Irgendwas mit Benefiz

8. September 2013 at 11:34

1. FC Magdeburg – Eintracht Braunschweig, 07.09.2013, Benefizspiel

Was, bitte, war das denn? Von zumindest der Magdeburger Öffentlichkeit ganz offensichtlich weitestgehend unbeachtet, trafen sich am gestrigen Samstag die Größten der Welt und der Bundesligaaufsteiger aus Braunschweig zum Freundschaftsspiel, um sich sportlich zu messen und um vor allem den einen oder anderen Euro zugunsten derjenigen einzuspielen, die im Frühsommer besonders stark unter dem Hochwasser in Magdeburg und Umgebung gelitten hatten. Zustande kam die ganze Geschichte insbesondere auch deshalb, weil sich Braunschweiger Fans seinerzeit spontan und eigeninitiativ für Fluthilfeeinsätze in der Partnerstadt organisierten und die Vereine sich in dem Zuge nicht lumpen lassen wollten, ebenfalls ihren Beitrag zugunsten der Flutopfer zu leisten.

Groß gekämpft und doch verloren

5. August 2013 at 10:12

1. FC Magdeburg – FC Energie Cottbus, DFB-Pokal 2013/2014, 1. Runde, 03.08.2013

Man kann ein Spiel ja immer so und so sehen. Im Falle des Spiels des Ersten FC Magdeburg in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen den FC Energie Cottbus könnte man demnach nun sagen: unnötige Niederlage, mega-ärgerlich, weil zeitweise mit einem Zweitligisten auf Augenhöhe und nur durch eine dumme Unkonzentriertheit ein Gegentor kassiert. Dazu genug eigene Möglichkeiten, sogar in Führung zu gehen.

Andererseits könnte es aber auch heißen: die erwartete Niederlage gegen einen zwei Spielklassen höher angesiedelten Gegner mit Ambitionen nach ganz oben, mit dem man lange mitgehalten hat und gegen den es eben – auch aufgrund der höheren individuellen Klasse auf so ziemlich jeder Position – einfach nicht ganz gereicht hat. Ich persönlich neige zu letzterer Lesart.

Kaderplatzbingo

7. Mai 2013 at 19:42

Boah, Stress!

Hier noch den Beitrag für die nächste Ausgabe von „OstDerby“ (ab 15.05.!) fertig schreiben, da noch die eine oder andere wichtige Angelegenheit im ‚echten Leben’ auf den Weg bringen bzw. (Achtung, Wortspiel!) auf die Schiene setzen, dazu wollen ja auch noch die Brötchen verdient werden und zack! sind – den nachholspielbedingten englischen Wochen sei Dank – schon wieder etliche Saisonspiele gespielt, ohne dass hier im Blog irgendwas passiert wäre.

Dabei hat sich der Erste Fussballclub Magdeburg in den vergangenen Wochen nach einer kleineren Schwächephase eigentlich ganz achtbar geschlagen: die Lokomotive aus Leipzig durfte nach einem 3-2-Heimsieg der Blau-Weißen ohne drei Punkte wieder nach Probstheida tuckern, danach gab es – sicherlich eher überraschend, wenngleich nicht minder verdient – einen 2-1-Heimerfolg gegen den FC Carl Zeiss Jena. Schließlich das Auswärtsspiel am vorvergangenen Sonntag bei Ligaprimus RB Leipzig, über das wir ergebnis- und spieltechnisch mal den Mantel des Schweigens legen wollen. Vielleicht nur so viel: auch in Bestbesetzung und mit absolutem Sahnetag wäre da für die Größten der Welt nichts zu holen gewesen, zu deutlich und mindestens um eine Spielklasse überlegen waren die Rasenballer unhöflicherweise just gegen uns. Auch zur Bewertung des Spiels, des Gegners und unserer Mannschaft im Anschluss an das Spiel durch Teile der Fan(forums)szene äußere ich mich an der Stelle lieber nicht. Muss ja nicht sein, dass einem innerhalb nur weniger Tage gleich mehrfach der Allerwerteste platzt.

Gut. Am vergangenen Donnerstag nun noch das Nachholspiel gegen den Berliner AK (1-1) und am letzten Samstag die Partie gegen den FSV Optik Rathenow (1-0). Für die entsprechenden einzelnen Spielberichte verweise ich an der Stelle auf die hervorragenden Texte der Jungs und Mädels von Sportfotos MD. Was mich in den vergangenen Tagen (sofern Zeit blieb, sich gedanklich mit dem Club zu beschäftigen) eher allgemeiner umgetrieben hat war (und ist, tatsächlich) die Frage, wer aus dem aktuellen Kader die noch zu vergebenden Verträge für die nächste Saison ergattert.

Mit 4 Spielern aus dem aktuellen Aufgebot wolle man noch verlängern, so jedenfalls die Ansage der sportlichen Leitung, die kürzlich über die Presse zu vernehmen war. Angesichts der bereits feststehenden Abgänge Dawid Krieger (Vertrag wird nicht verlängert) und Philipp Blume (wechselt zur zweiten Mannschaft von Hannover 96) sowie der unlängst verkündeten Vertragsverlängerung mit Ersatztorwart Danilo Dersewski (der mir persönlich gegen Rathenow in einigen Aspekten recht gut gefiel!) streiten also die folgenden Spieler mit auslaufenden Verträgen noch um drei verbliebene Plätze im Kader für die Saison 13/14:

Abwehr:

Fernando Lenk, Stephan Neumann, Peter Hackenberg

Mittelfeld:

Benjamin Boltze*, Fabian Burdenski, Marius Sowislo, Patrick Bärje

Sturm:

Michél Harrer, Maik Koschwitz.

„3 aus 9 8“ quasi. Und wenn man ganz ehrlich ist und die letzten Spiele aufmerksam verfolgt hat, kristallisieren sich die drei Kandidaten eigentlich auch schnell heraus, was auch bedeutet, dass mit Blick auf diejenigen, die keinen neuen Kontrakt erhalten werden, wohl auch einige recht unpopuläre Entscheidungen zu erwarten sind.

Der erste, der aus meiner ganz persönlichen Sicht wohl auch nächste Saison noch unser Trikot überstreifen wird, ist Fernando Lenk. In der Hinrunde noch (und meiner Meinung nach auch völlig berechtigt) nahezu überhaupt nicht berücksichtig, ist er quasi in jedem Spiel der bisherigen Rückrunde gesetzt. Ein weiteres Indiz dafür, dass er wohl ein neues Angebot erhält: als sich im letzten Spiel gegen Rathenow mit Peter Hackenberg ein etatmäßiger Innenverteidiger verletzt, kommt nicht etwa Kevin Nennhuber, seines Zeichens ebenfalls IV, ins Spiel, sondern besagter Lenk, der aber als Außenverteidiger geführt wird. Jetzt muss das nicht allzu viel heißen, weil ja schließlich morgen in Elster im Pokal gespielt wird und man sich ja gegen Rathenow allgemein für die Variante „Schonkur“ entschieden hat, aber trotzdem. Mein Bauchgefühl sagt, Lenk bleibt drin. Der Trainer wird seine Gründe dafür haben und sieht den Genossen ja auch jeden Tag im Training – auf Basis der Spiele, die ich von ihm gesehen habe, kann ich die Entscheidung jedenfalls überhaupt nicht nachvollziehen. Muss ich zum Glück aber auch nicht.

Zweiter Kandidat für zumindest ein Angebot ist sicherlich Patrick Bärje, trotz seiner unglaublichen Verletzungsgeschichte. Dass Trainer Petersen große Stücke auf ihn hält, ist kein Geheimnis, und dass Bärje ein ganz feiner Fußballer ist, kann jeder erkennen, der ihn in dieser Rückrunde hat spielen sehen. Bleibt er fit, erhöht er definitiv die Kaderqualität, was ja das erklärte Ziel der sportlichen Leitung mit Blick auf einen möglichen Angriff auf die Tabellenspitze in ein, zwei Jahren darstellt. Für mich also auf jeden Fall derjenige Spieler aus dem aktuellen Kader, bei dem die Frage der Vertragsverlängerung am ehesten eigentlich keine ist.

Bleibt noch Kaderplatz 3, um den sich nunmehr noch 7 Spieler streiten. Die Nase vorn hat hier meiner Meinung nach Marius Sowislo, was ich auch wieder allein aus der Tatsache folgere, dass er jetzt in der Rückrunde bei jedem Spiel dabei war. Das Frappierende daran: er spielte vorwiegend im defensiven Mittelfeld, wo mit den Kollegen Boltze und Burdenski von der Position her eigentlich zwei Leute vor ihm sein müssten (Sowislo ist für mich eher in der Offensive zuhause) und demnach ohnehin ein Überangebot herrschen müsste. Warum also dort einen Spieler (kontinuierlich) spielen lassen, der dort ursprünglich eigentlich gar nicht zuhause ist, wenn man nicht mit ihm weiterarbeiten möchte? Ich muss zugeben, dass mir die Idee, auf der Position einen (tendenziell) offensiv denkenden und agierenden Spieler aufzustellen, gar nicht so schlecht gefällt – wären da nicht die Grottenspiele, die Sowislo auf der Position zum Teil abgeliefert hat. Allerdings erfasst mich da möglicherweise auch die ‚Magdeburger Krankheit’, die sich vor allem durch völliges Unverständnis für Trainerentscheidungen bei nicht sofort eintretendem Erfolg charakterisieren lässt. Das Spiel gegen den BAK und auch seine paar Minuten gegen Rathenow (als Ersatz für Kapitän Kurth) waren nämlich recht ordentlich und es wäre ja in der Geschichte des Fußballsports nun beileibe nicht das erste Mal, dass ein Spieler auf eine neue Position quasi ‚umschult’.

Die Sowislo-Situation (das wäre irgendwie auch ein cooler Filmtitel 😉 ) führt uns auch gleich nahtlos zu den Kandidaten, die wohl eher schlechte Karten haben dürften, nächste Saison noch für uns aufzulaufen. Da wäre zum einen Benjamin Boltze, für mich einsatzminutentechnisch die absolute Enttäuschung der Saison – leistungstechnisch nicht, wohlgemerkt, denn er durfte ja einfach kaum ran in den vergangenen Wochen, in denen es in Sachen Verträge um die viel zitierte Wurst geht. An Boltzes Stelle würde ich es ja als schallende Ohrfeige empfinden, als gelernter und sicherlich eher höher veranlagter Mittelfeldspieler entweder gar nicht zu spielen, oder, wie gegen Rathenow gesehen, als linker Verteidiger (!!!) auflaufen zu müssen. Obwohl er seine Sache auf der Position gar nicht mal schlecht gemacht hat. Hier verhält es sich aber anders als bei ‚Umschüler’ Sowislo: man hat bei Boltze so ein bisschen den Eindruck, als wären diese Ausflüge auf die Außenverteidigerposition eher sowas wie ‚Almoseneinsätze’. Auf seiner angestammten Position im Mittelfeld erhält noch dazu Fabian Burdenski im Zweifelsfall den Vorzug, was dann sozusagen die Schelle für Boltzes anderes Ohr darstellt. Seine vermeintliche Klasse hat Burdenski für mich in dieser Saison genau ein Mal nachgewiesen, und das war bei seinem hervorragenden Spiel zuhause gegen RB Leipzig, was allerdings auch 1-4 verloren ging. Ein gutes Spiel pro Saison reicht aber nicht, um dauerhaft einen Kaderplatz in einer Regionalligamannschaft zu belegen, sodass ich eine Entscheidung gegen Burdenski durchaus nachvollziehen könnte. Bei Boltze eher weniger, aber möglicherweise spielen da ja auch noch andere Faktoren eine Rolle. Eine gute Integration in eine Mannschaft gelänge nämlich zum Beispiel bestimmt deutlich besser, wenn man vor Ort wohnen würde, aber das ist nur so ein Gedanke.

*Edit: das Thema ‘Boltze’ hat sich, quasi während dieser Text hier entstand, schon erledigt. 

