Spieltagsvorschau: TSG Neustrelitz (A)

17. April 2015 at 15:36

Regionalliga Nordost, 25. Spieltag, 19.04.2015

Nach dem Pokalfight ist vor dem nächsten Punktspiel – und das führt die Größten der Welt zur TSG nach Neustrelitz. Deren Trainer, ein gewisser Andreas Petersen, sah sich am Mittwoch das Landespokalhalbfinale im Heinz-Krügel-Stadion an und wird sicher nicht böse darum gewesen sein, dass Blau-Weiß über 120 Minuten Vollgas geben musste. So stellt sich also, wie schon nach dem DFB-Pokal-Spiel gegen Leverkusen, die Frage, wie unsere Mannschaft die hohe Belastung unter der Woche verkraftet hat und wie sie das schwere Auswärtsspiel beim letztjährigen Meister der Regionalliga Nordost angehen wird. 

Was macht eigentlich… Fabio Viteritti?

4. Februar 2015 at 17:00

In der ganzen (berechtigten) Aufregung um die Frage, wie es mit dem VFC Plauen weitergehen wird, ist eine andere Nachricht irgendwie so ein bisschen untergegangen: Ex-FCM-Spieler Fabio Viteritti, bis Sommer offiziell noch im Dienst der Blau-Weißen, steht jetzt nämlich bei der TSG Neustrelitz unter Vertrag. Für den talentierten Mittelfeldspieler bedeutet das nicht nur das Ende einer langen Leidenszeit nach Kreuzbandriss und mühsamer Reha, sondern auch das Wiedersehen mit einem weiteren Ex-FCMer, Trainer Andreas Petersen nämlich. Mich hat diese Meldung (im Gegensatz zur Plauen-Geschichte) zunächst mal gefreut, weil das bedeutet, dass Viteritti nach der schweren Verletzung noch einmal eine gute Chance bekommt, sich zu zeigen und möglicherweise doch noch den erforderlichen nächsten Schritt im Männerbereich zu machen. Und dann hat sie mich dazu inspiriert, eine neue Kategorie in den Blog aufzunehmen, die sich mit dem (weiteren) Werdegang ehemaliger FCM-Akteure beschäftigen soll und möglicherweise ganz gut geeignet ist, sommer- oder winterpausenbedingte Durststrecken ein wenig mit Leben zu füllen. Erster in der Kategorie “Was macht eigentlich…?” ist also, aus aktuellem Anlass, Fabio Viteritti. 

“Richtig schöne Mädels”

15. April 2014 at 17:17

FSV Wacker Nordhausen – 1. FC Magdeburg, 12.04.2014, 24. Spieltag

Beim @1_FCM redet sich Coach Petersen nach dem 2:3 in Rage: „Wir haben keine Männer, wir haben Mädels auf dem Platz. Richtig schöne Mädels.“ – @SportimOsten, 12.04.14, 17:09

Weil @1_FCM-Coach Petersen heute so schön in Fahrt war, noch ein Zitat: „Unsere Mannschaft ist viel zu lieb, da kannst du jeden adoptieren.“ – @SportimOsten, 12.04.14, 17:36

Die Wahrheit ist nicht immer schön, und auch wenn die obigen Zitate von Andreas Petersen natürlich gleich wieder ordentlich Wellen geschlagen haben, fassen sie doch im Kern recht treffend zusammen, was sich am 25. Spieltag im Albert-Kuntz-Sportpark in Nordhausen aus blau-weißer Sicht abgespielt hat. Nämlich ein schlimmer, eingeschüchterter, einfallsloser Auftritt des Ersten FC Magdeburg, der unter anderem das Kunststück fertigbrachte, während eines fast 60minütigen Überzahlspiels erfolgreich so zu tun, als wäre das eigene Team um einen Spieler dezimiert.

