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Der FCM ist wieder da! Saisonrückblick 2012/2013

12. Juni 2013 at 16:10

Schon komisch. Da ist die Spielzeit 2012/2013 mit dem Gewinn des Landespokals am 31.05.2013 gerade erst zuende gegangen und schon sind es nur noch etwa 2,5 Wochen, bis Coach Andreas Petersen die Erste Männermannschaft des Ersten Fußballclubs Magdeburg bereits wieder zum Trainingsauftakt in die Spielzeit 2013/2014 bittet. Und während die neue Saison inzwischen schon längst ihre Schatten vorauswirft, indem nämlich zum Beispiel am 15.06. unser Gegner in der ersten Runde des DFB-Pokals ausgelost wird, soll es heute an dieser Stelle noch einmal um einen kleinen, persönlichen Rückblick auf die just abgelaufene Saison gehen.

Auch mit ein paar Tagen Abstand und dem Fokus auf anderen Themen als dem FC Magdeburg bleibt unter dem Strich ein durchweg wohliges, positives Gefühl zurück. Das sportliche Abschneiden der Mannschaft mit dem sechsten Tabellenplatz und natürlich dem Pokalsieg ist sicher ein Grund dafür; ein anderer ist, dass irgendwie die ganze Saison über eine wohltuende Unaufgeregtheit zu verspüren war und auch niemand groß in Panik verfallen ist, als es phasenweise mal nicht so lief. Sicher, es gab hier und da immer irgendwen, der das Ende des Abendlandes nahe wähnte, wenn der Club dem Gegner mal nicht die Farbe aus dem Trikot geschossen hat, aber insgesamt ist es doch, über den gesamten Saisonverlauf gesehen, erstaunlich ruhig geblieben in der Festungsstadt. Das ist, würde ich meinen, zu großen Teil unserer sportlichen Führung um Mario Kallnik und Andreas Petersen zu verdanken, die es geschafft hat, mit ehrlichen und bodenständigen Ansagen das schnell euphorisierte Magdeburger Umfeld dauerhaft zu erden und auf den beschrittenen Entwicklungsweg mitzunehmen. Bleibt zu hoffen, dass dies auch in den kommenden Wochen und Monaten so bleibt.

Was die Leistung der Mannschaft betrifft, reicht eigentlich ein einziger statistischer Fakt aus, alles Wesentliche zu beschreiben: in der gesamten Spielzeit erreichte das Team um Kapitän Marco Kurth nicht ein einziges Mal den gleichen Spielausgang in drei aufeinander folgenden Partien. Die Quintessenz daraus: Konstanz ist anders. Selbige zu erreichen, ist sicherlich einer der nächsten anzustrebenden Entwicklungsschritte.

Was sonst generell noch auffällig war in dieser Saison: die Kaderplanung wurde grundsolide, frühzeitig und ziemlich Erfolg versprechend vorangetrieben. Während bereits in der Winterpause entsprechende Transfers getätigt und Verträge verlängert wurden, gelang mit der Verpflichtung von Tino Schmunck kurz nach Saisonende bereits verhältnismäßig früh die (Fast-) Komplettierung des Spielerkaders für die neue Saison. Auch das mit Blick auf die vergangenen Jahre (Stichwort u.a. “Massencasting”) äußerst bemerkens- und lobenswert.

Als “Aufreger des Jahres” geht sicherlich zum einen die elendig lange Winterpause durch. Die ständigen Spielabsagen waren schon zermürbend und auch der Zuschauerschnitt in der Rückrunde durfte von den dann quasi geballt stattfindenden Heimspielen nicht gerade profitiert haben. Der andere ‘Aufreger’ war abseits des Punktspielgeschehens sicherlich die kurzfristige Suspendierung von Kapitän Kurth nach einer, nun ja, Meinungsverschiedenheit mit Andreas Petersen. Letzten Endes war das wohl die Aktion mit dem größten Unruhepotential, die aber von allen Beteiligten den Umständen entsprechend souverän gelöst werden konnte. Letzten Endes sprach man sich aus, niemand verlor das Gesicht und gemeinsam gestaltete man dann die Restsaison doch recht erfolgreich.

Was sagt eigentlich die ganz persönliche Saisonstatistik? Von 15 Heimspielen konnte ich in 2012/2013 immerhin 11 live im HKS verfolgen. Dem so genannten “echten Leben” fielen dabei aber leider auch zwei echte Schlagerspiele zum Opfer, nämlich die Begegnungen gegen den 1. FC Lokomotive Leipzig und gegen den FSV Zwickau. Ich hoffe, dass mir das in der neuen Saison nicht noch einmal passiert. Ansonsten habe ich noch einen grandiosen Sieg gegen den ZFC Meuselwitz sowie eine eher blamable Niederlage gegen die Zweite Mannschaft von Union Berlin verpasst. Oh well, würde der Brite wohl sagen. Auswärts war es dieses Jahr auch nicht ganz so dicke, vor allem mein Lieblingsauswärtsspiel in Meuselwitz fiel für mich aufgrund der Winterwetterkapriolen aus. Dafür habe ich meine Mannschaft zu beiden in Leipzig ausgetragenen Punktspielen begleiten können und bequemte ich mich außerdem noch zum Pokalfight beim 1. FC Bitterfeld-Wolfen. Wenn ich mir was wünschen müsste für die neue Saison, würde ich doch sehr gern mit nach Zwickau fahren und natürlich auf jeden Fall das Auswärtsspiel in Nordhausen mitnehmen wollen. Aus Gründen, wie man so schön sagt. Auch Meuselwitz bekommt wieder einen festen Platz im Live-Spiel-Kalender, sofern denn das Wetter mitspielt.

Mein persönliches Highlight, was die live verfolgten Spiele angeht, war ganz klar das in vielerlei Hinsicht sagenhafte Landespokalfinale gegen Halberstadt. Da kribbelt’s immer noch, wenn ich dran zurückdenke.

Das persönliche Lowlight wäre dann der blutleere Auftritt im Zentralstadion gegen den 1. FC Lokomotive Leipzig, über den ich mich doch sehr geärgert habe. Genau wie über die enttäuschenden paar hundert Lok-Anhänger, die von ihren Freunden aus der grusligen Stadt am stinkenden Fluss unterstützt werden mussten, damit überhaupt so was wie Stimmung aufkam.

Was die Saison schließlich auf einer ganz persönlichen Schiene auch noch bot, war die großartige Gelegenheit, ein paar wirklich interessante und ebenso fussballverrückte Leute kennenzulernen (wenn zum Teil auch nur ‘virtuell’). So gab es u.a. zwei tatsächlich geplante Spieltagsbegegnungen mit dem rotebrauseblogger (spieltechnisch leider jeweils mit dem falschen Ausgang 😉 ), durfte ich mit “Damien” von fcmfans.de eine Heimfahrt bestreiten und flammte durch die Entdeckung des BallSalats erneut die Hoffnung auf, dass es da draußen ja vielleicht doch tatsächlich den einen oder anderen vernünftigen Dynamo-Dresden-Anhänger gibt. Außerdem erschienen im Laufe dieser Saison die ersten beiden Ausgaben von OstDerby, für die ich jeweils einen eigenen Beitrag beisteuern durfte und was unter anderem auch dazu führte, dass ich nun weiß, wie die Sprecherkabine in unserem schönen HKS von innen aussieht.

So kann es also insgesamt gern weitergehen und ich bin schon sehr gespannt, mit welchen kleinen und großen Geschichten die Spielzeit 2013/2014 so aufwarten wird! Hier im Blog wird jetzt auch erst einmal so etwas wie eine ‘Sommerpause’ eintreten. Ich bin mir aber recht sicher, dass spätestens um die große Saisoneröffnung gegen Borussia Dortmund herum an dieser Stelle wieder der eine oder andere Gedanke zum Club in hoffentlich adäquate Worte gegossen werden wird.

In diesem Sinne: Sport frei, schöne Ferien 😉 und auf ein Neues in 2013/2014!

“Die Nummer Eins im Land sind wir!” – Landespokalsieger 2013

3. Juni 2013 at 18:56

Was für ein Tag, was für ein Spiel, was für ein Erlebnis! Auch mit zwei, fast drei vollen Tagen Abstand fällt es mir immer noch schwer, zum Finale um den Landespokal des Fußballverbandes Sachsen-Anhalt nüchterne und einigermaßen objektive Worte zu finden. Daher: Scheiss drauf! Dann wird das jetzt eben kein analytisch-sachlicher, sondern ein eher emotional gefärbter Blogpost. Passt eh viel besser zu dem, was sich an diesem 31.05.2013 im Heinz-Krügel-Stadion zu Magdeburg ereignet hat.

Der Tag begann für mich arbeitsbedingt in der – abgesehen vom örtlichen Fußballverein – doch recht schönen Hansestadt Rostock, und schon beim Aufstehen war da dieses Kribbeln und so eine gewisse Grundnervosität, die sich zum einen aus dem abends anstehenden Pokalfinale als solchem und andererseits aus der Frage speiste, ob ich es wohl pünktlich zum Anpfiff ins Stadion schaffen würde. Schließlich war ich mal wieder auf die Deutsche Bahn angewiesen und hatte nur 1,5 Stunden Puffer zwischen der planmäßigen Ankunftszeit und dem planmäßigen Anpfiff im heimischen HKS. Mit lediglich 10 Minuten Verspätung und 65 (!!!) Prozent Handy-Restakku (was ich als ein gutes Omen wertete!) rollte ich schließlich in der Landeshauptstadt ein, sodass sogar noch Zeit war, die obligatorische Kräuterbratwurst sowie ein Kaltgetränk vor dem Stadion zu konsumieren. Das war auch gut so, denn im Stadion selbst war eine Verköstigung aufgrund eines völlig inakzeptablen Caterings (mal wieder…) so gut wie unmöglich – aber dazu später mehr.

Auch Mutter Natur hatte sich offenbar gedacht, ihren Teil zum großen Spektakel an diesem Abend beizutragen, denn schon auf dem Weg Richtung Stadion zeigte sich der Himmel von seiner episch-apokalyptischen Seite:

Keine 30 Sekunden, nachdem wir den Einlass passiert hatten, ging denn auch ein Wolkenbruch nieder, der eher so in die Kategorie ‚Weltuntergang’ einzuordnen war und spätestens jetzt war klar, dass das kein normales Fußballspiel werden würde. Beeindruckend für mich trotzdem, wie sich beide Mannschaften trotz massiven Niederschlags in aller Seelenruhe auf dem Platz warm machten. Und während ich da so zuschaute, dachte ich mir mehr als einmal, dass ich doch ganz froh bin, auf einer überdachten Tribüne stehen zu dürfen ;-).

Wenig verwunderlich wurde dann auch recht zügig bekannt gegeben, dass das Spiel aufgrund der Wetterlage erst um 19.00 Uhr angepfiffen werden würde, was die Nervosität und Anspannung nicht eben minderte. Vielleicht war das alles aber auch ganz gut so, denn so war Zeit für den Block-U-Vorsänger, die komplette Nordtribüne noch mal hinsichtlich der anstehenden Choreographie zu instruieren. Es galt nämlich, auf Kommando auf dem Platz bereits vorgefundene Plastiküberzüge überzustreifen, selbige die ganze erste Halbzeit anzubehalten und außerdem die ersten 45 Minuten stehen zu bleiben. Das Ergebnis konnte sich, wie ich dann später dank verschiedener Fotos und Videos auf Youtube rekonstruieren konnte, natürlich wieder sehen lassen. Wie immer: 

Vielleicht lag es am verspäteten Anpfiff, vielleicht an der ganzen Anspannung an den Tagen zuvor und am Spieltag selbst, vielleicht auch an den unheimlich engagierten Ansagen des Capos, ich weiß es nicht. Auf jeden Fall entlud sich mit dem Anpfiff und der Choreo plötzlich eine Energie im Block, die ich wirklich lange nicht mehr erlebt hatte. Da musste wohl, auch bei mir, erst mal alles raus, und so kam es, dass die ganze (!) Nordtribüne ein Lied nach dem anderen donnerte und auch die Jungs auf dem Rasen loslegten, als ob es heute was zu gewinnen gäbe.