In der oben beschriebenen Konstellation ebenfalls keine neuen Verträge erhalten würden Peter Hackenberg und Stephan Neumann. Während es bei „Hacke“ zwar durchaus schade, aber qualitativ sicher zu verschmerzen wäre (Ersatz-Innenverteidiger mit einer Qualität, die in der Regionalliga zumindest zum Mitspielen reicht, wird man wohl auftun können), würde man mit Neumann gewissermaßen eine Instanz und ein kleines „Generation Amateurfußball“-Denkmal in die Wüste und vielleicht sogar in Rente schicken. Stephan Neumann ist nicht nur bei weitem dienstältester FCM- Kicker, er IST gewissermaßen ein Stück Erster FC Magdeburg. Ein Kader ohne ihn ist für mich eigentlich gar nicht denkbar, immerhin war Neumann immer dabei, solange ich die Geschicke des Clubs näher verfolge. Aber gut. Für derartige Sentimentalitäten ist eventuell im Fußballgeschäft dann doch kein Platz und es soll ja in der Vergangenheit schon vorgekommen sein, dass man im Verein verdiente und/oder äußerst beliebte Spieler irgendwie, naja, einfach vor die Tür setzte. Schauen wir mal – zumindest emotional wäre das schon ein herber Verlust, aber möglicherweise bietet sich ja eine Perspektive als Führungsspieler in der zweiten Mannschaft (ggf. ja in der Oberliga) an oder so. Rein sportlich, das ist ja auch kein Geheimnis, ist Neumann für mich die optimale Absicherung für Christopher Reinhard auf links. Aber man soll ja nie „nie“ sagen, nachher wird der Über-LV verpflichtet und in einigen Jahren spricht niemand mehr von einem „Charly“ Neumann. Wir werden sehen.

Was den Angriff und die Spieler dort mit auslaufenden Verträgen angeht, bin ich eigentlich recht emotionslos. Michél Harrer war ja die ganze Saison irgendwie nie so richtig wahrnehmbar Teil der ersten Mannschaft und hatte sicherlich auch Pech, dass er sich nach vielversprechendem Start in die Saisonvorbereitung heftig verletzte. Alles andere als ein Abschied aus Magdeburg würde mich doch sehr überraschen. Ähnlich verhält es sich mit Maik Koschwitz, den ich zwar nach wie vor für ein großes Talent halte, der aber mit Christian Beck, Florian Beil und ab der kommenden Spielzeit Lars Fuchs (zu) starke Konkurrenz vor sich hat und zudem mit einer fiesen Schambeinverletzung ewig außer Gefecht war. Und auch hier verbietet sich eigentlich ein Vergleich zu Patrick Bärje, weil letzterer eben seine Klasse bereits nachweisen konnte und man da einigermaßen gut wusste, was man kriegt, wenn er wieder fit ist. Koschwitz (in gesundem Zustand) wäre ein spannendes Entwicklungsprojekt für die erste Mannschaft gewesen; so allerdings könnte man ihn allenfalls über einen Stammplatz in der zweiten Mannschaft noch mal ganz in Ruhe aufbauen. Sollte die Truppe tatsächlich in die Oberliga aufsteigen, wäre das aber sicherlich eine interessante Option.

Soweit mal mein Senf zu aktuellen Vertragspoker-Spekulationen – ich bin jetzt schon sehr gespannt, inwiefern mich die Bekanntgaben des Vereins in den kommenden Tagen und Wochen möglicherweise heftig widerlegen werden ;-).

Bis dahin bleibt zu hoffen, dass der aktuelle Kader morgen seine Aufgabe in Elster ordentlich löst und einen weiteren Schritt Richtung „Tiflis 2015“ macht – denn auch für künftige Neuzugänge ist die Aussicht, den FC Bayern München im DFB-Pokal auszuschalten, sicherlich verlockend. Soll ja alles schon mal vorgekommen sein.

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[UPDATE: 15.05.2013]

Wie heute aus der Magdeburger Volksstimme zu erfahren war, verabschiedet sich der Erste Fussballclub Magdeburg zur neuen Saison neben Dawid Krieger (stand ja schon fest) auch noch von Peter Hackenberg, Michél Harrer (wenig überraschend) und – für mich, wie oben nachzulesen, doch eher unerwartet – tatsächlich auch von Fernando Lenk!

Stephan Neumann hat dagegen ebenso einen neuen Vertrag erhalten wie Marius Sowislo. Patrick Bärje hat bis 2015 unterschrieben, Burdenski und Koschwitz sollen bleiben.  Somit werden uns nicht nur 3, sondern 5 der oben eingangs genannten Spieler erhalten bleiben, sofern auch Budde Burdenski und Maik Koschwitz noch unterschreiben. Macht insgesamt dann einen 17er-Kader, der laut Volksstimme-Artikel noch auf 22-23 Spieler aufgebaut werden soll, was 5-6 Neuzugänge bedeutet. Lars Fuchs steht als solcher schon fest, außerdem wird mit Torge Bremer noch ein Nachwuchsspieler für das defensive Mittelfeld hochgezogen – was auch die Frage aufwirft, was wir dann eigentlich mit Burdenski wollen (zumal ja gerüchteweise auch Steffen Puttkammer für die neue Saison schon unterschrieben haben soll).

Insgesamt sieht mir das aber auf jeden Fall schon mal nach einer doch ordentlichen Kaderplanung aus. Jetzt noch 2, 3 weitere Neue, die die Qualität der Mannschaft heben, und es wird ein schöner Sommer mit viel Vorfreude auf die Spielzeit 2013/2014.

Die wundersame Wandlung des Ersten FC M

11. April 2013 at 17:42

1-2 zuhause in einem Nachhol-Flutlichtspiel gegen den Tabellenvorletzten. Und wenn man den zahlreichen Augenzeugen glauben darf, die sich per Ticker, Twitter und Fan-Forum zum Spiel gegen die 2. Mannschaft von Union Berlin am gestrigen Abend zu Wort gemeldet haben, eine durchaus verdiente Niederlage und eine über weite Strecken doch eher als ‘katastrophal’ einzustufenden Leistung. Dies sind erst mal die nüchternen Fakten, die mich dann aber doch langsam gewaltig nachdenklich stimmen, nachdem ich zuletzt ja noch dachte, die schwachen Auftritte in Meuselwitz und gegen Neustrelitz waren der langen Zwangspause geschuldete Ausrutscher. Wie ich darauf kam? Mal überlegen:

Nach der Hinrunde lag der FC Magdeburg auf einem respektablen fünften Tabellenplatz mit nicht unrealistischem Anschluss an die Spitzengruppe der Regionalliga Nordost. Im Großen und Ganzen wurde ordentlicher Fußball gezeigt, obwohl natürlich auch die – erwartbaren – schwachen Leistungen dabei waren, die aber zu einer Aufbausaison naturgemäß dazugehören. Auf dem Platz gab es so etwas wie eine Stamm- oder zumindest Kernformation mit Tischer im Tor, Neumann/Blume – Friebertshäuser – Schiller/Hackenberg – Butzen in der Verteidigung, Kurth – Burdenski/Boltze im (defensiven) Mittelfeld, Reinhard und Viteritti (Moslehe) auf den Flügeln und Beil – Krieger im Sturm. Moniert wurde oftmals die schlechte Chancenverwertung in der Offensive (Krieger!!!) und der Umstand, dass man häufig eben nicht über 90, sondern allenfalls 60, 70 Minuten Dampf machte. Es waren beherzte, leidenschaftliche, engagierte Auftritte dabei, die Mannschaft wollte und es machte nach der Graupensaison 11/12 endlich wieder Spaß, ins Stadion zu gehen, auch wenn längst noch nicht alles klappte. Der FCM war wieder da oder zumindest auf einem guten Weg. Die sportliche Leitung wurde gelobt und, und das war vielleicht das allerwichtigste, es war Ruhe im Verein (jedenfalls, soweit man das von außen beurteilen konnte).

So, dann kam die Winter(zwangs)pause und auch hier wurde eigentlich ganz vernünftig gearbeitet: es folgten ordentliche Hallenauftritte (was in der Vergangenheit ja auch nicht immer der Fall war) und mit der Verpflichtung von Beck, Teixeira (sofort) und Fuchs (ab der kommenden Saison) sinnvolle und qualitativ hochwertige Verstärkungen. Dazu kamen dann oft markige Worte des Trainers und, das sei an dieser Stelle explizit erwähnt, auch der Mannschaft in Form von Mannschaftskapitän Marco Kurth (“Ich will noch 2. werden!”). Es folgte das Lotteriespiel auf Schnee in Auerbach (2-0 für die Guten) und das 3-3 in Plauen. 4 Punkte aus 2 Spielen, beide auswärts – eigentlich okay. Soweit, so einfach.

Umso unklarer ist eigentlich vor diesem Hintergrund die aktuelle Entwicklung mit nunmehr 3 weitestgehend inspirationslosen Auftritten gegen vermeintlich schwächere (Union II) oder potentiell als etwa gleichstark eingeschätzte Gegner (Meuselwitz, Neustrelitz). Die pauschale und auf der Hand liegende Frage “Was ist da los?” entfaltet sich dabei für mich bei genauerem Hinsehen eigentlich in drei konkreteren Fragestellungen, nämlich:

1. Was ist aus der Mannschaft und der Spielkultur aus der Hinrunde geworden?

Hier ist zunächst mal anzumerken, dass sich in der oben als “Stammformation” bezeichneten Aufstellung drei Dinge geändert haben:

Fernando Lenk, der in der Hinrunde allenfalls im Pokal mal eine Chance bekam und in den Punktspielen eigentlich, was Einsatzzeiten angeht, kein Land gesehen hat, scheint nunmehr auf der linken Verteidigerposition gesetzt. Mehr noch, er wird auch nach (meiner persönlichen Meinung nach) schwachen Auftritten vom Trainer über den grünen Klee gelobt (“Wer Lenk schwach gesehen hat, hat keine Ahnung vom Fußball”). Ich für meinen Teil habe Lenk jedenfalls in der Hinrunde nicht vermisst und fand uns eigentlich mit Neumann, später Blume oder wahlweise auch Reinhard hinten links recht gut aufgestellt, sodass die Hereinnahme von Lenk in die Mannschaft auf der Position aus meiner Sicht eigentlich ohne Not erfolgt ist. Verstehbar wird das Ganze eigentlich nur vor dem Hintergrund der Ansage der sportlichen Leitung, alle können sich in der Rückrunde noch für einen neuen Vertrag empfehlen. Dazu kommen wir aber gleich noch. Interessanterweise spielt Reinhard, seitdem Lenk hinter ihm absichert, weit unter seinen Möglichkeiten. Ich meine, ich habe ja laut Trainer keine Ahnung vom Fussball, aber vielleicht sollten Fernando und Christopher öfter mal ein Bier zusammen trinken gehen?

Zweitens: Marius Sowislo, eigentlich als (Flügel-)Stürmer geholt, bei transfermarkt.de interessanterweise als linker Mittelfeldspieler geführt und in der Hinrunde ebenfalls mit wenig Einsatzzeit, findet sich plötzlich in der Schaltzentrale im Mittelfeld wieder. Auf einer Position, für die wir mit Burdenski und Boltze bereits zwei Spieler mit mehr (Boltze) oder weniger (Burdenski) Potential haben und die bereits nachgewiesen haben, dass sie die Position auch ordentlich ausfüllen können. Also wieder ein Wechsel ohne Not, auch wenn, das muss man fairerweise dazusagen, der ideale Partner neben Kurth im Laufe der Hinrunde noch nicht gefunden wurde.

Die dritte Position betrifft den Wechsel von Chancentod Krieger auf Goalgetter Beck, bei dem Becks Quote, so denke ich, für sich sprechen dürfte. Hier war dringender Handlungsbedarf geboten, was sich auch bezahlt gemacht hat.

