leitwolf” für die Zentrale zu finden, der in der Lage ist, unseren Kapitän zuverlässig zu ersetzen, falls er mal fehlt oder gesperrt ist (was gestern der Fall war). Bisher war ich eigentlich immer der Meinung, dass Benjamin Boltze so einer sein könnte, gestern hat er mich diesbezüglich aber tatsächlich bitter enttäuscht. Das erste mal so richtig wahrgenommen habe ich ihn erst irgendwann in der zweiten Halbzeit, als er einen öffnenden Pass auf den Flügel zum mittlerweile eingewechselten Ali Moslehe versuchte, diesen aber trotz verhältnismäßig viel Zeit viel zu lang schlägt und damit eine hoffnungsvolle Situation kläglich zunichte macht. Das war es dann aber auch schon mit Offensivakzenten. Ansonsten kam insbesondere von ihm, der laut Lokalpresse (und vermutlich auch laut System und Trainer) eigentlich den Kurth-Part übernehmen sollte, so gut wie gar nichts. Ärgerlich, weil er, dabei bleibe ich, fussballerisch sicher deutlich mehr drauf hat, es nur nicht abruft. Oder abrufen will. Besser machte das da schon der von mir gern gescholtene Fabian Burdenski, der aber mit der Spielmacher-/Spielaufbau-Rolle auch weitestgehend überfordert ist, aber zumindest mal Bälle gewinnt und eine Organisation des Spiels zumindest versucht.

Die erste Halbzeit war dementsprechend ereignisarm, weil auch Germania jetzt nicht unbedingt mit dem klaren, strukturierten und direkten Spiel bestach und unsere Abwehr eigentlich auch nicht wirklich auf die Probe stellte. Das muss sich auch unser Matthias Tischer gedacht haben, als er kurz nach Wiederanpfiff den Manuel Neuer geben und mit dem Ball am Fuß den nahenden Stürmer austanzen will. Ergebnis: eher so ein Notabschlag genau auf die Füße eines Halberstädter Spielers, ein schöner Schlenzer und quasi mit dem ersten ernstzunehmenden Torschuss auch gleich das 0-1 aus blau-weißer Sicht. Ein Ding, das sich unser normalerweise sehr ruhiger und sicherer Torhüter ganz geschmeidig selber reinlegt und das so unnötig war, wie ein Kropf.
Kurze Zeit später dann ein erneuter Halberstädter Angriff, Krontiris dribbelt an der Strafraumgrenze lang, unsere Abwehr guckt dem ehemaligen Bundesligaspieler ehrfurchtsvoll zu und der hat nichts besseres zu tun, als den Ball erneut ins Tor zu schlenzen. Verdeckter Schuss, aber auch hier sah (aus meiner Nordkurvenperspektive) Tischi nicht besonders gut aus. 0-2 nun also.

Was man der Mannschaft ja zugute halten muss, ist, dass jetzt ein regelrechtes Powerplay begann und man mit Macht auf den Anschlusstreffer drängte. Begünstigt wurde das durch einen sehr offensiven Dreierwechsel, der Dawid Krieger, Marius Sowislo und Ali Moslehe für Michél Harrer, Fabio Viteritti und Philipp Blume ins Spiel brachte. Chancen gab es nun im Minutentakt – allein, es fehlt der Spieler, der den Ball auch mal ins Tor zwingt. Dawid Krieger wird das nicht mehr, da lege ich mich jetzt einfach mal fest, und wenn selbst ein Ali Moslehe es nicht schafft, allein vor dem Torwart und mit aller Zeit der Welt die Kugel am Schlussmann vorbei- oder wenigstens auf das Tor zu schieben, dann muss man sich nicht wundern, wenn eben auch weiterhin die Null steht. Vorne, versteht sich. Zeitweise hatte ich, wie an anderer Stelle schon geschrieben, den Eindruck, ich sehe Slapstick. So kläglich kann man 1.000%ige Chancen eigentlich nicht vergeben. Und hier tut sich nun die schon länger bekannte Baustelle 3 auf: wir brauchen ganz, ganz dringend einen abgewichsten Stürmer, der in der Lage ist, die Pille schnörkel- und humorlos einfach mal in die Maschen zu donnern. Mit Torwart, wenn’s denn sein muss. Insofern darf man gespannt sein, ob trotz der durch die letzte Saison nicht gerade verbesserten Finanzlage noch mal im Offensivbereich investiert wird. Angesichts der Tatsache, dass Christian Beck aber immer noch mittrainiert und am Samstag auch auf der Tribüne saß, wird man die Spannung wohl nicht allzu lange aufrecht erhalten müssen.

Tja, was soll man sonst noch sagen? Die Tatsache, dass Block U erstmals in dieser Saison auch etwa 10 Minuten vor Spielende schon die Unterstützung einstellte und das gellende Pfeifkonzert, das die Mannschaft in die Heimspiel-Winterpause verabschiedet hat, sprechen sicher Bände. Dennoch sollte der geneigte Fan weiterhin dran denken, dass wir uns immer noch in einer Aufbausaison befinden und nie die Rede davon war, dass wir jetzt in jedem Spiel jeden Gegner gnadenlos an die Wand kombinieren.

Ich denke insgesamt, dass die Baustellen, die zu bearbeiten sind, nach dem Halberstadt-Spiel noch mal recht deutlich wurden und bin außerdem der Meinung, dass wir eine sportliche Führung haben, die diese Baustellen sicher auch erkannt hat und handeln wird. Im Moment haben wir eben ‘nur’ diesen einen Kader, der stark genug sein wird für den Klassenerhalt (Stichwort: Saisonziel!) und schon mehr als einmal eindrucksvoll angedeutet hat, was in ihm steckt und was möglich ist, wenn man einfach in Ruhe weiterarbeitet und auf dem Teppich bleibt. Trotzdem (oder gerade deswegen?) sollte man sich aber nächste Woche in Zwickau – so das Spiel denn stattfindet – auch mit einer anständigen Leistung in eine dann hoffentlich besinnliche Winterpause verabschieden.

“Wie man sich zum Holz macht” in 30 Minuten…

25. November 2012 at 17:57

…oder: warum wir dringend einen Knipser im Kader brauchen.

Irgendwann ist ja für alles irgendwie das erste Mal – und so trug es sich zu, dass ich tatsächlich am Freitag erstmals einen Heimspielbeginn am Liveticker verfolgen musste, obwohl ich mich quasi in der Nähe des HKS oder besser: auf dem Weg dorthin befand.  Schuld waren meine Freunde von der Deutschen Bahn, die es dank offenbar maroder Technik und daraus resultierender technischer Störung an der Strecke schafften, mich statt in 100 Minuten in etwa 3 Stunden in die sachsen-anhaltinische Landeshauptstadt anreisen zu lassen. Aber gut, so bekam ich wenigstens (trotz Stechschritts auf den letzten Metern) mal die Gelegenheit, die Erhabenheit eines flutlichtbeleuchteten Stadions nebst Block-U-Fangesängen von außen zu erleben. Und was soll ich sagen: trotz des Ärgers über die Verspätung und den dadurch verpassten Spielbeginn gab es schon so ein bisschen Gänsehaut ;-).

Endlich am Stadion angekommen, musste ich mir erst mal einen dummen Spruch vom Ordner am Einlass gefallen lassen, der mich süffisant grinsend darüber informierte, dass ich gerade ein Tor verpasst hätte – angesichts des deutlich vernehmbaren lauten Jubels ungefähr 30 Sekunden vorher wäre ich da allerdings auch alleine drauf gekommen. Also Spruch geschluckt, Dauerkarte gezeigt und ab Richtung Nordtribüne, vorbei an unzähligen weißen Luftballons, die offensichtlich den letzten Rest oder die Überbleibsel einer Choreographie bildeten, die Block U mal wieder sensationell inszenierte und die im Stadion selbst folgendermaßen ausgesehen hat:

Pyrotechnik, so eingesetzt, ist übrigens kein Verbrechen, lieber DFB! Und ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass sich am Freitag irgendjemand, der im Stadion war, durch die Bengalos und die Choreo in irgendeiner Weise bedroht oder gefährdet gefühlt hat. In diesem Sinne an dieser Stelle, auch wenn ich selbst die Aktion eben knapp verpasst habe, einen Riesendank an die (vom DFB gern so bezeichneten) “Schwerverbrecher”, die für dieses super geile Bild der Nordtribüne gesorgt haben <3!