Von Spätstartern und Moralbeweisen

8. April 2014 at 18:17

1. FC Magdeburg – VFC Plauen, 06.04.2014, 23. Spieltag

Schon witzig irgendwie, dass es im ersten Spiel nach der Schlappe in Neustrelitz ausgerechnet gegen den VFC Plauen gehen sollte. Jenen Verein nämlich, der den Blau-Weißen noch im Hinspiel deutlich vor Augen geführt hat, dass es doch noch 1, 2 Schritte braucht, um von einem sehr guten Regionalligateam zu einem Regionalligaspitzenteam zu reifen. Wir erinnern uns: souveräne 2-0-Führung, mehr als eine Halbzeit bei bestem Wetter in Überzahl – und am Ende nur ein Punkt, weil man sich, unterstützt vom hyperventilierenden Stadionsprecher, noch ganz geschmeidig zwei Gegentore einschenken ließ. Insofern war das, was am letzten Spieltag im Heinz-Krügel-Stadion zu Magdeburg passierte, wohl so etwas wie der letzte Nachweis, dass man endgültig und hoffentlich nachhaltig in der Regionalligaspitze angekommen ist – auch wenn es in dem einen Spiel gegen Neustrelitz nicht gereicht hat und dann eben der letzte Schritt vom Regionalligaspitzenteam zur absoluten, unangefochtenen Spitzenmannschaft doch noch gegangen werden muss. Doch der Reihe nach.

Tag des offenen Tors

25. März 2014 at 16:00

1. FC Magdeburg – FSV Optik Rathenow, 22.03.2014, 21. Spieltag

Neustrelitz verliert beim starken Aufsteiger Viktoria Berlin klar und deutlich mit 0-4 und die Größten der Welt haben mit dem FSV Optik Rathenow den Tabellenletzten zu Gast – normalerweise eine Konstellation, die dem geneigten FCM-Anhänger erst mal Sorgenfalten auf die Stirn treibt. Elfmeter und so. Steilvorlage. Können wir ja normalerweise nicht so gut. Glücklicherweise stellte sich diese Sorge bereits nach guten 12 Minuten Spielzeit am Sonntag als vollkommen unbegründet heraus, führte man nach selbigen doch bereits mit 2-0 und fuhr man letzten Endes einen ebenso ungefährdeten wie entspannten 6-0-Heimerfolg ein.

Klare Ansage (?)

19. März 2014 at 17:35

Eigentlich sollten an dieser Stelle ein paar Gedanken zum Jena-Spiel vom vergangenen Wochenende stehen, vorbereitet und verfasst gestern Abend am Küchentisch. Das geschah allerdings noch in völliger Unkenntnis der Tatsache, dass der Verein für heute zur Pressekonferenz laden und (nicht ganz unerwartet) mitteilen würde, dass man mal eben den erfolgreichsten FCM-Trainer der letzten 5, 6 Jahre in der kommenden Saison nicht weiter beschäftigen wird. Weil selbiger die Fußballlehrer-Lizenz nicht machen wolle und deswegen wohl ohnehin selbst nicht verlängert hätte. Aha. Aber gut, dazu im Laufe der Woche mehr, wenn die Gedanken dazu etwas besser sortiert und von den ersten, eher emotionalen Bauchgefühlreaktionen bereinigt sind.

Den vorbereiteten Jena-Text poste ich jetzt hier trotzdem, dann habe ich ihn wenigstens nicht umsonst geschrieben. Außerdem dokumentieren das Eingangsstatement hier und der Text unten ganz gut, auf welche emotionale Achterbahnfahrt der Verein einen immer und immer wieder mitnimmt. Dass der Text auch ursprünglich schon den Titel “Klare Ansage” – nunmehr ergänzt durch ein “(?)” – tragen sollte, ist dabei wohl Ironie des Schicksals. Nun denn: hier kommt der Jena-Nachklapp. Alles weitere, mit etwas Abstand, später in der Woche.

