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Eine Frage der Ehre oder: “Kniet nieder, Ihr Bauern, die Hauptstadt ist zu Gast!”

3. April 2012 at 18:46

Für den ersten Fussballclub Magdeburg und seine dort Beschäftigten gab es in dieser Saison im Wesentlichen zwei Saisonziele:

  1. eine Mannschaft aufzubauen, die in der kommenden Saison “oben mitspielen” kann (O-Ton Präsident Fechner) und
  2. den Gewinn des Landespokals.

Während man Saisonziel eins im Prinzip jetzt schon als gescheitert ansehen kann, ist das zweite noch erreichbar. Dieser Umstand kann sich allerdings am kommenden Sonntag schon ändern, wenn die erste Männermannschaft beim Haldensleber Sportclub um den Halbfinaleinzug spielt… So weit, so gut.

Für den geneigten Clubfan kommen dieser Tage noch zwei weitere Saisonziele hinzu, nämlich (in Fortschreibung der bereits genannten Punkte) drittens: dem Honk-Fussballclub den Aufstieg zu verhageln und viertens: das Punktspiel-Derby am 11.04. gegen selbigen zu gewinnen.

Am dritten Saisonziel wurde mit der Heimspielpleite gegen ReudigesBlubberwasser Leipzig sowie der Auswärtsniederlage gegen den Kieler Sportverein Holstein (beides direkte Konkurrenten des HFC) bereits fleißig gewerkelt. Und am 11.04.2012 steht nun (auch wenn vorher noch zwei Spiele zu spielen sind) das Landesderby in der neuen Spielstätte des Erzfeindes aus dem Süden Sachsen-Anhalts an. Grund genug, mal wieder für einen kleinen Beitrag hier in die Tasten zu hauen.

Eigentlich habe ich ja ernsthaft mit dem Gedanken gespielt, mir trotz anreisetechnisch günstiger geographischer Nähe diese Auswärtsfahrt nicht zu geben. Zu enttäuschend ist die bisherige Saison verlaufen, zu wenig Zuversicht ist für den Rest der Spielzeit 2011/2012 noch vorhanden. Also habe ich die letzten Tage damit zugebracht, rationale Argumente gegen den vermeintlich irrationalen Drang, eben doch zu fahren, abzuwägen, zum Beispiel:

  • Ich komme nur sehr umständlich an eine Karte für den Gästeblock, weil ich mir die in Magdeburg besorgen und dafür aber extra hinfahren müsste. Anreiseweg: 140 km.
  • Ein Fussballfest oder gar ein Sieg meiner Mannschaft ist nicht zu erwarten.
  • Individuelle An- und damit auch Abreise per ÖPNV. Sicherheitstechnisch bei diesem Spiel nicht unbedingt unbedenklich.
  • Auswärtsspiel mitten in der Woche. Ich müsste doch eigentlich Besseres zu tun haben.
  • Ich muss am nächsten Tag um halb 6 raus, um zur Arbeit zu fahren.
  • Zusammenhängend mit den letzten drei Punkten: werde ich nicht langsam zu alt für den Scheiss?

Eigentlich war die Sache damit durch. Ist ja nur ein Fussballspiel. In der vierten Liga. Es gibt den Liveticker. Werd langsam erwachsen.

Glücklicherweise ist Inkonsequenz ja scheinbar eine meiner am konstantesten auftretenden Eigenschaften. Muss ich von meinem Vater haben. Und so beschloss ich gestern früh um kurz nach halb 7 auf dem Weg zur Arbeit, einen guten Freund zu bitten, mir doch, da ja gestern der freie Verkauf begann, eine Karte für besagtes Spiel am 11.04. zu besorgen. Hat er gemacht. Danke an dieser Stelle noch einmal! Und so sieht sie aus. Ganz schön hässlich. Schon die Farben! Niedlich außerdem, wie die “Hässlicher FC” ausschreiben. Muss Dialekt sein, oder eine zurückentwickelte Form des Deutschen.

Der innere Drang, dem Spiel beizuwohnen, hat also die Oberhand behalten, und das ist auch verdammt gut so :-). Pure Vernunft darf eben niemals siegen, wie die Herren Tocotronic bereits zu berichten wussten.