Zurück zum Spiel: auf der Nord angekommen, herrschte Euphorie pur, und das lag neben der Einlaufchoreo und der 1-0-Führung am Spiel und Auftreten der Blau-Weißen. Powerfussball vom allerfeinsten und Chancen über Chancen im Minutentakt. Hätte ich es nicht besser gewusst, hätte ich geglaubt, wir spielen ein Trainingsspiel unter Flutlicht. Von Cottbus war gar nichts zu sehen, die Gegenwehr der Gäste stellte sogar noch das nahezu völlige spielerische und kämpferische Unvermögen eines gewissen Torgelower SV Greif in den Schatten. Nachdem dann folgerichtig auch das 2-0 fiel (Friebe, wer sonst) war eigentlich allen im Stadion klar: hier kann es heute im Prinzip nur darum gehen, ordentlich was für die Tordifferenz zu tun. Nach Wiederanpfiff das gleiche Bild, was mich dann noch zu dem meinerseits dummen Spruch veranlasste, man könne doch eigentlich in unserer Verteidigungshälfte noch 2 Tore aufbauen und auf Kleinfeld spielen lassen, während die erste Mannschaft vorne den Ball um den Cottbuser Strafraum zirkulieren lässt. Hätte ich mal nur meine Klappe gehalten.

So ab der 55. Minute verflachte unser Spiel dann allmählich, und an der einen oder anderen Aktion war vielleicht auch abzulesen, dass man nun teilweise (Viteritti z.B.) doch ein wenig überheblich wurde. Die letzte Konsequenz fehlte, die Pässe wurden ein wenig schlampiger, und hier und da schlich sich der eine oder andere “Hacke-Spitze-1,2,3”-Versuch ein. Dazu wurden die Cottbuser jetzt wach, beziehungsweise wechselten vom Tief- in den leichten Schlaf. Nächster dummer Spruch meinerseits: “Wir müssten jetzt mal das 3-0 machen, so ein 2-0 ist immer irgendwie ein gefährlicher Spielstand.” Eine väterliche Weisheit, die ich bis dato nie richtig verstanden habe. Jetzt verstehe ich sie besser.

Es kam natürlich, wie es kommen musste: plötzlich steht es 2-1. Gut, nicht so wild, mein Tipp war ja ein 4-1, also alles noch im Plan. Außerdem war es ja nicht so, dass wir nicht weiter satte Chancen zu verzeichnen gehabt hätten. Oder plötzlich wirklich schlecht spielen würden. Nur wollte die Pille eben vorne nicht über die Linie. Andreas Petersen wechselte dann und brachte unter anderem Dawid Krieger, der Michel Harrer ersetzte, den ich allerdings am Freitag hätte durchspielen lassen. Die Lokalpresse sollte Harrers Auftritt später als “unglücklich” bezeichnen, ich fand aber, dass er ein gutes Spiel gezeigt hat und die Dinge gut erledigte, die man auch von einem Spielertypen wie ihm erwarten würde: Kopfballduelle gewinnen, den Ball abschirmen und auch mal tropfen lassen oder wahlweise vorne im Strafraum wühlen und versuchen, zum Abschluss zu kommen. Aber nun gut, ob Michel Harrer an diesem 23.11.2012 sein erstes Punktspieltor für den Ersten FC Magdeburg erzielt hätte, können wir an dieser Stelle nur mutmaßen. Für ihn also Krieger, der als Joker zuletzt in Rathenow traf und in den letzten Tagen unter anderem im Fanforum ganz schön Kritik einstecken musste, weil er eben einfach – allerdings ebenso wie alle seine Mitspieler – zu viele Chancen braucht, um sein Tor zu machen. Die stille Hoffnung meinerseits, dass in Rathenow möglicherweise der viel zitierte Knoten geplatzt war und Krieger das Spiel nun für uns nach hause schießt, erfüllte sich allerdings nicht. Neben einem schwer zu nehmenden Ball unmittelbar nach seiner Einwechslung versiebte er einen für einen Stürmer seiner vermeintlichen Güte einfachen Kopfball kläglich, später scheiterte er noch aus ungünstigem Winkel und in Rücklage mit einer weiteren Kopfballaktion.

Besser machten es da schon die Cottbuser, die nach einem Riesenbock von Tobias Friebertshäuser (der beim Versuch, einen langen Pass zu klären, eigentlich völlig frei am Ball vorbeigrätscht) und der darauf folgenden Konfusion im Magdeburger Strafraum das 2-2 markieren – das Spiel war binnen 25, 30 Minuten völlig auf den Kopf gestellt. Letzten Endes können wir sogar noch froh sein, wenigstens einen Punkt im HKS behalten zu haben, hatten die Gäste doch in den Schlussminuten noch einige Einschusschancen Marke “Hochkaräter”. Für unsere Farben gab es tatsächlich auch noch Möglichkeiten, aber, richtig: ohne zählbaren Erfolg. Und wie hätte ich es dem Cottbuser Torwart gegönnt, zum Schluss noch mal so ein richtig schönes Ding zu fangen: klar, Feuerzeuge schmeißen ist hirnlos, scheiße und einfach so unnötig wie ein Kropf, aber wie ein kleiner Junge, der petzend zu seiner Mama rennt und rumbarmt, wie gemein doch die anderen Kinder zu ihm sind und dass das doch nicht gehe und mimimimi, ist mindestens genauso peinlich. Solche überzogenen Einlagen, die noch dazu das Spiel unnötig verzögern, sind einfach das allerletzte und lächerlich. Und vielleicht, lieber Marvin Gladrow, wäre die Schauspielschule doch eher was für Dich, da es zu einer erfüllten Karriere als Profi-Torwart sehr wahrscheinlich sowieso nicht reichen wird.

Irgenwie sprach- und fassungslos und sicherlich auch enttäuscht verließen wir dann nach 90 Minuten das Stadion. Eigentlich kann man sich so wie an diesem Abend nicht zum Holz machen. Nicht gegen Cottbus II, den für mich ersten sicheren Absteiger aus der Regionalliga Nordost der Spielzeit 2012/2013. Kann man der Mannschaft groß einen Vorwurf machen? Hmmm, schwierig. Die Spielanlage war ja ordentlich, an Engagement und Willen hat es auch nicht gefehlt. Woran es allerdings tatsächlich gemangelt hat, ist eben ein Knipser. Einer, der mal nur 2 Chancen für 1 Tor braucht und nicht 10-15, wie Dawid Krieger. Ob man so einen findet und dann auch bezahlen kann und das vor allem möglichst schon in der Winterpause, ist mehr als fraglich. In der letzten Zeit wird ja der Name Christian Beck in Fankreisen recht hoch gehandelt, der immerhin eine Halberstädter Vergangenheit hat und ja wohl über gute Anlagen verfügen soll. Ich bin da ja eher skeptisch, zumal selbiger Herr Beck ja nun schon viel zu lange keine Spielpraxis mehr hatte, um uns schnell helfen zu können. Und wie es potentiellen Heilsbringer-Winterverpflichtungen so ergehen kann, hat ja zum Beispiel ein gewisser Shergo Biran vor nicht allzu langer Zeit mal eindrucksvoll unter Beweis gestellt…

Lustige Anekdote zum Schluss: der junge Mann, der die Mitfahrgelegenheit angeboten hatte, die mich letztlich ein wenig zu spät im Stadion ankommen ließ, war Teil der “Amateure Supporters”, also des Fanclubs der Zweiten Mannschaft von Energie, und auch mit Reiseziel “HKS” Richtung Magdeburg unterwegs. Das wusste ich vorher nicht, war aber trotzdem ganz lustig, weil wir dann auf unserer Verspätungsfahrt natürlich gut was zu erzählen hatten; unter anderem habe ich so erfahren, dass unser Dawid Krieger in seiner letzten Saison in Cottbus nach dem letzten Spiel für die anwesenden Fans Kartoffelsalat und Buletten servierte. Sympathisch ist er ja, unser Chancentod…

