Spieltagsvorschau: Chemnitzer FC (A)

4. Februar 2016 at 18:00

3. Liga, 24. Spieltag, 05.02.2016

Ging ich in der Vorschau zum Hinspiel noch davon, dass der Chemnitzer FC eine ordentliche Hausnummer in der 3. Liga darstellen und bis zum Saisonende oben mit dabei sein würde, erwies sich diese Prognose – ähnlich wie die bisherige Punkterunde der Himmelblauen – als ziemlicher Schuss in den Ofen. Der große personelle Umbruch im Sommer brachte nicht den gewünschten Effekt, sodass man die Kaderstruktur jetzt in der Winterpause noch einmal ordentlich korrigierte: 6 Neuverpflichtungen stehen ganze 8 Abgänge gegenüber. Die erste Begegnung nach der Pause ging in Kiel dann auch prompt mit 2-5 verloren, sodass der Vereinsvorsitzende vor der Begegnung gegen die Größten der Welt sachte den Druck erhöht und via BILD direkt mal einen Heimsieg fordert. Unangenehme Begegnung also für den 1. FC Magdeburg, trifft man doch auf einen angeschlagenen Gegner, der dadurch aber bekanntermaßen umso gefährlicher ist.

Beim Chemnitzer FC denke ich an…

…Michael Ballack, der seine ersten Gehversuche im Profifußball bekanntermaßen ja in Chemnitz unternahm. Auf 120minuten findet sich ein interessanter Longread von Sebastian Kahl (Fussball in Sachsen) über die Anfänge von Ballacks Karriere.

Außerdem denke ich beim Chemnitzer FC an Philipp Pentke, der dort einige Jahre das Tor hütete und die Blau-Weißen um Daniel Bauer, Catalin Racanel, Radovan Vujanovic und Co. bei unserem Auswärtsspiel an der Fischerwiese in der Saison 2009/2010 mit einer ganzen Reihe nahezu unmöglicher Paraden schier zur Verzweiflung brachte. Das Spiel endete übrigens 1-1.

Spieler vom Chemnitzer FC, die mir spontan einfallen, sind…

…Neuzugang Daniel Frahn, der gegen den 1. FC Magdeburg ja gern mal trifft (9 Tore in 15 Spielen) und Matti Steinmann, der vom HSV nach Chemnitz ausgeliehen ist und bei einem gewissen Matthias-Pape-Gedächtnisturnier mal zum besten Spieler gewählt wurde. 2010, um genau zu sein.

Die Chemnitzer Fanszene…

…hat sich in einigen Teilen und im Vergleich zum Hinspiel im Heinz-Krügel-Stadion neu organisiert, wie ‘Faszination Fankurve’ zu berichten weiß. So haben sich einige Gruppen der aktiven Szene zur “Ultra´Bande Karl-Marx-Stadt” zusammengeschlossen; die “Ultras Chemnitz” gibt es aber weiterhin. Wie sich das Ganze letztlich in der Chemnitzer Südkurve darstellt, wird sich dann am 24. Spieltag ja zeigen.

Ansonsten wurde auch in Chemnitz Vereinsgeburtstag gefeiert. Im Gepäck: reichlich Pyro und ein Schal für Karl Marx:

Das letzte Spiel…

…ging mit 2-0 an die Größten der Welt.

Bei uns…

…gab es nach dem unglücklichen Unentschieden gegen den SV Werder Bremen II fast schon so etwas wie einen Rückfall in alte Zeiten. Nicht nur, dass in den sozialen Netzwerken gemäkelt wurde, der Support vom Block U wäre in jenem Spiel ja nicht so dolle gewesen (!), auch Mannschaft und Trainerteam bekamen ihr Fett weg. So war unter anderem von einer “Fast-Niederlage” zu lesen und davon, dass wir mit Nico Hammann auf egal welcher Position in jedem Fall deutlichst gewonnen hätten. Spannend, was so ein Personenkult alles auslöst und wie schnell das gute alte Anspruchsdenken wieder da ist, sobald es mal ein paar Spiele am Stück keine Niederlage gab…

Tatsache ist aber nach wie vor, dass wir als Aufsteiger schon noch ein paar Punkte gegen den Abstieg sammeln müssen und gut daran tun, auch im Umfeld den Ball entsprechend flach zu halten. Dass das Spiel in Chemnitz trotz der aktuellen Tabellensituation beider Mannschaften (natürlich) kein Selbstläufer wird, war auch in der Pressekonferenz zum Spiel vonseiten unseres Trainers deutlich zu vernehmen. Trotzdem ist man natürlich bestrebt, sich die zwei Punkte, die man gegen Bremen nicht einfahren konnte, in Chemnitz zurückzuholen. Dass die Gastgeber so ein bisschen mit dem Rücken zur Wand stehen und es bei einem entsprechenden Spielstand zu unseren Gunsten schnell Unruhe geben könnte, ist hinlänglich bekannt – diesen Umstand gilt es, für uns zu nutzen. Gelingt es der Mannschaft, ihr Spiel durchzubringen und Chemnitz früh unter Druck zu setzen, sollte dort auch ein gutes Ergebnis möglich sein.

Die Partie aus Sicht des Gegners:

In der äußerst kompakten Chemnitzer Pressekonferenz zur Begegnung ließ CFC-Trainer Karsten Heine verlauten, dass man am vergangenen Wochenende böse gestürzt, unter der Woche aber wieder aufgestanden sei und dem 1. FC Magdeburg aufrecht gegenübertreten wird. Er erwartet eine leidenschaftliche Gästemannschaft, die aufgrund der bisher sehr erfolgreichen Saison selbstbewusst auftreten wird. Ansonsten wirkte die Stimmung allenthalben eher gedämpft bis lustlos – sollte der Chemnitzer FC auf dem Rasen ähnlich auftreten, kann uns das natürlich nur recht sein.

Einen hervorragenden Vorbericht findet man außerdem auf der CFC-Fanpage.

Der FCM gewinnt, weil…

…wir den Chemnitzer FC genau zum richtigen Zeitpunkt vor der Brust haben und unsere kleine Auswärts-Serie mit zuletzt zwei Siegen in Folge im Sächsischen weiter ausbauen werden.

Sonst noch:

Aus nur eingeschränkt nachvollziehbaren Gründen wurde die Flutlichtpartie an der Fischerwiese von 20.30 Uhr auf 17.00 Uhr vorverlegt, was die Anreise gleich wieder ein gutes Stück interessanter gestalten wird. Ärgerlich zudem: Eigentlich war seitens der aktiven Fanszene ein blau-weißer Sonderzug nach Chemnitz geplant, der aufgrund des neuen Anstoß-Zeitpunktes und trotz fast abgeschlossener Planung wieder abgesagt werden durfte. Voll wird es trotzdem im neuen Chemnitzer Stadion – die Karten für den Gästebereich, für den der 1. FC Magdeburg aus Chemnitz sogar noch ein zusätzliches Kontingent erhalten hat, sind lange ausverkauft. Folgt also nach dem Heimspiel in Halle das Heimspiel in Chemnitz? Wir werden es ganz sicher herausfinden. In diesem Sinne:

Auswärtssieg!

Beitragsbild: “Chemnitz – Marx Monument” (geändert) von motografLizenz: CC BY 2.0