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Jena? Immer wieder gern!

3. September 2013 at 11:40

1. FC Magdeburg – FC Carl Zeiss Jena, 01.09.2013, 5. Spieltag 

Wichtiges, wichtiges Heimspiel am vergangenen Sonntag (01.09.2013) gegen den FC Carl Zeiss Jena! Nicht nur, dass mit der @isntfamous, die auch ein sehr lesenswertes Blog betreibt, eine äußerst fussballkompetente Leipziger Freundin erstmalig im HKS zu Gast war und ich natürlich hoffte, dass sich Stadt, Mannschaft und Kurve in einem entsprechend guten Licht präsentieren würden. Auch sonst war ja, nachdem 3 von 4 der bisherigen Pflichtspiele in der Saison 2013/2014 verloren gingen (wobei auch die erwartbare Erstrundenniederlage im DFB-Pokal gegen den FC Energie Cottbus darunter fällt) schon wieder ordentlich Musik drin bei den Größten der Welt. Insbesondere Trainer Petersen stand unter Druck, zumal die Mannschaft beim Auswärtsspiel gegen die Reserve des 1. FC Union Berlin in der Vorwoche Augenzeugenberichten zufolge eine recht erbärmliche Vorstellung abgegeben haben muss und das kleine bisschen Euphorie, das nach dem ersten Heimsieg der Saison gegen den VfB Germania Halberstadt kurz aufgekommen war, gleich wieder im Keim erstickt hatte.

Der Sturm vor der Ruhe?

16. August 2013 at 13:16

(und ja, der Titel ist Absicht)

Der 1. FC Magdeburg vor dem ersten Regionalligaheimspiel der Saison 2013/2014

Es ist Stimmung in der Bude beim 1. FC Magdeburg. Und zwar keine der euphorischen oder unterhaltsamen Sorte. Vielmehr hängt der Haussegen schon vor dem ersten Liga-Heimspiel am kommenden Sonntag gegen den VfB Germania Halberstadt gewaltig schief, wird gar von jetzt schon verpatztem Saisonstart gesprochen und von einigen eifrig über die vermeintlich unumgängliche Demission von Trainer Andreas Petersen diskutiert. Ja, die geneigte Leserschaft liest richtig – ebenjenem Trainer, der letzte Saison noch als Heilsbringer gefeiert wurde und die Mannschaft nach einer katastrophalen Vorsaison in der letzten Spielzeit auf einen respektablen sechsten Rang in der Abschlusstabelle geführt hat. Und ja, wir erleben all diese Diskussionen tatsächlich vor dem ersten Heimauftritt der Blau-Weißen in der Liga. Man muss ihn einfach lieben, diesen Verein, der scheinbar einfach kein ganzes Kalenderjahr ohne Polarisierungen innerhalb der Fanszene und eine gehörige Portion Drama überstehen kann. Was war also passiert?

Groß gekämpft und doch verloren

5. August 2013 at 10:12

1. FC Magdeburg – FC Energie Cottbus, DFB-Pokal 2013/2014, 1. Runde, 03.08.2013

Man kann ein Spiel ja immer so und so sehen. Im Falle des Spiels des Ersten FC Magdeburg in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen den FC Energie Cottbus könnte man demnach nun sagen: unnötige Niederlage, mega-ärgerlich, weil zeitweise mit einem Zweitligisten auf Augenhöhe und nur durch eine dumme Unkonzentriertheit ein Gegentor kassiert. Dazu genug eigene Möglichkeiten, sogar in Führung zu gehen.

Andererseits könnte es aber auch heißen: die erwartete Niederlage gegen einen zwei Spielklassen höher angesiedelten Gegner mit Ambitionen nach ganz oben, mit dem man lange mitgehalten hat und gegen den es eben – auch aufgrund der höheren individuellen Klasse auf so ziemlich jeder Position – einfach nicht ganz gereicht hat. Ich persönlich neige zu letzterer Lesart.

„Testing, testing, 1, 2, 3“

18. Juli 2013 at 19:33

Nach der Sommerpause ist vor dem Punktspielstart. Und wie das in dieser Zeit eben so ist, absolvieren die Mannschaften, die sich dann – im Falle der Regionalliga Nordost ab August – im Punktspielbetrieb messen wollen, jede Menge Test-/Freundschafts-/Vorbereitungsspiele – so natürlich auch die Erste Männermannschaft des Ersten FC Magdeburg. Ganze 9 dieser Partien gab es (Stand: 18.07.2013) bisher, in denen stolzen 65 Toren lediglich 7 Gegentore gegenüberstehen (die bisherigen Testspielergebnisse gibt es am Ende dieses Posts in der Übersicht). Das größte Highlight der Vorbereitung war selbstverständlich das offizielle Saisoneröffnungsspiel gegen Borussia Dortmund am 08.07., das 0-3 endete und damit die bisher zweite, wenngleich aber natürlich auch die erwartbare Niederlage in der Vorbereitung bedeutete (gegen Viktoria Köln verlor man einige Tage zuvor mit 0-1). Ein weiteres ‚Schmankerl’ war dann noch das Spiel beim Drittligisten und Ostrivalen FC Rot-Weiß Erfurt am vergangenen Wochenende, welches der Club tatsächlich mit 1-0 für sich entscheiden konnte. Für die Erfurter aber möglicherweise gar kein so schlechtes Ergebnis, war es doch der letzte Test vor dem eigenen Punktspielstart jetzt am Wochenende und damit quasi Generalprobe, deren Danebengehen ja eigentlich eine erfolgreiche Premiere versprechen sollte. Vor allem auch aufgrund des einen oder anderen persönlichen Kontaktes in die Thüringer Landeshauptstadt sei diese ihnen gegönnt.

Ein Hauch von Champions League – Saisoneröffnung 2013/2014

10. Juli 2013 at 12:57

38 Tage war es her, dass der 1. FC Magdeburg mit einem denkwürdigen Fußballspiel im Landespokalfinale 2013 die alte Saison beendet hatte. Gar nicht so lang irgendwie, und trotzdem genug Zeit, doch ein kleines bisschen Abstand zu gewinnen, den Schal in die Wäsche zu geben, um die alte Saison rauszuwaschen (ja, ja, die Marotten), die Gedanken auf andere Dinge als Fußball zu richten und letztendlich langsam schon wieder so etwas wie Vorfreude auf die nun anstehende Spielzeit zu entwickeln.