Zweite lustige Anekdote zum Schluss: selbiger Cottbuser Fan schrieb mir nach dem Spiel auf meine “Glückwunsch zum Punktgewinn”-SMS zurück, dass wohl das gesamte Spiel über irgendein Halberstädter die ganze Zeit den Gästeblock vermessen hätte O_O. Und da die Germania ja unser nächster Gegner am kommenden Samstag ist, darf man da wohl auf eine kleine Würstchen-Choreo gespannt sein :-P. Vielleicht bin ich ja dann auch wieder pünktlich im Stadion, um mir selbst ein Bild davon zu machen…

Das wohlige Bauchgefühl der Weiterentwicklung

18. November 2012 at 19:46

Tja, so ist das manchmal – kaum ist das Knaller-Heimspiel gegen RasenBallsport Leipzig vorbei und kaum hat man noch so gedacht:  “Geiler Tag, geiles Spiel – da kommt auf jeden Fall ein Blogbeitrag drüber!”, ist tatsächlich wieder eine Woche rum und auch das auf das Heimspiel folgende Auswärtsspiel schon wieder Geschichte. Ein Blick auf die aktuelle Situation beim Ersten FC Magdeburg unter dem im (Trainer)Team und Umfeld derzeit gern genutzten Stichwort ‘Weiterentwicklung’ rechtfertigt aber, so denke ich, trotzdem auch nach einer Woche noch mal einen Blick zurück auf den 11.11.2012 – gerade auch vor dem Hintergrund des letzten Spiels beim FSV Optik Rathenow am gestrigen Samstag. Und siehe da – die Aktualität im Blog ist damit gewissermaßen und wie von Zauberhand von hinten durch die Brust ins Auge wieder hergestellt. Heureka!

RasenBallsport also. Das Spiel, auf das ich mich aus ganz verschiedenen Gründen doch recht stark gefreut habe und ein Tag, der letzten Endes nicht enttäuschen sollte, auch wenn das reine Spielergebnis von 1-4 zunächst vielleicht etwas anderes vermuten lassen würde.

Zum einen war da natürlich der Reiz, den souveränen Tabellenführer der Regionalliga Nordost ein wenig zu ärgern. Zum anderen gab es die Aussicht auf eine für diese Liga doch verhältnismäßig volle Hütte. Und schließlich sollte sich für mich an diesem Tag auch die Möglichkeit ergeben, einige dieser ‘Internetmenschen’ kennenzulernen, von denen man in der Vergangenheit schon so das eine oder andere gelesen und mit denen man auch schon die eine oder andere Diskussion im virtuellen Raum geführt hatte. Soziale Medien in Reinform quasi. Dass die sportliche Konstellation vor dem Spiel dank des alles andere als grandiosen Auftritts der Blau-Weißen im Zentralstadion am 31.10. nun nicht mehr ganz so günstig war – geschenkt. Und eigentlich war es, rückblickend betrachtet, auch gar nicht so schlimm, dass man sich ausgerechnet gegen die Lokomotive aus Probstheida den bis dato mit Abstand schlechtesten Saisonauftritt leistete, gab es doch in besagtem Heimspiel gegen den Ligaspitzenreiter die Möglichkeit, vor eigenem Publikum einiges wieder gut zu machen.

Die Anreise zum Spiel erfolgte diesmal völlig entgegen der sonst üblichen Gepflogenheiten, weil erstens mit dem Auto und zweitens, Achtung: mit Auswärtsfahrern! In anderen Konstellationen wäre so etwas vermutlich äußerst ungesund, vielleicht auch töricht, in diesem speziellen Fall war es aber wirklich angenehm. Oder, um mal einen (meinem Kenntnisstand nach vor allem im Leipziger Raum) weit verbreiteten T-Shirt-Spruch zu zitieren: “In den Farben getrennt – in der Sache vereint.” Nur dass ich mich an der Stelle eben nicht auf einen eher unreflektierten Hass gegen bestimmte Sportmarketingkonstrukte beziehe, sondern einfach auf ein gemeinsames Interesse am Fußballsport im Allgemeinen und einem guten Spiel an besagtem Tag im Speziellen. In anderen Sportarten sind solche Gepflogenheiten ja gang und gäbe und ich finde es eigentlich zunehmend belastender, dass sich der gemeine Fußballfan da im Normalfall so unheimlich einen abbricht (außer natürlich, es geht um das Gesocks aus Süd-Sachsen-Anhalt 😛 ). Vielleicht werde ich aber auch einfach nur alt ;-). Wie dem auch sei, ich hab die gemeinsame Anreise und den Austausch mit den Herren @rotebrauseblog und @axel_wird_gut jedenfalls nicht bereut und freue mich schon auf das Rückspiel im kommenden Jahr ;-).

Am Stadion angekommen, war relativ schnell klar, dass es heute ein wenig voller werden würde als sonst und auch Block U hatte sich eine schöne Geschichte ausgedacht, um den Auswärtsfahrern im Block gegenüber und der eigenen Mannschaft auf dem Rasen gleich mal zu zeigen, wer hier zumindest stimmlich und zahlenmäßig Herr im HKS ist (ein Video in besserer (Sound-)Qualität war ‘aus dem Stand’ leider nicht aufzutun):

Auch auf dem Rasen war, sehr zur Freude der gemeinen Anhängerschaft, ein druckvoller, einsatzfreudiger und kämpfender FCM zu sehen. Allein, das muss man an dieser Stelle eben auch mal sagen: die abgezocktere Truppe kam an diesem Tag aus Leipzig und wer aus relativ wenig Chancen derart trocken und humorlos 4 Tore macht, wird wohl am Ende der Saison auch mit einem komfortablen Vorsprung ganz oben stehen. Das größte (und vielleicht auch einzige gravierende) Manko der Blau-Weißen an diesem Tag war nämlich, wie leider bisher schon viel zu oft, die schlechte Chancenverwertung. Sicherlich ist das in gewisser Weise eine Qualitätsfrage, aber allein die Tatsache, in welcher Art und Weise die Torchancen für den FCM zustande kamen, lässt (Vor)Freude aufkommen und insbesondere die zweite Hälfte – vielleicht die bisher stärkste der ganzen Saison – hat mit Sicherheit nicht nur bei mir Lust auf mehr geweckt. Wenn nämlich im weiteren Entwicklungsverlauf der Mannschaft dann auch noch die Klasse dazukommt, vielleicht mal statt jeder gefühlten zehnten jede zweite Chance zu verwerten, muss uns um erfolgreichere Zeiten nicht bange werden.

So aber wurde es die (zugegebenermaßen nicht unerwartete) Heimniederlage, wobei das Ergebnis sicherlich 2 Tore zu hoch ausfällt. Das 1-3 fällt in einer Phase, in dem wir dem Ausgleich recht nahe waren und ihn uns auch redlich verdient gehabt hätten und das 1-4 war ein Freistoßknaller mit Tor-des-Monats-Potential, was leider von einem der beiden Leipziger Akteure erzielt wurde, dem ich solche Aktionen mal so gar nicht gönne. Aber gut.

Ausgesprochen positiv fiel auf, dass auch in einer Phase, in der das Spiel mit 1-3 quasi entschieden war, konsequent weiter gekämpft, gegrätscht und gearbeitet wurde. Dafür bekommt diese Magdeburger Mannschaft von mir ein ganz dickes “Daumen hoch!” und auch in diesem Punkt ist eine deutliche Weiterentwicklung zum labilen Bocklos-Haufen der letzten Saison zu erkennen. Stichworte hier: Charakter und Leidenschaft, und diese beiden Aspekte wiegen dann auch mal vier Gegentore gegen den Tabellenführer auf. Und wenn selbst der Gegner ob des abgelieferten Spiels und der Stimmung lobende Worte übrig hat, kann man wahrlich nicht allzu viel falsch gemacht haben.

Die Heimreise am Sonntag stand dann ebenso wie die Hinfahrt im Zeichen der Pflege bis dato virtueller Kontakte, nur dass der Gesprächspartner diesmal ganz deutlich dem eigenen Lager zuzurechnen war ;-). Auch hier kann ich nur sagen: coole Rückfahrt, super Gespräche, vielen Dank für’s Mitnehmen – und noch mal einen schönen Gruß an die gute Frau auf der Autobahn, die der Meinung ist, mal eben mit 80 durch Sachsen-Anhalt gondeln zu müssen… ;-).