Was dann auch noch auffällt, ist eine gewisse Pomadigkeit (mir fehlt hier irgendwie ein besseres Wort) und der Mangel des absoluten Willens, das Spiel auch wirklich gewinnen zu wollen. Das sieht offenbar auch der Trainer so, der von “Enttäuschung” (Meuselwitz) sprach und davon, die Mannschaft wäre zeitweise “mausetot” gewesen (Neustrelitz). Bei allem Respekt, Andreas Petersen, aber die Mannschaft mit der richtigen Einstellung ins Spiel zu schicken ist Ihre Aufgabe als Cheftrainer. Und liebe Mannschaft: Ihr konntet wochenlang winterbedingt nicht ordentlich Fußball spielen – Ihr müsstet doch jetzt eigentlich ohne Ende Bock haben, vor der für Regionalligaverhältnisse sicherlich überdurchschnittlich großen Kulisse in Magdeburg wieder kicken zu können! Oder nicht?

2. Was ist aus der Ansage geworden, es gäbe für jeden Spieler noch die Möglichkeit, sich zu empfehlen?

Okay, wenn ein Fernando Lenk selbige Möglichkeit noch mal bekommen sollte, dann hatte er die jetzt. Stephan Neumann, der Lenks Position vor seiner schweren Verletzung ordentlich ausgefüllt hat, aber noch nicht. Und ja, es sind in den englischen Wochen noch ein paar Spiele zu absolvieren, aber warum darf sich Neumann bisher mal so gar nicht zeigen?

Gleiches gilt für Michel Harrer. An seiner Stelle würde ich mich ja langsam fragen, ob man mich eigentlich zu veräppeln gedenkt: da wird in der Winterpause öffentlichkeitswirksam verkündet, Dawid Krieger erhält nach der Saison keinen neuen Vertrag, und dann wird Mr. Chancentod himself dauernd eingewechselt, während der andere nominelle Stürmer, nämlich Harrer, drei Spiele lang gemütlich die Bank anwärmt. Ich meine, ich bin von Harrer nun auch nicht so wahnsinnig überzeugt – das kann aber auch daran liegen, dass ich ihn schlichtweg kaum habe spielen sehen bisher. Und mal ehrlich: das Chancen versemmeln hat Krieger zwar wirklich in beeindruckender Weise perfektioniert, aber das Tor NICHT zu treffen, traue ich Harrer durchaus auch zu. Für mich erklärt sich das nur so, dass Michel Harrer bereits abgeschrieben ist. Aber selbst dann setze ich doch zum Beispiel eher irgendeinen Nachwuchsspieler (von “vielversprechenden Nachwuchstalenten” wage ich auf der Position mal nicht zu sprechen) auf die Bank, als den Kaderplatz durch einen weiteren, möglicherweise bereits feststehenden Abgang zu blockieren.

Ebenso wenig schlau werde ich aus der Personalie Benjamin Boltze. Da wird erstmal über das Boulevardblatt mit den vier großen Buchstaben öffentlich ausgeteilt, Boltze hätte jetzt nur noch Endspiele und dann spielt, siehe oben: Marius Sowislo. Und noch nicht mal besonders gut. Oder Budde Burdenski mit der ihm eben eigenen, äh, “Qualität”. Okay, Boltze war gesundheitlich angeschlagen und so, aber wenn es für ganz passable 20 Minuten am Ende reicht, könnte man ihn ja eigentlich auch mal beginnen lassen. Allerdings kommt da womöglich wieder mein mangelnder Fußballsachverstand ins Spiel. Oder es gibt (das betrifft jetzt Burdenski), wie auch schon verschiedenerorts gemutmaßt wurde, tatsächlich Absprachen im Hintergrund, an denen Burdenski Senior maßgeblich beteiligt ist und die dem Sohnemann eben Einsatzminuten zusichern, die Benjamin Boltze dann natürlich fehlen.

3. Die ‘Causa Kurth’ und die Sache mit der Ruhe im Verein.

Kapitän Marco Kurth war, wie auf der Pressekonferenz nach dem Spiel und dann eben auch in der Presse heute zu vernehmen war, aus “sportlichen und disziplinarischen Gründen” gestern nicht im Kader. Gerüchten zufolge gab es da im Vorfeld wohl eine etwas lautstärkere Meinungsverschiedenheit zwischen Trainer Petersen und Kurth im Training, die eben in der Nicht-Berücksichtigung für das Union-Spiel gipfelte. Für mich klingt das erst mal plausibel und nachvollziehbar, schließlich gibt es für einen erfahrenen Spieler und Mannschaftskapitän wie Kurth sicher auch andere Möglichkeiten, Meinungsverschiedenheiten zur Sprache zu bringen bzw. macht sich Petersen ja lächerlich, wenn er sich von seinem Kapitän vor versammelter Mannschaft derart angehen lässt und dann keine Konsequenzen zieht. Auf der anderen Seite ist das natürlich aber auch ein gefährliches Spiel und es bleibt zu hoffen, dass die Angelegenheit nicht noch weitere Folgeerscheinungen nach sich zieht und sich nicht auf das Verhältnis zwischen Trainer und Mannschaft insgesamt auswirkt. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass sich der wahre Charakter (und das betrifft jetzt sowohl Petersen, als auch Kurth) einer Person erst in Krisenzeiten zeigt und ich hoffe, beide haben genug Größe, mit der jetzt bestehenden Situation professionell umzugehen. Eine Disziplin- und Gefolgschaftsdebatte ist in der derzeitigen Situation jedenfalls so unnötig wie ein Kropf – insbesondere, weil ja in dieser Saison alle Instanzen richtigerweise immer betont haben, dass es nur dann wieder aufwärts gehen kann, wenn alle zusammenhalten und an einem Strang ziehen. Dass solche Aussagen im Windschatten entsprechenden Erfolgs natürlich leichter über die Lippen kommen als im Moment, ist auch klar.

Soweit zur Bestandsaufnahme. Wie kann es jetzt weitergehen? Ganz dringend wichtig wäre erst einmal ein Erfolg beim Tabellenletzten aus Torgelow jetzt am kommenden Samstag. Egal wie. Sollte man sich auch dort blamieren, ist wohl richtig Feuer unterm Dach, was sich vor allem wohl auch zuschauerzahlentechnisch niederschlagen dürfte, und das jetzt, wo in der nächsten Zeit mit Lokomotive Leipzig und Carl Zeiss Jena dem Namen nach attraktive Gegner im HKS ihr Stelldichein geben werden. Wie sich ein Nicht-Sieg auf die weitere sportliche Entwicklung auswirken würde, möchte ich mir gar nicht ausmalen, zumal ja am 08.05. auch das Landespokal-Halbfinale in Elster ansteht und man bitte nicht schon dort die Chance verbocken sollte, den Pott dieses Jahr wieder in die Landeshauptstadt zu holen. Wo doch der Hässliche FC so freundlich war, sich als Drittligist und vermeintlicher Pokalsiegerfavorit bereits in Halberstadt aus dem Wettbewerb zu verabschieden.

Insgesamt würde ich immer noch sagen, dass man weiterhin Ruhe bewahren sollte, immerhin lief ja die Saison bisher für FCM-Verhältnisse merkwürdig glatt. Nun gibt es eben einen Einbruch und jetzt wird sich zeigen, was alles Gerede im Vorfeld wirklich wert war und wie gefestigt Mannschaft, sportliche Leitung und nicht zuletzt auch das Umfeld wirklich (schon) sind. Und möglicherweise erwartet uns ja bereits in Torgelow das Comeback derjenigen ersten Männermannschaft des Ersten FC Magdeburg, die uns in der Hinrunde bereits so viel Freude bereitet hat.

Vom Glück, dass ein Spiel tatsächlich 90 Minuten dauert

8. April 2013 at 19:07

1. FC Magdeburg – TSG Neustrelitz, 23. Spieltag, 06.04.2013

Auch mit zwei Nächten und anderthalb Tagen Abstand weiß ich noch nicht so richtig, wie ich diesen Beitrag zum ersten Heimspiel der Größten der Welt im Kalenderjahr 2013 gegen die Turn- und Sportgemeinschaft Neustrelitz eigentlich beginnen soll. Ursprünglich wollte ja ich von dem Gefühl schreiben, das mich beschlich, als ich nach über 3 Monaten wieder in die obligatorische und stets leckere Kräuter-Bratwurst biss, die zum Stadionbesuch dazugehört wie das Altern um mehrere Jahre, wenn der Club mal wieder eine Großchance versiebt. Oder über das Kribbeln im Bauch, wenn man etwa 20 Minuten vor Anpfiff die Stufen der Nordtribüne erklimmt, in freudiger Erwartung dessen, was gleich passiert. Anders gesagt: darüber, wie mir solche Kleinigkeiten sofort wieder ins Bewusstsein rufen, wie sehr ich neben dem Stadionbesuch selbst auch die kleinen Rituale drumherum vermisst habe in den letzten Monaten, ohne es zu merken. Von den ganzen Leuten, die man schon viel zu lange nicht mehr gesehen hat, mal ganz abgesehen. Irgendwie liegt mir aber der Samstagnachmittag immer noch ein bisschen quer, ohne so wirklich zu kneifen, aber eben auch ohne wohliges (Erfolgs)Bauchgefühl – und das liegt, soviel sei schon mal gesagt, definitiv nicht an dem konsumierten Fleischerzeugnis. Vielleicht fange ich am besten erst einmal so an, nämlich mit einer Betrachtung der Rahmenbedingungen im Vorfeld des Spiels:

Nach der gefühlt längsten Winterpause aller Zeiten und insgesamt 3 abgesagten Heimbegegnungen (Jena, Union II, BAK) sollte nun also an diesem 06.04.2013 endlich alles gut werden – endlich wieder Live-Fußball im Wohnzimmer:FotoVereinsseitig wurde für dieses ‚Homecoming’ auch gleich ein toller Rahmen geschaffen, stand doch an diesem Datum auch der 4. Behindertentag an. Eine großartige Aktion, wie ich finde, und eine tolle Möglichkeit, auch Menschen mit körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen die Gelegenheit zu geben, ihrer blau-weißen Leidenschaft live im Stadion frönen zu können :-).

Die Mannschaft ihrerseits hatte bereits am vorhergehenden Mittwoch in Meuselwitz die Gelegenheit, die werte Anhängerschaft für das erste Heimspiel des Jahres so richtig heiß zu machen und so eine kleine Anfangseuphorie mit in den ersten Heimauftritt zu nehmen – und hat diese Gelegenheit gleich mal ordentlich verbockt. 0-2 gab es auf die Mütze, und wenn man den Augenzeugenberichten der vor Ort Gewesenen glauben darf, lieferte unsere Elf dort auf dem Dorf ihre bis dato schlechteste Saisonleistung ab. Umso gelegener sollte da ja eigentlich das Neustrelitz-Spiel gekommen sein, bieten doch englische Wochen in der Regel eine gute Gelegenheit, Negativerlebnisse innerhalb kürzester Zeit durch entsprechende Erfolgserlebnisse neutralisieren zu können.

So war jedenfalls alles angerichtet für ein ordentliches Fußballfest, und auch die Aufstellung mit Telmo Teixeira im offensiven Mittelfeld von Beginn an ließ den gemeinen Anhänger hoffen, dass es heute ordentlich, offensiv und vor allem attraktiv zu Werke gehen sollte.

Ja, und dann wurde angepfiffen.