Letzter Vorhang

26. November 2013 at 13:47

1. FC Magdeburg – 1. FC Lokomotive Leipzig, 23.11.2013, 14. Spieltag

Das war es also, das letzte Heimspiel des 1. FC Magdeburg im Kalenderjahr 2013. Und so sehr ich mich auch auf das Spiel gefreut hatte (was sich unter anderem auch durch das Spielankündigungsplakat im Büro im fernen Westen ausdrückte), so erstaunlich wenig hat mich diese Partie des 14. Spieltags letzten Endes emotional gepackt.

Ein bisschen Heimat in der Fremde

Ein bisschen Heimat in der Fremde

Zum einen mag das daran liegen, dass Lokomotive Leipzig für mich sportlich zu den eher weniger ernstzunehmenden Gegnern in unserer Staffel zählt, was sich ja dann auch auf dem Rasen eindrucksvoll bestätigte. Zum anderen ist mir mal wieder aufgefallen, dass mich die vermeintliche Rivalität zu den Probstheidaern doch einigermaßen kalt lässt – ganz im Gegensatz zu einige Verirrten sowohl im Gästeblock, als auch auf unserer Seite, die aber vermutlich eher der Kategorie “Erlebnistouristen” zuzuordnen waren und denen man wohl vergessen hat zu sagen, dass Silvester noch ein paar Tage hin ist. Vielleicht lag es auch an diesen erlebnisorientierten Jugendlichen und den entsprechenden Begleiterscheinungen rund um’s Spiel, dass ich nicht so richtig reinkam – man weiß es nicht.

Fußballfelder sind keine Liegewiesen!

23. September 2013 at 18:05

1.FC Magdeburg – TSG Neustrelitz, 22.09.2013, 7. Spieltag

Natürlich ist es ärgerlich, wenn man durch die allerletzte Chance des Gegners in der allerletzten Sekunde der allerletzten Minute der Nachspielzeit noch den entscheidenden Gegentreffer kassiert und aus dem vermeintlich 1-1 und einem Punkt dann eben ein 1-2 und gar kein Punkt wird. Und es bleibt ärgerlich, auch noch nach der obligatorischen Nacht, die ich sicherheitshalber (und manchmal auch notgedrungen) nach den Spielen noch über die Geschehnisse auf dem Rasen schlafe, bevor ich überhaupt drüber nachdenke, einen hoffentlich einigermaßen konsistenten Blogbeitrag zu verfassen.

Das Problem mit der Partie an diesem 7. Spieltag der Regionalligasaison 2013/2014 ist nur, dass die Mannschaft nahezu die gesamte Spielzeit über darum gebettelt hat, genau dieses Tor in genau dieser Form zu kassieren. Und da ist es letzten Endes auch ziemlich egal, ob das 2-1 aus Gegnersicht in der 47., der 65. oder eben der 94. Minute fällt. Und genau dieser Umstand ist es, der mich eigentlich ärgert. Aber lieber der Reihe nach – was war eigentlich passiert?

Jena? Immer wieder gern!

3. September 2013 at 11:40

1. FC Magdeburg – FC Carl Zeiss Jena, 01.09.2013, 5. Spieltag 

Wichtiges, wichtiges Heimspiel am vergangenen Sonntag (01.09.2013) gegen den FC Carl Zeiss Jena! Nicht nur, dass mit der @isntfamous, die auch ein sehr lesenswertes Blog betreibt, eine äußerst fussballkompetente Leipziger Freundin erstmalig im HKS zu Gast war und ich natürlich hoffte, dass sich Stadt, Mannschaft und Kurve in einem entsprechend guten Licht präsentieren würden. Auch sonst war ja, nachdem 3 von 4 der bisherigen Pflichtspiele in der Saison 2013/2014 verloren gingen (wobei auch die erwartbare Erstrundenniederlage im DFB-Pokal gegen den FC Energie Cottbus darunter fällt) schon wieder ordentlich Musik drin bei den Größten der Welt. Insbesondere Trainer Petersen stand unter Druck, zumal die Mannschaft beim Auswärtsspiel gegen die Reserve des 1. FC Union Berlin in der Vorwoche Augenzeugenberichten zufolge eine recht erbärmliche Vorstellung abgegeben haben muss und das kleine bisschen Euphorie, das nach dem ersten Heimsieg der Saison gegen den VfB Germania Halberstadt kurz aufgekommen war, gleich wieder im Keim erstickt hatte.