Gestern nun ging es für unser Rasenakrobaten nun also nach Rathenow zum dortigen FSV Optik. Die Frage lautete nun natürlich, wie die Mannschaft die Niederlage gegen beide Leipziger Vereine in den letzten Punktspielen verarbeitet hatte, ob das zu hohe Ergebnis gegen RasenBallsport richtig eingeordnet wurde und ob an die tolle Leistung vom vorhergehenden Spieltag angeknüpft werden konnte. Ich denke, ohne das Spiel live gesehen zu haben, dass ein Ergebnis von 3-0 diesbezüglich eine deutliche Sprache spricht. Offenbar lässt sich die Mannschaft durch Negativerlebnisse nicht mehr so einfach aus der Bahn werfen und Trainer Petersen gelingt es ganz offensichtlich, die Entwicklung der Truppe ganz unaufgeregt, aber konsequent voranzutreiben. Und das ist angesichts der vergangenen Spielzeiten irgendwie mehr wert, als man in Ergebnissen und Zahlen ausdrücken kann. Ich jedenfalls habe ein verdammt gutes Bauchgefühl und bin gespannt, wie der nächste Schritt, den die Mannschaft hoffentlich gegen die zweite Mannschaft des FC Energie Cottbus am kommenden Freitag unter Flutlicht gehen wird, wohl aussieht.

Was soll ich abschließend noch sagen – der FCM macht derzeit einfach wieder richtig Spaß :-)! Und das kann auch gern noch eine ganze Weile so bleiben.

Quo vadis, FCM?

1. November 2012 at 20:46

Da haben wir sie nun also, die erste – wenn man so will – ‘Minikrise’ des Ersten Fussballclubs Magdeburg in der Regionalligasaison 2012/2013. Was gegen fussballerisch arg limitierte Torgelower am 9. Spieltag noch gerade so gut ging, ging auswärts bei der Lokomotive aus Leipzig gründlich daneben. Die Schnittmenge beider Ereignisse bildet eine Personalien, die im erstgenannten Spiel gar nicht und im zweitgenannten vielleicht zu früh wieder auf dem Platz stand. Aber der Reihe nach.

Da wäre zunächst das Heimspiel gegen den Torgelower SV Greif am 9. Spieltag. Wie im letzten Beitrag hier schon beschrieben, auf dem Papier eine klare Angelegenheit: Platz 2 gegen Platz 16. Die Aufstellung allerdings ließ bereits neugierig aufhorchen – anstelle von Kapitän Marco Kurth spielte, ich geb’s ja zu, mein ‘ganz spezieller Freund’ Fabian Burdenski von Anfang an. Kurth hatte sich im Training eine Verletzung zugezogen und war damit zum Zuschauen verdammt. Die Frage also lautete: wie geht die Mannschaft ohne ihren Leitwolf, der nicht nur fussballerisch, sondern auch verbal in dieser Saison auf dem Platz deutlich den Ton angibt, in dieses Spiel? Nun, um es mal vorweg zu nehmen: Burdenski machte keine so katastrophale Partie, wie befürchtet. Im Gegenteil: er spielte seinen Part sogar recht ordentlich. Nach all meiner (vornehmlich im Stadion geäußerten) Kritik an seinen bisher gezeigten Leistungen muss ich das vielleicht an dieser Stelle tatsächlich mal so deutlich hervorheben. Das Problem über die gesamten 90 Minuten allerdings war, daran konnte auch Dieters Sohn nichts ändern, dass dem Spiel der Blau-Weißen deutlich die Struktur, die Ordnung, und eigentlich auch die Ideen fehlte(n.) Man war individuell klar besser als der Gast aus Mecklenburg-Vorpommern (obwohl die tatsächlich einen Balotelli-Klon dabeihatten 😉 ), allerdings haperte es doch recht deutlich erkennbar an durchdachten und vor allem konsequent zu Ende gespielten Offensivaktionen (Stichwort: Chancenverwertung). Aber immerhin: es gab Chancen (das sollte sich im darauf folgenden Spiel ändern) und die Torgelower hätten sich eigentlich nicht beschweren können, deutlicher als 2-0 zu verlieren. Schöne Randnotiz: Dawid Krieger erzielte das 1.500ste Heimspieltor der Clubgeschichte, was ich ihm wirklich sehr gönne. Was der Mann im Spiel rackert und ackert, ist aller Ehren wert, und in diesem Fall kann man wirklich sagen: das Tor hat er sich mehr als erarbeitet. Und dennoch: zu den anderen, eben nicht verwerteten Chancen kamen offensichtliche Abstimmungsprobleme, was das In-Szene-setzen unserer Stürmer betraf, die – vor allem in Halbzeit zwei – sehr häufig in deutlich sichtbaren Abseitspositionen angespielt wurden.

Torgelow wurde das ganze Spiel über eigentlich nie so wirklich gefährlich, sprich: ich hatte eigentlich nie das Gefühl, dass wir das Ding ernstlich noch abschenken würden; allein, der 2. Treffer fiel und fiel und fiel nicht – bis letztendlich Ali Moslehe, der vorher (neben seinem unermüdlichen Bearbeiten der rechten Außenbahn) vor allem durch besagte Abseits-Pässe in Erscheinung trat, die für ihn in diesem Spiel vielleicht schwierigste Situation mit dem Treffer zum 2-0 löste. Gerade noch mal gut gegangen sozusagen – ich kann mich sehr gut an Spiele erinnern, in denen wir bei identischem Spielverlauf ziemlich sicher gegen Ende noch den Ausgleich kassiert hätten. Dennoch war das meiner Meinung nach die bis dato schwächste Saisonleistung. Wohl gemerkt: bis dato. Aber nun gut – die Mannschaft wurde nach dem Spiel von der Kurve erlöst gefeiert und mit einem klaren Auftrag in die Kabine geschickt: Auswärtssieg beim Derby gegen den 1. FC Lokomotive Leipzig.

Gestern hieß es dann nun also: alle ins Zentralstadion! Der Aufforderung folgten nach grober Schätzung ungefähr 2.500 Magdeburger, was, nebenbei bemerkt, bei einer Zuschauerzahl von knapp 5.300 Bände und nicht gerade für die selbst ernannten Bewahrer der Leipziger Fußballtradition aus Probstheida spricht. Überhaupt, die Zuschauer – was war das denn eigentlich bitte? Musste man zunächst befürchten, dass der Lok-Block (welch schöner Reim) nahezu vollständig leer bleibt (siehe nebenstehendes Bild) , bewegte sich etwa 20 Minuten vor Anpfiff eine Traube Hallenser Ackerbatzen in den Block – den hässlichen Lappen der “Saalefront”-Ultras vor sich her schleppend. Und wieder bezeichnenderweise waren auch vor allem diese, äh, Gestalten es, die das Spiel über offenbar im Block den Ton angaben. Mal ehrlich, Lok, wie armselig ist das denn? Da lasst Ihr Euch vom “großen Bruder” aus dem Ghetto an der Saale beim eigenen Heimspiel die Stimmungs-Butter vom Brot nehmen? Tief ist er gesunken, der angebliche Leipziger Traditionsfussball…

Naja, wie dem auch sei: viel kam da nicht von Lok. Vielleicht auch, weil da nicht mehr viel ist von Lok. Also, bis auf bestimmte Gruppierungen, auf die der Verein ganz offensichtlich nicht verzichten kann/will/darf (?): gemeint ist hier “Scenario LOK”. Nicht nur, dass es da wohl allzu offensichtliche Verbindungen in die rechtsextreme Szene gibt, nein, auch ein Spruchband durfte gezeigt werden:

“Man macht uns zu Verbrechern, zu finsteren Gestalten – doch selbst wenn Lok Leipzig fällt werden wir die Stellung halten. Scenario LOK”