Was dann folgte, lässt sich zumindest für mich recht schwer in vernünftige Worte gießen. Entgegen vieler anderer fand ich die erste Halbzeit nämlich eigentlich so super schlecht gar nicht. Man spielte eigentlich recht gefällig, kam auch immer wieder in Strafraumnähe, allein, die letzte Konzentration, der letzte vernünftige Pass und damit auch die zwingenden Torchancen blieben schlichtweg aus. Anders die TSG, die scheiterte nämlich im Verlauf der ersten Halbzeit (zunächst) vor allem am eigenen Unvermögen. Teixeira für mich mit zwar durchwachsenem, aber letztlich vielleicht auch erwartbarem Startelf-Debüt. Er probierte viel und man konnte schon gut erkennen, dass und auf welcher Weise er uns definitiv weiterhelfen wird. Allerdings war eben auch auffällig, dass die so oft zitierte ‚Bindung zum Spiel bzw. zur Mannschaft’ schon noch fehlt und einige Aktionen einfach unglücklich aussahen, weil die Laufwege (noch) nicht stimmten. Hier gilt es also, noch viel Trainingsarbeit zu investieren, aber dafür befinden wir uns ja auch in einer Aufbau- und Entwicklungssaison. Und wer jetzt erwartet hat, mit Teixeira kommt sofort der Tiki-Taka-Fußball barcelonascher Prägung (Grüße an dieser Stelle, aus Gründen, an den rotebrauseblogger), der hat wohl einfach recht schnell vergessen, wie es noch vor einem Jahr um die Spielkultur beim Ersten FC Magdeburg bestellt war.

Keine gute Figur machte von meiner Warte aus in der ersten Halbzeit (später wurde das besser) da eher Fernando Lenk, der auf seiner Abwehrseite irgendwie immer zu weit weg oder einfach zu schlecht stand, sodass ich, sobald Neustrelitz schnell über rechts (also unsere linke Abwehrseite) spielte, immer gleich etwas unruhig wurde. Fairerweise muss man aber sagen, dass auch Kollege Butzen auf rechts nicht seinen besten Tag hatte. Das erste Tor fiel dann tatsächlich auch über den linken Flügel der Gäste und war wieder so ein Ding, dass einen einfach nur wahnsinnig werden lässt: nach blau-weißem Ballverlust in der eigenen Angriffshälfte kombinieren sich drei Neustrelitzer gegen 8,9 Blau-Weiße in einen Konter, spielen den Ball auf die völlig blanke linke Seite und lässt der den Ball erlaufende TSG-Stürmer unserem Matthias Tischer im Tor mit einem platzierten Schuss keine Chance. Ein Tor, das schon in seiner Entstehung so nie und nimmer fallen darf. Aber okay.

So, und wir wären ja nun nicht in Magdeburg, wenn dieses Gegentor kurz vor der Pause und der Umstand, dass man nicht gleich in den ersten 45 Minuten die totale Dominanz zeigte, nicht zu einem ordentlichen Pfeifkonzert führen würde, das die Mannschaft in die Kabine begleitete. Ich fand das übertrieben, zumal man auch nicht vergessen sollte, dass Neustrelitz beileibe kein Fallobst, sondern Tabellennachbar ist – die können also auch kicken.

Unsere Mannschaft war dann nach der Halbzeitpause als erste wieder auf dem Rasen und Coach Petersen nahm zwei Veränderungen vor, brachte Bärje für Reinhard und Dawid Krieger für Telmo Teixeira. ‚Interessant’ ist die beste Beschreibung, die mir im ersten Moment einfiel und ich hoffe inständig, der Draht zwischen Trainer und Spielmacher Teixeira ist derart gut, dass die Auswechslung nicht gleich in der Anfangszeit zu fundamentalen Verstimmungen führt. Dass Teixeira ein Typ ist, der von seiner derzeitigen Teilzeittätigkeit allzu begeistert ist, kann ich mir nämlich beim besten Willen nicht vorstellen.

Auch Kriegers Einwechslung rief auf der Tribüne jetzt keine allzu große Euphorie hervor, schließlich hatten wir ja nur noch 45 Minuten für (mindestens) ein Tor. Krieger als nomineller Stürmer netzt im Schnitt in dieser Saison aber nur alle 452 Minuten…

Naja und was soll man groß sagen: es waren im zweiten Abschnitt keine 10 Minuten gespielt, als der Ball schon wieder im Tor zappelte, nur leider im falschen. Diouf traf nach einer Ecke am kurzen Pfosten – erneut völlig blank – zum 0-2. Hier war unsere Defensive wohl noch kollektiv in der Halbzeitpause, denn entweder hat Tischer den Ball vorher oder IRGENDEIN Abwehrspieler steht dem Diouf so auf den Füßen, dass der gar keine Lust mehr hat, sich Richtung Tor zu bewegen.

Die beste Szene des Spiels folgte gleich im Anschluss nicht auf dem Rasen, sondern auf der Tribüne, genauer gesagt auf dem Vorsängerpodest von Block U. Was da von irgendeinem Trottel auf der Tribüne genau gerufen wurde, habe ich nicht verstanden, vermute aber, dass sich da jemand lautstark und politisch unkorrekt über den zugegebenermaßen doch recht provokativen (und auch mit Gelb geahndeten) Torjubel des dunkelhäutigen TSG-Stürmers aufgeregt hat. Berichte anderer nach dem Spiel bestätigen diese Vermutung. Ein dickes „Daumen hoch“ in dem Zusammenhang an den Capo des Block U und seine klare, sinngemäße Ansage, so etwas gefälligst zu unterlassen oder in Zukunft vielleicht lieber zum Fußball gucken nach Halle zu fahren. Genau so und nicht anders – danke, Block U!

Mittlerweile lagen wir also null zu zwei zurück und nun war es spannend zu sehen, wie die Mannschaft wohl reagieren würden. Und sie tat zunächst mal das, was wir von der letzten Saison schon allzu gut kannten, nämlich: völlig verunsichert über den Rasen flattern. Ein bisschen mehr Glück und ein Quäntchen mehr Kaltschnäuzigkeit und Neustrelitz macht in dieser Phase den Sack mit 0-3 oder sogar 0-4 zu. Taten sie aber nicht, und so schlug nach gut 60 Minuten Spielzeit die Stunde des Christian Beck. Zwei blitzsaubere Tore innerhalb weniger Minuten bescherten den Ausgleich und stellten den Spielverlauf, zumindest bis dato in der 2. Hälfte, eigentlich völlig auf den Kopf. Die gute Nachricht lautet aber: offenbar haben wir (mittlerweile) zumindest so viel Qualität auf dem Platz, dass wir eben auch einen 2-Tore-Rückstand wieder wettmachen können. In dem Zusammenhang wage ich auch zu behaupten, dass sich die Verpflichtung von Beck jetzt schon gelohnt hat. Ob sich einer unserer anderen Stürmer dazu bewogen gefühlt hätte, die Kugel derart humorlos und zielstrebig im Tor unterzubringen?

Überhaupt, dieser Christian Beck: vorbildlicher Einsatz, gute Mitarbeit in der Defensive, vorne eigentlich immer anspielbar UND, was noch viel wichtiger ist, mit vielen guten Ideen, die Mitspieler vorne auch in Szene zu setzen. Dass noch nicht alles klappt, ist klar (siehe Teixeira), aber die durch seine Verpflichtung dazugewonnene Qualität ist unübersehbar.

Das Spiel endete schließlich mit einem für uns doch eher schmeichelhaften 2-2, auch, weil wir in den insgesamt ordentlichen letzten 30 Minuten das eine oder andere Mal Pech hatten (Latte, Pfosten) und Neustrelitz seinerseits die oft gut herausgespielten Chancen nicht nutzen konnte. Was mich aber bis jetzt noch beschäftigt: Warum pumpt ein Fabio Viteritti nach 70 Minuten schon wie ein Maikäfer, muss aber bei einem noch möglichen Wechsel trotzdem durchspielen? Und was hatte Marius Sowislo eigentlich auf dieser Position vor der Abwehr zu suchen? Wobei ich mir ja mal hab sagen lassen, dass Spieler, die auf der Position das ganze Spiel über in keiner Weise im Gedächtnis bleiben, ihre Sache wohl sehr gut gemacht haben sollen…

Kleine Randnotiz noch, weil sie sich im Spiel einfach aufgedrängt hat und man ja auch mal auffällige Gegenspieler positiv hervorheben kann: was macht eigentlich Neustrelitz’ Nummer 3, Christian Schönwälder, nächsten Sommer? Ich fand, dass der Kollege auf Seiten der Gäste ein sehr, sehr ordentliches Spiel gezeigt hat und vor allem ein sehr gepflegtes Stellungsspiel an den Tag legte, was den einen oder anderen potentiell vielversprechenden blau-weißen Angriff schon in der Entstehung unterbunden hat. Vielleicht hat es ihm ja gefallen im schönen HKS…

Weiter geht es für Blau-Weiß schon am kommenden Mittwoch im Flutlicht-Nachholspiel zuhause gegen die Zweitvertretung von Eisern Union, was ich leider nur am Ticker verfolgen kann. Man darf sehr gespannt sein, wie die Mannschaft dann auftritt und ob man die letzten 30 Minuten des Neustrelitz-Spiels vielleicht auf starke 90 Minuten gegen Berlin ausbauen kann. Bis dahin täten alle, meine Wenigkeit eingeschlossen, erst mal noch gut daran, den Frustball flachzuhalten und immer schön dran zu denken: wir bauen auf und entwickeln. Immer noch. Und es ist ganz stark davon auszugehen, dass sich das auch bis Saisonende nicht mehr ändern wird.

Die längste Winterpause aller Zeiten

30. März 2013 at 17:34

“Spielabsagen sind Moppelkotze!” – Ich finde, angesichts der momentanen Situation in der Regionalliga Nordost kann man einen neuen Beitrag hier im Blog schon mal mit einer entsprechenden Ansage beginnen lassen. Wobei ich, ehrlich gesagt, die letzten Spielabsagen – die gegen Herthas zweite Mannschaft kam kürzlich bereits ganze 5 Tage vor dem eigentlich Anstoß-Termin – nur noch mit einer Mischung aus Frust, Resignation und Gleichgültigkeit zur Kenntnis genommen habe. Zu lange dauert nun schon die unfreiwillig verlängerte Winterpause – gefühlt die längste aller Zeiten, lediglich unterbrochen durch ein von den Bedingungen her fragwürdiges Gastspiel bei den Sportfreunden im beschaulichen Auerbach.

Nun also sind vom Nordostdeutschen Fußballverband alle Partien der aktuellen Saison endgültig terminiert worden und ein Blick auf das winterbedingt doch sehr stark komprimierte Restprogramm verrät, dass die Mannen des Ersten Fußballclubs Magdeburg bis zum 22.05.2013, wenn wir dann den Landespokal gewonnen haben werden, noch stolze 17 Spiele (Landespokalhalbfinale und Endspiel eingerechnet) zu absolvieren haben. Allein im April rollt der Ball mit blau-weißer Beteiligung acht Mal, wobei ich im Moment noch nicht so wirklich sicher bin, ob am 03.04. in Meuselwitz und am 06.04. zuhause gegen Neustrelitz auch wirklich (schon) gespielt werden kann. Der tägliche Blick auf die Wettervorhersage-App des Vertrauens lässt mich jedenfalls nicht allzu euphorisch werden. Ziemlich ärgerlich ist außerdem, dass mich der Winter mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um meine Lieblingsauswärtsfahrt nach Meuselwitz gebracht hat (eine eher kurzfristig anberaumte Anreise unter der Woche ins nordöstlichst mögliche Thüringen, noch dazu mit Anstoß um 17:30 Uhr, ist eigentlich als Berufspendler nicht zu machen) und ich definitiv reisebedingt das (Nachhol-)Heimspiel gegen Unions zweite Mannschaft im heimischen HKS nicht sehen werde. Aber okay, für das Wetter kann nun mal keiner was, und dass auch eine laufende Rasenheizung (die wir uns aber nicht leisten können) und viele fleißige Hände (derer sich der Verein definitiv sicher sein könnte) keine Garantien dafür sind, dass auch im Winter gespielt werden kann, mussten ja jüngst die Rasenballsportler aus Leipzig und die Lokomotive aus Probstheida erfahren, deren zum ultimativen Stadtderby hochgejazzte Begegnung Ende Februar wenige Stunden vor Anpfiff (ich glaube, es waren 3) abgesagt wurde. Sehr zum Ärger anreisender Fussballtouristen aus der Stadt im Süden Sachsen-Anhalts (die hatten es aber auch wirklich weit!) sowie aus Erfurt, die wohl die Reihen der Anhänger aus Probstheida ein wenig auffüllen wollten. Nun ja.

