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“Kein Bier für Block 4 – Block 5 und 3 sind auch dabei” – Saisoneröffnung gegen den FC Schalke 04, 27.07.2012

“Endlich wieder HKS!” hieß es am Freitag, den 27.07.2012. Das offizielle Saisoneröffnungsspiel gegen den FC Schalke 04 – letztjähriger Bundesligadritter und somit Champions-League-Teilnehmer – stand auf dem Programm.

Vereinseitig angekündigt war ein großes Fest mit entsprechendem Rahmenprogramm im Stadionumlauf, für mediale Präsenz der Größten der Welt war dank Sport1-Liveübertragung auch gesorgt, das Wetter ließ keine Wünsche (außer vielleicht dem nach etwas Abkühlung) offen, nach dem Spiel war noch eine “Blau-weiße After-Work-Party” im Alten Theater angekündigt; kurzum: es war angerichtet für den offiziellen Auftakt in eine hoffentlich erfolgreichere Saison als 2011/2012.

Meine Vorfreude auf das Spiel und den Tag insgesamt war groß, schließlich sollte es für mich die erste und einzige Gelegenheit sein, mir vor dem Punktspielstart live einen Eindruck der neuformierten Mannschaft zu verschaffen. Den bekam ich dann auch, in mehrfacher Hinsicht, doch dazu später mehr. Dementsprechend gut gelaunt ging es am Freitagmittag bereits auf in Richtung Festungsstadt.

Schon auf dem Weg zum Stadion wurde deutlich: hier geht heute was! Die leichte Aufbruchsstimmung, die vorher bereits in der Presse und hier und da im Forum bzw. auf Facebook zu vernehmen war, lag auch am Freitagnachmittag deutlich spürbar in der Luft. Von den leider obligatorischen vollasozialen Alkoholleichen in blau-weiß mal abgesehen, sah man vielerorts fröhliche und zuversichtliche Gesichter, viele Familien, Väter mit ihren Söhnen und nicht zuletzt auch etliche Anhänger der Königsblauen, die erwartungsschwanger Richtung Stadion pilgerten. Für mich recht überraschend ging es am Einlass relativ zügig, obwohl doch deutlich mehr Leute ins Stadion wollten, als bei den letzten Punktspielen ;-). Der erste leichte Schock dann am Bierstand: kleine (0,3 l) Hopfenkaltschale 2,50 €, ein großes (0,5 l) Kaltgetränk 4 €! Eindeutig: die Preise heute hier erstligareif. Darauf folgend dann gleich der nächste Schock, diesmal etwas größer: das dem Stadion derzeit seinen Namen leihende Unternehmen hatte offenbar in rauen Mengen Klatschpappen verteilt. Wer sich da drunter nichts vorstellen kann, klicke für ein Beispiel bitte hier. Als ich die Dinger sah, dachte ich wirklich kurz, ich bin im falschen Film. Als ob der Erste Fussballclub Magdeburg sowas nötig hätte, lächerlich! Ich kann wirklich nur hoffen, dass das Ganze eine einmalige Aktion war und sich zu den Punktspielen nicht wiederholt – das Stadion kriegen wir noch immer Kraft unserer Stimmen laut genug!

Vor Anpfiff füllte sich dann der Stadionumlauf mehr und mehr und schnell war klar, dass die Akquise von Kaltgetränken und Speisen heute eine etwas längerfristige Angelegenheit werden könnte: irgendjemand kam nämlich auf die grandiose Idee, genau so viele Bierwagen und Bratwurststände wie zu normalen Punktspielen aufzubauen. Nur dass da halt 4.000 Menschen erscheinen, und nicht 12.000+. Wer dazu dann noch weiß, wie unheimlich fähig, stressresistent, freundlich und schnell ein Großteil des Bierwagenpersonals im normalen Punktspielbetrieb ist – nämlich tendenziell eher nicht so – dem schwante schon Übles. Also noch schnell ne Wurst besorgt, den Becher eingetauscht und ab auf die Ränge, die schon lange nicht mehr so voll waren. Gegengerade FCM - Schalke

Der FC Schalke 04 überraschte positiv mit einer sehr gut besetzten ersten Elf, der Fussballclub Magdeburg spielte mit der erwarteten Aufstellung und etlichen Neuen in der Startelf. Für weitere Infos zum Spiel selbst verweise ich mal wieder auf die Jungs und Mädels von Sportfotos MD, die das mit dem Spielbericht deutlich besser können als ich ;-). Widmen wir uns daher wieder dem “Drumherum”: 45 unterhaltsame Minuten später – es stand nur 0-1 aus Magdeburger Sicht, was okay war – standen wir nämlich wieder im Stadionumlauf und waren ob der heißen Temperaturen recht durstig. Genau wie ungefähr alle anderen Nordtribünenbesucher. Dumm nur, dass die hohen Bierpreise den gemeinen Clubfan offenbar bis zum Halbzeitpfiff nicht davon abgehalten haben, getränketechnisch kräftig reinzuhauen – das Bier war alle O_O! Angesichts der Tatsache, dass der Club mit dem Spiel kräftig Werbung machen und den einen oder anderen auch für die Punktspiele (wieder) ins Stadion locken wollte, ein unverzeihlicher Fauxpas. Schnell machten natürlich die üblichen sarkastischen Bemerkungen die Runde: “Magdeburg halt”, “typisch FCM”. Schlimmer aber noch so etwas wie “Na, hier komm ich nicht noch mal her, wenn es hier nicht mal was Kaltes zu trinken gibt”. Mittlerweile hat der Club eine Stellungnahme zu den katastrophalen Cateringverhältnissen abgegeben – offenbar war nicht nur die Bierversorgung ein Problem, sondern auch die Versorgung von Kindern mit Cola, Wasser usw. und vor allem die unheimliche Frechheit manch einer/eines Schankangestellten. Berichtet wurde unter anderem von Bemerkungen wie “Wenn Sie was trinken wollen, gehen Sie doch nach hause!” usw.. An dieser Stelle und in dem Zusammenhang möchte ich explizit anmerken, dass der Club, wie ich auch erst jetzt weiß, selbst keinen Einfluss auf das Catering hat. D.h., verantwortlich zu machen sind nur der Caterer selbst und die Betreibergesellschaft, die solche Amateure einkauft. Trotzdem bleibt ein schlechter Eindruck, der den Club sicher einige hundert Zuschauer für das erste Punktspiel zuhause gegen Auerbach gekostet haben wird. Andererseits: der Club wäre halt auch einfach nicht der Club, wenn er eine solche Chance wie am Freitag nicht mit Anlauf verballern würde – und diesmal sogar, ohne etwas dafür zu können <3.

Kann man eigentlich einen Caterer und/oder die MVGM wegen vereinsschädigendem Verhalten verklagen?

Wie dem auch sei, kurz nach Anpfiff der zweiten Halbzeit und statt Getränk mit der zweiten Bratwurst des Tages auf der Faust waren wir dann wieder an unseren Plätzen. In den zweiten 45 Minuten wurde kräftig gewechselt und leider rappelte es dann auch noch 4x in der Bude, allerdings leider in der falschen. So gewann schließlich der Champions-League-Teilnehmer aus Gelsenkirchen standesgemäß mit 5-0 gegen den Regionalligisten aus der Elbestadt. Insgesamt muss ich aber sagen, dass trotz des deutlichen Klassenunterschiedes von unseren Spielern in dem Spiel am Freitag bereits deutlich mehr Fussball gezeigt wurde, als gefühlt in der ganzen letzten Saison. Der eine oder andere ganz gefällige Ansatz war zu sehen, die Truppe hat gekämpft und gerackert und hatte sogar noch eine sehr gute Torchance – allein, Maik Koschwitz spitzelte den Ball liegend um wenige Zentimeter am rechten Pfosten vorbei. Dementsprechend zufrieden war ich nach dem Spiel auch und freue mich jetzt schon auf den 12.08., wenn es dann gegen Auerbach endlich wieder um Punkte geht!

Kurz berichtet sei auch noch von der anschließenden “After-Work-Party” im Alten Theater, die wir uns natürlich für 4,65 € Eintritt (inklusive eines aktuellen Mannschaftsposters und eines 5€-Gutscheins für den FanLaden) nicht nehmen ließen. Leider folgten diesem Gedanken nicht allzu viele weitere Blau-Weiße, sodass die “Lokäischn” doch weitestgehend leer blieb und sich die wenigen Gäste mehr oder weniger verloren. Gründe dafür gibt es sicher einige, aber wahrscheinlich ist es auch müßig, da im Nachhinein und an dieser Stelle groß drüber zu philosophieren. Die Veranstalter, da bin ich mir ganz sicher, werden schon die entsprechend richtigen Schlüsse aus der Veranstaltung ziehen. Dabei hatte der Abend an sich viel Potential – eine Live-Band war organisiert, die Songs der Ärzte und der Toten Hosen coverte (und das ausgesprochen ordentlich!), eine Bikini-Modenschau war versprochen 😛 und, und das war an sich für mich das größere Highlight – die komplette Mannschaft inklusive Betreuerstab hat vorbeigeschaut. Mannschaftsfoto Altes TheaterMan begab sich auf die Bühne, jeder Neuzugang stellte sich kurz persönlich vor und richtete einige Worte an die anwesenden Fans. Super Idee, die sehr gut ankam und sicher nicht nur bei mir für eine ganz andere Verbundenheit mit der Mannschaft sorgt ;-).