In den 38 Tagen hat sich nicht nur das Gesicht der Mannschaft wieder ein wenig verändert (9 Neuzugängen stehen 8 Abgänge gegenüber), auch mein eigener Status wandelte sich vom ‚bloßen’ Fan zum Vereinsmitglied – ein Schritt, den ich eigentlich schon länger vorhatte und bei dem es aber eben den einen kleinen Schubser am 31.05.2013 gebraucht hat, ihn dann auch endlich mal zu gehen. Obwohl sich seit der Entgegennahme des Mitgliedsausweises in meinem Leben nichts bahnbrechendes geändert hat, ist es ja schon irgendwie ein ziemlich geiles Gefühl, nunmehr tatsächlich und mit Fug und Recht von „uns“ und „wir“ sprechen zu können. Ich bin gespannt, welche neue Facetten das Leben als ‚Vereinsmeier’ so für mich bereithält und werde natürlich bei Gelegenheit und zu gegebenem Anlass berichten. Lediglich die Dauerkarte für 13/14 fehlt jetzt noch zum Glück; diese wird aber wohl spätestens in der kommenden Woche wieder käuflich erworben werden ;-).

Der FCM ist wieder da! Saisonrückblick 2012/2013

12. Juni 2013 at 16:10

Schon komisch. Da ist die Spielzeit 2012/2013 mit dem Gewinn des Landespokals am 31.05.2013 gerade erst zuende gegangen und schon sind es nur noch etwa 2,5 Wochen, bis Coach Andreas Petersen die Erste Männermannschaft des Ersten Fußballclubs Magdeburg bereits wieder zum Trainingsauftakt in die Spielzeit 2013/2014 bittet. Und während die neue Saison inzwischen schon längst ihre Schatten vorauswirft, indem nämlich zum Beispiel am 15.06. unser Gegner in der ersten Runde des DFB-Pokals ausgelost wird, soll es heute an dieser Stelle noch einmal um einen kleinen, persönlichen Rückblick auf die just abgelaufene Saison gehen.

Auch mit ein paar Tagen Abstand und dem Fokus auf anderen Themen als dem FC Magdeburg bleibt unter dem Strich ein durchweg wohliges, positives Gefühl zurück. Das sportliche Abschneiden der Mannschaft mit dem sechsten Tabellenplatz und natürlich dem Pokalsieg ist sicher ein Grund dafür; ein anderer ist, dass irgendwie die ganze Saison über eine wohltuende Unaufgeregtheit zu verspüren war und auch niemand groß in Panik verfallen ist, als es phasenweise mal nicht so lief. Sicher, es gab hier und da immer irgendwen, der das Ende des Abendlandes nahe wähnte, wenn der Club dem Gegner mal nicht die Farbe aus dem Trikot geschossen hat, aber insgesamt ist es doch, über den gesamten Saisonverlauf gesehen, erstaunlich ruhig geblieben in der Festungsstadt. Das ist, würde ich meinen, zu großen Teil unserer sportlichen Führung um Mario Kallnik und Andreas Petersen zu verdanken, die es geschafft hat, mit ehrlichen und bodenständigen Ansagen das schnell euphorisierte Magdeburger Umfeld dauerhaft zu erden und auf den beschrittenen Entwicklungsweg mitzunehmen. Bleibt zu hoffen, dass dies auch in den kommenden Wochen und Monaten so bleibt.

Was die Leistung der Mannschaft betrifft, reicht eigentlich ein einziger statistischer Fakt aus, alles Wesentliche zu beschreiben: in der gesamten Spielzeit erreichte das Team um Kapitän Marco Kurth nicht ein einziges Mal den gleichen Spielausgang in drei aufeinander folgenden Partien. Die Quintessenz daraus: Konstanz ist anders. Selbige zu erreichen, ist sicherlich einer der nächsten anzustrebenden Entwicklungsschritte.

Was sonst generell noch auffällig war in dieser Saison: die Kaderplanung wurde grundsolide, frühzeitig und ziemlich Erfolg versprechend vorangetrieben. Während bereits in der Winterpause entsprechende Transfers getätigt und Verträge verlängert wurden, gelang mit der Verpflichtung von Tino Schmunck kurz nach Saisonende bereits verhältnismäßig früh die (Fast-) Komplettierung des Spielerkaders für die neue Saison. Auch das mit Blick auf die vergangenen Jahre (Stichwort u.a. “Massencasting”) äußerst bemerkens- und lobenswert.

Als “Aufreger des Jahres” geht sicherlich zum einen die elendig lange Winterpause durch. Die ständigen Spielabsagen waren schon zermürbend und auch der Zuschauerschnitt in der Rückrunde durfte von den dann quasi geballt stattfindenden Heimspielen nicht gerade profitiert haben. Der andere ‘Aufreger’ war abseits des Punktspielgeschehens sicherlich die kurzfristige Suspendierung von Kapitän Kurth nach einer, nun ja, Meinungsverschiedenheit mit Andreas Petersen. Letzten Endes war das wohl die Aktion mit dem größten Unruhepotential, die aber von allen Beteiligten den Umständen entsprechend souverän gelöst werden konnte. Letzten Endes sprach man sich aus, niemand verlor das Gesicht und gemeinsam gestaltete man dann die Restsaison doch recht erfolgreich.

Was sagt eigentlich die ganz persönliche Saisonstatistik? Von 15 Heimspielen konnte ich in 2012/2013 immerhin 11 live im HKS verfolgen. Dem so genannten “echten Leben” fielen dabei aber leider auch zwei echte Schlagerspiele zum Opfer, nämlich die Begegnungen gegen den 1. FC Lokomotive Leipzig und gegen den FSV Zwickau. Ich hoffe, dass mir das in der neuen Saison nicht noch einmal passiert. Ansonsten habe ich noch einen grandiosen Sieg gegen den ZFC Meuselwitz sowie eine eher blamable Niederlage gegen die Zweite Mannschaft von Union Berlin verpasst. Oh well, würde der Brite wohl sagen. Auswärts war es dieses Jahr auch nicht ganz so dicke, vor allem mein Lieblingsauswärtsspiel in Meuselwitz fiel für mich aufgrund der Winterwetterkapriolen aus. Dafür habe ich meine Mannschaft zu beiden in Leipzig ausgetragenen Punktspielen begleiten können und bequemte ich mich außerdem noch zum Pokalfight beim 1. FC Bitterfeld-Wolfen. Wenn ich mir was wünschen müsste für die neue Saison, würde ich doch sehr gern mit nach Zwickau fahren und natürlich auf jeden Fall das Auswärtsspiel in Nordhausen mitnehmen wollen. Aus Gründen, wie man so schön sagt. Auch Meuselwitz bekommt wieder einen festen Platz im Live-Spiel-Kalender, sofern denn das Wetter mitspielt.

Mein persönliches Highlight, was die live verfolgten Spiele angeht, war ganz klar das in vielerlei Hinsicht sagenhafte Landespokalfinale gegen Halberstadt. Da kribbelt’s immer noch, wenn ich dran zurückdenke.