Na dann ist ja alles klar…

Zurück zum Spiel: Kapitän Kurth durfte wieder mitmischen und im Mittelfeld die Fäden ziehen, ansonsten sahen wir die gleiche Truppe wie gegen Torgelow. Auch Benjamin Boltze, der im Heimspiel am Sonntag massiv auf die Knochen bekommen und trotzdem sein bestes Spiel im blau-weißen Dress abgeliefert hatte, konnte von Beginn an auflaufen. Was der FCM in diesem Spiel allerdings zeigte, war eigentlich schon fast eine Frechheit. Oder um es mit den Worten unseres Trainers zu sagen: “Es ging bei uns gar nichts. Es gibt so Tage, da sollte man lieber im Bett bleiben und nichts anfassen. Ich entschuldige mich bei den Fans, die von diesem Ostklassiker zu Recht viel mehr erwartet hatten. Bereitschaft, Begeisterung, Einsatzwille – all das ist uns abhandengekommen.” (Volksstimme vom 01.11.2012)  Sorry Jungs, aber so kann man nicht in ein Derby gehen. So kann man in überhaupt gar kein Fussballspiel gehen. Und wir reden hier nicht von einer Übermannschaft, gegen die man hoffnungslos unterlegen war – wir reden vom 1. FC Lokomotive Leipzig 2012/2013, die für mich diese Saison definitiv ein Abstiegskandidat sind. Und dieses Spiel völlig verdient gewonnen haben. Weil, und hier muss man dem Gegner auch Respekt und Anerkennung zollen: was fussballerisch nicht ging, wurde durch Kampf, Einsatz und die richtige Einstellung wettgemacht. Kurz: Lok war einfach geiler auf 3 Punkte. Mehr möchte ich an der Stelle über unsere “Leistung” mal nicht schreiben, und da hab ich nun schon eine Nacht über das Erlebte geschlafen ;-). Ich denke außerdem auch, dass die Tweets vom gestern für sich sprechen – von einer Spur vorfreudiger Arroganz über Besorgnis bis hin zu blankem Entsetzen, aber so ist das nun mal, wenn die eigene Elf einen das erste Mal in dieser Saison wirklich enttäuscht. Was ich übrigens nicht verstehen konnte, war, dass die Mannschaft nach dem Schlusspfiff vor der Kurve noch beklatscht wurde – das war der Moment, in dem ich mich endgültig dazu entschieden hatte, dass es das für mich gestern gewesen sein sollte im Zentralstadion. Klar, wir sollen Geduld haben und nicht sofort meckern und so, ist auch alle richtig. Genauso richtig finde ich es dann aber auch, nach einem extrem schlechten Spiel, in dem vor allem die Einstellung nicht gestimmt hat, eben mal ein bisschen Liebesentzug zu geben ;-).

Okay, bei aller Enttäuschung: was lehren uns die beiden Partien und wohin bewegt sich der FCM im Moment?

Zunächst mal kann man wohl sagen, dass die Formkurve derzeit eher nach unten zeigt. Was schade ist, weil mit RB Leipzig im nächsten Heimspiel vielleicht das letzte Mal in dieser Hinrunde eine Mannschaft im HKS gastiert, die für eine verhältnismäßig volle Hütte sorgen kann. Nur wird man mit der gezeigten Leistung gegen Torgelow und vor allem jetzt gegen Lok all denen gute Argumente geliefert haben, die meinen, sich den FCM vorerst nicht live im Stadion angucken zu müssen.

Was wir auf jeden Fall auch noch gelernt haben ist, dass wir, wie schon oft gesagt, definitiv in dieser Saison nicht die Mannschaft sind, die RasenBallsport Leipzig da oben wirklich gefährlich werden kann. Insofern ist es vielleicht gut, Umfeld und Mannschaft durch die letzten beiden Spiele wieder ein wenig geerdet zu haben.

Letzter Punkt: die Spiele lieferten meiner bescheidenen Meinung nach interessante Erkenntnisse über unseren Kader:

Durch die Verletzung von Stephan Neumann fehlt uns hinten unser etatmäßiger Linksverteidiger, was bedeutet, dass Christopher Reinhard derzeit für die Position abonniert ist. Ist auch in Ordnung, das kann er spielen – aber noch bessere Wirkung hat er diese Saison als linker Mittelfeldspieler entfaltet – mit ebenjenem Pipi Neumann als Absicherung dahinter. Offenbar gibt unser Kader diese Variante mit einem anderen Linksverteidiger als Neumann nicht her – das raubt uns Offensivkraft und Kreativität.

Dann ist es nach längerem Überlegen doch relativ bedenklich, wie abhängig wir von Kapitän Kurth sind: spielt er nicht, so wie gegen Torgelow, fehlt es unserem Spiel an Ordnung und Struktur. Spielt er schlecht, so wie gestern, macht er die ganze Mannschaft schlechter. Warum? Was gestern oft passierte, war, dass Kurth zwar die Bälle im Mittelfeld forderte, dann aber entweder das Spiel häufig unnötig verlangsamt oder eben beim Weiterspielen oft die falschen Entscheidungen getroffen hat. So kam es zum Beispiel, dass unser bisher recht ordentliches Flügelspiel kaum stattgefunden hat, weil die dazu benötigten Bälle einfach viel zu selten kamen. Kamen sie doch, wurden sie entweder von Lok clever abgelaufen oder aber im ‘klein-klein’ leichtfertig wieder hergeschenkt. Das soll jetzt nicht heissen, dass die gestrige Niederlage allein auf Marco Kurths Kappe ging – außer Torwart Tischer, der bei allen drei Toren machtlos war, hat eigentlich kein Spieler so etwas wie Normalform erreicht – aber es fällt eben doch auf, dass wir auf der neuralgischen Position im Mittelfeld keine Alternative aufbieten können, wenn der Käpt’n mal einen schlechten Tag erwischt. Und ganz ehrlich: ich sehe momentan auf der Bank niemanden, der kurzfristig in diese Position hineinwachsen könnte. Burdenski nicht, und Podrygala, die einzige wirklich große Enttäuschung bei den vielen Neuzugängen, schon gleich gar nicht.

Und um abschließend noch mal auf den Titel des Beitrags zurückzukommen: der Weg des Ersten Fussballclubs Magdeburg durch die Regionalligasaison 2012/2013 wird sehr wahrscheinlich doch eine größere Achterbahnfahrt, als der Saisonauftakt erhoffen ließ. Das Schöne ist aber, dass uns der Spielplan am Sonntag gleich die nächste Bewährungsprobe beschert, wenn unsere Magdeburger Jungs im Landespokal auf den TSV Völpke treffen. Also nicht viel Zeit, um groß zu grübeln, aber genügend Zeit, um trotzig zu bleiben und gleich eine ordentliche Reaktion zu zeigen. Also:

“Auf geht’s, Blau-Weiß, kämpfen und siegen!”

Von Jägern, Gejagten, kleinen und großen Namen

24. Oktober 2012 at 18:28

Torgelow also. Genauer: Torgelower Sportverein Greif e.V.. So heißt der nächste Gegner des Ersten Fussballclubs Magdeburg im kommenden Heimspiel am Sonntag. Auf dem Papier eine klare Sache, spielt doch der Zweitplatzierte gegen den Tabellenletzten. Sichere Angelegenheit, sollte man meinen. Die drei Punkte sind schon im Sack. Eigentlich braucht man auch gar nicht erst anzutreten und kann den Sportskameraden aus Mecklenburg-Vorpommern die Anreise auch ersparen.

Allerdings, auch wenn ein Großteil des Umfelds das möglicherweise ein wenig anders sieht, sollte man auch den kommenden Gegner keinesfalls unter- und vor allem die eigene Leistungsstärke nach wie vor nicht überschätzen. Klar, der zweite Platz ist eine schöne Momentaufnahme und sicher ist es medial und euphorietechnisch auch ganz großartig, dass uns zumindest das Informationsblättchen mit den vier großen Buchstaben zum RB-Jäger Nummer Eins hochstilisieren möchte, dennoch täuscht die Platzierung eventuell und nach wie vor ein wenig über den tatsächlichen Leistungsstand bzw. vielleicht besser: das tatsächliche, durchschnittliche Leistungsvermögen unserer Elf hinweg.