Zum Spiel selbst kann ich eigentlich gar nicht allzu viel berichten, da sind tatsächlich auch nach eingangs bereits erwähnten 2 Tagen Abstand nur fragmentarische Erinnerungsfetzen erhalten. Prägnant im Kopf geblieben ist mir zum Beispiel der (zugegebenermaßen auch in diesem Blog) häufig gescholtene Marius Sowislo, der im defensiven Mittelfeld im wahrsten Sinne des Wortes ein Riesenspiel machte. Wenn dieses Leistungsvermögen konstant abrufbar ist, wird mir auf der Position überhaupt nicht mehr bange.

Das nächste, was ich dann noch weiß, ist ein gewisser Spielzug unseres Gegners aus Halberstadt in der 87. Minute. Sagte ich vorher leise zu meinem Nebenmann und dann deutlich lauter in Richtung Rasen „DEN MÜSST IHR ABNEHMEN!“, sehe ich bloß aus dem Augenwinkel und zwischen der großen Block-Schwenkfahne hindurch jemanden abziehen und den Ball (von mir aus gesehen) rechts im Tor einschlagen. Die Worte, die nötig wären, um die Gefühlswelt nach diesem Treffer von Maik Georgi (ausgerechnet Georgi!) zu beschreiben, sind in der deutschen Sprache leider nicht verfügbar. Auf jeden Fall kann ich jetzt jeden verstehen, der beim Verfolgen eines Fußballspiels schon mal geheult hat, was ich bis dato immer völlig albern fand (‚Ist doch nur ein Spiel!’), aber fast am eigenen Leib erlebt hätte. Und gleich darauf der nächste beeindruckende Moment: Block U stimmt wieder an (wobei mir ehrlicherweise mal so überhaupt gar nicht nach singen zumute war) und versuchte, unsere Elf wieder nach vorne zu peitschen.

Tja, und als hätte die Mannschaft sofort verstanden, landete in der gefühlten 95. Minute (tatsächlich war es wohl die 90.) die Kugel plötzlich auf der anderen Seite im Netz, was dazu führte, dass die Nord völlig ausrastete. Auch das habe ich so wirklich lange nicht mehr erlebt. Was für ein Spiel!

Verlängerung also. Meine Fresse. Zu diesem Zeitpunkt war ich bereits gefühlte 20 Jahre älter, aber hätte mir jemand gesagt, was noch folgt, ich hätte ihm vermutlich einen Vogel gezeigt.

Erste Halbzeit der Verlängerung, Christian Beck kommt vor unserer Kurve im Strafraum zu Fall, der Schiedsrichter pfeift: Elfmeter! Es tritt an: Florian Beil, seines Zeichens Elfmeterschütze vom Dienst ohne einen Fehlschuss in der laufenden Saison. Bis zum Pokalfinale. Und da ja immer irgendwann das erste Mal ist und der gebürtige Halberstädter wohl der Meinung war, seinerseits ein bisschen Drama ins Spiel zu bringen, setzt Beil den Schuss ganz geschmeidig links am Tor vorbei. Es war nicht zu fassen. Die Mannschaft daraufhin eher verunsichert und hätte Halberstadt diesen Umstand ausgenutzt, hätte der FCM wohl nicht mehr allzu viel entgegenzusetzen gehabt. Glücklicherweise kam es aber anders, weil der beste Mann auf dem Rasen, Marius Sowislo, kurze Zeit später nach einer schönen Flanke von rechts den Ball per Kopf ins lange Eck beförderte. Der FCM war wieder da, und wie! Der Rest ist dann eigentlich nur noch Rauschen, in dem wohl ein gewisser Florian Beil dann in der zweiten Halbzeit der Verlängerung noch das 3-1 erzielt und die Größten der Welt schließlich zum Landespokalsieger 2013 macht!

Es war schon ein insgesamt absolut geiles Finale, bei dem einfach wirklich alles dabei war, das an Dramatik nur noch durch ein Elfmeterschießen hätte überboten werden können und das auch deshalb so lief, wie es lief, weil mit Germania Halberstadt ein absolut würdiger Finalgegner auf dem Rasen stand. Auch die Worte vom Vereinspräsidenten am Ende mehr als fair, von daher noch mal großen Respekt an die Vorharzer und danke dafür, zu diesem denkwürdigen Abend beigetragen zu haben!

2 negative Randbemerkungen müssen trotz aller Freude aber doch noch sein:

Erstens, wie eingangs bereits erwähnt: das leidige Thema ‚Catering’: bei der Geschwindigkeit, mit der da am Getränkeausschank gearbeitet wurde, hätte man den Servierkörpern zwischen Bestellung und Bezahlung gut und gerne die ganze Vereinschronik auf den Arm tätowieren können. In Farbe. Eine absolute Katastrophe sowas und ich frage mich, wann wir im Heinz-Krügel-Stadion wohl mal fähiges, schnelles, freundliches und kompetentes Catering-Personal erleben dürfen. Bei dem Gedanken daran, dass das Saisoneröffnungsspiel gegen Dortmund am 08.07. so gut wie ausverkauft ist, wird mir jetzt schon Angst und Bange.

Zweitens: Thema ‚Platzsturm’: dass nach einem hoch emotionalen, gewonnenen Landespokalfinale die Anhänger auf den Rasen wollen, dürfte nun wirklich niemanden überraschen. Völlig unverständlich für mich daher, dass man da vereins-/verbandsseitig nicht einfach gelassener drauf eingestellt war und die Fans dann eben auf den Rasen lässt, zumal eigentlich im Moment des Triumphs ja nicht damit zu rechnen war, dass es zu irgendwelchen gewalttätigen Übergriffen kommt. Eigentlich. Und wenn man auf Nummer sicher gehen will, postiert man eben eine Handvoll Polizeibeamte vor dem Gästeblock und rein gar nichts wäre passiert. Also, außer, dass eben die Fans auf dem Rasen mit ihrer Mannschaft hätten feiern können.

Was sich stattdessen ereignete, war sowohl von den Männern und Frauen in Grün bzw. Schwarz, als auch von Teilen des Anhangs auf der Nordtribüne wahrlich keine Glanzleistung: völlig überforderte Beamte laufen erst mal konfrontativ vor der Nordtribüne auf, gleichzeitig scheinen sich ja offenbar immer irgendwelche Dillos zu finden, die nur auf solche Situationen warten und den angestauten Frust ihres traurigen Lebens an der Polizei auszulassen versuchen. Und sorry, liebe Beamte, aber: ich habe selten Einsatzkräfte gesehen, die so derart hilflos, unkoordiniert und dabei noch völlig überzogen aggressiv auf eine derartige Situation reagiert haben. Ein Armutszeugnis, wirklich, und ich hoffe inständig, Sachsen-Anhalts Innenminister war zu der Zeit noch im Stadion. Schade, dass ein großartiges Spiel mit solchen Begleiterscheinungen zu Ende gehen muss und schade auch, dass das insgesamt die Feierstimmung zu dem Zeitpunkt schon ein wenig trübte.

Letzten Endes ist es aber so, (hier kommen wieder die zwei Tage Abstand ins Spiel) dass auch diese beiden eher doofen Aspekte meine Freude über diesen wirklich großartigen Erfolg nicht mindern können. Danke für dieses geile Spiel, danke für diese insgesamt doch sehr gelungene Saison!

Und als brauchte es noch eine letzte Bestätigung für diesen längst schon mal beschlossenen Schritt, ging dann heute auch endlich der Mitgliedsantrag auf den Postweg gen Rötgerstraße 9 ;-).

Finalfieber

26. Mai 2013 at 10:12

Die vergangene Katastrophensaison? Nahezu vergessen.

Die aktuelle Punktspielrunde? Gerade abgeschlossen mit einem 0:0 gegen den Fußball-Sportverein Zwickau. Mit insgesamt immerhin 45 Punkten, 42:41 Toren und einem respektablen 6. Tabellenplatz. Nach dem sang- und klanglosen Untergang als Tabellenletzter im Vorjahr – wer hätte das vor der Saison so erwartet?

Aber: alles egal.

Der einzige wirklich wichtige Termin im Spieljahr 2012/2013 ist der 31.05.2013. Um 18:30 Uhr erfolgt dann der Anstoß zum Finale um den Landespokal des Fußballverbandes Sachsen-Anhalt, ausgespielt wird er zwischen dem VfB Germania Halberstadt und dem Ersten Fußballclub Magdeburg. Es dürfte wohl für beide Mannschaften das wichtigste Spiel des Jahres sein, für die Germania möglicherweise sogar eins der bis dato bedeutendsten Spiele der Vereinsgeschichte. Dennoch, für uns Magdeburger ist dieses Finale eventuell noch dieses eine kleine bisschen wichtiger.

Warum? Nun, es geht ja nicht nur darum, einfach ein Fußballspiel zu gewinnen. Es geht allein schon aus finanziellen Gründen natürlich darum, durch den Pokalsieg in die erste Runde des DFB-Pokals einzuziehen. Außerdem möchte man ja auch 2015 im europäischen Supercup in Tiflis auflaufen; ein DFB-Pokal-Sieg 2014 ist bei diesem Vorhaben selbstverständlich Grundbedingung ;-).

Und dann ist da natürlich noch die Sache mit der Ehre und dem Magdeburger Selbstverständnis als Nummer Eins in Sachsen-Anhalt (ob da noch irgendwelche Randexistenzen in anderen, möglicherweise höheren Ligen ihr Unwesen treiben, ist an der Stelle nicht ganz so wichtig). Nicht nur würde es selbigem, also dem Selbstverständnis, äußerst gut tun, nach 4 Jahren endlich mal wieder im Pokal zu triumphieren. Nachdem uns Germania Halberstadt in dieser Saison bereits vier von sechs möglichen Punkten abgenommen hat, und zwar nicht mal unverdient, wird es außerdem mal wieder Zeit zu zeigen, wie das wirklich so beschaffen ist mit den Machtverhältnissen im Land.

So weit, so einfach. Dennoch erwartet uns am kommenden Freitag meiner bescheidenen Meinung nach ein Spiel, was vom Ausgang her völlig offen ist und aus diesem Grund auch eher für eine gehörige Portion An- statt Entspannung und Vorfreude sorgt, bei mir jedenfalls. Hat man die Germania in den vergangenen Jahren immer als zwar freundlichen, aber sportlich nicht wirklich ernstzunehmenden Nachbarn eher belächelt, haben sich Mannschaft und Verein mittlerweile zu einer echten Regionalligagröße entwickelt. Tatsächlich kann man inzwischen auch von so etwas wie einer organisierten, wenn auch kleinen Fanszene sprechen. Es gibt nicht wenige ExpertInnen im Magdeburger Umfeld, die diese Entwicklung gern in vollem Umfang dem derzeitigen Cheftrainer unserer Blau-Weißen, Andreas Petersen, zuschreiben möchten. Sicherlich ist Petersens Anteil an dem Standing, das sich der Verein inzwischen erarbeiten konnte, nicht von der Hand zu weisen, er hat dort ja schließlich lange genug gewirkt. Allerdings ist der gute Mann inzwischen auch bereits seit einer kompletten Punktspielrunde für die Geschicke der Größten der Welt verantwortlich und letzten Endes läuft es wahrscheinlich darauf hinaus, dass im Vorharz einfach generell gute und grundsolide Arbeit geleistet wird. Hut ab dafür, Germania! Der Pott bleibt deshalb aber bitte trotzdem in der Landeshauptstadt.