Im Anschluss gab es noch Gelegenheit, mit den Spielern ins Gespräch zu kommen und sich das Mannschaftsposter signieren zu lassen. Wer weiß, vielleicht ist das ja mal richtig viel Geld wert, wenn die Truppe wider Erwarten den Aufstieg und anschließenden Durchmarsch in die Zweite Liga perfekt macht ;-). Ja ja. Man muss halt auch noch Träume haben dürfen :-P.

Besonders auffällig war für mich der super Umgang der Jungs miteinander. Man hat das Gefühl, dass das wieder eine richtige Truppe ist, die sich gut versteht und zusammenhält. Klasse auch Benjamin Boltze, der ja nun aufgrund seiner Irrungen und Wirrungen bei der Wahl der vorherigen Vereine möglicherweise eine etwas schwerere Hypothek mit sich rumträgt ;-). Ich kann aber definitiv sagen, dass das ein richtig Sympathischer ist, der wohl weiß, dass er für die gleiche Anerkennung innerhalb der Fanszene sicher etwas mehr arbeiten muss als seine Kollegen, aber diese Geschichte, denke ich mal, auch annimmt. Und spätestens, wenn er die Randmerseburger irgendwann in der Saison für uns mit einem Tor aus dem Landespokal kegelt, fragt kein Mensch mehr danach, wo er letzte Saison gespielt hat ;-).

Der nächste Pflichttermin ist, wie schon geschrieben, der 12.08.. Dann geht es gegen Auerbach sowohl um die ersten drei Punkte der Saison als auch um ein weiteres großes Ziel: mindestens 10.000 Zuschauer ins heimische HKS zu locken! Ich hab schon getan, was ich konnte, und kann mindestens eine zusätzliche Stadionbesucherin vermelden, die sonst definitiv nie zum Fussball geht ;-).  Wie es ausgeht, was weiter passiert und ob tatsächlich 10.000+ das erste Punktspiel der neuen Saison live erlebt haben, wird dann zu gegebener Zeit an dieser Stelle zu lesen sein :-)!

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“Und es geht schon wieder los” – Trainingsauftakt, Saison 2012/2013

Trainingsbeginn! Nach einem durch den kontinentalen Länderwettstreit in Polen und der Ukraine glücklicherweise eher kurzweiligen Sommer (entgegen den sonst quälend langen Tagen und Wochen zwischen dem letzten Spiel und der ersten Trainingseinheit) startet der Erste Fussballclub Magdeburg in dieser Woche offiziell in die neue Regionalliga-Saison. Zunächst bat Neu-Trainer (und Über-den-Sommer-schon-Wirbler) Andreas Petersen seine Mannen zum Laktat-Test, anschließend ging es gemeinsam für eine teambildende Maßnahme irgendwo in den Wald. Das stets gut informierte Boulevard-Blatt mit den 4 Buchstaben will erfahren haben, dass man sich für den Spreewald und eine Art ‘Überlebens-Camp’ entschied. Ich hoffe an dieser Stelle nur, dass damit nicht schon auch das Motto für die anstehende Spielzeit ausgerufen wurde, gibt es doch in dieser Saison wieder Absteiger und damit eine Tabellenregion, die wir in der vergangenen Saison zur Genüge kennengelernt haben. Dazu später mehr.

Erstaunlicher als der Umstand, dass man sich überhaupt einer solchen teambildenden Maßnahme gleich zu Saisonbeginn bedient (was prinzipiell sicher mehr als sinnvoll ist) ist für mich die Tatsache, dass man bereits am ersten Tag der neuen Saison die vollständige Mannschaft zusammen hat, was ein solches Gruppenerlebnis ja erst möglich werden lässt. Erstaunlich ist das deswegen, weil unser ‘schlafender Riese’ in den vergangenen Sommern doch ein recht tiefes Nickerchen machte, wenn es darum ging, die Kaderplanung für die neue Spielzeit über den Sommer voranzutreiben.

So also traten auch alle neun Neuzugänge die Reise an, was einer der Gründe dafür ist, dass ich für die Regionalligasaison 2012/2013 vorsichtig optimistisch gestimmt bin. Wirklich richtig bekannte Namen sind nicht dabei, was aber bei der immer wieder propagierten schlechten Kassenlage auch kein Wunder ist. Kennen könnte man Christopher Reinhard, aber auch Florian Beil ist zumindest in der Regionalliga kein Unbekannter. Extrem neugierig bin ich persönlich außerdem auf Michél Harrer und auf Ali Moslehe, den ja ein gewisser ‘Papa’ im vergangenen Sommer verschmähte und der dann in Havelse zeigen konnte, was er drauf hat. Ist er vielleicht der dringend benötigte kreative Geist im Mittelfeld, der uns schon so lange fehlt? Man weiß es nicht, darf es aber hoffen. Eine äußerst interessante Personalien ist dazu Benjamin Boltze. Der war nämlich vor ein paar Jahren schon mal bei den Größten der Welt im Gespräch, entschied sich dann aber erst für einen Verbleib beim Chemnitzer FC und später völlig falsch: er heuerte in Merseburg-Nord an. Man darf gespannt sein, wie die Fangemeinde ihn letzten Endes annimmt. Er ist schließlich erst der zweite Spieler in der Club-Historie, der von der stinkenden Stadt an der Saale in die Elbmetropole wechselt… Natürlich sollen auch die anderen Neuzugänge hier nicht unerwähnt bleiben, als da noch wären: Kevin Nennhuber, Danilo Dersewsky, Patryk Podrygala und Marius Sowislo. Jede Menge neue Namen und Gesichter also…

Vorsichtig optimistisch für das neue Spieljahr bin ich außerdem noch, weil mittlerweile Leute im Club für die sportlichen Belange verantwortlich sind, die die Dinge klar beim Namen nennen und anpacken und sich nicht in elegisch langen Konzepten und wortakrobatischen Rhetorikübungen ergehen. Mario Kallnik als Präsidiumsmitglied schenkt der Fangemeinde reinen Wein ein, wenn er sagt, dass die Mittel knapp, die Perspektive eher ‘geht so’ und das Saisonziel ‘Klassenerhalt’ sind. Andreas Petersen krempelte bereits während der Sommerpause und ohne Vertrag die Ärmel hoch, holte Spieler aus verschiedenen Ecken Deutschlands und mit unterschiedlicher fussballerischer Sozialisation und verbreitet ein Gefühl von ‘harte Arbeit vor Schönspielerei’ und ‘kein Schnickschnack’. Die gebeutelte Magdeburger Fanseele (also zumindest meine) mag das.

Jetzt gibt es natürlich wieder die Unverbesserlichen, die eine Saisonzielstellung ‘Klassenerhalt’ nicht akzeptieren wollen, weil der ach so glamouröse FCM doch eigentlich zu so viel Höherem bestimmt und die aktuelle Liga eines Europapokalsiegers von 1974 nicht würdig ist. Da muss es natürlich heißen: ‘Attacke’, ‘Aufstieg’ und ‘wer ist eigentlich Torgelow?’ (was zugegebenermaßen etwas überspitzt formuliert ist). Wie an anderer Stelle schon mal geschrieben: sicherlich irgendwo verständlich, aber mit solchen Aussagen verkennt man die aktuelle Situation doch erheblich. Ich persönlich glaube auch nicht, dass wir bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt zittern müssen, finde aber die Maßgabe, zunächst erst mal das Punktekonto bis zum garantierten Nicht-Abstieg zu füllen, vollkommen legitim. Sollten wir wider Erwarten (was ich auch nicht glaube) nachher doch oben mitspielen, ist es doch umso besser. Sollten wir im gesicherten Mittelfeld landen – das ist übrigens auch mein Tipp für 2012/2013 – wird ob der ausgegeben Zielstellung sicher niemand den Kopf des Trainers fordern. Na und sollten wir doch im Abstiegskampf stehen und die Geschichte erst am letzten Spieltag zuhause gegen die BSG Sachsenring ziehen, kommt es wenigstens nicht unerwartet. Ich denke, der Kader hat Potential, mit Herrn Petersen haben wir den richtigen Trainer für die richtigen Spieler zum richtigen Zeitpunkt und was das Wichtigste ist: die unaufgeregte Herangehensweise und Bodenständigkeit der für den sportlichen Bereich Verantwortlichen wird auch dazu beitragen, das Umfeld zu beruhigen und alle wieder ein Stückchen näher zusammenzubringen.