Und da sind sie wieder: Trainingsauftakt zur Rückrunde 2012/2013

6. Januar 2013 at 19:39

Längere Zeit war es nun schon recht ruhig hier im Blog, was zum Einen an der Absage des letzten Hinrundenspiels beim FSV Zwickau, zum anderen an der leidigen Winterpause als solcher und natürlich auch an den Weihnachts- und Silvesterfestivitäten lag. Die Fußballzwangspause diente derweil nicht nur der Bewältigung eines Wohnungswechsels des hier Bloggenden, sondern tatsächlich auch dem Abstand gewinnen zu einem doch recht ereignisreichen Fussballjahr 2012 aus blau-weißer Sicht. Stand am Ende der vergangenen Saison ein souveräner letzter Tabellenplatz, konnte sich die erste Männermannschaft unter neuer Führung in der just abgelaufenen Hinrunde viele Sympathien zurückerkämpfen und tatsächlich auch -erspielen und belegt vor dem Rückrundenstart mit besagtem noch ausstehenden Zwickau-Spiel einen respektablen 5. Rang. Morgen nun bittet Trainer Petersen seine Mannen zum Trainingsauftakt und zur Rückrundenvorbereitung – ein willkommener Anlass, auch hier mal wieder den einen oder anderen Gedanken festzuhalten und sich solchen Fragen zu widmen wie: Was gibt es aus der Winterpause an spannenden Neuigkeiten zu berichten? Wie schlugen sich retrospektiv die einzelnen Mannschaftsteile in der Hinrunde der Regionalligasaison 12/13? Was steht für die Rückrunde und für das Fussballjahr 2013 insgesamt auf dem Wunschzettel?

Gleich die erste Frage lässt sich sicherlich am schnellsten beantworten. Das einzige wirklich erwähnenswerte Ereignis der Winterpause kann eigentlich nur die – rückblickend nicht mehr wirklich überraschende – Verpflichtung von Christian Beck sein. Er verstärkt seit Jahresbeginn offiziell den Sturm unserer ersten Mannschaft und zeigte bereits beim Hallenturnier in der anderen Stadt im Süden eine ansprechende Leistung. Hängt er sich in der Vorbereitung rein und bleibt er gesund (mein erster FCM-bezogener Wunsch für 2013), wird man ihn sicherlich beim Punktspielauftakt in Auerbach in der ersten Elf sehen.
Tja, und ansonsten war es medial zwischen den Jahren mal angenehm ruhig rund um den ehemaligen Europapokalsieger der Pokalsieger. Lediglich die BLIND wusste jeden Tag etwas mehr oder weniger Spektakuläres zu berichten – die, naja, ‘seriöse’ Alternative ‘Volksstimme’ hielt sich aber zurück und folgte wohl der Maxime, nichts zu berichten, wo es auch nichts zu berichten gibt. Ich hab das für mich einfach mal als gutes Zeichen zum Jahresausklang gewertet, war doch das Theater um den Verein mit der ASAP-Farce, dem Treiben von Gurken-Ulli und dem spektakulären Scheitern im Punktspielbetrieb 11/12 groß genug. So also seit längerem mal wieder besinnliche Weihnachten und, wie oben schon beschrieben, auch die Möglichkeit zum Abschalten und zur Ruhe kommen.