Und bei uns? Tja, keine Ahnung. Jedweder Versuch einer nüchternen Analyse scheitert irgendwie immer wieder an diesem dumpf-diffusen Bauchgefühl der Aufregung, gepaart mit Anspannung und einem kleinen bisschen Angst, dass das Spiel möglicherweise am Ende mit dem falschen Sieger endet. Von der Krönung einer in vielerlei Hinsicht ziemlich großartigen, wenn auch längst nicht perfekten Saison bis hin zur ultimativen Schmach, im Finale im eigenen Stadion dem ‚kleinen’ Nachbarn beim Jubeln zusehen zu müssen, ist wohl alles drin. Und das macht die ganze Angelegenheit nicht gerade einfacher.

Wenn ich die Tendenz aus den beiden Punktspielen gegen Halberstadt als Grundlage nehmen müsste, wäre der Ausgang am Freitag klar: nach einer 0-2-Heimniederlage und einem 2-2 beim Rückspiel auswärts wäre es ja nur logisch, wenn wir nun unsererseits im heimischen HKS mit 2-0 triumphieren würden. Allein – so einfach ist es wohl nicht. Problematisch erscheint in der Tat, dass es Halberstadt in beiden Spielen gegen uns gelungen ist, jeweils 2 Tore zu erzielen. Dass man im letzten Aufeinandertreffen beide Tore kassierte, während der Gegner in Unterzahl war, ist außerdem ziemlich bedenklich. Ob das nun bedeutet, dass die Vorharzer einfach einen ziemlich guten Ball spielen oder dass unsere Abwehr einfach nicht immer auf der Höhe des Geschehens ist, mag jeder für sich selbst beurteilen. Nüchterner Fakt 1 aber trotzdem: unsere Abwehr möchte und muss am Freitag bitte einen Sahnetag erwischen und nicht erst nach Gegentoren, sondern wenn möglich schon beim Einlaufen aufwachen. Fernando Lenk (leider) und Stephan Neumann (yeah!) dürften wohl gesetzt sein, gleiches gilt sicher für Tobias Friebertshäuser in der Innenverteidigung. Neben Friebe kommen Philipp Blume, Peter Hackenberg (ist der schon wieder fit?) oder Kevin Nennhuber in Betracht, eventuell hat der junge Blume hier derzeit ein kleines bisschen die Nase vorn. So ein richtiges Urteil kann ich mir da aber momentan nicht erlauben, weil ich die letzten Spiele mit Blume als IV leider nicht live verfolgen konnte. Prinzipiell halte ich Kevin Nennhuber auch für die solidere, weil einfach erfahrenere Option. Allerdings strahlte er aber auch nicht immer die notwendige Sicherheit aus (um es mal diplomatisch zu formulieren). Naja, und Hacke mit der kürzlich erst wieder erlittenen Verletzung… ach, schwierig.

In der Offensive ist derweil die Sache ziemlich klar und hier sehe ich uns gegenüber unserem Kontrahenten auch recht deutlich im Vorteil. Mit Christian Beck haben wir endlich wieder einen Stürmer, der diese Bezeichnung auch verdient, und speziell gegen seinen alten Verein, den er nicht unbedingt im Guten verlassen hat, dürfte er sicher besonders motiviert sein. Dazu kommen Christopher Reinhard und Fabio Viteritti auf den Flügeln; qualitativ, bei allem Respekt für Germania, sicherlich insgesamt ein deutliches Plus für uns.

Im Mittelfeld dürften Marco Kurth und Marius Sowislo wohl gesetzt sein, so dass insgesamt noch ein Plätzchen zu vergeben ist. Von der Aufstellung der letzten Spiele her zu urteilen, wird das sicherlich Florian Beil einnehmen, im Übrigen ein gebürtiger Halberstädter. Als geneigter Magdeburger Anhänger hätte man sich ja – nichts gegen Beil – gewünscht, dass Telmo Teixeira ein bisschen schneller die Bindung zum Magdeburger Spiel findet und eben lange vor dem Finale schon zur (offensiven) Schaltzentrale avanciert. Das ist bisher aber noch nicht so richtig eingetreten, sodass Telmo das Spiel vermutlich zunächst, wie eigentlich fast immer seit seinem Wechsel von den Hässlichen, von der Bank aus verfolgen dürfte. Viel wird insgesamt auch mal wieder von der Tagesform unseres Kapitäns Kurth abhängen; auch das ist ein Umstand, der mich die ganze Saison über eigentlich schon eher bedenklich stimmt. Für Marco Kurth gilt daher dasselbe wie für unseren Abwehrverbund: bitte am Freitag einen Sahnetag erwischen ;-).

Tja. Insgesamt also: Prunkstück Offensive, eher tagesformabhängiges Mittelfeld, Wackelkandidat Abwehr, was nun auch nach doch eher krampfhaft nüchterner Analyse immer noch nach einem klassischen Fifty-Fifty-Spiel aussieht. Und komme mir jetzt bitte keiner mit “offense wins games, defense wins championships”. Das kann ich jetzt grad gar nicht gebrauchen.

Was bleibt, ist dann eben letzten Endes doch dieses verdammte Gemisch aus Anspannung, Vorfreude und Nervosität, aber: so ist eben der Pokal. Und vielleicht, ja vielleicht gibt es ja am Freitagabend nach Abpfiff mal wieder einen ähnlichen Ausbruch wie diesen hier, an den ich mich immer wieder gern zurückerinnere:

(War das geil. Und krass unsportlich. Aber geil.)

Also, Jungs. Nur noch dieses eine Spiel. Im eigenen Wohnzimmer.

WIR! IHR! POKALSIEG!

Kaderplatzbingo, Teil 2: Kadervorschau Saison 2013/2014

20. Mai 2013 at 10:10

Nachdem es im ersten Teil des Kaderplatzbingo um die Vertragssituation derjenigen Spieler des Ersten FC Magdeburg ging, deren Verträge zum Saisonende auslaufen und die potentiell noch verlängert werden können, gibt es hier nun eine Kadervorschau für die Saison 2013/2014 insgesamt. Bis zum offiziellen Saisonstart am 01.07.2013 werde ich versuchen, je nach Vollzugsmeldungsstand des Clubs die Kaderliste für die neue Spielzeit in der Regionalliga Nordost entsprechend zu aktualisieren.

Mit Stand vom 19.06.2013 stehen die folgenden Spieler im Kader der ersten Männermannschaft des Ersten Fussballclubs Magdeburg für die Spielzeit 2013/2014:

Tor:

Matthias Tischer
Danilo Dersewski
Lucas CichosNeuzugang [eigene A-Jugend]

Abwehr

Nils Butzen
Tobias Friebertshäuser
Kevin Nennhuber
Stephan Neumann
Felix Schiller
Christopher HandkeNeuzugang [VfB Germania Halberstadt] Nico HammannNeuzugang [KSV Hessen Kassel] René LangeNeugzugang [Hansa Rostock II]

Mittelfeld

Patrick Bärje
Marco Kurth
Christopher Reinhard
Marius Sowislo
Telmo Teixeira-Rebelo
Fabio Viteritti
Sven Torge BremerNeuzugang [eigene A-Jugend] Steffen PuttkammerNeuzugang [SV Wilhelmshaven] Tino SchmunckNeuzugang [Hansa Rostock II]

Sturm

Christian Beck
Florian Beil
Lars FuchsNeuzugang [Hannover 96 II] Matthias SteinbornNeuzugang [BFC Dynamo Berlin]

Kaderplatzbingo

7. Mai 2013 at 19:42

Boah, Stress!

Hier noch den Beitrag für die nächste Ausgabe von „OstDerby“ (ab 15.05.!) fertig schreiben, da noch die eine oder andere wichtige Angelegenheit im ‚echten Leben’ auf den Weg bringen bzw. (Achtung, Wortspiel!) auf die Schiene setzen, dazu wollen ja auch noch die Brötchen verdient werden und zack! sind – den nachholspielbedingten englischen Wochen sei Dank – schon wieder etliche Saisonspiele gespielt, ohne dass hier im Blog irgendwas passiert wäre.

Dabei hat sich der Erste Fussballclub Magdeburg in den vergangenen Wochen nach einer kleineren Schwächephase eigentlich ganz achtbar geschlagen: die Lokomotive aus Leipzig durfte nach einem 3-2-Heimsieg der Blau-Weißen ohne drei Punkte wieder nach Probstheida tuckern, danach gab es – sicherlich eher überraschend, wenngleich nicht minder verdient – einen 2-1-Heimerfolg gegen den FC Carl Zeiss Jena. Schließlich das Auswärtsspiel am vorvergangenen Sonntag bei Ligaprimus RB Leipzig, über das wir ergebnis- und spieltechnisch mal den Mantel des Schweigens legen wollen. Vielleicht nur so viel: auch in Bestbesetzung und mit absolutem Sahnetag wäre da für die Größten der Welt nichts zu holen gewesen, zu deutlich und mindestens um eine Spielklasse überlegen waren die Rasenballer unhöflicherweise just gegen uns. Auch zur Bewertung des Spiels, des Gegners und unserer Mannschaft im Anschluss an das Spiel durch Teile der Fan(forums)szene äußere ich mich an der Stelle lieber nicht. Muss ja nicht sein, dass einem innerhalb nur weniger Tage gleich mehrfach der Allerwerteste platzt.

Gut. Am vergangenen Donnerstag nun noch das Nachholspiel gegen den Berliner AK (1-1) und am letzten Samstag die Partie gegen den FSV Optik Rathenow (1-0). Für die entsprechenden einzelnen Spielberichte verweise ich an der Stelle auf die hervorragenden Texte der Jungs und Mädels von Sportfotos MD. Was mich in den vergangenen Tagen (sofern Zeit blieb, sich gedanklich mit dem Club zu beschäftigen) eher allgemeiner umgetrieben hat war (und ist, tatsächlich) die Frage, wer aus dem aktuellen Kader die noch zu vergebenden Verträge für die nächste Saison ergattert.

Mit 4 Spielern aus dem aktuellen Aufgebot wolle man noch verlängern, so jedenfalls die Ansage der sportlichen Leitung, die kürzlich über die Presse zu vernehmen war. Angesichts der bereits feststehenden Abgänge Dawid Krieger (Vertrag wird nicht verlängert) und Philipp Blume (wechselt zur zweiten Mannschaft von Hannover 96) sowie der unlängst verkündeten Vertragsverlängerung mit Ersatztorwart Danilo Dersewski (der mir persönlich gegen Rathenow in einigen Aspekten recht gut gefiel!) streiten also die folgenden Spieler mit auslaufenden Verträgen noch um drei verbliebene Plätze im Kader für die Saison 13/14:

Abwehr:

Fernando Lenk, Stephan Neumann, Peter Hackenberg

Mittelfeld:

Benjamin Boltze*, Fabian Burdenski, Marius Sowislo, Patrick Bärje

Sturm:

Michél Harrer, Maik Koschwitz.

„3 aus 9 8“ quasi. Und wenn man ganz ehrlich ist und die letzten Spiele aufmerksam verfolgt hat, kristallisieren sich die drei Kandidaten eigentlich auch schnell heraus, was auch bedeutet, dass mit Blick auf diejenigen, die keinen neuen Kontrakt erhalten werden, wohl auch einige recht unpopuläre Entscheidungen zu erwarten sind.