Von entscheidender Bedeutung wird im übrigen – wie eigentlich immer – sein, wie wir den doch recht anspruchsvollen Saisonauftakt überstehen. Das erste Heimspiel: so ein bisschen wie das erste Date oder vielleicht besser: wie ein Pärchen kurz vorm Versöhnungssex ;-). Es geht gegen den VfB Auerbach mit dem Ex-Magdeburger Peter Otte als Kapitän, einer Truppe, die sicher unangenehm zu spielen sein wird und den Aufritt in der (im Vergleich zum beschaulichen Vogtland) schier unfassbaren Urbanität der sachsen-anhaltinischen Landeshauptstadt mit Sicherheit genießen wird. Natürlich wird der Druck auf unsere Rasenakrobaten bei diesem Spiel wieder immens sein (oder geredet werden). Ich hoffe aber auf einen kämpferischen und leidenschaftlichen Auftritt, der weiter Aufbruchsstimmung verbreitet und eine Truppe, mit der sich der gemeine Clubfan wieder richtig wird identifizieren können. Das Spiel wird 1-1 enden.

Am zweiten Spieltag geht es dann gleich nach Thüringen ins Ernst-Abbe-Sportfeld zu Jena. Der FC Carl Zeiss ist hier als Absteiger aus der dritten Liga sicher Favorit, aber genau deshalb werden wir dort die 3 Punkte mitnehmen. Für mich wird es die erste Auswärtsfahrt der Saison und ich freue mich auf das altehrwürdige Stadion, das ich zu der Gelegenheit das erste Mal betreten werde. Das Spiel endet 3-2.

Am dritten Spieltag kommt der Angstgegner nach Magdeburg: wir treffen auf den Zipsendorfer Fussballclub Meuselwitz. Die Truppe war schon immer unangenehm, und noch nie haben wir gegen die Mannen aus der, Achtung, “bluechip-Arena” wirklich gut ausgesehen. Mit der Euphorie aus dem Jena-Spiel murkeln wir uns aber beim zweiten Heimspiel zum ersten Sieg und behalten die drei Punkte mit einen dreckigen 1-0 im HKS.

Das ist natürlich alles reine Spekulation, aber eben auch Bauchgefühl, und mit 7 Punkten aus den ersten 3 Spielen sollte die oben bereits erwähnte Ruhe im Umfeld doch eintreten. Ich bin jetzt schon sehr gespannt, welches Saisonstartfazit dann so Anfang September hier tatsächlich zu lesen sein wird ;-).

Vielleicht noch eine kleine Anekdote am Rande, die unter der Überschrift “Definiere Magdeburg!” laufen könnte. Wie in der vergangenen Woche bekannt gegeben wurde, wird die Saisoneröffnung im HKS am 27.07. stattfinden, der Gegner heißt FC Schalke 04. Champions-League-Teilnehmer. Erstligist. Mit voller Kapelle. Beim letztjährigen Tabellenletzten der 4. Liga. In mit ein bisschen mehr Demut gesegneten Landstrichen wäre so ein Umstand vermutlich ein Grund zur unbändigen Freude, man würde auf das Spiel hinfiebern und noch Oma, Opa, Onkel, Tante, Freund und Freundin mit ins Station bringen, die alle ne Wurst essen und vielleicht den Becherpfand aus ihrem Bierkauf dem FCM-Nachwuchs spenden. Nicht so in der Festungsstadt. Natürlich freut sich der überwiegende Teil der Fangemeinde auf das Spiel und den Gegner, aber  gefühlt war unmittelbar nach Bekanntgabe des Termins und des Gegners jede 3. Aussage ungefähr: “Bäh, scheiss Schalke!”, “Ich will aber West Ham (mimimimi)” oder “Wieso nicht der BVB?”. Sowas gibt’s wohl auch nur in Magdeburg <3. Die Tatsache, dass derzeit (natürlich) auch die Anstoßzeit bemängelt wird und außerdem immer noch verdammt noch mal nicht feststeht, wann es denn die Tickets gibt, ist Stoff für eine andere Geschichte, die ein andermal erzählt werden soll…

In diesem Sinne: “Auf geht’s, Magdeburger Jungs!”. Ich freu mich auf 12/13.

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Schal auf Tour – Brann Stadion, Bergen/Norwegen

Urlaubszeit ist Reisezeit. Nach Saisonabschluss ging es daher in diesem Jahr das zweite Mal nach 2008 in den hohen Norden, genauer gesagt auf die Insel Askøy in der unmittelbaren Nähe von Bergen in Norwegen. Bergen wiederum beheimatet eine von 16 Fußballmannschaften in der ersten norwegischen Liga, der “Tippeligaen”. Was lag da also näher, als einen Ausflugstag für einen kurzen Abstecher zur Heimspielstätte des SK Brann zu nutzen? Wir mussten uns natürlich einen Reisezeitraum aussuchen, in dem die Liga in der Spielpause ist (in Norwegen wird von März bis November gespielt), sodass es uns also nicht vergönnt war, einem Punktspiel beizuwohnen. Note to self: Urlaube sind zukünftig in dieser Hinsicht deutlich besser zu planen :-P. Eine e-Mail-Anfrage an den Verein bezüglich der Möglichkeit von Stadionführungen und/oder dem Besuch von möglicherweise angesetzten Freundschaftsspielen während unseres Aufenthalts in Norge vor Reiseantritt blieb leider unbeantwortet, sodass es also auf eigene Faust auf Stadionerkundung ging.

Der Verein wurde 2007 letztmalig norwegischer Meister und dümpelt derzeit (also in der Saison 2012) mit 13 Punkten aus 12 Spielen auf dem 11. Tabellenplatz rum. Zum Stadion gelangt man mit der Straßenbahnlinie 1 – kurioserweise auch der einzigen Straßenbahnlinie in Bergen – ab “Byparken” in der Bergener Innenstadt. Das Stadion hat dann nach knapp 11 Minuten Fahrt auch einen eigenen Stop (“Brann Stadion”), was es also auch nicht norwegisch sprechenden Menschen wie uns ermöglichte, die richtige Haltestelle zu erwischen.

“Brann Stadion” liegt wunderschön eingebettet zwischen Wohnhäusern und Hügeln am Fuß des “Ulriken” und verbindet für mich die Atmosphäre einer kleinen, aber feinen und modernen Arena mit dem unvergleichlichen Charme eines alten Stadions. Erbaut wurde die Spielstätte, die dem SK Brann auch gehört, laut Angaben auf der Clubhomepage im Jahre 1919, seither wurde sie einige Male modernisiert.  Das sieht man dem Stadion auch an – auf der einen Seite der moderne Look:

und genau auf der anderen Seite die altehrwürdigen Mauern:

(selbstverständlich musste auch ordnungsgemäß repräsentiert werden :-P)

Ungefähr so wie das “Brann Stadion” stelle ich mir alte englische “Grounds” vor, die ja leider nach und nach – so hört man – dem Modernisierungswahn zum Opfer fallen. Da unser ‘Stadionbesuch’ auf einen Samstag fiel, der im Stadion integrierte Fanshop geschlossen hatte und auch sonst niemand zu finden war, der uns hätte Einlass gewähren können, blieben nur der Blick von der Seite und von oben:

  

Insgesamt ein wirklich lohnenswerter Ausflug, noch dazu, wenn man mit einem Seitenblick (das Stadion im Rücken) ein solches Panorama geboten bekommt:

Übrigens: nach oberflächlichen Recherchen meinerseits haben die Größten der Welt und der SK Brann in der Europapokalgeschichte beider Vereine bisher noch nicht die Klingen gekreuzt. Und werden es vermutlich auch zumindest in der nächsten Dekade wohl eher nicht tun…

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77, 29 – Rückblick auf die Regionalligasaison 2011/12

So. Die Fanutensilien sind erst mal wieder in den Schrank geräumt und Schal und Trikot waren in der Waschmaschine, um diese Horror-Regionalligasaison 2011/2012 ordentlich und hoffentlich nachhaltig rauszuwaschen. Zeit also, sich mit etwas Abstand und einem letzten großen Kraftakt einem Rückblick auf die gerade zu Ende gegangene Spielzeit des Ersten Fussballclubs Magdeburg zu widmen.

77, 29. Diese beiden Zahlen geben einen ziemlich grafischen Hinweis darauf, wie die gerade abgelaufene Saison der Größten der Welt zu bewerten ist. Stolze 29 von 102 möglichen Punkten hat der Europapokalsieger von 1974 im Spieljahr 2011/2012 in der Regionalliga Nord gesammelt. Im Gegensatz dazu stehen für den großen Rivalen aus dem Süden Sachsen-Anhalts 77 Zähler zu Buche. Genug, um die Liga in diesem Jahr zu gewinnen und in der kommenden Saison in der 3. Bundesliga anzutreten. Dort, wo der 1. FC Magdeburg nach Meinung der Fans mindestens hingehört. Das ist schmerzhaft, aber leider auch die bittere Realität. Genau wie der Umstand, dass wir uns in der neuen Saison mit Fussballgrößen wie Torgelow, Rathenow und Neustrelitz messen dürfen. Zweimal. In Punktspielen. Wer jetzt noch nicht verstanden hat, dass Rotterdam ’74 lange vorbei ist und der Club Jahre brauchen wird, um an Profifussball im HKS überhaupt auch nur ernsthaft denken zu können, dem ist nicht mehr zu helfen. Dazu aber später mehr.