Das persönliche Lowlight wäre dann der blutleere Auftritt im Zentralstadion gegen den 1. FC Lokomotive Leipzig, über den ich mich doch sehr geärgert habe. Genau wie über die enttäuschenden paar hundert Lok-Anhänger, die von ihren Freunden aus der grusligen Stadt am stinkenden Fluss unterstützt werden mussten, damit überhaupt so was wie Stimmung aufkam.

Was die Saison schließlich auf einer ganz persönlichen Schiene auch noch bot, war die großartige Gelegenheit, ein paar wirklich interessante und ebenso fussballverrückte Leute kennenzulernen (wenn zum Teil auch nur ‘virtuell’). So gab es u.a. zwei tatsächlich geplante Spieltagsbegegnungen mit dem rotebrauseblogger (spieltechnisch leider jeweils mit dem falschen Ausgang 😉 ), durfte ich mit “Damien” von fcmfans.de eine Heimfahrt bestreiten und flammte durch die Entdeckung des BallSalats erneut die Hoffnung auf, dass es da draußen ja vielleicht doch tatsächlich den einen oder anderen vernünftigen Dynamo-Dresden-Anhänger gibt. Außerdem erschienen im Laufe dieser Saison die ersten beiden Ausgaben von OstDerby, für die ich jeweils einen eigenen Beitrag beisteuern durfte und was unter anderem auch dazu führte, dass ich nun weiß, wie die Sprecherkabine in unserem schönen HKS von innen aussieht.

So kann es also insgesamt gern weitergehen und ich bin schon sehr gespannt, mit welchen kleinen und großen Geschichten die Spielzeit 2013/2014 so aufwarten wird! Hier im Blog wird jetzt auch erst einmal so etwas wie eine ‘Sommerpause’ eintreten. Ich bin mir aber recht sicher, dass spätestens um die große Saisoneröffnung gegen Borussia Dortmund herum an dieser Stelle wieder der eine oder andere Gedanke zum Club in hoffentlich adäquate Worte gegossen werden wird.

In diesem Sinne: Sport frei, schöne Ferien 😉 und auf ein Neues in 2013/2014!

“Die Nummer Eins im Land sind wir!” – Landespokalsieger 2013

3. Juni 2013 at 18:56

Was für ein Tag, was für ein Spiel, was für ein Erlebnis! Auch mit zwei, fast drei vollen Tagen Abstand fällt es mir immer noch schwer, zum Finale um den Landespokal des Fußballverbandes Sachsen-Anhalt nüchterne und einigermaßen objektive Worte zu finden. Daher: Scheiss drauf! Dann wird das jetzt eben kein analytisch-sachlicher, sondern ein eher emotional gefärbter Blogpost. Passt eh viel besser zu dem, was sich an diesem 31.05.2013 im Heinz-Krügel-Stadion zu Magdeburg ereignet hat.

Der Tag begann für mich arbeitsbedingt in der – abgesehen vom örtlichen Fußballverein – doch recht schönen Hansestadt Rostock, und schon beim Aufstehen war da dieses Kribbeln und so eine gewisse Grundnervosität, die sich zum einen aus dem abends anstehenden Pokalfinale als solchem und andererseits aus der Frage speiste, ob ich es wohl pünktlich zum Anpfiff ins Stadion schaffen würde. Schließlich war ich mal wieder auf die Deutsche Bahn angewiesen und hatte nur 1,5 Stunden Puffer zwischen der planmäßigen Ankunftszeit und dem planmäßigen Anpfiff im heimischen HKS. Mit lediglich 10 Minuten Verspätung und 65 (!!!) Prozent Handy-Restakku (was ich als ein gutes Omen wertete!) rollte ich schließlich in der Landeshauptstadt ein, sodass sogar noch Zeit war, die obligatorische Kräuterbratwurst sowie ein Kaltgetränk vor dem Stadion zu konsumieren. Das war auch gut so, denn im Stadion selbst war eine Verköstigung aufgrund eines völlig inakzeptablen Caterings (mal wieder…) so gut wie unmöglich – aber dazu später mehr.

Auch Mutter Natur hatte sich offenbar gedacht, ihren Teil zum großen Spektakel an diesem Abend beizutragen, denn schon auf dem Weg Richtung Stadion zeigte sich der Himmel von seiner episch-apokalyptischen Seite:

Keine 30 Sekunden, nachdem wir den Einlass passiert hatten, ging denn auch ein Wolkenbruch nieder, der eher so in die Kategorie ‚Weltuntergang’ einzuordnen war und spätestens jetzt war klar, dass das kein normales Fußballspiel werden würde. Beeindruckend für mich trotzdem, wie sich beide Mannschaften trotz massiven Niederschlags in aller Seelenruhe auf dem Platz warm machten. Und während ich da so zuschaute, dachte ich mir mehr als einmal, dass ich doch ganz froh bin, auf einer überdachten Tribüne stehen zu dürfen ;-).

Wenig verwunderlich wurde dann auch recht zügig bekannt gegeben, dass das Spiel aufgrund der Wetterlage erst um 19.00 Uhr angepfiffen werden würde, was die Nervosität und Anspannung nicht eben minderte. Vielleicht war das alles aber auch ganz gut so, denn so war Zeit für den Block-U-Vorsänger, die komplette Nordtribüne noch mal hinsichtlich der anstehenden Choreographie zu instruieren. Es galt nämlich, auf Kommando auf dem Platz bereits vorgefundene Plastiküberzüge überzustreifen, selbige die ganze erste Halbzeit anzubehalten und außerdem die ersten 45 Minuten stehen zu bleiben. Das Ergebnis konnte sich, wie ich dann später dank verschiedener Fotos und Videos auf Youtube rekonstruieren konnte, natürlich wieder sehen lassen. Wie immer: 

Vielleicht lag es am verspäteten Anpfiff, vielleicht an der ganzen Anspannung an den Tagen zuvor und am Spieltag selbst, vielleicht auch an den unheimlich engagierten Ansagen des Capos, ich weiß es nicht. Auf jeden Fall entlud sich mit dem Anpfiff und der Choreo plötzlich eine Energie im Block, die ich wirklich lange nicht mehr erlebt hatte. Da musste wohl, auch bei mir, erst mal alles raus, und so kam es, dass die ganze (!) Nordtribüne ein Lied nach dem anderen donnerte und auch die Jungs auf dem Rasen loslegten, als ob es heute was zu gewinnen gäbe.

Zum Spiel selbst kann ich eigentlich gar nicht allzu viel berichten, da sind tatsächlich auch nach eingangs bereits erwähnten 2 Tagen Abstand nur fragmentarische Erinnerungsfetzen erhalten. Prägnant im Kopf geblieben ist mir zum Beispiel der (zugegebenermaßen auch in diesem Blog) häufig gescholtene Marius Sowislo, der im defensiven Mittelfeld im wahrsten Sinne des Wortes ein Riesenspiel machte. Wenn dieses Leistungsvermögen konstant abrufbar ist, wird mir auf der Position überhaupt nicht mehr bange.