Der erste, der aus meiner ganz persönlichen Sicht wohl auch nächste Saison noch unser Trikot überstreifen wird, ist Fernando Lenk. In der Hinrunde noch (und meiner Meinung nach auch völlig berechtigt) nahezu überhaupt nicht berücksichtig, ist er quasi in jedem Spiel der bisherigen Rückrunde gesetzt. Ein weiteres Indiz dafür, dass er wohl ein neues Angebot erhält: als sich im letzten Spiel gegen Rathenow mit Peter Hackenberg ein etatmäßiger Innenverteidiger verletzt, kommt nicht etwa Kevin Nennhuber, seines Zeichens ebenfalls IV, ins Spiel, sondern besagter Lenk, der aber als Außenverteidiger geführt wird. Jetzt muss das nicht allzu viel heißen, weil ja schließlich morgen in Elster im Pokal gespielt wird und man sich ja gegen Rathenow allgemein für die Variante „Schonkur“ entschieden hat, aber trotzdem. Mein Bauchgefühl sagt, Lenk bleibt drin. Der Trainer wird seine Gründe dafür haben und sieht den Genossen ja auch jeden Tag im Training – auf Basis der Spiele, die ich von ihm gesehen habe, kann ich die Entscheidung jedenfalls überhaupt nicht nachvollziehen. Muss ich zum Glück aber auch nicht.

Zweiter Kandidat für zumindest ein Angebot ist sicherlich Patrick Bärje, trotz seiner unglaublichen Verletzungsgeschichte. Dass Trainer Petersen große Stücke auf ihn hält, ist kein Geheimnis, und dass Bärje ein ganz feiner Fußballer ist, kann jeder erkennen, der ihn in dieser Rückrunde hat spielen sehen. Bleibt er fit, erhöht er definitiv die Kaderqualität, was ja das erklärte Ziel der sportlichen Leitung mit Blick auf einen möglichen Angriff auf die Tabellenspitze in ein, zwei Jahren darstellt. Für mich also auf jeden Fall derjenige Spieler aus dem aktuellen Kader, bei dem die Frage der Vertragsverlängerung am ehesten eigentlich keine ist.

Bleibt noch Kaderplatz 3, um den sich nunmehr noch 7 Spieler streiten. Die Nase vorn hat hier meiner Meinung nach Marius Sowislo, was ich auch wieder allein aus der Tatsache folgere, dass er jetzt in der Rückrunde bei jedem Spiel dabei war. Das Frappierende daran: er spielte vorwiegend im defensiven Mittelfeld, wo mit den Kollegen Boltze und Burdenski von der Position her eigentlich zwei Leute vor ihm sein müssten (Sowislo ist für mich eher in der Offensive zuhause) und demnach ohnehin ein Überangebot herrschen müsste. Warum also dort einen Spieler (kontinuierlich) spielen lassen, der dort ursprünglich eigentlich gar nicht zuhause ist, wenn man nicht mit ihm weiterarbeiten möchte? Ich muss zugeben, dass mir die Idee, auf der Position einen (tendenziell) offensiv denkenden und agierenden Spieler aufzustellen, gar nicht so schlecht gefällt – wären da nicht die Grottenspiele, die Sowislo auf der Position zum Teil abgeliefert hat. Allerdings erfasst mich da möglicherweise auch die ‚Magdeburger Krankheit’, die sich vor allem durch völliges Unverständnis für Trainerentscheidungen bei nicht sofort eintretendem Erfolg charakterisieren lässt. Das Spiel gegen den BAK und auch seine paar Minuten gegen Rathenow (als Ersatz für Kapitän Kurth) waren nämlich recht ordentlich und es wäre ja in der Geschichte des Fußballsports nun beileibe nicht das erste Mal, dass ein Spieler auf eine neue Position quasi ‚umschult’.

Die Sowislo-Situation (das wäre irgendwie auch ein cooler Filmtitel 😉 ) führt uns auch gleich nahtlos zu den Kandidaten, die wohl eher schlechte Karten haben dürften, nächste Saison noch für uns aufzulaufen. Da wäre zum einen Benjamin Boltze, für mich einsatzminutentechnisch die absolute Enttäuschung der Saison – leistungstechnisch nicht, wohlgemerkt, denn er durfte ja einfach kaum ran in den vergangenen Wochen, in denen es in Sachen Verträge um die viel zitierte Wurst geht. An Boltzes Stelle würde ich es ja als schallende Ohrfeige empfinden, als gelernter und sicherlich eher höher veranlagter Mittelfeldspieler entweder gar nicht zu spielen, oder, wie gegen Rathenow gesehen, als linker Verteidiger (!!!) auflaufen zu müssen. Obwohl er seine Sache auf der Position gar nicht mal schlecht gemacht hat. Hier verhält es sich aber anders als bei ‚Umschüler’ Sowislo: man hat bei Boltze so ein bisschen den Eindruck, als wären diese Ausflüge auf die Außenverteidigerposition eher sowas wie ‚Almoseneinsätze’. Auf seiner angestammten Position im Mittelfeld erhält noch dazu Fabian Burdenski im Zweifelsfall den Vorzug, was dann sozusagen die Schelle für Boltzes anderes Ohr darstellt. Seine vermeintliche Klasse hat Burdenski für mich in dieser Saison genau ein Mal nachgewiesen, und das war bei seinem hervorragenden Spiel zuhause gegen RB Leipzig, was allerdings auch 1-4 verloren ging. Ein gutes Spiel pro Saison reicht aber nicht, um dauerhaft einen Kaderplatz in einer Regionalligamannschaft zu belegen, sodass ich eine Entscheidung gegen Burdenski durchaus nachvollziehen könnte. Bei Boltze eher weniger, aber möglicherweise spielen da ja auch noch andere Faktoren eine Rolle. Eine gute Integration in eine Mannschaft gelänge nämlich zum Beispiel bestimmt deutlich besser, wenn man vor Ort wohnen würde, aber das ist nur so ein Gedanke.

*Edit: das Thema ‘Boltze’ hat sich, quasi während dieser Text hier entstand, schon erledigt. 

In der oben beschriebenen Konstellation ebenfalls keine neuen Verträge erhalten würden Peter Hackenberg und Stephan Neumann. Während es bei „Hacke“ zwar durchaus schade, aber qualitativ sicher zu verschmerzen wäre (Ersatz-Innenverteidiger mit einer Qualität, die in der Regionalliga zumindest zum Mitspielen reicht, wird man wohl auftun können), würde man mit Neumann gewissermaßen eine Instanz und ein kleines „Generation Amateurfußball“-Denkmal in die Wüste und vielleicht sogar in Rente schicken. Stephan Neumann ist nicht nur bei weitem dienstältester FCM- Kicker, er IST gewissermaßen ein Stück Erster FC Magdeburg. Ein Kader ohne ihn ist für mich eigentlich gar nicht denkbar, immerhin war Neumann immer dabei, solange ich die Geschicke des Clubs näher verfolge. Aber gut. Für derartige Sentimentalitäten ist eventuell im Fußballgeschäft dann doch kein Platz und es soll ja in der Vergangenheit schon vorgekommen sein, dass man im Verein verdiente und/oder äußerst beliebte Spieler irgendwie, naja, einfach vor die Tür setzte. Schauen wir mal – zumindest emotional wäre das schon ein herber Verlust, aber möglicherweise bietet sich ja eine Perspektive als Führungsspieler in der zweiten Mannschaft (ggf. ja in der Oberliga) an oder so. Rein sportlich, das ist ja auch kein Geheimnis, ist Neumann für mich die optimale Absicherung für Christopher Reinhard auf links. Aber man soll ja nie „nie“ sagen, nachher wird der Über-LV verpflichtet und in einigen Jahren spricht niemand mehr von einem „Charly“ Neumann. Wir werden sehen.

Was den Angriff und die Spieler dort mit auslaufenden Verträgen angeht, bin ich eigentlich recht emotionslos. Michél Harrer war ja die ganze Saison irgendwie nie so richtig wahrnehmbar Teil der ersten Mannschaft und hatte sicherlich auch Pech, dass er sich nach vielversprechendem Start in die Saisonvorbereitung heftig verletzte. Alles andere als ein Abschied aus Magdeburg würde mich doch sehr überraschen. Ähnlich verhält es sich mit Maik Koschwitz, den ich zwar nach wie vor für ein großes Talent halte, der aber mit Christian Beck, Florian Beil und ab der kommenden Spielzeit Lars Fuchs (zu) starke Konkurrenz vor sich hat und zudem mit einer fiesen Schambeinverletzung ewig außer Gefecht war. Und auch hier verbietet sich eigentlich ein Vergleich zu Patrick Bärje, weil letzterer eben seine Klasse bereits nachweisen konnte und man da einigermaßen gut wusste, was man kriegt, wenn er wieder fit ist. Koschwitz (in gesundem Zustand) wäre ein spannendes Entwicklungsprojekt für die erste Mannschaft gewesen; so allerdings könnte man ihn allenfalls über einen Stammplatz in der zweiten Mannschaft noch mal ganz in Ruhe aufbauen. Sollte die Truppe tatsächlich in die Oberliga aufsteigen, wäre das aber sicherlich eine interessante Option.

Soweit mal mein Senf zu aktuellen Vertragspoker-Spekulationen – ich bin jetzt schon sehr gespannt, inwiefern mich die Bekanntgaben des Vereins in den kommenden Tagen und Wochen möglicherweise heftig widerlegen werden ;-).

Bis dahin bleibt zu hoffen, dass der aktuelle Kader morgen seine Aufgabe in Elster ordentlich löst und einen weiteren Schritt Richtung „Tiflis 2015“ macht – denn auch für künftige Neuzugänge ist die Aussicht, den FC Bayern München im DFB-Pokal auszuschalten, sicherlich verlockend. Soll ja alles schon mal vorgekommen sein.

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[UPDATE: 15.05.2013]

Wie heute aus der Magdeburger Volksstimme zu erfahren war, verabschiedet sich der Erste Fussballclub Magdeburg zur neuen Saison neben Dawid Krieger (stand ja schon fest) auch noch von Peter Hackenberg, Michél Harrer (wenig überraschend) und – für mich, wie oben nachzulesen, doch eher unerwartet – tatsächlich auch von Fernando Lenk!

Stephan Neumann hat dagegen ebenso einen neuen Vertrag erhalten wie Marius Sowislo. Patrick Bärje hat bis 2015 unterschrieben, Burdenski und Koschwitz sollen bleiben.  Somit werden uns nicht nur 3, sondern 5 der oben eingangs genannten Spieler erhalten bleiben, sofern auch Budde Burdenski und Maik Koschwitz noch unterschreiben. Macht insgesamt dann einen 17er-Kader, der laut Volksstimme-Artikel noch auf 22-23 Spieler aufgebaut werden soll, was 5-6 Neuzugänge bedeutet. Lars Fuchs steht als solcher schon fest, außerdem wird mit Torge Bremer noch ein Nachwuchsspieler für das defensive Mittelfeld hochgezogen – was auch die Frage aufwirft, was wir dann eigentlich mit Burdenski wollen (zumal ja gerüchteweise auch Steffen Puttkammer für die neue Saison schon unterschrieben haben soll).

Insgesamt sieht mir das aber auf jeden Fall schon mal nach einer doch ordentlichen Kaderplanung aus. Jetzt noch 2, 3 weitere Neue, die die Qualität der Mannschaft heben, und es wird ein schöner Sommer mit viel Vorfreude auf die Spielzeit 2013/2014.