An dieser Stelle soll es erst einmal, wie eingangs erwähnt, um einen persönlichen Saisonrückblick gehen. Hier ist es also – mein Saisonfazit in 7 Akten:

1. “FCM – wir sind da – jedes Spiel – ist doch klar…” 

Naja, nicht ganz. Aber die Bilanz ist doch recht ordentlich: Alle Heimspiele mitgenommen und dazu noch die Auswärtspartien in Meuselwitz und Merseburg-Nord. Macht seit August 2011 summa summarum ungefähr 4.600 km für den Club. Meine Fresse.

2. Wer will noch mal, wer hat noch nicht? 

Ich bin mir ziemlich sicher, dass der Verein in seiner ganzen langen Geschichte noch nie 4 Trainer in einer Saison verschlissen hat. Man möge mich korrigieren, wenn ich falsch liege. In die Saison gingen wir mit Wolfgang Sandhowe, dem “Papa”. Der Lohn für die Vermeidung des Abstiegs in der Vorsaison war ein neuer Vertrag. Angeblich hätte sich die Mannschaft für Herrn Sandhowe ausgesprochen, also quasi die einzige Instanz im Verein, die nun am Ende der Saison 2010/2011 (Stichwort: Fast-Abstieg) GAR KEINE Forderungen hätte stellen dürfen. Wer konnte da schon ahnen, dass es tatsächlich noch schlimmer geht? Auf Wolfgang Sandhowe folgte die “in-house-Lösung” Ronny Thielemann, bis dato Co-Trainer und ehemaliger Bundesligaspieler bei Energie Cottbus. Sympathischer Typ, aber eben leider auch nicht viel mehr. Weiterentwicklung der Mannschaft? Naja – “weiter” ist ja relativ, man könnte ja zum Beispiel auch rückwärts laufen… Auf Herrn Thielemann folgte Detlef Ullrich, für viele nach dieser Saison Feindbild Nummer 1 und – was sicherlich nicht 100% fair ist – Urheber der ganzen Saisonmisere. Man muss Herrn Ullrich allerdings tatsächlich vorwerfen, dass KEINE seiner Verpflichtungen in der abgelaufenen Saison auch nur ansatzweise überzeugen konnten. Nicht ein vom ihm an die Elbe gelotster Spieler – allesamt mit Cottbuser Vergangenheit – erreichten irgendwann in der Saison mal über mehr als ein Spiel so etwas wie Normalform. Ob das nun an toten Katzen unter dem HKS-Rasen, mangelnden Trainerfähigkeiten oder einfach nur fehlender Qualität lag, möchte ich hier nicht diskutieren. Die Fakten sprechen aber eigentlich für sich. Vom durch Herrn Ullrich entwickelten und von ihm viel zitierten Konzept war auf und neben dem Platz nichts zu sehen – möglicherweise ist der Durchschnitts-FCM-Fan aber auch einfach nur nicht in der Lage, seine Großartigkeit zu verstehen. Nachdem “Konzept-Ulle” seinen großen (arroganten?) Worten (“Wir trainieren weit über Regionalliganiveau.” “Die Mannschaft hat die Qualität, oben mitzuspielen.”) ebenfalls keine Taten folgen lassen konnte, die Vereinsführung endlich mal aus ihrem Tiefschlaf erwachte und Mario Kallnik als neues Präsidiumsmitglied an Bord war, wurde Herr Ullrich als Trainer Nummer 3 in der vergangenen Spielzeit vollständig von seinen Aufgaben entbunden und Carsten Müller übernahm. Herr Müller ist eigentlich Leiter des Nachwuchsleistungszentrums und in der Kette unserer Übungsleiter der vergangenen Saison die ärmste Sau. Ihm oblag es nun, die Spielzeit einigermaßen anständig zu Ende zu bringen, was ihm, soviel sei an dieser Stelle gesagt, den Umständen entsprechend gelang. Berücksichtigt werden muss hier auch, dass der Verein in der Endphase der Saison endlich das tat, was eigentlich die ganze Saison über schon angesagt gewesen wäre: ausprobieren, strukturieren, sichten, und das Grundgerüst für eine Mannschaft 2012/2013 aufbauen. Man kann nur hoffen, dass wir auf dem Trainerstuhl mit der Verpflichtung von Andreas Petersen nun ein wenig Ruhe in den Laden bekommen. Richtig schön wäre es, wenn wir seit einer gefühlten Ewigkeit eine Saison mal wieder mit dem Trainer beenden würden, mit dem wir sie auch begonnen haben.

3. Wer hat Angst vorm schwarzen Mann? 

“Pizzaservice!” So oder so ähnlich meldeten sich wohl angebliche Hooligans, die unseren damaligen Kapitän Daniela, äh, Daniel Bauer angeblich an/in/vor seiner Wohnung bedroht haben sollen, an der Gegensprechanlage. Die ganze Geschichte war von Anfang an irgendwie merkwürdig und es hat schon einen zumindest leicht faden Beigeschmack, dass unser ‘Capitano’ kurz vorher als Spielführer abgesetzt wurde und überhaupt die ganze Saison bis dahin lieber rummaulte und greinte, anstatt die berühmten Arschbacken zusammenzukneifen und auf dem Platz und daneben für Leistung und Ordnung zu sorgen. Nicht falsch verstehen – FALLS es diesen Übergriff auf Daniel Bauer gegeben haben SOLLTE, ist dieser natürlich auf das Allerschärfste zu verurteilen. Nur: so richtig dolle glaubwürdig war die ganze Geschichte nie, die Sache ist irgendwie im Sande verlaufen, der Hype um das Geschehen abgeebbt – nur der Imageschaden für den FC Magdeburg ist geblieben. Herr Bauer spielt inzwischen bei Eintracht Trier, also quasi bei Mutti, und der FCM taucht nunmehr nur noch ab und an als leuchtendes Beispiel für die pösen, pösen Fans auf, wenn die Journaille mal wieder irgendwelche Geschichten von gewalttätigen Fussballfans braucht und/oder unreflektiert übernimmt. Aber wie heißt es so schön: “das kann doch einen Clubfan nicht erschüttern”…

4. Kommt das hier noch wem spanisch vor? 

“Selten so gelacht” ist wohl auch der treffendste Kommentar zu einem angeblichen Einstieg eines angeblichen Investors bei den Größten der Welt. Viel spannender als die kläglichen Versuche der spanischen ASAP, irgendetwas Belastbares zu Papier zu bringen, war für mich aber die Reaktion der Magdeburger Fanszene auf die ganze Geschichte. Viele derjenigen, die Konstrukte wie “RasenballSport” Leipzig verteufeln, schrieen fleißig “hier”, als die Spanier – vermeintlich – mit der ganz dicken Kohle winkten. Selbstverständlich liegt die ganze Sache ja, wenn es den eigenen Verein betrifft, immer völlig anders als in Leipzig, Hoffenheim oder sonst wo. Ich habe wirklich selten so viele blauäugige, doppelzüngige, manchmal auch schlichtweg dumme und unreflektierte Kommentare gehört, wie zu Hochzeiten dieses ASAP-Blödsinns, und oft hat mich diese ganze schwarz-weiße “Entweder ASAP, oder Insolvenz”-Argumentation vieler auch ziemlich geärgert. Gleichzeitig gab es aber auch mahnende Worte und besonnene Gedanken zu dem ganzen Thema, die aber leider viel zu oft im allgemeinen Millionen-Wunschtraumrausch untergingen. Ich persönlich bin heilfroh, dass aus dem Tete-a-tete mit den Spaniern nichts geworden ist. Lieber ohne Investor in Liga 4, als seelenlos in Liga 2. Ja ja, ich weiß, “Äpfel mit Birnen” und so und eigentlich hab ich ja sowieso überhaupt keine Ahnung und so weiter… Fakt ist, dass wir auch weiterhin darauf angewiesen sein werden, mit einer vernünftigen Vereinsführung, guter Jugendarbeit, wohl gesonnenen Sponsoren, einem glücklichen Händchen bei Spielerverpflichtungen und vielem anderen mehr, so wie eben jeder ‘normale’ Fussballverein in Deutschland auch, wieder dahin zu kommen, wo wir hingehören. Bei den Magdeburger Strukturen und dem Tiefschlaf der Verantwortlichen in den vergangenen Jahren wird das schwer genug.