Das nächste, was ich dann noch weiß, ist ein gewisser Spielzug unseres Gegners aus Halberstadt in der 87. Minute. Sagte ich vorher leise zu meinem Nebenmann und dann deutlich lauter in Richtung Rasen „DEN MÜSST IHR ABNEHMEN!“, sehe ich bloß aus dem Augenwinkel und zwischen der großen Block-Schwenkfahne hindurch jemanden abziehen und den Ball (von mir aus gesehen) rechts im Tor einschlagen. Die Worte, die nötig wären, um die Gefühlswelt nach diesem Treffer von Maik Georgi (ausgerechnet Georgi!) zu beschreiben, sind in der deutschen Sprache leider nicht verfügbar. Auf jeden Fall kann ich jetzt jeden verstehen, der beim Verfolgen eines Fußballspiels schon mal geheult hat, was ich bis dato immer völlig albern fand (‚Ist doch nur ein Spiel!’), aber fast am eigenen Leib erlebt hätte. Und gleich darauf der nächste beeindruckende Moment: Block U stimmt wieder an (wobei mir ehrlicherweise mal so überhaupt gar nicht nach singen zumute war) und versuchte, unsere Elf wieder nach vorne zu peitschen.

Tja, und als hätte die Mannschaft sofort verstanden, landete in der gefühlten 95. Minute (tatsächlich war es wohl die 90.) die Kugel plötzlich auf der anderen Seite im Netz, was dazu führte, dass die Nord völlig ausrastete. Auch das habe ich so wirklich lange nicht mehr erlebt. Was für ein Spiel!

Verlängerung also. Meine Fresse. Zu diesem Zeitpunkt war ich bereits gefühlte 20 Jahre älter, aber hätte mir jemand gesagt, was noch folgt, ich hätte ihm vermutlich einen Vogel gezeigt.

Erste Halbzeit der Verlängerung, Christian Beck kommt vor unserer Kurve im Strafraum zu Fall, der Schiedsrichter pfeift: Elfmeter! Es tritt an: Florian Beil, seines Zeichens Elfmeterschütze vom Dienst ohne einen Fehlschuss in der laufenden Saison. Bis zum Pokalfinale. Und da ja immer irgendwann das erste Mal ist und der gebürtige Halberstädter wohl der Meinung war, seinerseits ein bisschen Drama ins Spiel zu bringen, setzt Beil den Schuss ganz geschmeidig links am Tor vorbei. Es war nicht zu fassen. Die Mannschaft daraufhin eher verunsichert und hätte Halberstadt diesen Umstand ausgenutzt, hätte der FCM wohl nicht mehr allzu viel entgegenzusetzen gehabt. Glücklicherweise kam es aber anders, weil der beste Mann auf dem Rasen, Marius Sowislo, kurze Zeit später nach einer schönen Flanke von rechts den Ball per Kopf ins lange Eck beförderte. Der FCM war wieder da, und wie! Der Rest ist dann eigentlich nur noch Rauschen, in dem wohl ein gewisser Florian Beil dann in der zweiten Halbzeit der Verlängerung noch das 3-1 erzielt und die Größten der Welt schließlich zum Landespokalsieger 2013 macht!

Es war schon ein insgesamt absolut geiles Finale, bei dem einfach wirklich alles dabei war, das an Dramatik nur noch durch ein Elfmeterschießen hätte überboten werden können und das auch deshalb so lief, wie es lief, weil mit Germania Halberstadt ein absolut würdiger Finalgegner auf dem Rasen stand. Auch die Worte vom Vereinspräsidenten am Ende mehr als fair, von daher noch mal großen Respekt an die Vorharzer und danke dafür, zu diesem denkwürdigen Abend beigetragen zu haben!

2 negative Randbemerkungen müssen trotz aller Freude aber doch noch sein:

Erstens, wie eingangs bereits erwähnt: das leidige Thema ‚Catering’: bei der Geschwindigkeit, mit der da am Getränkeausschank gearbeitet wurde, hätte man den Servierkörpern zwischen Bestellung und Bezahlung gut und gerne die ganze Vereinschronik auf den Arm tätowieren können. In Farbe. Eine absolute Katastrophe sowas und ich frage mich, wann wir im Heinz-Krügel-Stadion wohl mal fähiges, schnelles, freundliches und kompetentes Catering-Personal erleben dürfen. Bei dem Gedanken daran, dass das Saisoneröffnungsspiel gegen Dortmund am 08.07. so gut wie ausverkauft ist, wird mir jetzt schon Angst und Bange.

Zweitens: Thema ‚Platzsturm’: dass nach einem hoch emotionalen, gewonnenen Landespokalfinale die Anhänger auf den Rasen wollen, dürfte nun wirklich niemanden überraschen. Völlig unverständlich für mich daher, dass man da vereins-/verbandsseitig nicht einfach gelassener drauf eingestellt war und die Fans dann eben auf den Rasen lässt, zumal eigentlich im Moment des Triumphs ja nicht damit zu rechnen war, dass es zu irgendwelchen gewalttätigen Übergriffen kommt. Eigentlich. Und wenn man auf Nummer sicher gehen will, postiert man eben eine Handvoll Polizeibeamte vor dem Gästeblock und rein gar nichts wäre passiert. Also, außer, dass eben die Fans auf dem Rasen mit ihrer Mannschaft hätten feiern können.

Was sich stattdessen ereignete, war sowohl von den Männern und Frauen in Grün bzw. Schwarz, als auch von Teilen des Anhangs auf der Nordtribüne wahrlich keine Glanzleistung: völlig überforderte Beamte laufen erst mal konfrontativ vor der Nordtribüne auf, gleichzeitig scheinen sich ja offenbar immer irgendwelche Dillos zu finden, die nur auf solche Situationen warten und den angestauten Frust ihres traurigen Lebens an der Polizei auszulassen versuchen. Und sorry, liebe Beamte, aber: ich habe selten Einsatzkräfte gesehen, die so derart hilflos, unkoordiniert und dabei noch völlig überzogen aggressiv auf eine derartige Situation reagiert haben. Ein Armutszeugnis, wirklich, und ich hoffe inständig, Sachsen-Anhalts Innenminister war zu der Zeit noch im Stadion. Schade, dass ein großartiges Spiel mit solchen Begleiterscheinungen zu Ende gehen muss und schade auch, dass das insgesamt die Feierstimmung zu dem Zeitpunkt schon ein wenig trübte.

Letzten Endes ist es aber so, (hier kommen wieder die zwei Tage Abstand ins Spiel) dass auch diese beiden eher doofen Aspekte meine Freude über diesen wirklich großartigen Erfolg nicht mindern können. Danke für dieses geile Spiel, danke für diese insgesamt doch sehr gelungene Saison!