Die wundersame Wandlung des Ersten FC M

11. April 2013 at 17:42

1-2 zuhause in einem Nachhol-Flutlichtspiel gegen den Tabellenvorletzten. Und wenn man den zahlreichen Augenzeugen glauben darf, die sich per Ticker, Twitter und Fan-Forum zum Spiel gegen die 2. Mannschaft von Union Berlin am gestrigen Abend zu Wort gemeldet haben, eine durchaus verdiente Niederlage und eine über weite Strecken doch eher als ‘katastrophal’ einzustufenden Leistung. Dies sind erst mal die nüchternen Fakten, die mich dann aber doch langsam gewaltig nachdenklich stimmen, nachdem ich zuletzt ja noch dachte, die schwachen Auftritte in Meuselwitz und gegen Neustrelitz waren der langen Zwangspause geschuldete Ausrutscher. Wie ich darauf kam? Mal überlegen:

Nach der Hinrunde lag der FC Magdeburg auf einem respektablen fünften Tabellenplatz mit nicht unrealistischem Anschluss an die Spitzengruppe der Regionalliga Nordost. Im Großen und Ganzen wurde ordentlicher Fußball gezeigt, obwohl natürlich auch die – erwartbaren – schwachen Leistungen dabei waren, die aber zu einer Aufbausaison naturgemäß dazugehören. Auf dem Platz gab es so etwas wie eine Stamm- oder zumindest Kernformation mit Tischer im Tor, Neumann/Blume – Friebertshäuser – Schiller/Hackenberg – Butzen in der Verteidigung, Kurth – Burdenski/Boltze im (defensiven) Mittelfeld, Reinhard und Viteritti (Moslehe) auf den Flügeln und Beil – Krieger im Sturm. Moniert wurde oftmals die schlechte Chancenverwertung in der Offensive (Krieger!!!) und der Umstand, dass man häufig eben nicht über 90, sondern allenfalls 60, 70 Minuten Dampf machte. Es waren beherzte, leidenschaftliche, engagierte Auftritte dabei, die Mannschaft wollte und es machte nach der Graupensaison 11/12 endlich wieder Spaß, ins Stadion zu gehen, auch wenn längst noch nicht alles klappte. Der FCM war wieder da oder zumindest auf einem guten Weg. Die sportliche Leitung wurde gelobt und, und das war vielleicht das allerwichtigste, es war Ruhe im Verein (jedenfalls, soweit man das von außen beurteilen konnte).

So, dann kam die Winter(zwangs)pause und auch hier wurde eigentlich ganz vernünftig gearbeitet: es folgten ordentliche Hallenauftritte (was in der Vergangenheit ja auch nicht immer der Fall war) und mit der Verpflichtung von Beck, Teixeira (sofort) und Fuchs (ab der kommenden Saison) sinnvolle und qualitativ hochwertige Verstärkungen. Dazu kamen dann oft markige Worte des Trainers und, das sei an dieser Stelle explizit erwähnt, auch der Mannschaft in Form von Mannschaftskapitän Marco Kurth (“Ich will noch 2. werden!”). Es folgte das Lotteriespiel auf Schnee in Auerbach (2-0 für die Guten) und das 3-3 in Plauen. 4 Punkte aus 2 Spielen, beide auswärts – eigentlich okay. Soweit, so einfach.

Umso unklarer ist eigentlich vor diesem Hintergrund die aktuelle Entwicklung mit nunmehr 3 weitestgehend inspirationslosen Auftritten gegen vermeintlich schwächere (Union II) oder potentiell als etwa gleichstark eingeschätzte Gegner (Meuselwitz, Neustrelitz). Die pauschale und auf der Hand liegende Frage “Was ist da los?” entfaltet sich dabei für mich bei genauerem Hinsehen eigentlich in drei konkreteren Fragestellungen, nämlich:

1. Was ist aus der Mannschaft und der Spielkultur aus der Hinrunde geworden?

Hier ist zunächst mal anzumerken, dass sich in der oben als “Stammformation” bezeichneten Aufstellung drei Dinge geändert haben:

Fernando Lenk, der in der Hinrunde allenfalls im Pokal mal eine Chance bekam und in den Punktspielen eigentlich, was Einsatzzeiten angeht, kein Land gesehen hat, scheint nunmehr auf der linken Verteidigerposition gesetzt. Mehr noch, er wird auch nach (meiner persönlichen Meinung nach) schwachen Auftritten vom Trainer über den grünen Klee gelobt (“Wer Lenk schwach gesehen hat, hat keine Ahnung vom Fußball”). Ich für meinen Teil habe Lenk jedenfalls in der Hinrunde nicht vermisst und fand uns eigentlich mit Neumann, später Blume oder wahlweise auch Reinhard hinten links recht gut aufgestellt, sodass die Hereinnahme von Lenk in die Mannschaft auf der Position aus meiner Sicht eigentlich ohne Not erfolgt ist. Verstehbar wird das Ganze eigentlich nur vor dem Hintergrund der Ansage der sportlichen Leitung, alle können sich in der Rückrunde noch für einen neuen Vertrag empfehlen. Dazu kommen wir aber gleich noch. Interessanterweise spielt Reinhard, seitdem Lenk hinter ihm absichert, weit unter seinen Möglichkeiten. Ich meine, ich habe ja laut Trainer keine Ahnung vom Fussball, aber vielleicht sollten Fernando und Christopher öfter mal ein Bier zusammen trinken gehen?

Zweitens: Marius Sowislo, eigentlich als (Flügel-)Stürmer geholt, bei transfermarkt.de interessanterweise als linker Mittelfeldspieler geführt und in der Hinrunde ebenfalls mit wenig Einsatzzeit, findet sich plötzlich in der Schaltzentrale im Mittelfeld wieder. Auf einer Position, für die wir mit Burdenski und Boltze bereits zwei Spieler mit mehr (Boltze) oder weniger (Burdenski) Potential haben und die bereits nachgewiesen haben, dass sie die Position auch ordentlich ausfüllen können. Also wieder ein Wechsel ohne Not, auch wenn, das muss man fairerweise dazusagen, der ideale Partner neben Kurth im Laufe der Hinrunde noch nicht gefunden wurde.

Die dritte Position betrifft den Wechsel von Chancentod Krieger auf Goalgetter Beck, bei dem Becks Quote, so denke ich, für sich sprechen dürfte. Hier war dringender Handlungsbedarf geboten, was sich auch bezahlt gemacht hat.

Was dann auch noch auffällt, ist eine gewisse Pomadigkeit (mir fehlt hier irgendwie ein besseres Wort) und der Mangel des absoluten Willens, das Spiel auch wirklich gewinnen zu wollen. Das sieht offenbar auch der Trainer so, der von “Enttäuschung” (Meuselwitz) sprach und davon, die Mannschaft wäre zeitweise “mausetot” gewesen (Neustrelitz). Bei allem Respekt, Andreas Petersen, aber die Mannschaft mit der richtigen Einstellung ins Spiel zu schicken ist Ihre Aufgabe als Cheftrainer. Und liebe Mannschaft: Ihr konntet wochenlang winterbedingt nicht ordentlich Fußball spielen – Ihr müsstet doch jetzt eigentlich ohne Ende Bock haben, vor der für Regionalligaverhältnisse sicherlich überdurchschnittlich großen Kulisse in Magdeburg wieder kicken zu können! Oder nicht?

2. Was ist aus der Ansage geworden, es gäbe für jeden Spieler noch die Möglichkeit, sich zu empfehlen?

Okay, wenn ein Fernando Lenk selbige Möglichkeit noch mal bekommen sollte, dann hatte er die jetzt. Stephan Neumann, der Lenks Position vor seiner schweren Verletzung ordentlich ausgefüllt hat, aber noch nicht. Und ja, es sind in den englischen Wochen noch ein paar Spiele zu absolvieren, aber warum darf sich Neumann bisher mal so gar nicht zeigen?

Gleiches gilt für Michel Harrer. An seiner Stelle würde ich mich ja langsam fragen, ob man mich eigentlich zu veräppeln gedenkt: da wird in der Winterpause öffentlichkeitswirksam verkündet, Dawid Krieger erhält nach der Saison keinen neuen Vertrag, und dann wird Mr. Chancentod himself dauernd eingewechselt, während der andere nominelle Stürmer, nämlich Harrer, drei Spiele lang gemütlich die Bank anwärmt. Ich meine, ich bin von Harrer nun auch nicht so wahnsinnig überzeugt – das kann aber auch daran liegen, dass ich ihn schlichtweg kaum habe spielen sehen bisher. Und mal ehrlich: das Chancen versemmeln hat Krieger zwar wirklich in beeindruckender Weise perfektioniert, aber das Tor NICHT zu treffen, traue ich Harrer durchaus auch zu. Für mich erklärt sich das nur so, dass Michel Harrer bereits abgeschrieben ist. Aber selbst dann setze ich doch zum Beispiel eher irgendeinen Nachwuchsspieler (von “vielversprechenden Nachwuchstalenten” wage ich auf der Position mal nicht zu sprechen) auf die Bank, als den Kaderplatz durch einen weiteren, möglicherweise bereits feststehenden Abgang zu blockieren.

Ebenso wenig schlau werde ich aus der Personalie Benjamin Boltze. Da wird erstmal über das Boulevardblatt mit den vier großen Buchstaben öffentlich ausgeteilt, Boltze hätte jetzt nur noch Endspiele und dann spielt, siehe oben: Marius Sowislo. Und noch nicht mal besonders gut. Oder Budde Burdenski mit der ihm eben eigenen, äh, “Qualität”. Okay, Boltze war gesundheitlich angeschlagen und so, aber wenn es für ganz passable 20 Minuten am Ende reicht, könnte man ihn ja eigentlich auch mal beginnen lassen. Allerdings kommt da womöglich wieder mein mangelnder Fußballsachverstand ins Spiel. Oder es gibt (das betrifft jetzt Burdenski), wie auch schon verschiedenerorts gemutmaßt wurde, tatsächlich Absprachen im Hintergrund, an denen Burdenski Senior maßgeblich beteiligt ist und die dem Sohnemann eben Einsatzminuten zusichern, die Benjamin Boltze dann natürlich fehlen.

3. Die ‘Causa Kurth’ und die Sache mit der Ruhe im Verein.

Kapitän Marco Kurth war, wie auf der Pressekonferenz nach dem Spiel und dann eben auch in der Presse heute zu vernehmen war, aus “sportlichen und disziplinarischen Gründen” gestern nicht im Kader. Gerüchten zufolge gab es da im Vorfeld wohl eine etwas lautstärkere Meinungsverschiedenheit zwischen Trainer Petersen und Kurth im Training, die eben in der Nicht-Berücksichtigung für das Union-Spiel gipfelte. Für mich klingt das erst mal plausibel und nachvollziehbar, schließlich gibt es für einen erfahrenen Spieler und Mannschaftskapitän wie Kurth sicher auch andere Möglichkeiten, Meinungsverschiedenheiten zur Sprache zu bringen bzw. macht sich Petersen ja lächerlich, wenn er sich von seinem Kapitän vor versammelter Mannschaft derart angehen lässt und dann keine Konsequenzen zieht. Auf der anderen Seite ist das natürlich aber auch ein gefährliches Spiel und es bleibt zu hoffen, dass die Angelegenheit nicht noch weitere Folgeerscheinungen nach sich zieht und sich nicht auf das Verhältnis zwischen Trainer und Mannschaft insgesamt auswirkt. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass sich der wahre Charakter (und das betrifft jetzt sowohl Petersen, als auch Kurth) einer Person erst in Krisenzeiten zeigt und ich hoffe, beide haben genug Größe, mit der jetzt bestehenden Situation professionell umzugehen. Eine Disziplin- und Gefolgschaftsdebatte ist in der derzeitigen Situation jedenfalls so unnötig wie ein Kropf – insbesondere, weil ja in dieser Saison alle Instanzen richtigerweise immer betont haben, dass es nur dann wieder aufwärts gehen kann, wenn alle zusammenhalten und an einem Strang ziehen. Dass solche Aussagen im Windschatten entsprechenden Erfolgs natürlich leichter über die Lippen kommen als im Moment, ist auch klar.