Dass nun von verschiedenen Seiten Stimmen laut werden, die angesichts der angespannten Terminlage für eine Verlängerung der Saison plädieren und gar Wettbewerbsverzerrungen befürchten, verwundert irgendwie auch nicht. Vor allem für die eher ‘kleinen’ Vereine und solche, die ohnehin schon jeden Cent mindestens dreimal umdrehen müssen (der 1. FC Lokomotive Leipzig beispielsweise) sind die ganzen Spielausfälle und die damit verbundenen fehlenden Einnahmen natürlich problematisch. Umso erstaunlicher eigentlich, dass man zumindest diesen Aspekt der fehlenden Zuschauereinnahmen beim Ersten FC Magdeburg dem Vernehmen nach ganz gut kompensieren konnte und die Gehälter trotzdem pünktlich bezahlt wurden und werden. Das war in der Vergangenheit nicht immer so und ich wage mal zu behaupten, dass wir noch vor 1, 2 Jahren in solch einer Situation auch gehörig ins Schlingern gekommen wären. Was den sportlichen Bereich angeht, bin ich da ganz einer Meinung mit Trainer Petersen: der mittlerweile sehr dichte Spielplan betrifft ja nun im Großen und Ganzen alle Vereine der Liga, sodass da in sportlicher Hinsicht sicherlich keine gravierenden Vor- oder Nachteile für die Vereine entstehen. Es kann ja sogar so sein, dass eine Mannschaft, die derzeit unten drin steht, plötzlich in den anstehenden englischen Wochen in einen tollen Lauf kommt oder dass den Ligaprimus aus Leipzig plötzlich eine schwarze Serie heimsucht und der erste Platz am Saisonende doch noch von Blau-Weiß… naja, nee. Wohl eher nicht.

Festzuhalten bleibt auf jeden Fall: wenn es dann wieder losgeht, gibt es Fußball satt, denn eine Verlängerung der Saison kommt schon allein durch die ‘grandiose’ Relegation zur Dritten Liga und der damit verbundenen, zuzusichernden Vorbereitungszeit für die Aufsteiger auf die neue Drittligasaison nicht in Frage. Also heißt es für die Spieler: Zähne zusammenbeissen und ranhauen und für die Fans: Zeit freischaufeln, Dienste tauschen und/oder den Ticker rauchen lassen.

Was für eigenartige Auswüchse so eine unfreiwillige Fussballabstinenz übrigens annehmen kann, habe ich, quasi in einem Selbstexperiment, am eigenen Leib erleben dürfen: plötzlich wird die Bundesliga doch irgendwie interessant, finden mit einem Mal Tickets für Fußballspiele ohne FCM-Beteiligung den Weg ins eigene Portemonnaie oder werden spontan wilde Auswärtsfahrten in die Bundeshauptstadt in Erwägung gezogen. Und eigentlich wollte ich ja auch schon längst mal – aus Gründen – @isntfamous und @dasweb2nullnull zu einer gemeinsamen Zugfahrt gen sachsen-anhaltinische Landeshauptstadt nebst HKS-Nordtribünenbesuch ermuntert haben – allein, der Winter… aber das hatten wir schon.

Bleibt also zu hoffen, dass Petrus es nun doch endlich mal gut meint mit den Fußballverrückten dieses Landes, die ihre Teams jenseits des Bezahlfußballs auch bald wieder live im Stadion unterstützen wollen. “Winterpause” hab ich nämlich durchgespielt. Endgültig.

——-
*Edit: da habe ich doch tatsächlich das andere Punktspiel unterschlagen, was noch stattfand – das Auswärtsspiel in Plauen nämlich. Naja – in Anbetracht der großen Absagenflut kann man da schon mal den Überblick verlieren…

Weichenstellungen

27. Februar 2013 at 18:38

Tja, das war dann wohl nichts mit meinen prognostizierten 6 Punkten aus den ersten drei Rückrundenpunktspielen des Ersten Fussballclubs Magdeburg im Jahr 2013. Das lag allerdings mitnichten an der Mannschaft, dem Schiedsrichter, dem schlechten Rasen oder ungünstigen interstellaren Konstellationen, sondern vielmehr und schlicht und ergreifend an den derzeit herrschenden Witterungsbedingungen. Einzig das erste Punktspiel, ausgerechnet im schneesicheren Auerbach, konnte absolviert und auch gewonnen werden (allerdings unter zweifelhaften Bedingungen) – der Heimspielauftakt gegen den FC Carl Zeiss Jena fiel dem Winter ebenso zum Opfer wie das Auswärtsspiel beim Zipsendorfer Fußballclub Meuselwitz in der nach großem Sport klingenden bluechip-Arena (*hüstel*). Nun ist es ja nicht so, dass sich die Jahreszeit ‘Winter’ zwischen den Monaten November und Februar vollkommen unerwartet einstellen würde – scheinbar erwischen Schnee und Eis aber die Funktionäre beim für die Regionalliga Nordost zuständigen NOFV Jahr für Jahr ebenso unvorbereitet wie die Strategen bei der Deutschen Bahn. Während die Bahn den Betrieb nun schlecht einstellen kann, wäre es ja bei den Greisen des NOFV möglicherweise mal eine Überlegung wert, den Spielplan den Jahreszeiten zumindest insoweit anzupassen, als dass man vielleicht früher beginnt und später endet und dafür die Winterpause eben von vornherein ein wenig länger plant. Nun gut, so werden es wohl zu Beginn des zweiten Quartals 2013 einige fußballreiche, englische Wochen für unsere Elf, zumal nach aktuellem Stand das Spiel am Sonntag gegen den Berliner Athletik Klub 07 wohl auch mehr als nur auf der Kippe steht. Wie gesagt, natürlich vollkommen unerwartet und ganz plötzlich und ja auch zum ersten Mal und überhaupt… Ich muss zugeben, ein wenig frustriert bin ich ob des unfreiwilligen, verlängerten Club-Entzugs ja schon. Merkt man gar nicht, oder?

Erfreuliches und durchaus spannendes gibt es allerdings derzeit aus FCM-Sicht abseits des grünen Rasens zu vermelden. Nachdem im Winter ja bereits die (meiner Meinung nach) sehr vielversprechenden Christian Beck und Telmo Teixeira-Rebelo für den Rest dieser und für die nächste Saison verpflichtet wurden, gab es in den vergangenen Tagen und Wochen bereits weitere Weichenstellungen für die kommende Spielzeit. Das allein ist, sofern man den Weg des Ersten FC Magdeburg in der näheren Vergangenheit verfolgt hat, schon bemerkenswert, wurden doch in den vergangenen Jahren die Kaderplanungen – so zumindest die öffentliche Wahrnehmung – recht entspannt angegangen, um es mal vorsichtig zu formulieren. Dafür gab es dann immerhin unter anderem unterhaltsame Massencastings zu Saisonbeginn, aber das ist eine andere Geschichte. Die mit Abstand größere Überraschung, und zwar im positiven Sinne, gelang den Verantwortlichen allerdings mit der (Wieder)Verpflichtung von Lars Fuchs, der bereits in der Saison 2009/2010 in Magdeburg spielte, mit 16 Toren in 28 Ligaspielen einen sehr, sehr ordentlichen Eindruck hinterließ und darüber hinaus ein absoluter Sympathieträger in der blau-weißen Fangemeinde ist. In den letzten drei Jahren schnürte „Fuchser“ die Töppen für die zweite Mannschaft von Hannover 96, nun reizt es ihn offenbar, mal wieder vor mehr als 100 Leuten zu spielen, wie er in einem Interview mit FCM.TV kurz nach der Vertragsunterzeichnung wissen lässt:

Obwohl neben viel Euphorie im Rahmen der Verpflichtung auch Bedenken bezüglich der Wiederverpflichtung eines ehemaligen Spielers zu vernehmen waren, konnten die Verantwortlichen hier meiner Meinung nach überhaupt nichts falsch machen. Mit Fuchser weiß man, was man bekommt, und das dürften – sofern keine Verletzungen dazwischen kommen – gut und gerne mindestens 10 Tore sein. Dazu kommen Führungsqualitäten, die er in den vergangenen Jahren in Hannover bewiesen und sicher weiterentwickelt hat und ein klares Bekenntnis zu Blau-Weiß, was ihm sicher noch mehr als die ohnehin schon vorhandenen Sympathiepunkte einbringen wird.

Des weiteren war in Sachen Kaderplanung heute die erfreuliche Nachricht zu vernehmen, dass Stammtorhüter Matthias Tischer gleich für drei weitere Jahre bei den Größten der Welt unterschrieben hat. Auch das ist natürlich eine tolle Nachricht und ein klasse Signal an Verein und Umfeld. Und das sagt „Tischi“ selbst (ebenfalls via FCM.TV):

Ich schätze ja bekanntermaßen unsere unumstrittene Nummer 1 als äußerst soliden Regionalligatorwart ein, mit dem uns aber auch in einer eventuell mal zu bespielenden dritten Liga nicht unbedingt bange werden muss. Und ich hätte überhaupt nichts dagegen, wenn wir die Probe aufs Exempel gleich innerhalb seiner nun neuen Vertragslaufzeit machen würden.

Nicht ganz so lange wie Tischer, aber immerhin für 2 weitere Jahre verlängerte Christopher Reinhard unlängst sein Arbeitspapier. Genaugenommen war er eigentlich der erste, dessen Vertragsverlängerung im Jahr 2013 bekannt gegeben wurde, was ich damals schon als äußerst positives Signal gedeutet habe (und ich sollte ja Recht behalten 😉 ). Mit dem ehemaligen Junioren-Auswahlspieler, der unbestritten auf der linken Seite über enormes, für die Regionalliga sicherlich überdurchschnittliches Potential verfügt, konnte man quasi den ersten Spieler längerfristig binden, der erst vor der aktuellen Saison an die Elbe wechselte und der aber eigentlich aus der ersten Elf nicht (mehr) wegzudenken ist.

Insgesamt machen ja allein schon die entsprechenden Vertragslaufzeiten und die frühen Verkündungszeitpunkte deutlich, dass sich beim FCM endlich wieder einiges bewegt, der Verein insgesamt auf einem guten Weg ist und als Arbeitgeber für Fußballprofis offenbar wieder viel an Attraktivität zurückgewonnen hat. Die Verpflichtung von Lars Fuchs unterstreicht das eindrucksvoll. Insofern bin ich mal sehr gespannt, was die nächsten Wochen und Monate in Sachen Kaderplanung noch bringen werden – zumal wir zweifelsfrei in der sehr komfortablen Situation sind, die Mannschaft bereits zu diesem frühen Zeitpunkt hinsichtlich der nächsten Spielzeit ‘feintunen’ zu können. Nach oben wird sicher nichts mehr gehen, nach unten hoffentlich auch nicht, sodass nun in Ruhe eingespielt und entwickelt werden kann. Mario Kallnik hat ja bereits verlauten lassen, dass es den (erneuten) großen Umbruch in der kommenden Saison nicht geben wird und bisher seinen Worten bereits einige Taten folgen lassen. Von daher erhoffe ich mir nun nach der bereits erfolgten Verstärkung der Offensive noch 1, 2 qualitativ hochwertige Zugänge für das (defensive) Mittelfeld und den Abwehrbereich und – abhängig davon, wer uns nach der Saison noch verlässt – eine weitere Stärkung des Kaders in die Breite. Sollten nämlich in der kommenden Saison wieder völlig unerwartet Schnee und Eis über uns hereinbrechen und für englische Wochen im März und April 2014 sorgen, während wir aber um die Tabellenspitze mitspielen, wäre ein gut besetzter „zweiter Anzug“ sicherlich nicht die schlechteste aller Optionen.