Und als brauchte es noch eine letzte Bestätigung für diesen längst schon mal beschlossenen Schritt, ging dann heute auch endlich der Mitgliedsantrag auf den Postweg gen Rötgerstraße 9 ;-).

Finalfieber

26. Mai 2013 at 10:12

Die vergangene Katastrophensaison? Nahezu vergessen.

Die aktuelle Punktspielrunde? Gerade abgeschlossen mit einem 0:0 gegen den Fußball-Sportverein Zwickau. Mit insgesamt immerhin 45 Punkten, 42:41 Toren und einem respektablen 6. Tabellenplatz. Nach dem sang- und klanglosen Untergang als Tabellenletzter im Vorjahr – wer hätte das vor der Saison so erwartet?

Aber: alles egal.

Der einzige wirklich wichtige Termin im Spieljahr 2012/2013 ist der 31.05.2013. Um 18:30 Uhr erfolgt dann der Anstoß zum Finale um den Landespokal des Fußballverbandes Sachsen-Anhalt, ausgespielt wird er zwischen dem VfB Germania Halberstadt und dem Ersten Fußballclub Magdeburg. Es dürfte wohl für beide Mannschaften das wichtigste Spiel des Jahres sein, für die Germania möglicherweise sogar eins der bis dato bedeutendsten Spiele der Vereinsgeschichte. Dennoch, für uns Magdeburger ist dieses Finale eventuell noch dieses eine kleine bisschen wichtiger.

Warum? Nun, es geht ja nicht nur darum, einfach ein Fußballspiel zu gewinnen. Es geht allein schon aus finanziellen Gründen natürlich darum, durch den Pokalsieg in die erste Runde des DFB-Pokals einzuziehen. Außerdem möchte man ja auch 2015 im europäischen Supercup in Tiflis auflaufen; ein DFB-Pokal-Sieg 2014 ist bei diesem Vorhaben selbstverständlich Grundbedingung ;-).

Und dann ist da natürlich noch die Sache mit der Ehre und dem Magdeburger Selbstverständnis als Nummer Eins in Sachsen-Anhalt (ob da noch irgendwelche Randexistenzen in anderen, möglicherweise höheren Ligen ihr Unwesen treiben, ist an der Stelle nicht ganz so wichtig). Nicht nur würde es selbigem, also dem Selbstverständnis, äußerst gut tun, nach 4 Jahren endlich mal wieder im Pokal zu triumphieren. Nachdem uns Germania Halberstadt in dieser Saison bereits vier von sechs möglichen Punkten abgenommen hat, und zwar nicht mal unverdient, wird es außerdem mal wieder Zeit zu zeigen, wie das wirklich so beschaffen ist mit den Machtverhältnissen im Land.

So weit, so einfach. Dennoch erwartet uns am kommenden Freitag meiner bescheidenen Meinung nach ein Spiel, was vom Ausgang her völlig offen ist und aus diesem Grund auch eher für eine gehörige Portion An- statt Entspannung und Vorfreude sorgt, bei mir jedenfalls. Hat man die Germania in den vergangenen Jahren immer als zwar freundlichen, aber sportlich nicht wirklich ernstzunehmenden Nachbarn eher belächelt, haben sich Mannschaft und Verein mittlerweile zu einer echten Regionalligagröße entwickelt. Tatsächlich kann man inzwischen auch von so etwas wie einer organisierten, wenn auch kleinen Fanszene sprechen. Es gibt nicht wenige ExpertInnen im Magdeburger Umfeld, die diese Entwicklung gern in vollem Umfang dem derzeitigen Cheftrainer unserer Blau-Weißen, Andreas Petersen, zuschreiben möchten. Sicherlich ist Petersens Anteil an dem Standing, das sich der Verein inzwischen erarbeiten konnte, nicht von der Hand zu weisen, er hat dort ja schließlich lange genug gewirkt. Allerdings ist der gute Mann inzwischen auch bereits seit einer kompletten Punktspielrunde für die Geschicke der Größten der Welt verantwortlich und letzten Endes läuft es wahrscheinlich darauf hinaus, dass im Vorharz einfach generell gute und grundsolide Arbeit geleistet wird. Hut ab dafür, Germania! Der Pott bleibt deshalb aber bitte trotzdem in der Landeshauptstadt.

Und bei uns? Tja, keine Ahnung. Jedweder Versuch einer nüchternen Analyse scheitert irgendwie immer wieder an diesem dumpf-diffusen Bauchgefühl der Aufregung, gepaart mit Anspannung und einem kleinen bisschen Angst, dass das Spiel möglicherweise am Ende mit dem falschen Sieger endet. Von der Krönung einer in vielerlei Hinsicht ziemlich großartigen, wenn auch längst nicht perfekten Saison bis hin zur ultimativen Schmach, im Finale im eigenen Stadion dem ‚kleinen’ Nachbarn beim Jubeln zusehen zu müssen, ist wohl alles drin. Und das macht die ganze Angelegenheit nicht gerade einfacher.

Wenn ich die Tendenz aus den beiden Punktspielen gegen Halberstadt als Grundlage nehmen müsste, wäre der Ausgang am Freitag klar: nach einer 0-2-Heimniederlage und einem 2-2 beim Rückspiel auswärts wäre es ja nur logisch, wenn wir nun unsererseits im heimischen HKS mit 2-0 triumphieren würden. Allein – so einfach ist es wohl nicht. Problematisch erscheint in der Tat, dass es Halberstadt in beiden Spielen gegen uns gelungen ist, jeweils 2 Tore zu erzielen. Dass man im letzten Aufeinandertreffen beide Tore kassierte, während der Gegner in Unterzahl war, ist außerdem ziemlich bedenklich. Ob das nun bedeutet, dass die Vorharzer einfach einen ziemlich guten Ball spielen oder dass unsere Abwehr einfach nicht immer auf der Höhe des Geschehens ist, mag jeder für sich selbst beurteilen. Nüchterner Fakt 1 aber trotzdem: unsere Abwehr möchte und muss am Freitag bitte einen Sahnetag erwischen und nicht erst nach Gegentoren, sondern wenn möglich schon beim Einlaufen aufwachen. Fernando Lenk (leider) und Stephan Neumann (yeah!) dürften wohl gesetzt sein, gleiches gilt sicher für Tobias Friebertshäuser in der Innenverteidigung. Neben Friebe kommen Philipp Blume, Peter Hackenberg (ist der schon wieder fit?) oder Kevin Nennhuber in Betracht, eventuell hat der junge Blume hier derzeit ein kleines bisschen die Nase vorn. So ein richtiges Urteil kann ich mir da aber momentan nicht erlauben, weil ich die letzten Spiele mit Blume als IV leider nicht live verfolgen konnte. Prinzipiell halte ich Kevin Nennhuber auch für die solidere, weil einfach erfahrenere Option. Allerdings strahlte er aber auch nicht immer die notwendige Sicherheit aus (um es mal diplomatisch zu formulieren). Naja, und Hacke mit der kürzlich erst wieder erlittenen Verletzung… ach, schwierig.