Soweit zur Bestandsaufnahme. Wie kann es jetzt weitergehen? Ganz dringend wichtig wäre erst einmal ein Erfolg beim Tabellenletzten aus Torgelow jetzt am kommenden Samstag. Egal wie. Sollte man sich auch dort blamieren, ist wohl richtig Feuer unterm Dach, was sich vor allem wohl auch zuschauerzahlentechnisch niederschlagen dürfte, und das jetzt, wo in der nächsten Zeit mit Lokomotive Leipzig und Carl Zeiss Jena dem Namen nach attraktive Gegner im HKS ihr Stelldichein geben werden. Wie sich ein Nicht-Sieg auf die weitere sportliche Entwicklung auswirken würde, möchte ich mir gar nicht ausmalen, zumal ja am 08.05. auch das Landespokal-Halbfinale in Elster ansteht und man bitte nicht schon dort die Chance verbocken sollte, den Pott dieses Jahr wieder in die Landeshauptstadt zu holen. Wo doch der Hässliche FC so freundlich war, sich als Drittligist und vermeintlicher Pokalsiegerfavorit bereits in Halberstadt aus dem Wettbewerb zu verabschieden.

Insgesamt würde ich immer noch sagen, dass man weiterhin Ruhe bewahren sollte, immerhin lief ja die Saison bisher für FCM-Verhältnisse merkwürdig glatt. Nun gibt es eben einen Einbruch und jetzt wird sich zeigen, was alles Gerede im Vorfeld wirklich wert war und wie gefestigt Mannschaft, sportliche Leitung und nicht zuletzt auch das Umfeld wirklich (schon) sind. Und möglicherweise erwartet uns ja bereits in Torgelow das Comeback derjenigen ersten Männermannschaft des Ersten FC Magdeburg, die uns in der Hinrunde bereits so viel Freude bereitet hat.

Vom Glück, dass ein Spiel tatsächlich 90 Minuten dauert

8. April 2013 at 19:07

1. FC Magdeburg – TSG Neustrelitz, 23. Spieltag, 06.04.2013

Auch mit zwei Nächten und anderthalb Tagen Abstand weiß ich noch nicht so richtig, wie ich diesen Beitrag zum ersten Heimspiel der Größten der Welt im Kalenderjahr 2013 gegen die Turn- und Sportgemeinschaft Neustrelitz eigentlich beginnen soll. Ursprünglich wollte ja ich von dem Gefühl schreiben, das mich beschlich, als ich nach über 3 Monaten wieder in die obligatorische und stets leckere Kräuter-Bratwurst biss, die zum Stadionbesuch dazugehört wie das Altern um mehrere Jahre, wenn der Club mal wieder eine Großchance versiebt. Oder über das Kribbeln im Bauch, wenn man etwa 20 Minuten vor Anpfiff die Stufen der Nordtribüne erklimmt, in freudiger Erwartung dessen, was gleich passiert. Anders gesagt: darüber, wie mir solche Kleinigkeiten sofort wieder ins Bewusstsein rufen, wie sehr ich neben dem Stadionbesuch selbst auch die kleinen Rituale drumherum vermisst habe in den letzten Monaten, ohne es zu merken. Von den ganzen Leuten, die man schon viel zu lange nicht mehr gesehen hat, mal ganz abgesehen. Irgendwie liegt mir aber der Samstagnachmittag immer noch ein bisschen quer, ohne so wirklich zu kneifen, aber eben auch ohne wohliges (Erfolgs)Bauchgefühl – und das liegt, soviel sei schon mal gesagt, definitiv nicht an dem konsumierten Fleischerzeugnis. Vielleicht fange ich am besten erst einmal so an, nämlich mit einer Betrachtung der Rahmenbedingungen im Vorfeld des Spiels:

Nach der gefühlt längsten Winterpause aller Zeiten und insgesamt 3 abgesagten Heimbegegnungen (Jena, Union II, BAK) sollte nun also an diesem 06.04.2013 endlich alles gut werden – endlich wieder Live-Fußball im Wohnzimmer:FotoVereinsseitig wurde für dieses ‚Homecoming’ auch gleich ein toller Rahmen geschaffen, stand doch an diesem Datum auch der 4. Behindertentag an. Eine großartige Aktion, wie ich finde, und eine tolle Möglichkeit, auch Menschen mit körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen die Gelegenheit zu geben, ihrer blau-weißen Leidenschaft live im Stadion frönen zu können :-).

Die Mannschaft ihrerseits hatte bereits am vorhergehenden Mittwoch in Meuselwitz die Gelegenheit, die werte Anhängerschaft für das erste Heimspiel des Jahres so richtig heiß zu machen und so eine kleine Anfangseuphorie mit in den ersten Heimauftritt zu nehmen – und hat diese Gelegenheit gleich mal ordentlich verbockt. 0-2 gab es auf die Mütze, und wenn man den Augenzeugenberichten der vor Ort Gewesenen glauben darf, lieferte unsere Elf dort auf dem Dorf ihre bis dato schlechteste Saisonleistung ab. Umso gelegener sollte da ja eigentlich das Neustrelitz-Spiel gekommen sein, bieten doch englische Wochen in der Regel eine gute Gelegenheit, Negativerlebnisse innerhalb kürzester Zeit durch entsprechende Erfolgserlebnisse neutralisieren zu können.

So war jedenfalls alles angerichtet für ein ordentliches Fußballfest, und auch die Aufstellung mit Telmo Teixeira im offensiven Mittelfeld von Beginn an ließ den gemeinen Anhänger hoffen, dass es heute ordentlich, offensiv und vor allem attraktiv zu Werke gehen sollte.

Ja, und dann wurde angepfiffen.

Was dann folgte, lässt sich zumindest für mich recht schwer in vernünftige Worte gießen. Entgegen vieler anderer fand ich die erste Halbzeit nämlich eigentlich so super schlecht gar nicht. Man spielte eigentlich recht gefällig, kam auch immer wieder in Strafraumnähe, allein, die letzte Konzentration, der letzte vernünftige Pass und damit auch die zwingenden Torchancen blieben schlichtweg aus. Anders die TSG, die scheiterte nämlich im Verlauf der ersten Halbzeit (zunächst) vor allem am eigenen Unvermögen. Teixeira für mich mit zwar durchwachsenem, aber letztlich vielleicht auch erwartbarem Startelf-Debüt. Er probierte viel und man konnte schon gut erkennen, dass und auf welcher Weise er uns definitiv weiterhelfen wird. Allerdings war eben auch auffällig, dass die so oft zitierte ‚Bindung zum Spiel bzw. zur Mannschaft’ schon noch fehlt und einige Aktionen einfach unglücklich aussahen, weil die Laufwege (noch) nicht stimmten. Hier gilt es also, noch viel Trainingsarbeit zu investieren, aber dafür befinden wir uns ja auch in einer Aufbau- und Entwicklungssaison. Und wer jetzt erwartet hat, mit Teixeira kommt sofort der Tiki-Taka-Fußball barcelonascher Prägung (Grüße an dieser Stelle, aus Gründen, an den rotebrauseblogger), der hat wohl einfach recht schnell vergessen, wie es noch vor einem Jahr um die Spielkultur beim Ersten FC Magdeburg bestellt war.

Keine gute Figur machte von meiner Warte aus in der ersten Halbzeit (später wurde das besser) da eher Fernando Lenk, der auf seiner Abwehrseite irgendwie immer zu weit weg oder einfach zu schlecht stand, sodass ich, sobald Neustrelitz schnell über rechts (also unsere linke Abwehrseite) spielte, immer gleich etwas unruhig wurde. Fairerweise muss man aber sagen, dass auch Kollege Butzen auf rechts nicht seinen besten Tag hatte. Das erste Tor fiel dann tatsächlich auch über den linken Flügel der Gäste und war wieder so ein Ding, dass einen einfach nur wahnsinnig werden lässt: nach blau-weißem Ballverlust in der eigenen Angriffshälfte kombinieren sich drei Neustrelitzer gegen 8,9 Blau-Weiße in einen Konter, spielen den Ball auf die völlig blanke linke Seite und lässt der den Ball erlaufende TSG-Stürmer unserem Matthias Tischer im Tor mit einem platzierten Schuss keine Chance. Ein Tor, das schon in seiner Entstehung so nie und nimmer fallen darf. Aber okay.

So, und wir wären ja nun nicht in Magdeburg, wenn dieses Gegentor kurz vor der Pause und der Umstand, dass man nicht gleich in den ersten 45 Minuten die totale Dominanz zeigte, nicht zu einem ordentlichen Pfeifkonzert führen würde, das die Mannschaft in die Kabine begleitete. Ich fand das übertrieben, zumal man auch nicht vergessen sollte, dass Neustrelitz beileibe kein Fallobst, sondern Tabellennachbar ist – die können also auch kicken.

Unsere Mannschaft war dann nach der Halbzeitpause als erste wieder auf dem Rasen und Coach Petersen nahm zwei Veränderungen vor, brachte Bärje für Reinhard und Dawid Krieger für Telmo Teixeira. ‚Interessant’ ist die beste Beschreibung, die mir im ersten Moment einfiel und ich hoffe inständig, der Draht zwischen Trainer und Spielmacher Teixeira ist derart gut, dass die Auswechslung nicht gleich in der Anfangszeit zu fundamentalen Verstimmungen führt. Dass Teixeira ein Typ ist, der von seiner derzeitigen Teilzeittätigkeit allzu begeistert ist, kann ich mir nämlich beim besten Willen nicht vorstellen.

Auch Kriegers Einwechslung rief auf der Tribüne jetzt keine allzu große Euphorie hervor, schließlich hatten wir ja nur noch 45 Minuten für (mindestens) ein Tor. Krieger als nomineller Stürmer netzt im Schnitt in dieser Saison aber nur alle 452 Minuten…

Naja und was soll man groß sagen: es waren im zweiten Abschnitt keine 10 Minuten gespielt, als der Ball schon wieder im Tor zappelte, nur leider im falschen. Diouf traf nach einer Ecke am kurzen Pfosten – erneut völlig blank – zum 0-2. Hier war unsere Defensive wohl noch kollektiv in der Halbzeitpause, denn entweder hat Tischer den Ball vorher oder IRGENDEIN Abwehrspieler steht dem Diouf so auf den Füßen, dass der gar keine Lust mehr hat, sich Richtung Tor zu bewegen.

Die beste Szene des Spiels folgte gleich im Anschluss nicht auf dem Rasen, sondern auf der Tribüne, genauer gesagt auf dem Vorsängerpodest von Block U. Was da von irgendeinem Trottel auf der Tribüne genau gerufen wurde, habe ich nicht verstanden, vermute aber, dass sich da jemand lautstark und politisch unkorrekt über den zugegebenermaßen doch recht provokativen (und auch mit Gelb geahndeten) Torjubel des dunkelhäutigen TSG-Stürmers aufgeregt hat. Berichte anderer nach dem Spiel bestätigen diese Vermutung. Ein dickes „Daumen hoch“ in dem Zusammenhang an den Capo des Block U und seine klare, sinngemäße Ansage, so etwas gefälligst zu unterlassen oder in Zukunft vielleicht lieber zum Fußball gucken nach Halle zu fahren. Genau so und nicht anders – danke, Block U!