5. Heimsieg! Heim… was?

Es klingt wirklich unglaublich, aber man musste als geneigter Fan des 1. FC Magdeburg tatsächlich bis zum 31. Spieltag warten, um den ersten Heimsieg der Saison zu erleben. Eine so lange Heim-Durststrecke hatte vor dem aktuellen Kader noch keine erste Männermannschaft des 1. FCM seit Vereinsgründung auf den Rasen gezaubert. Böse Zungen würden ja behaupten, dass es ob dieses Laufs fast schon schade ist, dass der WHV uns die Punkte überlassen hat; allerdings wird diese Serie hoffentlich trotzdem ein trauriger Rekord für die Ewigkeit bleiben. Ich für meinen Teil kann zumindest sagen: “FCM: 2, Wilhelmshaven: 0 – ich war dabei”…

6. Die Größten der Welt 

Dass die Fans des Ersten Eff Zee Magdeburg trotz aller Nackenschläge die Größten der Welt sind und bleiben, bewies die abgelaufene Spielzeit einmal mehr. Wir sahen ergreifende, lustige und spektakuläre Aktionen im HKS.

Die Anteilnahme am Tod des jungen Fans Daniel Berger  und das Gedenken an Fan-Unikat “Keckitsch” (Abschiedsvideo von www.sportfotos-md.de) gehörten sicher zu den stillen und bewegenden Momenten der letzten Saison. Die Partie gegen Hannover 96 Zweite Mannschaft, während der das nebenstehende Photo entstand, blieb mir dabei besonders in Erinnerung, weil auch der Hannoveraner Anhang dem auf tragische Weise verstorbenen Daniel die Ehre erwies und erst in der 18. Minute – nachdem auch Block U seine stille Anteilnahme beendete – lautstark das Stadioninnere betrat. Einer der wenigen Gänsehautmomente und bezeichnenderweise einer, der mit dem ‘Spektakel’ auf dem Rasen gar nichts zu tun hatte.

Natürlich darf auch die mittlerweile weit über die Grenzen der Festungsstadt bekannte Pfeil-Aktion von Block U nicht unerwähnt bleiben. Unter dem Motto “Wir zeigen Euch, wo das Tor steht”, wurde 90 Minuten lang eine im deutschen Fussball bis dato wohl einzigartige Aktion durchgezogen, die nicht nur Stefan Raab darüber berichten ließ.

Schließlich war dann da noch die Pyroshow im Flutlichtspiel gegen den VFC Plauen (danke wiederum an “Sportfotos MD” für das schicke Video), ein weiterer beeindruckender Beweis dafür, dass Pyrotechnik nicht automatisch Randale bedeutet und eben doch für eine stimmungsvolle Kurve sorgen kann. Unsere Rasenstrategen ließen sich davon selbstredend nicht groß beeindrucken, das Spiel gegen die Vogtländer reihte sich ein in die ein ums andere Mal enttäuschenden Vorstellungen zuhause, gewonnen wurde natürlich nicht…

7. “In Scharen ziehen wir durch’s Land – völlig außer Rand und Band…” 

…tragen Schals in uns’ren Farben – ja wir sind vom FCM!” – So oder so ähnlich ertönen in der kommenden Saison wohl die Schlachtrufe in den Regionalbahnen und Ferkeltaxis zwischen Zwickau und Rathenow. Die neuerliche Liga-Reform rettete uns in der abgelaufenen Spielzeit vor dem Abstieg und beschert uns nun eine von fünf neuen Regionalligen, die das ‘regional’ im Namen wohl wirklich verdient haben. Neben der BSG Sachsenring Zwickau und dem 1. FC Lokomotive Leipzig geht es noch gegen den FC Carl Zeiss Jena, RasenBallsport Leipzig (hihi), den Berliner AK 07, den Zipsendorfer Fussballclub Meuselwitz, den VFC Plauen, Hertha BSC Berlin Zweite Mannschaft, Energie Cottbus Zweite Mannschaft, den VfB Germania Halberstadt, den 1. FC Union Berlin Zweite Mannschaft, FSV Optik Rathenow, den VfB Auerbach, die TSG Neustrelitz und den Sieger der Entscheidungsspiele zwischen dem Torgelower SV Greif und dem VfB Fortuna Chemnitz. Eine illustre Runde aus Vollprofi- und Vollamateurmannschaften und eine Ansammlung an Gegnern, die zumindest das eine oder andere heiße Derby erwarten lassen. Schade, dass das Westsachsenstadion in Zwiggau nicht bespielbar ist und schade auch, dass wir gegen die Lok wohl in der “Popcorn-und-Cola”-Arena Leipzig, dem ehemaligen Zentralstadion, antreten müssen und nicht im Bruno-Plache-Stadion. Schade und eigentlich schlimm auch, dass wir gegen Germania Halberstadt die Plätze 2 und 3 in Sachsen-Anhalt ausspielen müssen, während sich die Sportskameraden aus Merseburg-Nord eine Spielzeit lang in Deutschlands dritthöchster Spielklasse blamieren dürfen.

Ich würde ja an der Stelle gern sagen, dass es ja nicht für lange ist und dass wir als ‘schlafender Riese’ bestimmt ganz bald wieder zurück sind auf der großen Fussballbühne. Die traurige Realität ist aber, dass wohl auf die nächsten Jahre diese Regionalliga unser Zuhause bleiben wird. Ein Gemengelage aus nichtsblickenden Funktionären, Unvermögen und Pech, verfehlter Transferpolitik, verschlafenen Chancen und einer in weiten Teilen immer noch ziemlich erschreckenden Arroganz größerer Teile der Fanszene, verbunden mit einer oft völlig überzogenen Erwartungshaltung an alles, was mit dem Club zu hat, haben den Verein um Jahre zurückgeworfen, während Sportgemeinschaften mit deutlichen schlechteren Voraussetzungen als den unseren längst an uns vorbeigezogen sind. Chemnitz und Babelsberg spielen schon in Liga 3, der Hässliche FC in der nächsten Saison, die infrastrukturarmen Aue und Cottbus gar in der zweiten Liga. Wir aber messen uns mit Rathenow, Torgelow und Auerbach und können froh sein, dass uns wenigstens die alten DDR-Derbys noch ein wenig die Kassen füllen.

Soweit der Rückblick und der kleine Ausblick auf die neue Saison. Und da es wesentlich schlechter als 2011/2012 nicht laufen kann, ist die neue Dauerkarte für 12/13 natürlich bereits vorbestellt :-).

Jetzt ist aber erst mal Sommerpause. Natürlich wird aufmerksam verfolgt, wie sich die Kaderzusammenstellung für die kommende Saison gestaltet und wie es im Verein weitergeht. Klar ist aber auch, dass sich auch die Fans, und das schließt mich ein, nach dieser Spielzeit, die Leidenspotential für 10 Saisons hatte, eine Pause verdient haben. Die EM steht an (da gibt es richtigen Fussball O_O!) und auch die eine oder andere Urlaubsreise wird dabei helfen, Kraft zu tanken und mit neuen Hoffnungen und neuem Elan in das neue Spieljahr zu gehen. Denn eins ist klar:

EINMAL – IMMER

und:

“Du bist niemals alleine…”

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Habemus Trainer

Ja, ist schon wieder ein bisschen her seit dem letzten Blogeintrag. Vermutlich tritt langsam die vermutete Entschleunigung des Blog-Enthusiasmus ein, die ich ja gleich zu Beginn schon vermutet hatte. Andererseits gab es aber eben in den letzten Wochen auch eigentlich nicht viel Spektakuläres zu berichten vom Ersten Fussballclub Magdeburg. Das kann aber auch damit zusammenhängen, dass die Saison gefühlt bereits vorbei ist und man die letzten Wochen der Spielzeit 2011/2012 eben so dahinplätschern lässt. Seit unserem Gastspiel beim wohl zukünftigen Drittligisten aus dem Süden Sachsen-Anhalts gab es noch 2 Punktspiele in der Regionalliga Nord: das Heimspiel gegen Meppen und ein Auswärtsspiel gegen die Reserve des Hamburger Sportvereins.

Ersteres Spiel hab ich gar nicht vollständig gesehen (was beim Endstand von 0-0 und damit einem PUNKTGEWINN!!! wohl auch nicht so schlimm war), weil es in der ersten Halbzeit hinter der Nordtribüne eine Versteigerung von Fanartikeln gab, die doch deutlich unterhaltsamer war als die gesamte bisherige Rückrunde. Was am Spiel allerdings schön war, war unsere Begegnung mit einer Gruppe Meppener Zugfahrer in der Straßenbahn auf dem Weg zum Stadion. 7 Stunden Zugfahrt, um die eigene Mannschaft gegen das Erste FussballChaos Magdeburg spielen zu sehen, nötigt mir schon eine erhebliche Portion Respekt ab. Die Jungs waren cool drauf und so sollte es ja eigentlich immer sein: man fährt gemeinsam zum Stadion, quatscht ein wenig und tauscht sich aus, wünscht sich dann beim Aussteigen gegenseitig ein gutes Spiel und geht seiner Wege. Aber das ist ein anderes Thema.