Die zweite Frage nach den einzelnen Mannschaftsteilen bedarf einer etwas differenzierten Antwort, obwohl für die ganze Mannschaft definitiv festzuhalten gilt, dass sie im Großen und Ganzen wieder Spaß macht und man doch, trotz des einen oder anderen Rückschlages, auch endlich die viel beschworene Weiterentwicklung ausmachen kann.

Im Tor bestehen sicherlich die wenigsten Sorgen, hat doch Matthias Tischer wieder eine äußerst solide Hinrunde gespielt und sich als absolut unumstrittene Nummer 1 behauptet. Ein überdurchschnittlich guter Viertligatorwart, mit dem uns meiner Meinung nach auch in einer eventuell mal zu erreichenden dritten Liga nicht bange sein müsste. Danilo Dersewski als zweiter Torhüter hat aus meiner Sicht unter normalen Umständen eigentlich keine Chance, an Tischi vorbeizukommen, bildet aber, sollte mal etwas Unvorhergesehenes (Verletzung, Sperre) dazwischen kommen, zumindest eine brauchbare Alternative. Stammspieler wird er auf lange Sicht bei den Größten der Welt aber sicher nicht.

Die Abwehr war vielleicht der illusterste Mannschaftsteil der Hinrunde, was weniger an den ziemlich liga-durchschnittlichen 16 Gegentoren, als mehr am Torriecher unserer Innenverteidiger lag. Tobias Friebertshäuser (4 Tore) und Felix Schiller (3) liegen intern an zweiter und dritter Stelle der Torschützenliste und haben mit ihren Buden tatsächlich Spiele entschieden, mit ihren Aussetzern (hier vor allem Friebe) aber auch für den einen oder anderen Punktverlust gesorgt. Größter Pechvogel in diesem Mannschaftsteil ist definitiv Kevin Nennhuber, der mit einer langwierigen Bandscheibenverletzung die gesamte Hinrunde verpasst hat. Als Reaktion auf seinen langfristigen Ausfall wurde besagter Felix Schiller nachverpflichtet und macht seine Sache seither insgesamt sehr ordentlich, was es für Nennhuber schwer machen dürfte, wieder in die Mannschaft zu rutschen. Zu vergessen ist auch nicht, dass neben ihm auf der Bank noch ein gewisser Peter “Hacke” Hackenberg sitzt, der zwar derzeit ebenfalls verletzt ist, aber sicherlich auch höhere Ansprüche hat, als 90 Minuten die Bank zu drücken.
Von einer längeren Verletzung blieb auch der ewige Stephan Neumann nicht verschont, was vielleicht für die gesamte Mannschaft das größte Problem darstellte. Als Neumann nämlich zu Saisonbeginn noch hinten links auflief und Christopher Reinhard dadurch ins linke Mittelfeld vorrückte, haben wir aus meiner Sicht den attraktivsten und erfolgreichsten Fussball der Saison gespielt. Bleibt also zu hoffen, dass “Pipi” in der Rückrunde wieder/noch mal angreift und unser Spiel so wieder variabler wird. Auf seiner Position hat sich dann zuletzt Nachwuchsmann Philipp Blume ganz gut gemacht, dem ja auch gute Anlagen nachgesagt werden – was er mitunter auch schon unter Beweis stellen konnte.
Bester Abwehrspieler der Hinrunde und positivste Überraschung (wenn man von einer solchen überhaupt sprechen kann) ist auf jeden Fall Nils Butzen auf rechts, den wir, da bin ich mir sicher, im Laufe seiner Karriere noch deutlich höherklassiger spielen sehen werden. Ob auf lange Sicht mit dem Ersten Fussballclub Magdeburg sei allerdings mal dahingestellt, obwohl der Vertrag ja just um einige Jahre verlängert wurde…

Fazit zur Abwehr: hier mache ich mir wenig Sorgen, sind doch nahezu alle Positionen auch von der Qualität her doppelt besetzt. Der sicherlich zukunftsfähigste Mannschaftsteil, der sich im weiteren Saisonverlauf eigentlich nur weiter stabilisieren und einspielen kann.