Mittlerweile lagen wir also null zu zwei zurück und nun war es spannend zu sehen, wie die Mannschaft wohl reagieren würden. Und sie tat zunächst mal das, was wir von der letzten Saison schon allzu gut kannten, nämlich: völlig verunsichert über den Rasen flattern. Ein bisschen mehr Glück und ein Quäntchen mehr Kaltschnäuzigkeit und Neustrelitz macht in dieser Phase den Sack mit 0-3 oder sogar 0-4 zu. Taten sie aber nicht, und so schlug nach gut 60 Minuten Spielzeit die Stunde des Christian Beck. Zwei blitzsaubere Tore innerhalb weniger Minuten bescherten den Ausgleich und stellten den Spielverlauf, zumindest bis dato in der 2. Hälfte, eigentlich völlig auf den Kopf. Die gute Nachricht lautet aber: offenbar haben wir (mittlerweile) zumindest so viel Qualität auf dem Platz, dass wir eben auch einen 2-Tore-Rückstand wieder wettmachen können. In dem Zusammenhang wage ich auch zu behaupten, dass sich die Verpflichtung von Beck jetzt schon gelohnt hat. Ob sich einer unserer anderen Stürmer dazu bewogen gefühlt hätte, die Kugel derart humorlos und zielstrebig im Tor unterzubringen?

Überhaupt, dieser Christian Beck: vorbildlicher Einsatz, gute Mitarbeit in der Defensive, vorne eigentlich immer anspielbar UND, was noch viel wichtiger ist, mit vielen guten Ideen, die Mitspieler vorne auch in Szene zu setzen. Dass noch nicht alles klappt, ist klar (siehe Teixeira), aber die durch seine Verpflichtung dazugewonnene Qualität ist unübersehbar.

Das Spiel endete schließlich mit einem für uns doch eher schmeichelhaften 2-2, auch, weil wir in den insgesamt ordentlichen letzten 30 Minuten das eine oder andere Mal Pech hatten (Latte, Pfosten) und Neustrelitz seinerseits die oft gut herausgespielten Chancen nicht nutzen konnte. Was mich aber bis jetzt noch beschäftigt: Warum pumpt ein Fabio Viteritti nach 70 Minuten schon wie ein Maikäfer, muss aber bei einem noch möglichen Wechsel trotzdem durchspielen? Und was hatte Marius Sowislo eigentlich auf dieser Position vor der Abwehr zu suchen? Wobei ich mir ja mal hab sagen lassen, dass Spieler, die auf der Position das ganze Spiel über in keiner Weise im Gedächtnis bleiben, ihre Sache wohl sehr gut gemacht haben sollen…

Kleine Randnotiz noch, weil sie sich im Spiel einfach aufgedrängt hat und man ja auch mal auffällige Gegenspieler positiv hervorheben kann: was macht eigentlich Neustrelitz’ Nummer 3, Christian Schönwälder, nächsten Sommer? Ich fand, dass der Kollege auf Seiten der Gäste ein sehr, sehr ordentliches Spiel gezeigt hat und vor allem ein sehr gepflegtes Stellungsspiel an den Tag legte, was den einen oder anderen potentiell vielversprechenden blau-weißen Angriff schon in der Entstehung unterbunden hat. Vielleicht hat es ihm ja gefallen im schönen HKS…

Weiter geht es für Blau-Weiß schon am kommenden Mittwoch im Flutlicht-Nachholspiel zuhause gegen die Zweitvertretung von Eisern Union, was ich leider nur am Ticker verfolgen kann. Man darf sehr gespannt sein, wie die Mannschaft dann auftritt und ob man die letzten 30 Minuten des Neustrelitz-Spiels vielleicht auf starke 90 Minuten gegen Berlin ausbauen kann. Bis dahin täten alle, meine Wenigkeit eingeschlossen, erst mal noch gut daran, den Frustball flachzuhalten und immer schön dran zu denken: wir bauen auf und entwickeln. Immer noch. Und es ist ganz stark davon auszugehen, dass sich das auch bis Saisonende nicht mehr ändern wird.

Die längste Winterpause aller Zeiten

30. März 2013 at 17:34

“Spielabsagen sind Moppelkotze!” – Ich finde, angesichts der momentanen Situation in der Regionalliga Nordost kann man einen neuen Beitrag hier im Blog schon mal mit einer entsprechenden Ansage beginnen lassen. Wobei ich, ehrlich gesagt, die letzten Spielabsagen – die gegen Herthas zweite Mannschaft kam kürzlich bereits ganze 5 Tage vor dem eigentlich Anstoß-Termin – nur noch mit einer Mischung aus Frust, Resignation und Gleichgültigkeit zur Kenntnis genommen habe. Zu lange dauert nun schon die unfreiwillig verlängerte Winterpause – gefühlt die längste aller Zeiten, lediglich unterbrochen durch ein von den Bedingungen her fragwürdiges Gastspiel bei den Sportfreunden im beschaulichen Auerbach.

Nun also sind vom Nordostdeutschen Fußballverband alle Partien der aktuellen Saison endgültig terminiert worden und ein Blick auf das winterbedingt doch sehr stark komprimierte Restprogramm verrät, dass die Mannen des Ersten Fußballclubs Magdeburg bis zum 22.05.2013, wenn wir dann den Landespokal gewonnen haben werden, noch stolze 17 Spiele (Landespokalhalbfinale und Endspiel eingerechnet) zu absolvieren haben. Allein im April rollt der Ball mit blau-weißer Beteiligung acht Mal, wobei ich im Moment noch nicht so wirklich sicher bin, ob am 03.04. in Meuselwitz und am 06.04. zuhause gegen Neustrelitz auch wirklich (schon) gespielt werden kann. Der tägliche Blick auf die Wettervorhersage-App des Vertrauens lässt mich jedenfalls nicht allzu euphorisch werden. Ziemlich ärgerlich ist außerdem, dass mich der Winter mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um meine Lieblingsauswärtsfahrt nach Meuselwitz gebracht hat (eine eher kurzfristig anberaumte Anreise unter der Woche ins nordöstlichst mögliche Thüringen, noch dazu mit Anstoß um 17:30 Uhr, ist eigentlich als Berufspendler nicht zu machen) und ich definitiv reisebedingt das (Nachhol-)Heimspiel gegen Unions zweite Mannschaft im heimischen HKS nicht sehen werde. Aber okay, für das Wetter kann nun mal keiner was, und dass auch eine laufende Rasenheizung (die wir uns aber nicht leisten können) und viele fleißige Hände (derer sich der Verein definitiv sicher sein könnte) keine Garantien dafür sind, dass auch im Winter gespielt werden kann, mussten ja jüngst die Rasenballsportler aus Leipzig und die Lokomotive aus Probstheida erfahren, deren zum ultimativen Stadtderby hochgejazzte Begegnung Ende Februar wenige Stunden vor Anpfiff (ich glaube, es waren 3) abgesagt wurde. Sehr zum Ärger anreisender Fussballtouristen aus der Stadt im Süden Sachsen-Anhalts (die hatten es aber auch wirklich weit!) sowie aus Erfurt, die wohl die Reihen der Anhänger aus Probstheida ein wenig auffüllen wollten. Nun ja.

Dass nun von verschiedenen Seiten Stimmen laut werden, die angesichts der angespannten Terminlage für eine Verlängerung der Saison plädieren und gar Wettbewerbsverzerrungen befürchten, verwundert irgendwie auch nicht. Vor allem für die eher ‘kleinen’ Vereine und solche, die ohnehin schon jeden Cent mindestens dreimal umdrehen müssen (der 1. FC Lokomotive Leipzig beispielsweise) sind die ganzen Spielausfälle und die damit verbundenen fehlenden Einnahmen natürlich problematisch. Umso erstaunlicher eigentlich, dass man zumindest diesen Aspekt der fehlenden Zuschauereinnahmen beim Ersten FC Magdeburg dem Vernehmen nach ganz gut kompensieren konnte und die Gehälter trotzdem pünktlich bezahlt wurden und werden. Das war in der Vergangenheit nicht immer so und ich wage mal zu behaupten, dass wir noch vor 1, 2 Jahren in solch einer Situation auch gehörig ins Schlingern gekommen wären. Was den sportlichen Bereich angeht, bin ich da ganz einer Meinung mit Trainer Petersen: der mittlerweile sehr dichte Spielplan betrifft ja nun im Großen und Ganzen alle Vereine der Liga, sodass da in sportlicher Hinsicht sicherlich keine gravierenden Vor- oder Nachteile für die Vereine entstehen. Es kann ja sogar so sein, dass eine Mannschaft, die derzeit unten drin steht, plötzlich in den anstehenden englischen Wochen in einen tollen Lauf kommt oder dass den Ligaprimus aus Leipzig plötzlich eine schwarze Serie heimsucht und der erste Platz am Saisonende doch noch von Blau-Weiß… naja, nee. Wohl eher nicht.

Festzuhalten bleibt auf jeden Fall: wenn es dann wieder losgeht, gibt es Fußball satt, denn eine Verlängerung der Saison kommt schon allein durch die ‘grandiose’ Relegation zur Dritten Liga und der damit verbundenen, zuzusichernden Vorbereitungszeit für die Aufsteiger auf die neue Drittligasaison nicht in Frage. Also heißt es für die Spieler: Zähne zusammenbeissen und ranhauen und für die Fans: Zeit freischaufeln, Dienste tauschen und/oder den Ticker rauchen lassen.

Was für eigenartige Auswüchse so eine unfreiwillige Fussballabstinenz übrigens annehmen kann, habe ich, quasi in einem Selbstexperiment, am eigenen Leib erleben dürfen: plötzlich wird die Bundesliga doch irgendwie interessant, finden mit einem Mal Tickets für Fußballspiele ohne FCM-Beteiligung den Weg ins eigene Portemonnaie oder werden spontan wilde Auswärtsfahrten in die Bundeshauptstadt in Erwägung gezogen. Und eigentlich wollte ich ja auch schon längst mal – aus Gründen – @isntfamous und @dasweb2nullnull zu einer gemeinsamen Zugfahrt gen sachsen-anhaltinische Landeshauptstadt nebst HKS-Nordtribünenbesuch ermuntert haben – allein, der Winter… aber das hatten wir schon.

Bleibt also zu hoffen, dass Petrus es nun doch endlich mal gut meint mit den Fußballverrückten dieses Landes, die ihre Teams jenseits des Bezahlfußballs auch bald wieder live im Stadion unterstützen wollen. “Winterpause” hab ich nämlich durchgespielt. Endgültig.

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*Edit: da habe ich doch tatsächlich das andere Punktspiel unterschlagen, was noch stattfand – das Auswärtsspiel in Plauen nämlich. Naja – in Anbetracht der großen Absagenflut kann man da schon mal den Überblick verlieren…

Weichenstellungen

27. Februar 2013 at 18:38

Tja, das war dann wohl nichts mit meinen prognostizierten 6 Punkten aus den ersten drei Rückrundenpunktspielen des Ersten Fussballclubs Magdeburg im Jahr 2013. Das lag allerdings mitnichten an der Mannschaft, dem Schiedsrichter, dem schlechten Rasen oder ungünstigen interstellaren Konstellationen, sondern vielmehr und schlicht und ergreifend an den derzeit herrschenden Witterungsbedingungen. Einzig das erste Punktspiel, ausgerechnet im schneesicheren Auerbach, konnte absolviert und auch gewonnen werden (allerdings unter zweifelhaften Bedingungen) – der Heimspielauftakt gegen den FC Carl Zeiss Jena fiel dem Winter ebenso zum Opfer wie das Auswärtsspiel beim Zipsendorfer Fußballclub Meuselwitz in der nach großem Sport klingenden bluechip-Arena (*hüstel*). Nun ist es ja nicht so, dass sich die Jahreszeit ‘Winter’ zwischen den Monaten November und Februar vollkommen unerwartet einstellen würde – scheinbar erwischen Schnee und Eis aber die Funktionäre beim für die Regionalliga Nordost zuständigen NOFV Jahr für Jahr ebenso unvorbereitet wie die Strategen bei der Deutschen Bahn. Während die Bahn den Betrieb nun schlecht einstellen kann, wäre es ja bei den Greisen des NOFV möglicherweise mal eine Überlegung wert, den Spielplan den Jahreszeiten zumindest insoweit anzupassen, als dass man vielleicht früher beginnt und später endet und dafür die Winterpause eben von vornherein ein wenig länger plant. Nun gut, so werden es wohl zu Beginn des zweiten Quartals 2013 einige fußballreiche, englische Wochen für unsere Elf, zumal nach aktuellem Stand das Spiel am Sonntag gegen den Berliner Athletik Klub 07 wohl auch mehr als nur auf der Kippe steht. Wie gesagt, natürlich vollkommen unerwartet und ganz plötzlich und ja auch zum ersten Mal und überhaupt… Ich muss zugeben, ein wenig frustriert bin ich ob des unfreiwilligen, verlängerten Club-Entzugs ja schon. Merkt man gar nicht, oder?