Gegen den Hamburger Sportverein reichte es immerhin nach einem 0-2-Rückstand noch zu einem 2-2 Unentschieden, was angesichts der bisherigen heroischen Leistungen unserer Fussballhelden schon beinahe als sensationell zu bezeichnen ist. Die Presse und die Mitfahrenden waren sich danach einig, dass  die zweite Halbzeit Grund zur Hoffnung gibt und schon einigermaßen nach Fussball aussah, sodass unser “Heimnimbus” diese Saison (noch kein Heimspiel gewonnen) jetzt am Sonntag gegen den Sportverein Wilhelmshaven echt in Gefahr ist. Wilhelmshavens Trainer hat ja unter der Woche schon verlauten lassen, dass er Angst hat, seine Mannschaft sei möglicherweise die erste, die diese Saison die Punkte im HKS lässt. Der FCM verbreitet halt immer noch Angst und Schrecken :-D.

Was in der letzten Zeit allerdings tatsächlich mal positiv zu beobachten war, waren die Aktivitäten unseres neuen Präsidiumsmitglieds Mario Kallnik. Unser langjähriger Kapitän, nunmehr leitender Angestellter der Allgemeinen Ortskrankenkasse, ist als viertes Präsidiumsmitglied in der Führungsetage des Clubs mittlerweile für die sportlichen Belange verantwortlich und offenbar bereits mächtig rührig. Ich habe den Eindruck, es tut sich wieder was im Verein, und vor allem habe ich den Eindruck, dass einige Dinge UND einige Personen mal kritisch hinterfragt werden. Ich hoffe nur, dass Kalle sich und seine Vorstellungen, die bisher alle sehr vernünftig und bodenständig klingen, auch durchsetzen kann. Denn dass nicht unbedingt die ahnungslose bisherige Führungsetage unser größtes Problem ist, sondern eher der Filz und Klüngel, der an den ganzen Schnittstellen zwischen Verein, Stadiongesellschaft und Stadt zu finden ist, ist ja nun kein großes Geheimnis.

Hohe Priorität seit Kalles Amtsantritt lag auf der Suche eines neuen hauptamtlichen Übungsleiters für die neue Saison. Dass Herr Ullrich mit seinem super-duper Konzept und seinen unheimlich fundierten Trainingsmethoden sowie den spektakulären spieltaktischen Varianten und Ansätzen hier grandios gescheitert ist, ist außer ihm wohl jedem klar, der in dieser Saison das eine oder andere Clubspiel sehen musste. Nur Herrn Ullrich selbst halt nicht, aber auch das ist eine Kompetenz, die man erst mal haben muss und für die ich viele Menschen oft bewundere: Arroganz, gepaart mit null Selbstreflexion bis hin zur erfolgreichen Selbstveräppelung. Wer sowas kann, lebt mit Sicherheit nicht schlecht und vor allem: sorgloser als manch anderer.

Jedenfalls wurde gestern auf einer Pressekonferenz im Heinz-Krügel-Stadion unser neuer Übungsleiter präsentiert, nachdem im Vorfeld wie üblich die Spekulationen ins Kraut schossen. Bemerkenswert dabei: nach meiner Einschätzung (gespeist aus Kuttenforum, Facebook-Gruppe und Kurvengesprächen) hat sich ein recht großer Teil der Fanszene einen erfahrenen Trainer mit mehr oder weniger großem Namen gewünscht. Man hatte so ein bisschen den Eindruck, dass da mal wieder ein Hauch von großer, weiter Welt durchs Stadion wehen sollte und dass es sich vor allem für die Größten der Welt eben gehört, auch einen (für Viertligaverhältnisse) “Großen” an der Seitenlinie zu haben.

Geworden ist es nun aber “nur” Andreas Petersen. Andreas wer? Andreas Petersen, der Vater eines gewissen Nils Petersen, und derjenige, der in den letzten 5 Jahren sehr erfolgreich bei und mit der Mannschaft von Germania Halberstadt gearbeitet hat. Natürlich mussten gleich die ersten wieder meckern: der hält hier keine zehn Spieltage durch, Billiglösung, lächerlich, so ein Tamtam für SO EINEN Namen usw. waren die Dinge, die man lesen konnte. Ich für meinen Teil denke, dass diese Leute den Schuss noch nicht gehört haben und/oder der Realität einfach nicht ins Auge sehen wollen oder können.

Ein anderer Teil der Fans, und dazu zähle ich mich auch, reagierte verhalten positiv auf die Entscheidung. Nachdem ich noch mal ne Nacht drüber geschlafen habe, hab ich sogar ein mehr als nur verhalten positives Bauchgefühl. Herr Petersen hat in Halberstadt nachweislich sehr, sehr gute Arbeit geleistet. Immerhin spielt die Mannschaft mit eher bescheidenem Etat und noch viel bescheidenerem Umfeld seit dieser Saison in der vierten Liga – und zwar erfolgreicher als der erste Fussballclub Magdeburg. Herr Petersen weiß also, wie Fussball geht und wie man eine Mannschaft entwickelt und einstellt – eine Fähigkeit, die in der Vergangenheit keiner unserer Trainer seit Dirk Heyne unter Beweis gestellt hat. Gut, vielleicht am ehesten noch Paul Linz, aber der hat dafür halt nicht verstanden, wie man zwischenmenschlich mit dem gemeinen Magdeburg umgehen sollte ;-).

Dazu wirkt unser neuer Übungsleiter ruhig, bodenständig, solide und durchaus auch sympathisch. Eben einer, der eher für grundsolide Arbeit steht und sagt, was er denkt. Ich glaube, das könnte passen in unserer momentanen Situation. In den letzten 2 Spielzeiten ist so viel Porzellan zerschlagen worden, dass nun erst mal Aufräum- und Aufbauarbeit ansteht und ich denke, Herr Petersen ist dafür der richtige Mann. Und den gemeinen Magdeburg kriegt man wohl eher durch ehrliche Arbeit und eine gesunde Einstellung zum Sport, zur Stadt und zum Wappen auf der Brust wieder ins Stadion als durch seitendicke Superkonzepte und peinliche Auftritte. Ich glaube, das hat auch Kalle erkannt und daher auch an der Stelle noch mal ein dickes Dankeschön für die bisherige Arbeit. Weiter so, (Ex-) Capitano!

In diesem Sinne: viel, viel Erfolg, Herr Petersen! Und was ich Ihnen vor allem wünsche: dass Sie von uns Fans, der Presse und der Führungsetage die Zeit und Ruhe bekommen, die Sie brauchen, um diesen Schatten einer Fussballmannschaft endlich wieder in sportlich annehmbares Fahrwasser zu führen.

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“Wir sind die 1.300!” – wirklich?

Um das vorneweg gleich ganz klar zu sagen: ich bin ein großer Fan vom Block U und habe einen Mordsrespekt vor den ganzen Aktionen, die die Jungs Spieltag für Spieltag organisieren. Seien es die oft sehr aufwändigen und einfallsreichen Choreos (hier können, nein, müssen unsere Freunde aus dem Süden noch viel lernen), sei es der Planet MD, der – dank neuer Platzwahl – seit der Rückrunde zu jedem Heimspiel gegen eine kleine Spende erstanden wird und sei es nicht zuletzt auch der unermüdliche Support, den der Block Spieltag für Spieltag daheim und unterwegs an den Tag legt. Für eine Mannschaft, die diese Bezeichnung in dieser Saison nicht verdient.

Kurzum: Block U fetzt. Beim gestrigen Gastspiel auf dem Kurt-Wabbel-Sportplatz in Halle (hier der gewohnt gute und ehrliche Spielbericht von Sportfotos MD) hatte ich allerdings so einen Gedanken, den ich jetzt hier irgendwie mal versuchen will, in Worte zu gießen.

Zum Kontext: vor dem Spiel (ich war ziemlich früh dran und dementsprechend auch ziemlich früh im Block) haben Vertreter von Block U alle Leute, die schon drin standen, gebeten, den Block vor dem Spiel zu verlassen. Begründung: man wolle als kompletter Mob gemeinsam einlaufen, und zwar gemeinsam für den Ersten FC Magdeburg. Aber explizit nicht für die Pappnasen, die derzeit auf dem Rasen unser Trikot spazieren tragen. Fand ich erst mal ne super Idee. Auch muss man dazu sagen, dass diese Aufforderung äußerst nett und besonnen geäußert wurde; man ging auf alle persönlich zu, hat nett gefragt und die ganze Sache erläutert. So viel zum Thema “Fußballfans sind ausschließlich saufende Idioten, die sich nicht benehmen können.”