Das Mittelfeld stellt sich, wenn ich mir alle Spiele so ins Gedächtnis rufe, eher durchwachsen dar. Zu abhängig sind wir hier von Kapitän Marco Kurth und seiner Tagesform. Daneben spielte zuletzt Fabian Burdenski recht ordentlich, bezüglich seines Potentials bin ich mir allerdings nach wie vor äußerst unsicher. Äußerst starken Spielen wie gegen RB Leipzig stehen absolute Grottenauftritte entgegen, und so richtig überzeugt bin ich nicht, dass wir hier auf längere Sicht eine gute Alternative besitzen. Aber: es gibt ja noch 16 Spiele, in denen er mich eines Besseren belehren könnte.
Auf der linken Seite scheint Christopher Reinhard – aus meiner Sicht völlig berechtigt – gesetzt. Rechts spielte zuletzt immer wieder Allzweckwaffe Florian Beil, wobei hier mit Ali Moslehe eigentlich auch noch eine richtige Granate im Kader steht. Von ihm erwarte ich mir eigentlich in der zweiten Saisonhälfte noch deutlich mehr. Dass er ordentlich Potential hat und Dampf machen kann, hat er oft genug bewiesen. Schön wäre es nur, wenn er das jedes Spiel zeigen würde und könnte. Tja, und dann ist da ja auch noch Supertalent Fabio Viteritti. An guten Tagen genial, an schlechten zu verbissen und verkrampft. Vielleicht ist das auch alles eine Kopfsache bei ihm – wenn mir ständig große Bundesliganamen um die Ohren fliegen würden, würde ich vermutlich auch dauernd krampfhaft versuchen, alles richtig zu machen. Hier ist Andreas Petersen gefragt, seinen fussballerisch vielleicht am besten veranlagten Spieler gut zu führen und in der Rückrunde noch stärker zu machen.
Die größte Enttäuschung im Mittelfeld ist für mich insgesamt Benjamin Boltze. Keine Ahnung, was da los ist – kicken kann der Junge definitiv, aber eben auch sehr gut abtauchen oder, wie zuletzt, leistungsbedingt erst gar nicht auf dem Platz stehen. Mit 26 ist er auch nicht mehr so ganz jung, und wenn es irgendwann noch mal richtig nach vorne gehen soll, müsste Boltze langsam mal durchstarten. Die Perspektive ist ja da, schließlich ist Boltze aus dem aktuellen Kader meiner bescheidenen Meinung nach eigentlich der Spieler, der zumindest fussballerisch irgendwann mal die Nachfolge unseres derzeitigen Captains antreten kann. Bleibt zu hoffen, dass er (also Boltze, nicht Kurth) in der Rückrunde noch den Arsch hochkriegt und sich mit seinen zweifelsohne vorhandenen Fähigkeiten wieder in die Mannschaft spielt.

Fazit Mittelfeld: seit Jahren eine Dauerbaustelle mit einer permanenten Spielmacher-Vakanz. Auch perspektivisch gibt es hier noch ein bisschen was zu tun, in der Tiefe fehlt es dann nämlich doch an Klasse. Buschfunk, Spatzen und anderes Getier lassen hier im allgemeinen Grundrauschen aber verlauten, dass man das wohl erkannt hat und – viel wichtiger – hinter den Kulissen auch an einer Lösung, also an einer Neuverpflichtung, für die kommende Saison arbeitet. Ich bleibe gespannt, aber gewohnt skeptisch.