Ich hatte es an anderer Stelle bereits geschrieben und wiederhole es gern noch einmal: viele Spiele in dieser Saison gingen auch ein kleines bisschen glücklich an uns (okay – auch das Glück muss man sich mitunter erarbeiten) und mit Ausnahme von Meuselwitz wurde bisher eigentlich kein Gegner so wirklich richtig über mehr als eine Halbzeitlänge dominiert. Kann man meiner Meinung nach auch von einer Mannschaft in einem Entwicklungs- und Lernprozess nicht jedes Spiel erwarten, aber gleichzeitig heißt das auch: RB-Jäger Nummer Eins sind wir mit Sicherheit nicht. Immer noch nicht. Können es aber werden. Zum Beispiel dann, wenn die Truppe Negativerlebnisse wie das 0-2 zuhause gegen die zweite Mannschaft von Hertha BSC Berlin oder die gefühlte Niederlage gegen die TSG Neustrelitz vom vergangenen Wochenende richtig verarbeitet, einordnet und daran wächst. Insofern ist Torgelow am Sonntag sicher ein besonderes Spiel (ja, ich weiß, mal wieder), denn: die Erwartungshaltung ist schon allein aufgrund der Tabellensituation überall spürbar hoch, alles andere als ein deutlicher Sieg wäre also eher eine große Überraschung. Die Mannschaft konnte bisher, auch zuletzt in Neustrelitz, das größte bisher bestehende Manko, nämlich die mangelnde Chancenverwertung, nicht abstellen – was dann zu einer Kopfsache werden kann, wenn man möglicherweise am Sonntag quasi nur auf ein Tor spielt, die Bude aber nicht macht und vielleicht – durch was für einen dummen Zufall auch immer – einen Gegentreffer frisst. Schliesslich ist es in gewisser Weise auch eine Charakterfrage für die junge und in der Entwicklung begriffene Truppe, das Spiel gegen einen Tabellenletzten genauso engagiert zu bestreiten wie gegen die größeren Nummern der Liga. Ansprüche und auch die eigenen Wahrnehmung verändern sich ja mit einem gewissen Erfolg. Ich bin jedenfalls sehr gespannt auf das Auftreten der Blau-Weißen am Sonntag, müsste mich doch aber sehr täuschen, wenn es Andreas Petersen nicht schaffen sollte, zumindest für die richtige Einstellung auf dem Rasen zu sorgen. Was die Jungs dann draus machen, obliegt ja dann leider nicht mehr dem Trainer, sondern den elf Kollegen auf dem Platz.

Was mich in dem Zusammenhang aber insgesamt unheimlich positiv stimmt und auch – ich geb’s ja zu – einigermaßen überrascht, ist die Tatsache, dass im Moment auch nach kleinen Rückschlägen, wie zum Beispiel einer eher unnötigen Heimniederlage, die notorischen Mauler, Meckerer und Pfeifer im Umfeld doch einigermaßen die Füsse stillhalten. Einigermaßen deshalb, weil es natürlich trotzdem die eine oder andere deutliche Unmutsbekundung im Stadion gibt, wenn man nicht schon 4-0 führt zur Halbzeit oder vielleicht in der einen oder anderen Szene auch mal zu weit weg steht vom Mann. Aber hey, das ist Magdeburg und einigermaßen normal. Man ist halt schnell verwöhnt und wird vermutlich auch in 100 Jahren noch der große Europapokalsieger von 1974 sein. Nur: noch vor gar nicht allzu langer Zeit wäre die Mannschaft viel, viel schneller und vor allem noch viel großflächiger niedergemacht, wären einzelne Spieler massiv an den Pranger gestellt worden. Was jetzt passiert, ist zum Beispiel, dass Block U die Mannschaft auch nach einer Niederlage noch einmal mit ihren Gesängen aus der Kabine holt und ganz deutlich klar macht: “wir stehen hinter Euch als zwölfter Mann”…

Das ist großartig, das spürt die Mannschaft, und das gibt die Mannschaft den Fans auch mit Leidenschaft, Einsatz und nicht zuletzt auch eben einem zweiten Tabellenplatz zurück.

Nun, wie gesagt, Torgelow. Auch ich würde, trotz aller oben stehenden Mahnungen, schon mal davon ausgehen wollen, dass die drei Punkte am Sonntag in Magdeburg bleiben. Im Normalfall müsste da schon ziemlich viel Käse zusammenkommen, dass da etwas schief geht. Aber man ist ja mittlerweile so einiges gewohnt und hat als Mitleidender schon viel zu viel gesehen…

Zusammen mit den fest eingeplanten drei Punkten gegen die Lokomotive aus Leipzig am kommenden Mittwoch wäre die Mannschaft dann mit 21 Punkte nach 10 Spieltagen auf jeden Fall mehr als im Soll. Auch wenn, ja ja Herr Petersen, 21 Punkte am Ende im Normalfall immer noch den Abstieg bedeuten würden. Schöner Nebeneffekt: als dann-wahrscheinlich-immer-noch-oder-vielleicht-tatsächlich RB-Jäger Nummer Eins wird am 11.11. das heimische HKS sicher gerappelt voll. Es gab bereits Fragen von einzelnen Herren, wann wir denn zum letzten Mal ausverkauft waren, was ich ja schon als kleine Ansage verstehen wollen würde ;-).

Warum ich die drei Punkte gegen die Probstheidaer übrigens voll einplane, ist schnell erklärt: Auch wenn der gemeine Magdeburger Fussballanhänger ja offenkundig in RasenBallsport Leipzig den erklärten Todfeind in dieser Saison und für den Fussball generell gefunden zu haben glaubt, bringe ich der Lok aus Leipzig deutlich mehr Antipathie entgegen, als ich sie für RB jemals aufbringen könnte. Das ergibt sich schon allein aus der Vergangenheit und der Geschichte, die beide Mannschaften noch immer miteinander teilen. Beides hat RB nicht vorzuweisen (was auch nicht schlimm ist, sondern in der Natur der Sache liegt), von daher sind die Bullen aus Leipzig aus dieser Perspektive eigentlich gänzlich uninteressant. Mal ganz davon abgesehen, dass sie uns wohl nur noch diese Saison als Gegner begleiten und dann erst mal auf Jahre hinaus in ganz anderen Ligen unterwegs sein werden, also eher eine, naja, kurzfristige Begleiterscheinung darstellen – der Rotebrauseblogger möge es mir verzeihen, es aber vielleicht gar nicht mal so anders sehen ;-).

Nein, was Lok für mich so überaus unsympathisch und unschön macht, ist natürlich die enge Verbandelung der Fanszene mit dem widerwärtigen Volk aus dem Süden Sachsen-Anhalts. Davon abgesehen, ist mir bisher noch kein der landläufigen Meinung nach als ‘normal’ zu bezeichnender Lokfan unter die Augen gekommen. Ehrlich nicht. Kein Spaß. Ganz ernsthaft. Wirklich. Diejenigen, die mir mitunter täglich über den Weg laufen, gehören eher zur ‘Generation Blechbrötchen’ bzw. treten als Gewalttäter und/oder Rechtsradikale in Erscheinung (ein entsprechender Medienbericht findet sich zum Beispiel hier). Und solche Leute und die entsprechende mediale Präsenz des Themas prägen nun auch einfach mal das Bild eines Vereins, auch wenn ich beileibe nicht ausschließen möchte, dass auch auf Seiten der Blau-Gelben vernünftige Personen unterwegs sind, die mit ihrer Seite genauso leiden, wie ich mit meiner. Dennoch hoffe ich inständig, dass wir da am Mittwoch im Zentralstadion stimmgewaltig und vor allem bitte gewaltfrei zeigen werden, wer auf den Rängen den Ton angibt, während unsere Rasenakrobaten den Lokisten auf dem Rasen die Farbe aus dem Trikot schiessen. Aber das ist eine andere Geschichte, die ein andermal erzählt werden soll. Ich werde dank gütiger Mithilfe vom @h0rtkind am Mittwoch auf jeden Fall dabei sein und möglicherweise zeitnah berichten, wie es mir dabei ergangen ist. Ist ja schließlich Feiertag, nicht?

In dem Zusammenhang ergibt sich dann vielleicht auch die Möglichkeit, endlich mal über die Seele eines Fussballvereins zu philosophieren (Gedanken und Meinungen dazu nehme ich nach wie vor gern entgegen und werde sie einbauen) und außerdem einige Gedanken zum aktuellen Kader nach gut einem Drittel der laufenden Saison zu äußern. Wenn, ja wenn mir nicht das echte Leben mit allen seinen nervigen Verpflichtungen (wieder) einen Strich durch die Rechnung macht. In diesem Sinne: Sport frei!

“Keiner wird es wagen, keiner wird es wagen…”

6. Oktober 2012 at 15:25

So (schnell) kann es gehen. Verpflichtung hier, Aufgabe dort, Reise hierhin, Rückreise dorthin, Deadlines, Erwerbsarbeit, Zeuch – und schon reduziert sich die Zeit, sich seinem Verein und dem eigenen – selbigen Verein betreffenden – Blog zu widmen, auf ungefähr null.