Und da sind sie wieder: Trainingsauftakt zur Rückrunde 2012/2013

6. Januar 2013 at 19:39

Längere Zeit war es nun schon recht ruhig hier im Blog, was zum Einen an der Absage des letzten Hinrundenspiels beim FSV Zwickau, zum anderen an der leidigen Winterpause als solcher und natürlich auch an den Weihnachts- und Silvesterfestivitäten lag. Die Fußballzwangspause diente derweil nicht nur der Bewältigung eines Wohnungswechsels des hier Bloggenden, sondern tatsächlich auch dem Abstand gewinnen zu einem doch recht ereignisreichen Fussballjahr 2012 aus blau-weißer Sicht. Stand am Ende der vergangenen Saison ein souveräner letzter Tabellenplatz, konnte sich die erste Männermannschaft unter neuer Führung in der just abgelaufenen Hinrunde viele Sympathien zurückerkämpfen und tatsächlich auch -erspielen und belegt vor dem Rückrundenstart mit besagtem noch ausstehenden Zwickau-Spiel einen respektablen 5. Rang. Morgen nun bittet Trainer Petersen seine Mannen zum Trainingsauftakt und zur Rückrundenvorbereitung – ein willkommener Anlass, auch hier mal wieder den einen oder anderen Gedanken festzuhalten und sich solchen Fragen zu widmen wie: Was gibt es aus der Winterpause an spannenden Neuigkeiten zu berichten? Wie schlugen sich retrospektiv die einzelnen Mannschaftsteile in der Hinrunde der Regionalligasaison 12/13? Was steht für die Rückrunde und für das Fussballjahr 2013 insgesamt auf dem Wunschzettel?

Gleich die erste Frage lässt sich sicherlich am schnellsten beantworten. Das einzige wirklich erwähnenswerte Ereignis der Winterpause kann eigentlich nur die – rückblickend nicht mehr wirklich überraschende – Verpflichtung von Christian Beck sein. Er verstärkt seit Jahresbeginn offiziell den Sturm unserer ersten Mannschaft und zeigte bereits beim Hallenturnier in der anderen Stadt im Süden eine ansprechende Leistung. Hängt er sich in der Vorbereitung rein und bleibt er gesund (mein erster FCM-bezogener Wunsch für 2013), wird man ihn sicherlich beim Punktspielauftakt in Auerbach in der ersten Elf sehen.
Tja, und ansonsten war es medial zwischen den Jahren mal angenehm ruhig rund um den ehemaligen Europapokalsieger der Pokalsieger. Lediglich die BLIND wusste jeden Tag etwas mehr oder weniger Spektakuläres zu berichten – die, naja, ‘seriöse’ Alternative ‘Volksstimme’ hielt sich aber zurück und folgte wohl der Maxime, nichts zu berichten, wo es auch nichts zu berichten gibt. Ich hab das für mich einfach mal als gutes Zeichen zum Jahresausklang gewertet, war doch das Theater um den Verein mit der ASAP-Farce, dem Treiben von Gurken-Ulli und dem spektakulären Scheitern im Punktspielbetrieb 11/12 groß genug. So also seit längerem mal wieder besinnliche Weihnachten und, wie oben schon beschrieben, auch die Möglichkeit zum Abschalten und zur Ruhe kommen.

Die zweite Frage nach den einzelnen Mannschaftsteilen bedarf einer etwas differenzierten Antwort, obwohl für die ganze Mannschaft definitiv festzuhalten gilt, dass sie im Großen und Ganzen wieder Spaß macht und man doch, trotz des einen oder anderen Rückschlages, auch endlich die viel beschworene Weiterentwicklung ausmachen kann.

Im Tor bestehen sicherlich die wenigsten Sorgen, hat doch Matthias Tischer wieder eine äußerst solide Hinrunde gespielt und sich als absolut unumstrittene Nummer 1 behauptet. Ein überdurchschnittlich guter Viertligatorwart, mit dem uns meiner Meinung nach auch in einer eventuell mal zu erreichenden dritten Liga nicht bange sein müsste. Danilo Dersewski als zweiter Torhüter hat aus meiner Sicht unter normalen Umständen eigentlich keine Chance, an Tischi vorbeizukommen, bildet aber, sollte mal etwas Unvorhergesehenes (Verletzung, Sperre) dazwischen kommen, zumindest eine brauchbare Alternative. Stammspieler wird er auf lange Sicht bei den Größten der Welt aber sicher nicht.

Die Abwehr war vielleicht der illusterste Mannschaftsteil der Hinrunde, was weniger an den ziemlich liga-durchschnittlichen 16 Gegentoren, als mehr am Torriecher unserer Innenverteidiger lag. Tobias Friebertshäuser (4 Tore) und Felix Schiller (3) liegen intern an zweiter und dritter Stelle der Torschützenliste und haben mit ihren Buden tatsächlich Spiele entschieden, mit ihren Aussetzern (hier vor allem Friebe) aber auch für den einen oder anderen Punktverlust gesorgt. Größter Pechvogel in diesem Mannschaftsteil ist definitiv Kevin Nennhuber, der mit einer langwierigen Bandscheibenverletzung die gesamte Hinrunde verpasst hat. Als Reaktion auf seinen langfristigen Ausfall wurde besagter Felix Schiller nachverpflichtet und macht seine Sache seither insgesamt sehr ordentlich, was es für Nennhuber schwer machen dürfte, wieder in die Mannschaft zu rutschen. Zu vergessen ist auch nicht, dass neben ihm auf der Bank noch ein gewisser Peter “Hacke” Hackenberg sitzt, der zwar derzeit ebenfalls verletzt ist, aber sicherlich auch höhere Ansprüche hat, als 90 Minuten die Bank zu drücken.
Von einer längeren Verletzung blieb auch der ewige Stephan Neumann nicht verschont, was vielleicht für die gesamte Mannschaft das größte Problem darstellte. Als Neumann nämlich zu Saisonbeginn noch hinten links auflief und Christopher Reinhard dadurch ins linke Mittelfeld vorrückte, haben wir aus meiner Sicht den attraktivsten und erfolgreichsten Fussball der Saison gespielt. Bleibt also zu hoffen, dass “Pipi” in der Rückrunde wieder/noch mal angreift und unser Spiel so wieder variabler wird. Auf seiner Position hat sich dann zuletzt Nachwuchsmann Philipp Blume ganz gut gemacht, dem ja auch gute Anlagen nachgesagt werden – was er mitunter auch schon unter Beweis stellen konnte.
Bester Abwehrspieler der Hinrunde und positivste Überraschung (wenn man von einer solchen überhaupt sprechen kann) ist auf jeden Fall Nils Butzen auf rechts, den wir, da bin ich mir sicher, im Laufe seiner Karriere noch deutlich höherklassiger spielen sehen werden. Ob auf lange Sicht mit dem Ersten Fussballclub Magdeburg sei allerdings mal dahingestellt, obwohl der Vertrag ja just um einige Jahre verlängert wurde…

Fazit zur Abwehr: hier mache ich mir wenig Sorgen, sind doch nahezu alle Positionen auch von der Qualität her doppelt besetzt. Der sicherlich zukunftsfähigste Mannschaftsteil, der sich im weiteren Saisonverlauf eigentlich nur weiter stabilisieren und einspielen kann.

Das Mittelfeld stellt sich, wenn ich mir alle Spiele so ins Gedächtnis rufe, eher durchwachsen dar. Zu abhängig sind wir hier von Kapitän Marco Kurth und seiner Tagesform. Daneben spielte zuletzt Fabian Burdenski recht ordentlich, bezüglich seines Potentials bin ich mir allerdings nach wie vor äußerst unsicher. Äußerst starken Spielen wie gegen RB Leipzig stehen absolute Grottenauftritte entgegen, und so richtig überzeugt bin ich nicht, dass wir hier auf längere Sicht eine gute Alternative besitzen. Aber: es gibt ja noch 16 Spiele, in denen er mich eines Besseren belehren könnte.
Auf der linken Seite scheint Christopher Reinhard – aus meiner Sicht völlig berechtigt – gesetzt. Rechts spielte zuletzt immer wieder Allzweckwaffe Florian Beil, wobei hier mit Ali Moslehe eigentlich auch noch eine richtige Granate im Kader steht. Von ihm erwarte ich mir eigentlich in der zweiten Saisonhälfte noch deutlich mehr. Dass er ordentlich Potential hat und Dampf machen kann, hat er oft genug bewiesen. Schön wäre es nur, wenn er das jedes Spiel zeigen würde und könnte. Tja, und dann ist da ja auch noch Supertalent Fabio Viteritti. An guten Tagen genial, an schlechten zu verbissen und verkrampft. Vielleicht ist das auch alles eine Kopfsache bei ihm – wenn mir ständig große Bundesliganamen um die Ohren fliegen würden, würde ich vermutlich auch dauernd krampfhaft versuchen, alles richtig zu machen. Hier ist Andreas Petersen gefragt, seinen fussballerisch vielleicht am besten veranlagten Spieler gut zu führen und in der Rückrunde noch stärker zu machen.
Die größte Enttäuschung im Mittelfeld ist für mich insgesamt Benjamin Boltze. Keine Ahnung, was da los ist – kicken kann der Junge definitiv, aber eben auch sehr gut abtauchen oder, wie zuletzt, leistungsbedingt erst gar nicht auf dem Platz stehen. Mit 26 ist er auch nicht mehr so ganz jung, und wenn es irgendwann noch mal richtig nach vorne gehen soll, müsste Boltze langsam mal durchstarten. Die Perspektive ist ja da, schließlich ist Boltze aus dem aktuellen Kader meiner bescheidenen Meinung nach eigentlich der Spieler, der zumindest fussballerisch irgendwann mal die Nachfolge unseres derzeitigen Captains antreten kann. Bleibt zu hoffen, dass er (also Boltze, nicht Kurth) in der Rückrunde noch den Arsch hochkriegt und sich mit seinen zweifelsohne vorhandenen Fähigkeiten wieder in die Mannschaft spielt.

Fazit Mittelfeld: seit Jahren eine Dauerbaustelle mit einer permanenten Spielmacher-Vakanz. Auch perspektivisch gibt es hier noch ein bisschen was zu tun, in der Tiefe fehlt es dann nämlich doch an Klasse. Buschfunk, Spatzen und anderes Getier lassen hier im allgemeinen Grundrauschen aber verlauten, dass man das wohl erkannt hat und – viel wichtiger – hinter den Kulissen auch an einer Lösung, also an einer Neuverpflichtung, für die kommende Saison arbeitet. Ich bleibe gespannt, aber gewohnt skeptisch.

Tja, und der Mannschaftsteil “Sturm” kann eigentlich nur als laues Lüftchen bezeichnet werden. Insgesamt 19 Tore hat die Mannschaft erzielt, was in der Liga eher so medium gut ist. Erfolgreichster nomineller Stürmer im Kader ist derzeit Florian Beil mit fünf Treffern, von denen er allerdings drei per Elfmeter und alle im ersten Saisondrittel erzielte. Dawid Krieger macht zwar, wie an verschiedenen Stellen schon geschrieben, seinem Namen alle Ehre, trifft aber eben auch trotz klarster Chancen das Tor nicht. Dazu kommt eine gewisse Grundlangsamkeit, die er eigentlich durch gutes Stellungsspiel und zumindest eine weitere Waffe, Kopfballstärke zum Beispiel, wettmachen müsste – tut er aber nicht. Nach allem, was ich diese und letzte Saison gesehen habe, glaube ich mittlerweile, dass auch da leider die Klasse fehlt. In der Hinrunde standen als von der Bank kommende Alternativen noch Michel Harrer und Marius Sowislo zur Verfügung, die aber beide bei ihren Einsätzen eigentlich nie wirklich überzeugen konnten (wobei ich nach wie vor der Meinung bin, dass insbesondere Harrer eine gute Verstärkung sein kann). Hinzu kommt die leider sehr langwierige Schambeinverletzung von Maik Koschwitz, auf den ich mich diese Saison eigentlich extrem gefreut hab und für den ich inständig hoffe, dass er noch mal zurückkommen kann.