Warum ich mir das Ganze nun doch wieder gebe, ist damit allerdings nicht hinreichend beantwortet. Möglicherweise bin ich einfach ein bisschen bekloppt.

Ich glaube, letzten Endes ist das für mich aber auch irgendwie eine Frage der Ehre: wenn wir unseren Freunden aus dem Süden schon punktetechnisch einen kleinen Vorsprung lassen, können und sollten wir wenigstens auf den Rängen zeigen, dass wir immer noch die Größten der Welt sind. Die Nummer eins im Land sowieso. Getreu dem Motto: “Kniet nieder, Ihr Bauern, die Hauptstadt ist zu Gast!”

So wird es also am 11.04. zu zwei Wettstreiten kommen: dem zwischen den Mannschaften und dem zwischen den Kurven. Für ersteren erwarte ich eigentlich nichts, weil die Mannschaft bisher nicht den Charakter gezeigt hat, den es braucht, um in diesem besonderen Spiel  zu bestehen – oder überhaupt zu begreifen, dass dieses Spiel möglicherweise das einzige verbliebene ist, was noch wirklich zählt (den Pokal ausgenommen). Ich lasse mich aber gern eines Besseren belehren. Naja und der Wettstreit zwischen den Fans ist ja eigentlich schon vorher entschieden ;-).

Ich freue mich jedenfalls auf das Derby und darauf, im neuen Rund des ehemaligen Kurt-Wabbel-Sportplatzes live dabei sein zu können. Ich werde berichten.

Sonnenbrand und bunte Pfeile – 1. Fussballclub Magdeburg vs. Berliner AK, 25.03.2012

25. März 2012 at 19:28

Traurig, aber wahr: ich habe in dieser Saison noch keinen Sieg meiner Mannschaft live im Stadion erleben dürfen. Daran hat sich auch nach dem heutigen 25. Spieltag in der Regionalliga Nord nichts geändert.

Der Spielbericht fällt relativ kurz aus: es wurde gekämpft, gerackert, kombiniert, aufs Tor geschossen… ganze 5 Minuten lang.  Von der 76. bis zur 81. ungefähr. Der Rest der Vorstellung meiner Mannschaft hatte mit Fussball im leistungsorientierten Sinne nichts zu tun, weswegen er auch nicht weiter erwähnenswert ist. Auf Sportfotos MD lässt sich ein deutlich ausführlicherer Spielbericht finden, und weil die Jungs und Mädels dort das deutlich besser können als ich, belasse ich es an dieser Stelle bei einer Verlinkung.

Nee, halt. Eine Sache darf nicht unerwähnt bleiben: wir haben ein Tor geschossen! Ein richtiges, echtes Tor! Eins von 16 in dieser Saison. Also in 25 Spielen. Folglich ein echtes Glücksgefühl für den leidgeprüften FCM-Fan. Und nicht nur haben wir ein Tor erzielt – es fiel auch noch nach einer Standardsituation, nämlich einem Eckball. Das ist deswegen erwähnenswert, weil ich nicht erst seit dieser Saison das Gefühl habe, dass Standardsituationen bei uns auch dann nicht zu Toren führen würden, wenn die gegnerische Mannschaft unsere Offensivhelden allein im Strafraum stehen lassen würde. Soviel zum Geschehen auf dem Rasen.

Für wirkliche Unterhaltung in den 90 Minuten bei bestem Wetter sorgte wieder einmal unser Block U. Kurz vor dem Spiel kam die Ansage “Wir brauchen mal so 100 Leute” (meine ich zumindest, vernommen zu haben), woraufhin kurze Zeit später der Block doch einigermaßen leer aussah. Was anfangs einen (mittlerweile wohl mehr als berechtigten) Boykott der Ultras vermuten ließ, klärte sich kurz nach Anpfiff auf: man hatte fleißig bunte Pfeile gebastelt, die unseren Blau-Weißen den Weg zum Tor zeigen sollten. So tauchten auf der Südtribüne, auf die wir in der ersten Halbzeit spielten, plötzlich besagte Pfeile auf, die alle auf das Tor ausgerichtet wurden. Nicht nur das – die Pfeile wanderten auch, je nach Spielsituation: gab es eine Ecke von rechts, bewegte sich der gesamte Pulk halt so, dass die Pfeile von der Eckfahne Richtung Tor zeigten. Auch wenn es – Zufall oder gewollt – im Spiel mal Seitenwechsel gab, bewegten sich die Pfeile mit. Damit wirklich nichts, aber auch gar nichts schief gehen konnte, zeigten weitere bunte Pappkartons in Block 10 die Spielrichtung an. Das Ganze sah dann so aus (draufklicken macht’s größer und irgendwann krieg ich noch raus, wie sich so ein Bild in einem neuen Tab öffnen lässt):