Dann dauerte es natürlich erst mal eine Weile, bis alle vor dem Eingang zu Block 11 standen. Noch eine Weile länger dauerte es dann, bis die Ansage kam “wir gehen alle gleich rein, aber langsam und ohne zu singen”. In der Zwischenzeit wurden einige Fans doch etwas unruhig und haben angefangen, bei jeder Ansage der Capos zu pfeifen, gegen die Wellblechverkleidung vom Stadion zu schlagen (ja, Wellblechverkleidung, ganz recht) und irgendwelche Lieder zu grölen. Erster Gedanke meinerseits natürlich: “Idioten. Die sollen Block U mal machen lassen, die haben sich da bestimmt was bei gedacht. Das wird sicher großartig”. Beim Einlaufen in den Block gab es dann entsprechende Anweisungen der Jungs mit den Megaphonen, zügig aufzurücken und die Lücken zu schließen etc. UND auch die vermeintlichen Spackos haben sich tatsächlich artig zurückgehalten. Die Block U-Support-Nachricht war dann auch recht deutlich: wir – also alle 1.300 – repräsentieren hier heute unsere Farben, UNSEREN Verein und zeigen dem Mädchenchor in der H*C-Fankurve mal, wie das mit den Gesängen und so gemacht wird. Getreu dem Motto: “Alle sind da, für die Stadt und den Verein, ist doch klar…”.

So weit, so einfach.

Dann aber hab ich mich gefragt, ob es sich Block U eigentlich wirklich anmaßen kann, sich zum Sprachrohr für eine ganze Kurve zu machen und ob die besagten Spackos, zum Beispiel, nicht vielleicht doch auch ein Recht auf ihren Unmut haben. Zugegeben, das ist vielleicht etwas drastisch formuliert, aber mir fällt hier grad kein besserer Ausdruck ein. Böswillig formuliert, könnte man auch von Sippenhaft sprechen. Vielleicht gab es ja auch den einen oder anderen, der vielleicht nicht singen wollte. Oder den Block verlassen. Oder irgendwelche Lücken auffüllen bzw. dahin laufen, wo die Megaphonmänner sie haben wollten. Nur, weil ich einen blau-weißen Schal trage, muss ich ja nicht automatisch Teil des tobenden Mobs werden wollen. In so eine Richtung äußerte sich jedenfalls eine meiner Nebensteherinnen zu Anfang. Ich dachte mir dann, dass die Aufforderung von Block U, “alles hört auf unser Kommando”, ja eigentlich der Idee einer “autonomen Kurve” widerspricht. Vielleicht war ich ja auch gar nicht zum Singen und Repräsentieren im Stadion, sondern um ein gutes Fussballspiel zu sehen? Okay, gut, ich merk’s grad selbst ;-).

Na jedenfalls schoss mir das so durch den Kopf, als diese ganzen Ansagen kamen und auch ich selbstverständlich kräftig mitsang und mitklatschte. Sicherlich ist das nur Meckern auf hohem Niveau, aber ich denke, auch so ein Gedanke kann mal gedacht werden. Das Spiel ließ dafür jedenfalls reichlich Gelegenheit, denn als Zuschauer reg ich mich ja mittlerweile nicht mal mehr auf über das, was ich von Blau-Weiß auf dem Rasen geboten kriege.

Faszinierend finde ich auch, dass Block U immer und immer wieder Kraft und Energie aufbringt, sein Ding durchzuziehen. Okay, ich renn auch zu jedem Heimspiel (und, wie gestern geschehen, dem einen oder anderen Auftritt auswärts), aber bei Heimspielen aufstehen, um die “Mannschaft” applaudierend beim Einlaufen zu begrüßen? Sich gar erheben, wenn so etwas wie eine Torchance droht? Rhythmisch einklatschen bei tornahen Freistößen oder bei Ecken? Och nö, ich nicht mehr.

Vollmachen werde ich die letzten drei noch verbliebenen Heimspiele trotzdem. Warum? Ganz einfach: weil mir im Moment völlig unklar ist, wie oft man im HKS noch Fußball einer ersten Männermannschaft eines Ersten Fussballclubs Magdeburg wird sehen können. Unsere eh nie rosige finanzielle Situation wird sich durch das Pokalaus in Haldensleben (ich hatte es ja schon vermutet) und den durch völlig indiskutable Leistungen im Saisonverlauf hervorgerufenen Zuschauerschwund mit Sicherheit nicht verbessern. Sportlich bessere Zeiten brechen mit dieser Vereinsführung und dieser sportlichen Leitung garantiert auch nicht an. Unfassbare Weltfremdheit und Blauäugigkeit, von der zum Beispiel dieser Beitrag hier zeugt, kommen noch dazu. Alles zusammen ergibt eine sehr gefährliche Mischung, die mich wirklich – kurzfristig – um die neue Saison und – langfristig – diesen meinen Verein bangen lässt.

Außerdem: irgendwann kann ich mal meinen Enkeln erzählen, dass ich in der Saison, in der der erste Eff Zee Emm kein einziges Heimspiel gewann, bei jedem der kläglichen Versuche dabei war. Dass diese Mannschaft in dieser Saison noch ein Spiel zuhause gewinnt, ist nämlich nicht zu erwarten. Und wenn doch, wird es niemanden interessieren.

Und um noch mal auf den Anfang zurückzukommen: die einzigen Gewinner für mich in dieser Saison sind die Jungs vom Block U. Wenigstens sie haben es geschafft, unseren Verein international und positiv in den Blickpunkt zu rücken. Wenn auch nur kurz. Und auch wenn sie dafür eben manchmal eine ganze Kurve in Sippenhaft nehmen.

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Eine Frage der Ehre oder: “Kniet nieder, Ihr Bauern, die Hauptstadt ist zu Gast!”

Für den ersten Fussballclub Magdeburg und seine dort Beschäftigten gab es in dieser Saison im Wesentlichen zwei Saisonziele:

  1. eine Mannschaft aufzubauen, die in der kommenden Saison “oben mitspielen” kann (O-Ton Präsident Fechner) und
  2. den Gewinn des Landespokals.

Während man Saisonziel eins im Prinzip jetzt schon als gescheitert ansehen kann, ist das zweite noch erreichbar. Dieser Umstand kann sich allerdings am kommenden Sonntag schon ändern, wenn die erste Männermannschaft beim Haldensleber Sportclub um den Halbfinaleinzug spielt… So weit, so gut.

Für den geneigten Clubfan kommen dieser Tage noch zwei weitere Saisonziele hinzu, nämlich (in Fortschreibung der bereits genannten Punkte) drittens: dem Honk-Fussballclub den Aufstieg zu verhageln und viertens: das Punktspiel-Derby am 11.04. gegen selbigen zu gewinnen.

Am dritten Saisonziel wurde mit der Heimspielpleite gegen ReudigesBlubberwasser Leipzig sowie der Auswärtsniederlage gegen den Kieler Sportverein Holstein (beides direkte Konkurrenten des HFC) bereits fleißig gewerkelt. Und am 11.04.2012 steht nun (auch wenn vorher noch zwei Spiele zu spielen sind) das Landesderby in der neuen Spielstätte des Erzfeindes aus dem Süden Sachsen-Anhalts an. Grund genug, mal wieder für einen kleinen Beitrag hier in die Tasten zu hauen.

Eigentlich habe ich ja ernsthaft mit dem Gedanken gespielt, mir trotz anreisetechnisch günstiger geographischer Nähe diese Auswärtsfahrt nicht zu geben. Zu enttäuschend ist die bisherige Saison verlaufen, zu wenig Zuversicht ist für den Rest der Spielzeit 2011/2012 noch vorhanden. Also habe ich die letzten Tage damit zugebracht, rationale Argumente gegen den vermeintlich irrationalen Drang, eben doch zu fahren, abzuwägen, zum Beispiel:

  • Ich komme nur sehr umständlich an eine Karte für den Gästeblock, weil ich mir die in Magdeburg besorgen und dafür aber extra hinfahren müsste. Anreiseweg: 140 km.
  • Ein Fussballfest oder gar ein Sieg meiner Mannschaft ist nicht zu erwarten.
  • Individuelle An- und damit auch Abreise per ÖPNV. Sicherheitstechnisch bei diesem Spiel nicht unbedingt unbedenklich.
  • Auswärtsspiel mitten in der Woche. Ich müsste doch eigentlich Besseres zu tun haben.
  • Ich muss am nächsten Tag um halb 6 raus, um zur Arbeit zu fahren.
  • Zusammenhängend mit den letzten drei Punkten: werde ich nicht langsam zu alt für den Scheiss?

Eigentlich war die Sache damit durch. Ist ja nur ein Fussballspiel. In der vierten Liga. Es gibt den Liveticker. Werd langsam erwachsen.