Fazit Sturm: Mit Christian Beck wurde mal wieder, glaubt man der einen oder anderen Aussage im Fanforum, ein vermeintlicher Heiland verpflichtet, der aber an sich bisher erst eine (also eine einzige) gute Saison in seiner Fussballervita stehen hat. Kann er die bei uns bestätigen, ist er definitiv eine Verstärkung. Hauptsache, er lässt sich vom Magdeburger Anspruchsdenken nicht verrückt machen…
Fakt ist auf jeden Fall, dass wir im Sturm auch perspektivisch den größten Handlungsbedarf haben. Ein zweiter Stürmer, der pro Saison konstant mindestens 10 Tore liefert, wäre hier sicher für die Zukunft wünschenswert. Der Koschwitz könnte so einer sein. Wenn er denn wieder auf die Beine kommt.

Insgesamt also noch viel Kader-Aufbau-Arbeit und viel Weiterentwicklungspotential, was aber angesichts des doch vorhandenen und einiges versprechenden Grundstocks positiv stimmt. Sicherlich ist es auch nicht von Nachteil, doch schon deutlich gegenüber Spitzenreiter RB Leipzig in Rückstand zu liegen und nach unten einen angenehmen Puffer zu haben, sodass die zweite Saisonhälfte tatsächlich zur sportlichen Konsolidierung und Entwicklung genutzt werden kann – womit wir auch schon bei der dritten Fragen nach den Wünschen für 2013 angekommen wären. Für das aktuelle Jahr wünsche ich mir:

  • dass tatsächlich frühzeitig auch rechnerisch der Klassenerhalt gesichert wird;
  • dass die Mannschaft weiterhin beherzt und engagiert auftritt und mit attraktivem und erfolgreichem Fussball zu überzeugen weiß;
  • dass der lächerliche Auftritt gegen die Lok aus Leipzig im Rückspiel souverän ausgemerzt wird;
  • dass wir eine Woche später mit mindestens 2.500 Mann das Zentralstadion rocken;
  • dass alle verletzten Spieler schnell wieder an Bord kommen und den Anschluss finden;
  • dass wir in der zweiten Saisonhälfte generell von Verletzungen verschont bleiben und
  • dass wir die Saison unter den besten 7 Mannschaften abschließen.

Mit der einen oder anderen sinnvollen Verstärkung sollte dann in der kommenden Saison auch ein Platz unter den ersten 3 im Bereich des Möglichen liegen. Bis dahin wird allerdings ziemlich sicher noch viel Wasser die Elbe runterfließen – jetzt gilt es erst mal, wieder ordentlich loszulegen und für die verbleibenden 16 Punktspiele und den Landespokal die Grundlagen zu legen. In diesem Sinne: Sport frei und einen erfolgreichen Auftakt ins Jahr 2013!

Von Halberstädter Würstchen und Magdeburger Baustellen

2. Dezember 2012 at 20:49

Das war es nun also, das definitiv letzte Heimspiel im Kalenderjahr 2012 und auch das letzte der Hinrunde in der Regionalliga-Saison 2012/2013. Zu Gast waren die Würstchen aus Halberstadt nebst doch beträchtlichem Anhang im Gästeblock des HKS. Irgendwie hatte ich vor dem Spiel so gar kein Gefühl, wie es denn wohl ausgehen könnte, was ich eigentlich als gutes Zeichen deutete, war doch meine Stimmung vor den Spielen gegen Lokomotive Leipzig und Cottbus II eher euphorisch, der Spielausgang hingegen eher ernüchternd. Ausrichtung daher: verhalten optimistisch, vor allem, weil auch noch die fast schon sensationelle erste Hälfte des Cottbus-Spiels irgendwie im Hinterkopf umherspukte. Da diesmal auch die Deutsche Bahn die ausgesprochene Freundlichkeit besaß, ohne große Umwege und Verzögerungen in der Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts einzurollen, war eigentlich alles angerichtet für einen zwar kalten, aber doch recht entspannten Fußballnachmittag gegen die Randharzer, die zwar vermutlich hoch motiviert sein würden (Stichworte: Spiel gegen den Ex-Trainer und die Causa Beck), fussballerisch aber eigentlich zu packen sein sollten.

Ja. Und dann war Anpfiff.

Ich weiß nicht so genau, ob es an der nicht vorhandenen akustischen Unterstützung zu Spielbeginn lag (Block U beteiligte sich an der bundesweiten Aktion “12:12 – Ohne Stimme keine Stimmung” nebst kluger Capo-Ansprache an die Kurve zu Spielbeginn), ob der Mannschaft einfach nur kalt war oder ob man womöglich dachte, nach dem phasenweisen Hurra-Fußball gegen Cottbus würde die Murmel schon alleine über die Torlinie rollen – zu sehen war recht grauenhafter Stocherfussball ohne erkennbaren Spielaufbau, ohne Ideen, mit wenig Druck und noch weniger Zug zum Tor, kurzum: ein richtig schlechtes Spiel unserer Elf. Was allerdings zu sehen war, als sowohl Heim-, als auch Gästeblock den Stimmungsboykott beendeten, war eine niedliche Choreo der Halberstädter Fans (“Ultras Halberstadt” und “Viva la Germania” :-P): es wurde eine große Blockfahne hochgezogen (was jetzt auch die Vermessungsaktion beim Cottbus-Spiel erklärt) und – au weia – drunter etwas Pyrotechnik gezündet. Wenn das mal nicht die Kürzung der täglichen Dosenwürstchen-Ration durch den NOFV zur Folge hat. Pöse, pöse Halberstädter und schlimme, gefährliche und gewalttätige Fankultur. Furchtbar sowas. Abschaffen! 250 Jahre Stadionverbot für die ganze Familie! Hier der Rest der Choreo:

Halberstadt-Pyro

Zurück zum Spiel: ein bisschen fühlte ich mich erinnert an den schlimmen Auftritt im Zentralstadion einige Wochen zuvor, weil auf unserer Seite einfach relativ wenig zusammenging. Die Halberstädter hingegen standen uns unheimlich engagiert auf den Füßen, haben geschickt die Räume eng gemacht und waren fast immer mit mehr als einem Mann auf dem ballführenden Spieler – ganz offensichtlich alles Dinge, die unserer jungen und in der Entwicklung befindlichen Mannschaft mal so gar nicht gefallen, was eben in Leipzig das erste Mal deutlich zu sehen war und sich gestern bestätigte. Der Mannschaft beizubringen, mit solchen Situationen besser umzugehen und sie spielerisch – und wenn es sein muss, eben auch mal kämpferisch – zu lösen, ist sicherlich eine der Baustellen, die sich im Laufe der Hinrunde für Andreas Petersen aufgetan haben.

Eine andere Aufgabe wird darin bestehen, neben Marco Kurth einen zweiten “Leitwolf” für die Zentrale zu finden, der in der Lage ist, unseren Kapitän zuverlässig zu ersetzen, falls er mal fehlt oder gesperrt ist (was gestern der Fall war). Bisher war ich eigentlich immer der Meinung, dass Benjamin Boltze so einer sein könnte, gestern hat er mich diesbezüglich aber tatsächlich bitter enttäuscht. Das erste mal so richtig wahrgenommen habe ich ihn erst irgendwann in der zweiten Halbzeit, als er einen öffnenden Pass auf den Flügel zum mittlerweile eingewechselten Ali Moslehe versuchte, diesen aber trotz verhältnismäßig viel Zeit viel zu lang schlägt und damit eine hoffnungsvolle Situation kläglich zunichte macht. Das war es dann aber auch schon mit Offensivakzenten. Ansonsten kam insbesondere von ihm, der laut Lokalpresse (und vermutlich auch laut System und Trainer) eigentlich den Kurth-Part übernehmen sollte, so gut wie gar nichts. Ärgerlich, weil er, dabei bleibe ich, fussballerisch sicher deutlich mehr drauf hat, es nur nicht abruft. Oder abrufen will. Besser machte das da schon der von mir gern gescholtene Fabian Burdenski, der aber mit der Spielmacher-/Spielaufbau-Rolle auch weitestgehend überfordert ist, aber zumindest mal Bälle gewinnt und eine Organisation des Spiels zumindest versucht.

Die erste Halbzeit war dementsprechend ereignisarm, weil auch Germania jetzt nicht unbedingt mit dem klaren, strukturierten und direkten Spiel bestach und unsere Abwehr eigentlich auch nicht wirklich auf die Probe stellte. Das muss sich auch unser Matthias Tischer gedacht haben, als er kurz nach Wiederanpfiff den Manuel Neuer geben und mit dem Ball am Fuß den nahenden Stürmer austanzen will. Ergebnis: eher so ein Notabschlag genau auf die Füße eines Halberstädter Spielers, ein schöner Schlenzer und quasi mit dem ersten ernstzunehmenden Torschuss auch gleich das 0-1 aus blau-weißer Sicht. Ein Ding, das sich unser normalerweise sehr ruhiger und sicherer Torhüter ganz geschmeidig selber reinlegt und das so unnötig war, wie ein Kropf.
Kurze Zeit später dann ein erneuter Halberstädter Angriff, Krontiris dribbelt an der Strafraumgrenze lang, unsere Abwehr guckt dem ehemaligen Bundesligaspieler ehrfurchtsvoll zu und der hat nichts besseres zu tun, als den Ball erneut ins Tor zu schlenzen. Verdeckter Schuss, aber auch hier sah (aus meiner Nordkurvenperspektive) Tischi nicht besonders gut aus. 0-2 nun also.

Was man der Mannschaft ja zugute halten muss, ist, dass jetzt ein regelrechtes Powerplay begann und man mit Macht auf den Anschlusstreffer drängte. Begünstigt wurde das durch einen sehr offensiven Dreierwechsel, der Dawid Krieger, Marius Sowislo und Ali Moslehe für Michél Harrer, Fabio Viteritti und Philipp Blume ins Spiel brachte. Chancen gab es nun im Minutentakt – allein, es fehlt der Spieler, der den Ball auch mal ins Tor zwingt. Dawid Krieger wird das nicht mehr, da lege ich mich jetzt einfach mal fest, und wenn selbst ein Ali Moslehe es nicht schafft, allein vor dem Torwart und mit aller Zeit der Welt die Kugel am Schlussmann vorbei- oder wenigstens auf das Tor zu schieben, dann muss man sich nicht wundern, wenn eben auch weiterhin die Null steht. Vorne, versteht sich. Zeitweise hatte ich, wie an anderer Stelle schon geschrieben, den Eindruck, ich sehe Slapstick. So kläglich kann man 1.000%ige Chancen eigentlich nicht vergeben. Und hier tut sich nun die schon länger bekannte Baustelle 3 auf: wir brauchen ganz, ganz dringend einen abgewichsten Stürmer, der in der Lage ist, die Pille schnörkel- und humorlos einfach mal in die Maschen zu donnern. Mit Torwart, wenn’s denn sein muss. Insofern darf man gespannt sein, ob trotz der durch die letzte Saison nicht gerade verbesserten Finanzlage noch mal im Offensivbereich investiert wird. Angesichts der Tatsache, dass Christian Beck aber immer noch mittrainiert und am Samstag auch auf der Tribüne saß, wird man die Spannung wohl nicht allzu lange aufrecht erhalten müssen.

Tja, was soll man sonst noch sagen? Die Tatsache, dass Block U erstmals in dieser Saison auch etwa 10 Minuten vor Spielende schon die Unterstützung einstellte und das gellende Pfeifkonzert, das die Mannschaft in die Heimspiel-Winterpause verabschiedet hat, sprechen sicher Bände. Dennoch sollte der geneigte Fan weiterhin dran denken, dass wir uns immer noch in einer Aufbausaison befinden und nie die Rede davon war, dass wir jetzt in jedem Spiel jeden Gegner gnadenlos an die Wand kombinieren.