Erfreuliches und durchaus spannendes gibt es allerdings derzeit aus FCM-Sicht abseits des grünen Rasens zu vermelden. Nachdem im Winter ja bereits die (meiner Meinung nach) sehr vielversprechenden Christian Beck und Telmo Teixeira-Rebelo für den Rest dieser und für die nächste Saison verpflichtet wurden, gab es in den vergangenen Tagen und Wochen bereits weitere Weichenstellungen für die kommende Spielzeit. Das allein ist, sofern man den Weg des Ersten FC Magdeburg in der näheren Vergangenheit verfolgt hat, schon bemerkenswert, wurden doch in den vergangenen Jahren die Kaderplanungen – so zumindest die öffentliche Wahrnehmung – recht entspannt angegangen, um es mal vorsichtig zu formulieren. Dafür gab es dann immerhin unter anderem unterhaltsame Massencastings zu Saisonbeginn, aber das ist eine andere Geschichte. Die mit Abstand größere Überraschung, und zwar im positiven Sinne, gelang den Verantwortlichen allerdings mit der (Wieder)Verpflichtung von Lars Fuchs, der bereits in der Saison 2009/2010 in Magdeburg spielte, mit 16 Toren in 28 Ligaspielen einen sehr, sehr ordentlichen Eindruck hinterließ und darüber hinaus ein absoluter Sympathieträger in der blau-weißen Fangemeinde ist. In den letzten drei Jahren schnürte „Fuchser“ die Töppen für die zweite Mannschaft von Hannover 96, nun reizt es ihn offenbar, mal wieder vor mehr als 100 Leuten zu spielen, wie er in einem Interview mit FCM.TV kurz nach der Vertragsunterzeichnung wissen lässt:

Obwohl neben viel Euphorie im Rahmen der Verpflichtung auch Bedenken bezüglich der Wiederverpflichtung eines ehemaligen Spielers zu vernehmen waren, konnten die Verantwortlichen hier meiner Meinung nach überhaupt nichts falsch machen. Mit Fuchser weiß man, was man bekommt, und das dürften – sofern keine Verletzungen dazwischen kommen – gut und gerne mindestens 10 Tore sein. Dazu kommen Führungsqualitäten, die er in den vergangenen Jahren in Hannover bewiesen und sicher weiterentwickelt hat und ein klares Bekenntnis zu Blau-Weiß, was ihm sicher noch mehr als die ohnehin schon vorhandenen Sympathiepunkte einbringen wird.

Des weiteren war in Sachen Kaderplanung heute die erfreuliche Nachricht zu vernehmen, dass Stammtorhüter Matthias Tischer gleich für drei weitere Jahre bei den Größten der Welt unterschrieben hat. Auch das ist natürlich eine tolle Nachricht und ein klasse Signal an Verein und Umfeld. Und das sagt „Tischi“ selbst (ebenfalls via FCM.TV):

Ich schätze ja bekanntermaßen unsere unumstrittene Nummer 1 als äußerst soliden Regionalligatorwart ein, mit dem uns aber auch in einer eventuell mal zu bespielenden dritten Liga nicht unbedingt bange werden muss. Und ich hätte überhaupt nichts dagegen, wenn wir die Probe aufs Exempel gleich innerhalb seiner nun neuen Vertragslaufzeit machen würden.

Nicht ganz so lange wie Tischer, aber immerhin für 2 weitere Jahre verlängerte Christopher Reinhard unlängst sein Arbeitspapier. Genaugenommen war er eigentlich der erste, dessen Vertragsverlängerung im Jahr 2013 bekannt gegeben wurde, was ich damals schon als äußerst positives Signal gedeutet habe (und ich sollte ja Recht behalten 😉 ). Mit dem ehemaligen Junioren-Auswahlspieler, der unbestritten auf der linken Seite über enormes, für die Regionalliga sicherlich überdurchschnittliches Potential verfügt, konnte man quasi den ersten Spieler längerfristig binden, der erst vor der aktuellen Saison an die Elbe wechselte und der aber eigentlich aus der ersten Elf nicht (mehr) wegzudenken ist.

Insgesamt machen ja allein schon die entsprechenden Vertragslaufzeiten und die frühen Verkündungszeitpunkte deutlich, dass sich beim FCM endlich wieder einiges bewegt, der Verein insgesamt auf einem guten Weg ist und als Arbeitgeber für Fußballprofis offenbar wieder viel an Attraktivität zurückgewonnen hat. Die Verpflichtung von Lars Fuchs unterstreicht das eindrucksvoll. Insofern bin ich mal sehr gespannt, was die nächsten Wochen und Monate in Sachen Kaderplanung noch bringen werden – zumal wir zweifelsfrei in der sehr komfortablen Situation sind, die Mannschaft bereits zu diesem frühen Zeitpunkt hinsichtlich der nächsten Spielzeit ‘feintunen’ zu können. Nach oben wird sicher nichts mehr gehen, nach unten hoffentlich auch nicht, sodass nun in Ruhe eingespielt und entwickelt werden kann. Mario Kallnik hat ja bereits verlauten lassen, dass es den (erneuten) großen Umbruch in der kommenden Saison nicht geben wird und bisher seinen Worten bereits einige Taten folgen lassen. Von daher erhoffe ich mir nun nach der bereits erfolgten Verstärkung der Offensive noch 1, 2 qualitativ hochwertige Zugänge für das (defensive) Mittelfeld und den Abwehrbereich und – abhängig davon, wer uns nach der Saison noch verlässt – eine weitere Stärkung des Kaders in die Breite. Sollten nämlich in der kommenden Saison wieder völlig unerwartet Schnee und Eis über uns hereinbrechen und für englische Wochen im März und April 2014 sorgen, während wir aber um die Tabellenspitze mitspielen, wäre ein gut besetzter „zweiter Anzug“ sicherlich nicht die schlechteste aller Optionen.

Kauft! Dieses! Heft!

14. Februar 2013 at 20:54

Werbung ist ja eigentlich nicht so meins. In diesem nun folgenden speziellen Fall allerdings kann ich sie gut vertreten, denn: eine Sache, die man gut findet und hinter der man steht kann man ja ruhigen Gewissens auch weiterempfehlen, oder?

Morgen nämlich erscheint die erste Ausgabe des neuen Fußballmagazins OstDerby, die mit einer sehr vielversprechenden, großen Bandbreite an Beiträgen an den Start geht und in der natürlich – es geht ja schließlich um den Fußball in den neuen Bundesländern – auch der Erste Fußballclub Magdeburg nicht fehlen darf und entsprechend vertreten ist. Bevor ich jedoch hier noch viele Worte verliere, möchte ich zur ersten Ausgabe gern die Herausgeber zu Wort kommen lassen, die das erste Heft in einer entsprechenden Pressemitteilung folgendermaßen ankündigen:

Kontroverse um neues Fußballmagazin (Ausgabe 1 erscheint diesen Freitag – 15. 2.)

Erfurt – Schon im Vorfeld der ersten Ausgabe von “OstDerby” gibt es teils heftige Debatten in den Fanforen im Internet. “OstDerby”, deren erste Ausgabe als eMagazin diesen Freitag (15. Februar) herauskommt, legt seinen Fokus hauptsächlich auf ostdeutsche Klubs. Anlass der Kontroverse ist die Berichterstattung über RB Leipzig durch den Rotebrauseblogger, der für den Sport-Blogger-Award des Jahres 2012 nominiert war. Einige Fans beanstanden, dass RB Leipzig ein künstlich hochgezüchter Verein sei und auschließlich von Red-Bull-Gründer Dietrich Matteschitz lebe. “OstDerby”-Mitherausgeber Michael Kummer wurde daraufhin als der “Gesandte von Matteschitz” beschimpft.

Unabhängig von dieser Auseinandersetzung will “OstDerby” journalistisch ausgewogen von Geschichten rund um den Fußballosten berichten, die es wert sind, erzählt zu werden. So wird im Titelthema der ersten Ausgabe der vergessene Triumph der DDR-Nationalmannschaft bei den Olympischen Spielen von Montreal 1976 noch einmal von Fedor Freytag gewürdigt. Derselbe Autor und Mitherausgeber führte ein ausführliches Exklusiv-Interview mit Christian Preußer, dem Leiter des Nachwuchsleistungszentrums des FC Rot-Weiß Erfurt. Daneben berichtet unser Autor Eric Spannaus über seine Erfahrungen als Anhänger von Dynamo Dresden beim Auswärtsspiel in Cottbus, das er allerdings im Block der Heimmannschaft verbrachte. Neben diesen Reportagen wird es feste Rubriken wie “Mein erstes Mal” (beim Fußball), das “Fan-Poesie-Album” oder das “NahOstDerby”  geben.

Das eMagazin “OstDerby” erscheint vierteljahrlich und versteht sich als “11 Freunde des Ostens”. Unsere Autoren sind vor allem eins – Liebhaber des ostdeutschen Fußballs, die für solche schreiben. Debatten über Artikel werden nicht ausbleiben und sind, ganz im Gegenteil, auch gewünscht. So wie es zu jedem guten Fußballspiel einen Nachklapp gibt und enge Freunde sich in Rage reden, will auch “OstDerby” ein Treffpunkt sein, in denen Fans etwas über ihren Lieblingsklub nachlesen und sich darüber austauschen können. Wegen der vierteljährlichen Erscheinungsweise von “OstDerby” wird es keine tagesaktuelle Berichterstattung geben, was von Beginn an Teil des Konzepts ist. So sollen Geschichten Eingang finden, die im Tagesgeschäft vieler Printmedien meist unberücksichtigt bleiben. Der Begriff “Fussballosten” ist weitläufig zu verstehen. Der Großteil der Artikel wird sich auf ostdeutsche Fußballklubs beziehen, aber auch Berichte über den Fußball in Osteuropa oder in Nahost (wie in Ausgabe 1) wird es geben.

Bei Interesse an einer Berichterstattung sind auch Interviews mit den Herausgebern, u. a. Michael Kummer, möglich.

Pressekontakt:

Reinhard Hucke

Tel: 01772768160

Email: pressesprecher@ostderby.de

www.ostderby.de

www.facebook.com/fussballosten

Wie war das gleich? “In den Farben getrennt, in der Sache vereint”. Oder so. Deswegen (und weil möglicherweise auch ich einen kleinen Teil zur ersten Ausgabe beitragen konnte 😉 ) rufe ich Euch zu:

Kauft! Dieses! Heft! Also dieses hier:

OstDerby Ausgabe 1 - TitelblattUnd wer nicht bis morgen warten möchte, bis er die 3 Euro endlich investieren darf, der möge hier schon mal im Inhaltsverzeichnis schmökern ;-):

OstDerby Ausgabe 1 - Inhaltsverzeichnis