Als dann in der Halbzeitpause notgedrungen der Block gewechselt werden musste und die Pfeilhalter bzw. -träger vor den Bierwagen und Fanartikelständen vorbeiliefen, wurden sie zu recht als bisher bester Teil des Spiels gefeiert. In der zweiten Halbzeit verlegte sich Block U dann weiter auf Sarkasmus: Es wurde “Torschuss, Torschuss” skandiert, wenn unsere Ballakrobaten mal wieder KEINE Traute hatten, das Spielgerät mal Richtung Tor zu bewegen. Als dann der Ausgleich fiel, wurde “Oh, wie ist das schön – oh, wie ist das schön – sowas hat man lange nicht gesehen…” angestimmt. Naja und nach der verdienten erneuten Führung der Gäste wurde eben die Mannschaft dahin gewünscht, wo der Pfeffer wächst.

Für mich wurde es dann übrigens noch schmerzhaft: sorgloses Kellergebräuntes-Gesicht-in-die-Sonne-halten führte dann zu dem dezenten wie umsichtigen Hinweis meines besten Freundes, ich würde jedem Hummer Konkurrenz machen und eine eher ungesund rote Gesichtsfarbe haben. Beim nächsten Heimspiel gilt es also, dran zu denken, die Sonnencreme einzupacken. Auch wenn wir dann um 19 Uhr spielen. Man kann ja nie wissen.

Fazit zum heutigen Spiel: “HIER – KREPIERT – DER F – C – M!”

Ausblick: Das nächste Spiel dieser Gruselsaison führt uns am 01.04. nach Halberstadt. Genug Zeit bis dahin, um über lustige Witze mit Würstchen und so nachzudenken. Ich werde das Spiel via offiziellem Live-Ticker verfolgen und hoffe natürlich, unerschütterlich, auf 3 Punkte. Auf dass wir bei den Randharzern nicht zum Aprilscherz werden.

EINMAL – IMMER.

Dann wollen wir mal…

23. März 2012 at 16:16

Wieder so ein Blog.

Es wird vermutlich so laufen wie immer: großartige Idee gehabt, enthusiastisch angefangen mit diesem Blogdingens und so in ca. 1 Monat wird die Postfrequenz gewaltig nachlassen, um dann irgendwann ganz einzuschlafen. Vielleicht aber auch nicht. Gucken wir mal. Derzeit gibt es jedenfalls eigentlich genügend Dinge, über die ich mir als Clubfan Gedanken, genauer: Sorgen mache. Eine ist zum Beispiel der anstehende Spieltag gegen den Berliner AK. Aufsteiger. Feierabendfußballer. Und Sieger des Hinspiels in Berlin, mit 4:2. Und einem entspannten 5:1 zum Warmmachen zuhause gegen Meppen unter der Woche. Ich glaube, mir wird ein bisschen schlecht.

Und dann ist da noch die Sache mit ASAP, die klägliche Vereinsführung, die sportliche Leitung, und und und. Diese und viele weitere Themen mehr möchte ich eigentlich hier mal für mich (und den/die geneigte(n) LeserIn) aufschreiben. Dabei schwebt mir gestaltungsmäßig so einiges vor, aber wie gesagt: mal gucken, wie lange der Enthusiasmus anhält ;-).

Zugegeben: so richtig schick sieht es hier noch nicht aus und vor allem das Header-Bild lässt qualitativ zu wünschen übrig. Aber wie sagte mal ein weiser Asiate (Japaner, glaube ich): “Auch ein Weg von 1000 Meilen beginnt mit dem ersten Schritt.” Sodann…