In der Offensive ist derweil die Sache ziemlich klar und hier sehe ich uns gegenüber unserem Kontrahenten auch recht deutlich im Vorteil. Mit Christian Beck haben wir endlich wieder einen Stürmer, der diese Bezeichnung auch verdient, und speziell gegen seinen alten Verein, den er nicht unbedingt im Guten verlassen hat, dürfte er sicher besonders motiviert sein. Dazu kommen Christopher Reinhard und Fabio Viteritti auf den Flügeln; qualitativ, bei allem Respekt für Germania, sicherlich insgesamt ein deutliches Plus für uns.

Im Mittelfeld dürften Marco Kurth und Marius Sowislo wohl gesetzt sein, so dass insgesamt noch ein Plätzchen zu vergeben ist. Von der Aufstellung der letzten Spiele her zu urteilen, wird das sicherlich Florian Beil einnehmen, im Übrigen ein gebürtiger Halberstädter. Als geneigter Magdeburger Anhänger hätte man sich ja – nichts gegen Beil – gewünscht, dass Telmo Teixeira ein bisschen schneller die Bindung zum Magdeburger Spiel findet und eben lange vor dem Finale schon zur (offensiven) Schaltzentrale avanciert. Das ist bisher aber noch nicht so richtig eingetreten, sodass Telmo das Spiel vermutlich zunächst, wie eigentlich fast immer seit seinem Wechsel von den Hässlichen, von der Bank aus verfolgen dürfte. Viel wird insgesamt auch mal wieder von der Tagesform unseres Kapitäns Kurth abhängen; auch das ist ein Umstand, der mich die ganze Saison über eigentlich schon eher bedenklich stimmt. Für Marco Kurth gilt daher dasselbe wie für unseren Abwehrverbund: bitte am Freitag einen Sahnetag erwischen ;-).

Tja. Insgesamt also: Prunkstück Offensive, eher tagesformabhängiges Mittelfeld, Wackelkandidat Abwehr, was nun auch nach doch eher krampfhaft nüchterner Analyse immer noch nach einem klassischen Fifty-Fifty-Spiel aussieht. Und komme mir jetzt bitte keiner mit “offense wins games, defense wins championships”. Das kann ich jetzt grad gar nicht gebrauchen.

Was bleibt, ist dann eben letzten Endes doch dieses verdammte Gemisch aus Anspannung, Vorfreude und Nervosität, aber: so ist eben der Pokal. Und vielleicht, ja vielleicht gibt es ja am Freitagabend nach Abpfiff mal wieder einen ähnlichen Ausbruch wie diesen hier, an den ich mich immer wieder gern zurückerinnere:

(War das geil. Und krass unsportlich. Aber geil.)

Also, Jungs. Nur noch dieses eine Spiel. Im eigenen Wohnzimmer.

WIR! IHR! POKALSIEG!

Kaderplatzbingo, Teil 2: Kadervorschau Saison 2013/2014

20. Mai 2013 at 10:10

Nachdem es im ersten Teil des Kaderplatzbingo um die Vertragssituation derjenigen Spieler des Ersten FC Magdeburg ging, deren Verträge zum Saisonende auslaufen und die potentiell noch verlängert werden können, gibt es hier nun eine Kadervorschau für die Saison 2013/2014 insgesamt. Bis zum offiziellen Saisonstart am 01.07.2013 werde ich versuchen, je nach Vollzugsmeldungsstand des Clubs die Kaderliste für die neue Spielzeit in der Regionalliga Nordost entsprechend zu aktualisieren.

Mit Stand vom 19.06.2013 stehen die folgenden Spieler im Kader der ersten Männermannschaft des Ersten Fussballclubs Magdeburg für die Spielzeit 2013/2014:

Tor:

Matthias Tischer
Danilo Dersewski
Lucas CichosNeuzugang [eigene A-Jugend]

Abwehr

Nils Butzen
Tobias Friebertshäuser
Kevin Nennhuber
Stephan Neumann
Felix Schiller
Christopher HandkeNeuzugang [VfB Germania Halberstadt] Nico HammannNeuzugang [KSV Hessen Kassel] René LangeNeugzugang [Hansa Rostock II]

Mittelfeld

Patrick Bärje
Marco Kurth
Christopher Reinhard
Marius Sowislo
Telmo Teixeira-Rebelo
Fabio Viteritti
Sven Torge BremerNeuzugang [eigene A-Jugend] Steffen PuttkammerNeuzugang [SV Wilhelmshaven] Tino SchmunckNeuzugang [Hansa Rostock II]

Sturm

Christian Beck
Florian Beil
Lars FuchsNeuzugang [Hannover 96 II] Matthias SteinbornNeuzugang [BFC Dynamo Berlin]

Kaderplatzbingo

7. Mai 2013 at 19:42

Boah, Stress!

Hier noch den Beitrag für die nächste Ausgabe von „OstDerby“ (ab 15.05.!) fertig schreiben, da noch die eine oder andere wichtige Angelegenheit im ‚echten Leben’ auf den Weg bringen bzw. (Achtung, Wortspiel!) auf die Schiene setzen, dazu wollen ja auch noch die Brötchen verdient werden und zack! sind – den nachholspielbedingten englischen Wochen sei Dank – schon wieder etliche Saisonspiele gespielt, ohne dass hier im Blog irgendwas passiert wäre.

Dabei hat sich der Erste Fussballclub Magdeburg in den vergangenen Wochen nach einer kleineren Schwächephase eigentlich ganz achtbar geschlagen: die Lokomotive aus Leipzig durfte nach einem 3-2-Heimsieg der Blau-Weißen ohne drei Punkte wieder nach Probstheida tuckern, danach gab es – sicherlich eher überraschend, wenngleich nicht minder verdient – einen 2-1-Heimerfolg gegen den FC Carl Zeiss Jena. Schließlich das Auswärtsspiel am vorvergangenen Sonntag bei Ligaprimus RB Leipzig, über das wir ergebnis- und spieltechnisch mal den Mantel des Schweigens legen wollen. Vielleicht nur so viel: auch in Bestbesetzung und mit absolutem Sahnetag wäre da für die Größten der Welt nichts zu holen gewesen, zu deutlich und mindestens um eine Spielklasse überlegen waren die Rasenballer unhöflicherweise just gegen uns. Auch zur Bewertung des Spiels, des Gegners und unserer Mannschaft im Anschluss an das Spiel durch Teile der Fan(forums)szene äußere ich mich an der Stelle lieber nicht. Muss ja nicht sein, dass einem innerhalb nur weniger Tage gleich mehrfach der Allerwerteste platzt.