Glücklicherweise ist Inkonsequenz ja scheinbar eine meiner am konstantesten auftretenden Eigenschaften. Muss ich von meinem Vater haben. Und so beschloss ich gestern früh um kurz nach halb 7 auf dem Weg zur Arbeit, einen guten Freund zu bitten, mir doch, da ja gestern der freie Verkauf begann, eine Karte für besagtes Spiel am 11.04. zu besorgen. Hat er gemacht. Danke an dieser Stelle noch einmal! Und so sieht sie aus. Ganz schön hässlich. Schon die Farben! Niedlich außerdem, wie die “Hässlicher FC” ausschreiben. Muss Dialekt sein, oder eine zurückentwickelte Form des Deutschen.

Der innere Drang, dem Spiel beizuwohnen, hat also die Oberhand behalten, und das ist auch verdammt gut so :-). Pure Vernunft darf eben niemals siegen, wie die Herren Tocotronic bereits zu berichten wussten.

Warum ich mir das Ganze nun doch wieder gebe, ist damit allerdings nicht hinreichend beantwortet. Möglicherweise bin ich einfach ein bisschen bekloppt.

Ich glaube, letzten Endes ist das für mich aber auch irgendwie eine Frage der Ehre: wenn wir unseren Freunden aus dem Süden schon punktetechnisch einen kleinen Vorsprung lassen, können und sollten wir wenigstens auf den Rängen zeigen, dass wir immer noch die Größten der Welt sind. Die Nummer eins im Land sowieso. Getreu dem Motto: “Kniet nieder, Ihr Bauern, die Hauptstadt ist zu Gast!”

So wird es also am 11.04. zu zwei Wettstreiten kommen: dem zwischen den Mannschaften und dem zwischen den Kurven. Für ersteren erwarte ich eigentlich nichts, weil die Mannschaft bisher nicht den Charakter gezeigt hat, den es braucht, um in diesem besonderen Spiel  zu bestehen – oder überhaupt zu begreifen, dass dieses Spiel möglicherweise das einzige verbliebene ist, was noch wirklich zählt (den Pokal ausgenommen). Ich lasse mich aber gern eines Besseren belehren. Naja und der Wettstreit zwischen den Fans ist ja eigentlich schon vorher entschieden ;-).

Ich freue mich jedenfalls auf das Derby und darauf, im neuen Rund des ehemaligen Kurt-Wabbel-Sportplatzes live dabei sein zu können. Ich werde berichten.

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Sonnenbrand und bunte Pfeile – 1. Fussballclub Magdeburg vs. Berliner AK, 25.03.2012

Traurig, aber wahr: ich habe in dieser Saison noch keinen Sieg meiner Mannschaft live im Stadion erleben dürfen. Daran hat sich auch nach dem heutigen 25. Spieltag in der Regionalliga Nord nichts geändert.

Der Spielbericht fällt relativ kurz aus: es wurde gekämpft, gerackert, kombiniert, aufs Tor geschossen… ganze 5 Minuten lang.  Von der 76. bis zur 81. ungefähr. Der Rest der Vorstellung meiner Mannschaft hatte mit Fussball im leistungsorientierten Sinne nichts zu tun, weswegen er auch nicht weiter erwähnenswert ist. Auf Sportfotos MD lässt sich ein deutlich ausführlicherer Spielbericht finden, und weil die Jungs und Mädels dort das deutlich besser können als ich, belasse ich es an dieser Stelle bei einer Verlinkung.

Nee, halt. Eine Sache darf nicht unerwähnt bleiben: wir haben ein Tor geschossen! Ein richtiges, echtes Tor! Eins von 16 in dieser Saison. Also in 25 Spielen. Folglich ein echtes Glücksgefühl für den leidgeprüften FCM-Fan. Und nicht nur haben wir ein Tor erzielt – es fiel auch noch nach einer Standardsituation, nämlich einem Eckball. Das ist deswegen erwähnenswert, weil ich nicht erst seit dieser Saison das Gefühl habe, dass Standardsituationen bei uns auch dann nicht zu Toren führen würden, wenn die gegnerische Mannschaft unsere Offensivhelden allein im Strafraum stehen lassen würde. Soviel zum Geschehen auf dem Rasen.

Für wirkliche Unterhaltung in den 90 Minuten bei bestem Wetter sorgte wieder einmal unser Block U. Kurz vor dem Spiel kam die Ansage “Wir brauchen mal so 100 Leute” (meine ich zumindest, vernommen zu haben), woraufhin kurze Zeit später der Block doch einigermaßen leer aussah. Was anfangs einen (mittlerweile wohl mehr als berechtigten) Boykott der Ultras vermuten ließ, klärte sich kurz nach Anpfiff auf: man hatte fleißig bunte Pfeile gebastelt, die unseren Blau-Weißen den Weg zum Tor zeigen sollten. So tauchten auf der Südtribüne, auf die wir in der ersten Halbzeit spielten, plötzlich besagte Pfeile auf, die alle auf das Tor ausgerichtet wurden. Nicht nur das – die Pfeile wanderten auch, je nach Spielsituation: gab es eine Ecke von rechts, bewegte sich der gesamte Pulk halt so, dass die Pfeile von der Eckfahne Richtung Tor zeigten. Auch wenn es – Zufall oder gewollt – im Spiel mal Seitenwechsel gab, bewegten sich die Pfeile mit. Damit wirklich nichts, aber auch gar nichts schief gehen konnte, zeigten weitere bunte Pappkartons in Block 10 die Spielrichtung an. Das Ganze sah dann so aus (draufklicken macht’s größer und irgendwann krieg ich noch raus, wie sich so ein Bild in einem neuen Tab öffnen lässt):

Als dann in der Halbzeitpause notgedrungen der Block gewechselt werden musste und die Pfeilhalter bzw. -träger vor den Bierwagen und Fanartikelständen vorbeiliefen, wurden sie zu recht als bisher bester Teil des Spiels gefeiert. In der zweiten Halbzeit verlegte sich Block U dann weiter auf Sarkasmus: Es wurde “Torschuss, Torschuss” skandiert, wenn unsere Ballakrobaten mal wieder KEINE Traute hatten, das Spielgerät mal Richtung Tor zu bewegen. Als dann der Ausgleich fiel, wurde “Oh, wie ist das schön – oh, wie ist das schön – sowas hat man lange nicht gesehen…” angestimmt. Naja und nach der verdienten erneuten Führung der Gäste wurde eben die Mannschaft dahin gewünscht, wo der Pfeffer wächst.

Für mich wurde es dann übrigens noch schmerzhaft: sorgloses Kellergebräuntes-Gesicht-in-die-Sonne-halten führte dann zu dem dezenten wie umsichtigen Hinweis meines besten Freundes, ich würde jedem Hummer Konkurrenz machen und eine eher ungesund rote Gesichtsfarbe haben. Beim nächsten Heimspiel gilt es also, dran zu denken, die Sonnencreme einzupacken. Auch wenn wir dann um 19 Uhr spielen. Man kann ja nie wissen.

Fazit zum heutigen Spiel: “HIER – KREPIERT – DER F – C – M!”

Ausblick: Das nächste Spiel dieser Gruselsaison führt uns am 01.04. nach Halberstadt. Genug Zeit bis dahin, um über lustige Witze mit Würstchen und so nachzudenken. Ich werde das Spiel via offiziellem Live-Ticker verfolgen und hoffe natürlich, unerschütterlich, auf 3 Punkte. Auf dass wir bei den Randharzern nicht zum Aprilscherz werden.

EINMAL – IMMER.

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Dann wollen wir mal…

Wieder so ein Blog.

Es wird vermutlich so laufen wie immer: großartige Idee gehabt, enthusiastisch angefangen mit diesem Blogdingens und so in ca. 1 Monat wird die Postfrequenz gewaltig nachlassen, um dann irgendwann ganz einzuschlafen. Vielleicht aber auch nicht. Gucken wir mal. Derzeit gibt es jedenfalls eigentlich genügend Dinge, über die ich mir als Clubfan Gedanken, genauer: Sorgen mache. Eine ist zum Beispiel der anstehende Spieltag gegen den Berliner AK. Aufsteiger. Feierabendfußballer. Und Sieger des Hinspiels in Berlin, mit 4:2. Und einem entspannten 5:1 zum Warmmachen zuhause gegen Meppen unter der Woche. Ich glaube, mir wird ein bisschen schlecht.

Und dann ist da noch die Sache mit ASAP, die klägliche Vereinsführung, die sportliche Leitung, und und und. Diese und viele weitere Themen mehr möchte ich eigentlich hier mal für mich (und den/die geneigte(n) LeserIn) aufschreiben. Dabei schwebt mir gestaltungsmäßig so einiges vor, aber wie gesagt: mal gucken, wie lange der Enthusiasmus anhält ;-).

Zugegeben: so richtig schick sieht es hier noch nicht aus und vor allem das Header-Bild lässt qualitativ zu wünschen übrig. Aber wie sagte mal ein weiser Asiate (Japaner, glaube ich): “Auch ein Weg von 1000 Meilen beginnt mit dem ersten Schritt.” Sodann…