Die letzte Heimbegegnung gegen den Vogtländischen Fussballclub Plauen habe ich zwar live im Stadion verfolgen können, aber anschließend nicht mal die Zeit gehabt, gemeinsam mit der Kurve die Mannschaft zu feiern und am Zaun der Nord abzuklatschen, denn, man ahnt es bereits: es stand schon wieder die nächste Verabredung an. So blieb mir in den vergangenen Wochen, eigentlich seit dem Pokalspiel in Wolfen, nur die Möglichkeit, den Verein quasi aus der Ferne, sprich über die Presseartikel und gelegentliche, hektische Blicke ins Forum oder zu Facebook zu verfolgen. Umso mehr freue ich mich nun auf den morgigen Tag, an dem es wieder ins heimische HKS geht, um unsere erste Herrenmannschaft gegen Hertha, Berliner Sport-Club (Zweite Mannschaft), zu unterstützen. In der Zwischenzeit hat der Erste Fussballclub Magdeburg seinen beachtlichen Saisonstart bestätigt und seine Serie auf bisher 6 Spiele ohne Niederlage, 14 Punkte, 9 Tore und nur ein Gegentor in der Liga ausgebaut. Am vergangenen Wochenende gab es auch den ersten Auswärtsdreier mit einem – dem Ergebnis nach – souveränen 3-0 beim Ersten Fussballclub Union Berlin (Zweite Mannschaft).

Mit den Hertha-Bubis wartet morgen nun eine Mannschaft, gegen die wir in der Vergangenheit erstens nicht wirklich gut aussahen und zweitens kaum was geholt haben. Letzte Saison gab es zwei berechtigte Niederlagen, die zweite sogar gegen eine bessere A- und B-Jugend-Auswahl. Man darf also gespannt sein, wie sich unsere Jungs morgen schlagen, zumal eventuell unsere komplette linke Seite auszufallen droht und Herthas “Erste” bereits gestern ran durfte und somit eventuell der eine oder andere Spieler aus dem Kader der ersten Mannschaft die Reise nach Magdeburg mit antritt. Weitere Fakten und Infos zum Spiel sind bei Sportfotos-MD zu finden.

So gelungen der Saisonstart auch war und so groß die Freude über die bisher gesammelten 14 Punkte gegen den Abstieg auch ist (selbstverständlich auch bei mir), hat die entstandene Euphorie aber eben auch ihre Schattenseiten. Magdeburg wäre nämlich nicht Magdeburg, wenn sich nicht Einige schon wieder auf Augenhöhe und in ernsthaftem Konkurrenzkampf mit den Spitzenteams der Liga, also eigentlich DEM Spitzenteam der Liga, nämlich RasenBallsport Leipzig, sehen würden. Interessant zu beobachten waren in dem Zusammenhang verschiedene Reaktionen auf der Nordtribüne beim vergangenen Heimspiel, als unter anderem auch aus dem Leipziger Zentralstadion Zwischenergebnisse eingeblendet wurden – bestand doch die reale Möglichkeit, bei einem Ausrutscher der Leipziger und eigenem Sieg von der Tabellenspitze zu grüßen. Relativ groß war da die Enttäuschung über jedes Tor der Sachsen – und ich bin mir ziemlich sicher, dass da nicht nur die mittlerweile normative und unreflektierte “Kommerz”-Antipathie eine Rolle spielte, sondern tatsächlich auch der Anspruch, da sportlich mithalten zu können.

Um es an dieser Stelle auch noch mal ganz klar, und mit den Worten unseres Coaches Andreas Petersen, zu sagen: “Mit 14 Punkten steigen wir ab!” – Ziel diese Saison ist der Nichtabstieg, wünschenswert und durchaus okay wäre eine Position im gesicherten Mittelfeld und eine deutlich sichtbare Weiterentwicklung der Mannschaft, alles andere ist purer Bonus, aber keinesfalls erwartbar und darf schon gleich gar nicht in irgendeine Form von Anspruchsdenken ausarten!

Nun kann man natürlich gewissen Parallelen ziehen zur Fast-Zweitligaaufstiegssaison 2006/2007, als wir, selbst Aufsteiger in die Regionalliga, mit einem beispiellosen Lauf und unter gütiger Mithilfe der Konkurrenz ganz deutlich hörbar an die Tür zu Deutschlands zweithöchster Spielklasse geklopft haben. Damals war das Ziel ebenfalls Nichtabstieg, damals hatten wir ebenfalls eher eine Mannschaft der Namenlosen, damals hatten wir auch einen Riesen-Zusammenhalt in Verein und Umfeld und so weiter und so fort. Klar. Und ich denke, keiner mit blau-weißem Blut hätte etwas dagegen, wenn wir so etwas ähnliches, nur mit erfolgreicherem Ausgang, noch mal hinkriegten. Aber genau da liegt vielleicht auch die Gefahr: “es lief schon mal in die Richtung, also können wir es wieder so weit schaffen.” Möglicherweise ist das sogar so, aber ich glaube, wir würden alle gut daran tun, diesen Gedanken erst mal noch ganz weit wegzuschieben.

Fakt ist nämlich auch: bisher hatten wir in verschiedenen Spielen einfach auch das gewisse Quäntchen Glück (was uns letzte Saison an vielen Stellen fehlte)  und so richtig wirklich über 70, 80, 90 Minuten dominant waren wir auch in keinem Spiel. Jedenfalls in keinem, was ich gesehen oder mit dem ich mich näher beschäftigt habe – Meuselwitz mag da eine Ausnahme gewesen sein. Außerdem überzeugt die zweite Reihe bisher nicht – was aber in einer potentiell langen Saison dringend nötig wäre.

Ich glaube daher, dass uns morgen auch mit den (eventuellen) Ausfällen von Charly Neumann (gute Besserung auch an der Stelle noch mal!) und Christopher Reinhard die erste echte Bewährungsprobe diese Saison ins Haus steht, denn morgen wird es nicht möglich sein, die “Etablierten” auf den Positionen einzuwechseln und damit für neuen Schwung zu sorgen, wie es beispielsweise in den letzten beiden Landespokalpartien der Fall war. Außerdem erwartet uns morgen die bisher vielleicht größte “Wundertüte” der bisherigen Saison. Ich bin echt sehr gespannt, wer da bei den Berlinern morgen auf dem Spielberichtsbogen erscheint.

Mein Tipp für morgen lautet 2-2 vor knapp 6.500 Zuschauern und einen kleinen Dämpfer der möglicherweise nicht immer nur gesunden Euphorie. Gern lasse ich mich in Form eines Heimsieges aber auch eines Besseren belehren ;-). Denn klar ist auch:

“Keiner wird es wagen, keiner wird es wagen, uns’ren FCM zu schlagen!” 😀

Die Größten der Welt zu Gast in Wolfen – FSA-Pokal, 2. Runde, 08.09.2012

10. September 2012 at 15:12

Landespokal also. Nachdem ich ja nun den großartigen Sieg über den in der Vergangenheit nahezu übermächtigen Zipsendorfer Fussballclub Meuselwitz und die damit verbundene Tabellenführung (!!!) nach dem 3. Spieltag nicht live im Stadion erleben konnte, machte ich mich am vergangenen Samstag auf ins schö-, naja, ähm, also nach Wolfen. Hier sollten die Größten der Welt in der 2. Runde des Landespokals gegen den frisch gegründeten 1. FC Bitterfeld-Wolfen im Jahnsta-, naja, ähm, also jedenfalls auf einem Rasenplatz antreten. Wolfen begrüßte mich wetter- und ortschaftstechnisch eher trostlos und per pedes ging es vom Bahnhof in Richtung Spielstätte. Lustig wurde es das erste Mal beim Versuch, den Eingang zum Gästebereich zu finden. Über einen mehr schlecht als recht gepflasterten Weg, gesäumt von Dickicht, Büschen und einem kleinen Mannschaftsbus von Team Green mit seeeeeehr entspannten Staatsdienern (“Hier geht’s lang!” – “Ist das Euer Ernst?!” – “Naja da können wir ja nun nix für!” *raucht weiter auf den Fahrersitz gelümmelt an ihrer Zigarette*) sowie einen Trampelpfad ging es zum Einlass. Dort wurde der geneigte Fan von Security-Personal empfangen, was den Anabolika- und Steroide-Handel in und um Wolfen sicher florieren lässt. Kurzzeitig dachte ich, ich wäre im Krieg oder in Halle, aber nach einer recht gründlichen Kontrolle durfte ich für fanfreundliche 6 Euro dann doch aufs Geläuf. Was ich zunächst für den Neben- oder Aufwärmplatz hielt, stellte sich bei genauerem Hinsehen als der tatsächliche Ort des späteren Geschehens heraus. Kurzum: willkommen in der ganz üblen Fussballprovinz. Der Gedanke, der an diesem Nachmittag bei mir mehr als einmal aufkam, lautete: Bitte, lieber Fussballgott, lass die Größten der Welt hier NIE, NIE, NIEMALS zu einem Punktspiel antreten müssen.