Gut. Am vergangenen Donnerstag nun noch das Nachholspiel gegen den Berliner AK (1-1) und am letzten Samstag die Partie gegen den FSV Optik Rathenow (1-0). Für die entsprechenden einzelnen Spielberichte verweise ich an der Stelle auf die hervorragenden Texte der Jungs und Mädels von Sportfotos MD. Was mich in den vergangenen Tagen (sofern Zeit blieb, sich gedanklich mit dem Club zu beschäftigen) eher allgemeiner umgetrieben hat war (und ist, tatsächlich) die Frage, wer aus dem aktuellen Kader die noch zu vergebenden Verträge für die nächste Saison ergattert.

Mit 4 Spielern aus dem aktuellen Aufgebot wolle man noch verlängern, so jedenfalls die Ansage der sportlichen Leitung, die kürzlich über die Presse zu vernehmen war. Angesichts der bereits feststehenden Abgänge Dawid Krieger (Vertrag wird nicht verlängert) und Philipp Blume (wechselt zur zweiten Mannschaft von Hannover 96) sowie der unlängst verkündeten Vertragsverlängerung mit Ersatztorwart Danilo Dersewski (der mir persönlich gegen Rathenow in einigen Aspekten recht gut gefiel!) streiten also die folgenden Spieler mit auslaufenden Verträgen noch um drei verbliebene Plätze im Kader für die Saison 13/14:

Abwehr:

Fernando Lenk, Stephan Neumann, Peter Hackenberg

Mittelfeld:

Benjamin Boltze*, Fabian Burdenski, Marius Sowislo, Patrick Bärje

Sturm:

Michél Harrer, Maik Koschwitz.

„3 aus 9 8“ quasi. Und wenn man ganz ehrlich ist und die letzten Spiele aufmerksam verfolgt hat, kristallisieren sich die drei Kandidaten eigentlich auch schnell heraus, was auch bedeutet, dass mit Blick auf diejenigen, die keinen neuen Kontrakt erhalten werden, wohl auch einige recht unpopuläre Entscheidungen zu erwarten sind.

Der erste, der aus meiner ganz persönlichen Sicht wohl auch nächste Saison noch unser Trikot überstreifen wird, ist Fernando Lenk. In der Hinrunde noch (und meiner Meinung nach auch völlig berechtigt) nahezu überhaupt nicht berücksichtig, ist er quasi in jedem Spiel der bisherigen Rückrunde gesetzt. Ein weiteres Indiz dafür, dass er wohl ein neues Angebot erhält: als sich im letzten Spiel gegen Rathenow mit Peter Hackenberg ein etatmäßiger Innenverteidiger verletzt, kommt nicht etwa Kevin Nennhuber, seines Zeichens ebenfalls IV, ins Spiel, sondern besagter Lenk, der aber als Außenverteidiger geführt wird. Jetzt muss das nicht allzu viel heißen, weil ja schließlich morgen in Elster im Pokal gespielt wird und man sich ja gegen Rathenow allgemein für die Variante „Schonkur“ entschieden hat, aber trotzdem. Mein Bauchgefühl sagt, Lenk bleibt drin. Der Trainer wird seine Gründe dafür haben und sieht den Genossen ja auch jeden Tag im Training – auf Basis der Spiele, die ich von ihm gesehen habe, kann ich die Entscheidung jedenfalls überhaupt nicht nachvollziehen. Muss ich zum Glück aber auch nicht.

Zweiter Kandidat für zumindest ein Angebot ist sicherlich Patrick Bärje, trotz seiner unglaublichen Verletzungsgeschichte. Dass Trainer Petersen große Stücke auf ihn hält, ist kein Geheimnis, und dass Bärje ein ganz feiner Fußballer ist, kann jeder erkennen, der ihn in dieser Rückrunde hat spielen sehen. Bleibt er fit, erhöht er definitiv die Kaderqualität, was ja das erklärte Ziel der sportlichen Leitung mit Blick auf einen möglichen Angriff auf die Tabellenspitze in ein, zwei Jahren darstellt. Für mich also auf jeden Fall derjenige Spieler aus dem aktuellen Kader, bei dem die Frage der Vertragsverlängerung am ehesten eigentlich keine ist.

Bleibt noch Kaderplatz 3, um den sich nunmehr noch 7 Spieler streiten. Die Nase vorn hat hier meiner Meinung nach Marius Sowislo, was ich auch wieder allein aus der Tatsache folgere, dass er jetzt in der Rückrunde bei jedem Spiel dabei war. Das Frappierende daran: er spielte vorwiegend im defensiven Mittelfeld, wo mit den Kollegen Boltze und Burdenski von der Position her eigentlich zwei Leute vor ihm sein müssten (Sowislo ist für mich eher in der Offensive zuhause) und demnach ohnehin ein Überangebot herrschen müsste. Warum also dort einen Spieler (kontinuierlich) spielen lassen, der dort ursprünglich eigentlich gar nicht zuhause ist, wenn man nicht mit ihm weiterarbeiten möchte? Ich muss zugeben, dass mir die Idee, auf der Position einen (tendenziell) offensiv denkenden und agierenden Spieler aufzustellen, gar nicht so schlecht gefällt – wären da nicht die Grottenspiele, die Sowislo auf der Position zum Teil abgeliefert hat. Allerdings erfasst mich da möglicherweise auch die ‚Magdeburger Krankheit’, die sich vor allem durch völliges Unverständnis für Trainerentscheidungen bei nicht sofort eintretendem Erfolg charakterisieren lässt. Das Spiel gegen den BAK und auch seine paar Minuten gegen Rathenow (als Ersatz für Kapitän Kurth) waren nämlich recht ordentlich und es wäre ja in der Geschichte des Fußballsports nun beileibe nicht das erste Mal, dass ein Spieler auf eine neue Position quasi ‚umschult’.