Ich denke insgesamt, dass die Baustellen, die zu bearbeiten sind, nach dem Halberstadt-Spiel noch mal recht deutlich wurden und bin außerdem der Meinung, dass wir eine sportliche Führung haben, die diese Baustellen sicher auch erkannt hat und handeln wird. Im Moment haben wir eben ‘nur’ diesen einen Kader, der stark genug sein wird für den Klassenerhalt (Stichwort: Saisonziel!) und schon mehr als einmal eindrucksvoll angedeutet hat, was in ihm steckt und was möglich ist, wenn man einfach in Ruhe weiterarbeitet und auf dem Teppich bleibt. Trotzdem (oder gerade deswegen?) sollte man sich aber nächste Woche in Zwickau – so das Spiel denn stattfindet – auch mit einer anständigen Leistung in eine dann hoffentlich besinnliche Winterpause verabschieden.

“Wie man sich zum Holz macht” in 30 Minuten…

25. November 2012 at 17:57

…oder: warum wir dringend einen Knipser im Kader brauchen.

Irgendwann ist ja für alles irgendwie das erste Mal – und so trug es sich zu, dass ich tatsächlich am Freitag erstmals einen Heimspielbeginn am Liveticker verfolgen musste, obwohl ich mich quasi in der Nähe des HKS oder besser: auf dem Weg dorthin befand.  Schuld waren meine Freunde von der Deutschen Bahn, die es dank offenbar maroder Technik und daraus resultierender technischer Störung an der Strecke schafften, mich statt in 100 Minuten in etwa 3 Stunden in die sachsen-anhaltinische Landeshauptstadt anreisen zu lassen. Aber gut, so bekam ich wenigstens (trotz Stechschritts auf den letzten Metern) mal die Gelegenheit, die Erhabenheit eines flutlichtbeleuchteten Stadions nebst Block-U-Fangesängen von außen zu erleben. Und was soll ich sagen: trotz des Ärgers über die Verspätung und den dadurch verpassten Spielbeginn gab es schon so ein bisschen Gänsehaut ;-).

Endlich am Stadion angekommen, musste ich mir erst mal einen dummen Spruch vom Ordner am Einlass gefallen lassen, der mich süffisant grinsend darüber informierte, dass ich gerade ein Tor verpasst hätte – angesichts des deutlich vernehmbaren lauten Jubels ungefähr 30 Sekunden vorher wäre ich da allerdings auch alleine drauf gekommen. Also Spruch geschluckt, Dauerkarte gezeigt und ab Richtung Nordtribüne, vorbei an unzähligen weißen Luftballons, die offensichtlich den letzten Rest oder die Überbleibsel einer Choreographie bildeten, die Block U mal wieder sensationell inszenierte und die im Stadion selbst folgendermaßen ausgesehen hat:

Pyrotechnik, so eingesetzt, ist übrigens kein Verbrechen, lieber DFB! Und ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass sich am Freitag irgendjemand, der im Stadion war, durch die Bengalos und die Choreo in irgendeiner Weise bedroht oder gefährdet gefühlt hat. In diesem Sinne an dieser Stelle, auch wenn ich selbst die Aktion eben knapp verpasst habe, einen Riesendank an die (vom DFB gern so bezeichneten) “Schwerverbrecher”, die für dieses super geile Bild der Nordtribüne gesorgt haben <3!

Zurück zum Spiel: auf der Nord angekommen, herrschte Euphorie pur, und das lag neben der Einlaufchoreo und der 1-0-Führung am Spiel und Auftreten der Blau-Weißen. Powerfussball vom allerfeinsten und Chancen über Chancen im Minutentakt. Hätte ich es nicht besser gewusst, hätte ich geglaubt, wir spielen ein Trainingsspiel unter Flutlicht. Von Cottbus war gar nichts zu sehen, die Gegenwehr der Gäste stellte sogar noch das nahezu völlige spielerische und kämpferische Unvermögen eines gewissen Torgelower SV Greif in den Schatten. Nachdem dann folgerichtig auch das 2-0 fiel (Friebe, wer sonst) war eigentlich allen im Stadion klar: hier kann es heute im Prinzip nur darum gehen, ordentlich was für die Tordifferenz zu tun. Nach Wiederanpfiff das gleiche Bild, was mich dann noch zu dem meinerseits dummen Spruch veranlasste, man könne doch eigentlich in unserer Verteidigungshälfte noch 2 Tore aufbauen und auf Kleinfeld spielen lassen, während die erste Mannschaft vorne den Ball um den Cottbuser Strafraum zirkulieren lässt. Hätte ich mal nur meine Klappe gehalten.

So ab der 55. Minute verflachte unser Spiel dann allmählich, und an der einen oder anderen Aktion war vielleicht auch abzulesen, dass man nun teilweise (Viteritti z.B.) doch ein wenig überheblich wurde. Die letzte Konsequenz fehlte, die Pässe wurden ein wenig schlampiger, und hier und da schlich sich der eine oder andere “Hacke-Spitze-1,2,3”-Versuch ein. Dazu wurden die Cottbuser jetzt wach, beziehungsweise wechselten vom Tief- in den leichten Schlaf. Nächster dummer Spruch meinerseits: “Wir müssten jetzt mal das 3-0 machen, so ein 2-0 ist immer irgendwie ein gefährlicher Spielstand.” Eine väterliche Weisheit, die ich bis dato nie richtig verstanden habe. Jetzt verstehe ich sie besser.

Es kam natürlich, wie es kommen musste: plötzlich steht es 2-1. Gut, nicht so wild, mein Tipp war ja ein 4-1, also alles noch im Plan. Außerdem war es ja nicht so, dass wir nicht weiter satte Chancen zu verzeichnen gehabt hätten. Oder plötzlich wirklich schlecht spielen würden. Nur wollte die Pille eben vorne nicht über die Linie. Andreas Petersen wechselte dann und brachte unter anderem Dawid Krieger, der Michel Harrer ersetzte, den ich allerdings am Freitag hätte durchspielen lassen. Die Lokalpresse sollte Harrers Auftritt später als “unglücklich” bezeichnen, ich fand aber, dass er ein gutes Spiel gezeigt hat und die Dinge gut erledigte, die man auch von einem Spielertypen wie ihm erwarten würde: Kopfballduelle gewinnen, den Ball abschirmen und auch mal tropfen lassen oder wahlweise vorne im Strafraum wühlen und versuchen, zum Abschluss zu kommen. Aber nun gut, ob Michel Harrer an diesem 23.11.2012 sein erstes Punktspieltor für den Ersten FC Magdeburg erzielt hätte, können wir an dieser Stelle nur mutmaßen. Für ihn also Krieger, der als Joker zuletzt in Rathenow traf und in den letzten Tagen unter anderem im Fanforum ganz schön Kritik einstecken musste, weil er eben einfach – allerdings ebenso wie alle seine Mitspieler – zu viele Chancen braucht, um sein Tor zu machen. Die stille Hoffnung meinerseits, dass in Rathenow möglicherweise der viel zitierte Knoten geplatzt war und Krieger das Spiel nun für uns nach hause schießt, erfüllte sich allerdings nicht. Neben einem schwer zu nehmenden Ball unmittelbar nach seiner Einwechslung versiebte er einen für einen Stürmer seiner vermeintlichen Güte einfachen Kopfball kläglich, später scheiterte er noch aus ungünstigem Winkel und in Rücklage mit einer weiteren Kopfballaktion.

Besser machten es da schon die Cottbuser, die nach einem Riesenbock von Tobias Friebertshäuser (der beim Versuch, einen langen Pass zu klären, eigentlich völlig frei am Ball vorbeigrätscht) und der darauf folgenden Konfusion im Magdeburger Strafraum das 2-2 markieren – das Spiel war binnen 25, 30 Minuten völlig auf den Kopf gestellt. Letzten Endes können wir sogar noch froh sein, wenigstens einen Punkt im HKS behalten zu haben, hatten die Gäste doch in den Schlussminuten noch einige Einschusschancen Marke “Hochkaräter”. Für unsere Farben gab es tatsächlich auch noch Möglichkeiten, aber, richtig: ohne zählbaren Erfolg. Und wie hätte ich es dem Cottbuser Torwart gegönnt, zum Schluss noch mal so ein richtig schönes Ding zu fangen: klar, Feuerzeuge schmeißen ist hirnlos, scheiße und einfach so unnötig wie ein Kropf, aber wie ein kleiner Junge, der petzend zu seiner Mama rennt und rumbarmt, wie gemein doch die anderen Kinder zu ihm sind und dass das doch nicht gehe und mimimimi, ist mindestens genauso peinlich. Solche überzogenen Einlagen, die noch dazu das Spiel unnötig verzögern, sind einfach das allerletzte und lächerlich. Und vielleicht, lieber Marvin Gladrow, wäre die Schauspielschule doch eher was für Dich, da es zu einer erfüllten Karriere als Profi-Torwart sehr wahrscheinlich sowieso nicht reichen wird.

Irgenwie sprach- und fassungslos und sicherlich auch enttäuscht verließen wir dann nach 90 Minuten das Stadion. Eigentlich kann man sich so wie an diesem Abend nicht zum Holz machen. Nicht gegen Cottbus II, den für mich ersten sicheren Absteiger aus der Regionalliga Nordost der Spielzeit 2012/2013. Kann man der Mannschaft groß einen Vorwurf machen? Hmmm, schwierig. Die Spielanlage war ja ordentlich, an Engagement und Willen hat es auch nicht gefehlt. Woran es allerdings tatsächlich gemangelt hat, ist eben ein Knipser. Einer, der mal nur 2 Chancen für 1 Tor braucht und nicht 10-15, wie Dawid Krieger. Ob man so einen findet und dann auch bezahlen kann und das vor allem möglichst schon in der Winterpause, ist mehr als fraglich. In der letzten Zeit wird ja der Name Christian Beck in Fankreisen recht hoch gehandelt, der immerhin eine Halberstädter Vergangenheit hat und ja wohl über gute Anlagen verfügen soll. Ich bin da ja eher skeptisch, zumal selbiger Herr Beck ja nun schon viel zu lange keine Spielpraxis mehr hatte, um uns schnell helfen zu können. Und wie es potentiellen Heilsbringer-Winterverpflichtungen so ergehen kann, hat ja zum Beispiel ein gewisser Shergo Biran vor nicht allzu langer Zeit mal eindrucksvoll unter Beweis gestellt…

Lustige Anekdote zum Schluss: der junge Mann, der die Mitfahrgelegenheit angeboten hatte, die mich letztlich ein wenig zu spät im Stadion ankommen ließ, war Teil der “Amateure Supporters”, also des Fanclubs der Zweiten Mannschaft von Energie, und auch mit Reiseziel “HKS” Richtung Magdeburg unterwegs. Das wusste ich vorher nicht, war aber trotzdem ganz lustig, weil wir dann auf unserer Verspätungsfahrt natürlich gut was zu erzählen hatten; unter anderem habe ich so erfahren, dass unser Dawid Krieger in seiner letzten Saison in Cottbus nach dem letzten Spiel für die anwesenden Fans Kartoffelsalat und Buletten servierte. Sympathisch ist er ja, unser Chancentod…

Zweite lustige Anekdote zum Schluss: selbiger Cottbuser Fan schrieb mir nach dem Spiel auf meine “Glückwunsch zum Punktgewinn”-SMS zurück, dass wohl das gesamte Spiel über irgendein Halberstädter die ganze Zeit den Gästeblock vermessen hätte O_O. Und da die Germania ja unser nächster Gegner am kommenden Samstag ist, darf man da wohl auf eine kleine Würstchen-Choreo gespannt sein :-P. Vielleicht bin ich ja dann auch wieder pünktlich im Stadion, um mir selbst ein Bild davon zu machen…