Während sich die Mannschaften warm machten, gab es erst mal eine leckere, ungekühlte Cola, gefolgt von der Suche nach einem guten Platz, von dem aus ich das Spiel später gut würde verfolgen können. Ich möchte mal so sagen: der Riesenandrang herrschte jetzt nicht:

Platz und Gesellschaft fand ich dann auf der Gegengerade, an derem (von meinem Standpunkt aus) rechten Ende sich auch Block U samt Zaunfahnen positionierte. Supportet wurde, wie bei den ersten Pokalrunden üblich, allerdings nicht. Das hatte aber auch seine Vorteile, wie überhaupt die Tatsache, dass sich lediglich etwa 530 Interessierte auf dem Jahnsportplatz versammelt hatten: man war nah dran am Geschehen auf dem Platz und konnte gut, oder jedenfalls anders als auf den Rängen im heimischen HKS üblicherweise, die Anweisungen und Abstimmungen der Spieler untereinander verfolgen. Irgendwie noch mal eine andere, nicht unangenehme Art, Fußball live zu gucken.

Die erste Hälfte begann Blau-Weiß der Aufstellung nach sehr offensiv mit Harrer und Krieger im Sturmzentrum, dazu Viteritti und Beil auf den Flügeln. Podrygala erhielt seine Chance im zentralen Mittelfeld neben Kapitän Marco Kurth, auf den Außenverteidigerpositionen anders als in den vorhergehenden Punktspielen Charly Neumann (links) und Fernando Lenk (rechts), letzte Saison noch Stammspieler, nun aber nur noch die Nummer 2 auf der Position hinter Nils Butzen. In der Innenverteidigung mit Hackenberg und Friebertshäuser die üblichen Verdächtigen, Dersewski ersetzte – wie im Pokal mitunter üblich, Stammtorhüter Tischer. Also quasi so etwas wie die zweite Garnitur, was auch damit zu tun hatte, dass einige Stammkräfte verletzungsbedingt ausfielen. Besonders gefreut hatte ich mich eigentlich auf Michel Harrer, der in der Vorbereitung einige Tore erzielt hatte, dann aber kurz vor Saisonbeginn verletzungsbedingt ausfiel und sich jetzt langsam wieder in die Mannschaft zu kämpfen versucht. Leider konnte er mich in der ersten Halbzeit nicht überzeugen und nahm in der zweiten dann auf der Bank Platz. Es war aber zu erkennen, wie das Spiel mit einem bulligen Stürmer wie Harrer aussehen kann, der vorne Bälle behauptet und auch mal abtropfen lassen kann. Die Abstimmung passte an diesem Tag aber noch nicht so gut, es gab viele Missverständnisse und eigentlich in der ganzen ersten Halbzeit nicht eine vernünftig herausgespielte Torgelegenheit. Das jetzt ausschließlich Michel Harrer anzulasten, wäre natürlich großer Blödsinn; auffällig war aber, dass sich unser Spiel in Halbzeit zwei mit Boltze für Harrer und Krieger und Beil dann im Sturmzentrum deutlich verbesserte. Ich schiebe das jetzt aber mal auf Harzers geringe Spielpraxis und die Tatsache, dass wir in HZ 2 unsere “etablierte” Offensivabteilung auf dem Platz hatten (auch wenn Krieger bisher immer nur eingewechselt wurde). Da passen die Laufwege natürlich schon eher. Trotzdem, noch mal, gefällt mir auch die Variante mit einem spielenden (Koschwitz, Beil, ansatzweise auch Krieger) Stürmer und einem ‘Brecher’ wie Harrer und ich glaube, das wird auch im Verlauf der Saison noch eine echte Alternative.

Für einen Paukenschlag sorgte in der ersten Halbzeit aber erst mal der Gastgeber, der nach gut 12 Minuten und einem blitzsauber vorgetragenen Konter nebst schönem (Lupfer-)Abschluss das 1-0 erzielte. Hier sahen sowohl Lenk als auch Dersewski nicht sonderlich gut aus, wobei die Hauptverantwortung hier bei Lenk gelegen haben dürfte, der den Angriff eigentlich unterbinden kann, den Spieler aber geschmeidig laufen lässt und dem technisch gut gemachten Abschluss ehrfürchtig hinterherschaut. Also Führung Bitterfeld-Wolfen. Der FCM zwar mit viel Initiative, aber eben auch ohne Ideen und, wie schon erwähnt, mit nicht einer ordentlich herausgespielten Torchance im ersten Durchgang. Nach 2 Podrygala-Freistößen und mit noch 2 min. auf der Uhr ging es für mich erst mal Richtung Würstchenstand. Und es kam, wie es kommen musste: kaum bin ich in der Schlange, höre ich unsere Seite jubeln – Krieger hatte in der 45. Minute zum Ausgleich eingenetzt. Mit einem nicht ganz so miesen Gefühl ging es damit also in die zweite Halbzeit.

Hier ist die Geschichte schnell erzählt: ein völlig verwandelter Erster Fussballclub Magdeburg ließ den Gastgeber aus Bitterfeld-Wolfen noch 4 Tore fressen und gewann letzten Endes standesgemäß mit 5-1. Besonders gut gefallen hat mir über das gesamte Spiel hinweg unser Kapitän, der lautstark seine Leute stellte, Hinweise und Anschisse (“Vitti, was soll das?! Was suchst Du denn da?!”, “Man ey, Lenker!!”) verteilte und eine sehr engagierte Figur abgab. Positiv auch Peter Hackenberg, der die Abwehr gut dirigierte und eigentlich jedes Kopfballduell für sich entscheiden konnte (meine Fresse, kann der Mann hoch springen!). Positiv auf jeden Fall auch, dass alle Tore der Blau-Weißen von Stürmern erzielt wurden. Letzte Saison wäre das noch fast einem Wunder gleichgekommen :-P. Auch Marcel Brendel, von der Spielweise her ja (ich geb’s ja zu) einer meiner Lieblingsspieler, mit ein paar guten Szenen nach seiner Einwechslung, nur leider ohne Fortune beim Abschluss.

Eher weniger positiv dürfte die Erkenntnis sein, dass unser zweiter Anzug noch nicht wirklich passt und Spieler wie Podrygala, Lenk und auch Dersewski (noch) keine vollwertigen Alternativen zum derzeitigen Stammpersonal sind. Ich hoffe aber und wünsche es dem derzeitig auf “Bank” abonnierten Personal, dass die Jungs im Laufe der Saison noch einen Sprung machen und zeigen, was sie zweifelsohne drauf haben. Insofern ist es vielleicht auch gar nicht schlecht, dass wir dank unseres ehemaligen Super-Sportdirektors noch ein paar Sinnlos-Altlasten-Testspiele haben, in denen der 1b-Kader mit Sicherheit noch Gelegenheit bekommt, Spielpraxis zu sammeln und sich zu zeigen.

Insgesamt kann ich den Ausflug nach Wolfen dann wohl doch als gelungenen Fussballnachmittag bezeichnen. Ich bin gespannt, wo uns das Los im Achtelfinale hinführt und würde mich freuen, wenn uns der Hässliche FC aus dem Süden noch die eine oder andere Runde erspart bleiben würde. An manchen Mannschaften muss man sich einfach nicht die Finger schmutzig machen, vielleicht erledigt das für uns ja auch eine der anderen noch verbliebenen sachsen-anhaltinischen Fussballgroßmächte :-D.