Die Sowislo-Situation (das wäre irgendwie auch ein cooler Filmtitel 😉 ) führt uns auch gleich nahtlos zu den Kandidaten, die wohl eher schlechte Karten haben dürften, nächste Saison noch für uns aufzulaufen. Da wäre zum einen Benjamin Boltze, für mich einsatzminutentechnisch die absolute Enttäuschung der Saison – leistungstechnisch nicht, wohlgemerkt, denn er durfte ja einfach kaum ran in den vergangenen Wochen, in denen es in Sachen Verträge um die viel zitierte Wurst geht. An Boltzes Stelle würde ich es ja als schallende Ohrfeige empfinden, als gelernter und sicherlich eher höher veranlagter Mittelfeldspieler entweder gar nicht zu spielen, oder, wie gegen Rathenow gesehen, als linker Verteidiger (!!!) auflaufen zu müssen. Obwohl er seine Sache auf der Position gar nicht mal schlecht gemacht hat. Hier verhält es sich aber anders als bei ‚Umschüler’ Sowislo: man hat bei Boltze so ein bisschen den Eindruck, als wären diese Ausflüge auf die Außenverteidigerposition eher sowas wie ‚Almoseneinsätze’. Auf seiner angestammten Position im Mittelfeld erhält noch dazu Fabian Burdenski im Zweifelsfall den Vorzug, was dann sozusagen die Schelle für Boltzes anderes Ohr darstellt. Seine vermeintliche Klasse hat Burdenski für mich in dieser Saison genau ein Mal nachgewiesen, und das war bei seinem hervorragenden Spiel zuhause gegen RB Leipzig, was allerdings auch 1-4 verloren ging. Ein gutes Spiel pro Saison reicht aber nicht, um dauerhaft einen Kaderplatz in einer Regionalligamannschaft zu belegen, sodass ich eine Entscheidung gegen Burdenski durchaus nachvollziehen könnte. Bei Boltze eher weniger, aber möglicherweise spielen da ja auch noch andere Faktoren eine Rolle. Eine gute Integration in eine Mannschaft gelänge nämlich zum Beispiel bestimmt deutlich besser, wenn man vor Ort wohnen würde, aber das ist nur so ein Gedanke.

*Edit: das Thema ‘Boltze’ hat sich, quasi während dieser Text hier entstand, schon erledigt. 

In der oben beschriebenen Konstellation ebenfalls keine neuen Verträge erhalten würden Peter Hackenberg und Stephan Neumann. Während es bei „Hacke“ zwar durchaus schade, aber qualitativ sicher zu verschmerzen wäre (Ersatz-Innenverteidiger mit einer Qualität, die in der Regionalliga zumindest zum Mitspielen reicht, wird man wohl auftun können), würde man mit Neumann gewissermaßen eine Instanz und ein kleines „Generation Amateurfußball“-Denkmal in die Wüste und vielleicht sogar in Rente schicken. Stephan Neumann ist nicht nur bei weitem dienstältester FCM- Kicker, er IST gewissermaßen ein Stück Erster FC Magdeburg. Ein Kader ohne ihn ist für mich eigentlich gar nicht denkbar, immerhin war Neumann immer dabei, solange ich die Geschicke des Clubs näher verfolge. Aber gut. Für derartige Sentimentalitäten ist eventuell im Fußballgeschäft dann doch kein Platz und es soll ja in der Vergangenheit schon vorgekommen sein, dass man im Verein verdiente und/oder äußerst beliebte Spieler irgendwie, naja, einfach vor die Tür setzte. Schauen wir mal – zumindest emotional wäre das schon ein herber Verlust, aber möglicherweise bietet sich ja eine Perspektive als Führungsspieler in der zweiten Mannschaft (ggf. ja in der Oberliga) an oder so. Rein sportlich, das ist ja auch kein Geheimnis, ist Neumann für mich die optimale Absicherung für Christopher Reinhard auf links. Aber man soll ja nie „nie“ sagen, nachher wird der Über-LV verpflichtet und in einigen Jahren spricht niemand mehr von einem „Charly“ Neumann. Wir werden sehen.

Was den Angriff und die Spieler dort mit auslaufenden Verträgen angeht, bin ich eigentlich recht emotionslos. Michél Harrer war ja die ganze Saison irgendwie nie so richtig wahrnehmbar Teil der ersten Mannschaft und hatte sicherlich auch Pech, dass er sich nach vielversprechendem Start in die Saisonvorbereitung heftig verletzte. Alles andere als ein Abschied aus Magdeburg würde mich doch sehr überraschen. Ähnlich verhält es sich mit Maik Koschwitz, den ich zwar nach wie vor für ein großes Talent halte, der aber mit Christian Beck, Florian Beil und ab der kommenden Spielzeit Lars Fuchs (zu) starke Konkurrenz vor sich hat und zudem mit einer fiesen Schambeinverletzung ewig außer Gefecht war. Und auch hier verbietet sich eigentlich ein Vergleich zu Patrick Bärje, weil letzterer eben seine Klasse bereits nachweisen konnte und man da einigermaßen gut wusste, was man kriegt, wenn er wieder fit ist. Koschwitz (in gesundem Zustand) wäre ein spannendes Entwicklungsprojekt für die erste Mannschaft gewesen; so allerdings könnte man ihn allenfalls über einen Stammplatz in der zweiten Mannschaft noch mal ganz in Ruhe aufbauen. Sollte die Truppe tatsächlich in die Oberliga aufsteigen, wäre das aber sicherlich eine interessante Option.

Soweit mal mein Senf zu aktuellen Vertragspoker-Spekulationen – ich bin jetzt schon sehr gespannt, inwiefern mich die Bekanntgaben des Vereins in den kommenden Tagen und Wochen möglicherweise heftig widerlegen werden ;-).

Bis dahin bleibt zu hoffen, dass der aktuelle Kader morgen seine Aufgabe in Elster ordentlich löst und einen weiteren Schritt Richtung „Tiflis 2015“ macht – denn auch für künftige Neuzugänge ist die Aussicht, den FC Bayern München im DFB-Pokal auszuschalten, sicherlich verlockend. Soll ja alles schon mal vorgekommen sein.

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[UPDATE: 15.05.2013]

Wie heute aus der Magdeburger Volksstimme zu erfahren war, verabschiedet sich der Erste Fussballclub Magdeburg zur neuen Saison neben Dawid Krieger (stand ja schon fest) auch noch von Peter Hackenberg, Michél Harrer (wenig überraschend) und – für mich, wie oben nachzulesen, doch eher unerwartet – tatsächlich auch von Fernando Lenk!

Stephan Neumann hat dagegen ebenso einen neuen Vertrag erhalten wie Marius Sowislo. Patrick Bärje hat bis 2015 unterschrieben, Burdenski und Koschwitz sollen bleiben.  Somit werden uns nicht nur 3, sondern 5 der oben eingangs genannten Spieler erhalten bleiben, sofern auch Budde Burdenski und Maik Koschwitz noch unterschreiben. Macht insgesamt dann einen 17er-Kader, der laut Volksstimme-Artikel noch auf 22-23 Spieler aufgebaut werden soll, was 5-6 Neuzugänge bedeutet. Lars Fuchs steht als solcher schon fest, außerdem wird mit Torge Bremer noch ein Nachwuchsspieler für das defensive Mittelfeld hochgezogen – was auch die Frage aufwirft, was wir dann eigentlich mit Burdenski wollen (zumal ja gerüchteweise auch Steffen Puttkammer für die neue Saison schon unterschrieben haben soll).

Insgesamt sieht mir das aber auf jeden Fall schon mal nach einer doch ordentlichen Kaderplanung aus. Jetzt noch 2, 3 weitere Neue, die die Qualität der Mannschaft heben, und es wird ein schöner Sommer mit viel Vorfreude auf die Spielzeit 2013/2014.