Tja, und der Mannschaftsteil “Sturm” kann eigentlich nur als laues Lüftchen bezeichnet werden. Insgesamt 19 Tore hat die Mannschaft erzielt, was in der Liga eher so medium gut ist. Erfolgreichster nomineller Stürmer im Kader ist derzeit Florian Beil mit fünf Treffern, von denen er allerdings drei per Elfmeter und alle im ersten Saisondrittel erzielte. Dawid Krieger macht zwar, wie an verschiedenen Stellen schon geschrieben, seinem Namen alle Ehre, trifft aber eben auch trotz klarster Chancen das Tor nicht. Dazu kommt eine gewisse Grundlangsamkeit, die er eigentlich durch gutes Stellungsspiel und zumindest eine weitere Waffe, Kopfballstärke zum Beispiel, wettmachen müsste – tut er aber nicht. Nach allem, was ich diese und letzte Saison gesehen habe, glaube ich mittlerweile, dass auch da leider die Klasse fehlt. In der Hinrunde standen als von der Bank kommende Alternativen noch Michel Harrer und Marius Sowislo zur Verfügung, die aber beide bei ihren Einsätzen eigentlich nie wirklich überzeugen konnten (wobei ich nach wie vor der Meinung bin, dass insbesondere Harrer eine gute Verstärkung sein kann). Hinzu kommt die leider sehr langwierige Schambeinverletzung von Maik Koschwitz, auf den ich mich diese Saison eigentlich extrem gefreut hab und für den ich inständig hoffe, dass er noch mal zurückkommen kann.

Fazit Sturm: Mit Christian Beck wurde mal wieder, glaubt man der einen oder anderen Aussage im Fanforum, ein vermeintlicher Heiland verpflichtet, der aber an sich bisher erst eine (also eine einzige) gute Saison in seiner Fussballervita stehen hat. Kann er die bei uns bestätigen, ist er definitiv eine Verstärkung. Hauptsache, er lässt sich vom Magdeburger Anspruchsdenken nicht verrückt machen…
Fakt ist auf jeden Fall, dass wir im Sturm auch perspektivisch den größten Handlungsbedarf haben. Ein zweiter Stürmer, der pro Saison konstant mindestens 10 Tore liefert, wäre hier sicher für die Zukunft wünschenswert. Der Koschwitz könnte so einer sein. Wenn er denn wieder auf die Beine kommt.

Insgesamt also noch viel Kader-Aufbau-Arbeit und viel Weiterentwicklungspotential, was aber angesichts des doch vorhandenen und einiges versprechenden Grundstocks positiv stimmt. Sicherlich ist es auch nicht von Nachteil, doch schon deutlich gegenüber Spitzenreiter RB Leipzig in Rückstand zu liegen und nach unten einen angenehmen Puffer zu haben, sodass die zweite Saisonhälfte tatsächlich zur sportlichen Konsolidierung und Entwicklung genutzt werden kann – womit wir auch schon bei der dritten Fragen nach den Wünschen für 2013 angekommen wären. Für das aktuelle Jahr wünsche ich mir:

  • dass tatsächlich frühzeitig auch rechnerisch der Klassenerhalt gesichert wird;
  • dass die Mannschaft weiterhin beherzt und engagiert auftritt und mit attraktivem und erfolgreichem Fussball zu überzeugen weiß;
  • dass der lächerliche Auftritt gegen die Lok aus Leipzig im Rückspiel souverän ausgemerzt wird;
  • dass wir eine Woche später mit mindestens 2.500 Mann das Zentralstadion rocken;
  • dass alle verletzten Spieler schnell wieder an Bord kommen und den Anschluss finden;
  • dass wir in der zweiten Saisonhälfte generell von Verletzungen verschont bleiben und
  • dass wir die Saison unter den besten 7 Mannschaften abschließen.

Mit der einen oder anderen sinnvollen Verstärkung sollte dann in der kommenden Saison auch ein Platz unter den ersten 3 im Bereich des Möglichen liegen. Bis dahin wird allerdings ziemlich sicher noch viel Wasser die Elbe runterfließen – jetzt gilt es erst mal, wieder ordentlich loszulegen und für die verbleibenden 16 Punktspiele und den Landespokal die Grundlagen zu legen. In diesem Sinne: Sport frei und einen erfolgreichen Auftakt ins Jahr 2013!