Popular Tags:

77, 29 – Rückblick auf die Regionalligasaison 2011/12

28. Mai 2012 at 17:22

So. Die Fanutensilien sind erst mal wieder in den Schrank geräumt und Schal und Trikot waren in der Waschmaschine, um diese Horror-Regionalligasaison 2011/2012 ordentlich und hoffentlich nachhaltig rauszuwaschen. Zeit also, sich mit etwas Abstand und einem letzten großen Kraftakt einem Rückblick auf die gerade zu Ende gegangene Spielzeit des Ersten Fussballclubs Magdeburg zu widmen.

77, 29. Diese beiden Zahlen geben einen ziemlich grafischen Hinweis darauf, wie die gerade abgelaufene Saison der Größten der Welt zu bewerten ist. Stolze 29 von 102 möglichen Punkten hat der Europapokalsieger von 1974 im Spieljahr 2011/2012 in der Regionalliga Nord gesammelt. Im Gegensatz dazu stehen für den großen Rivalen aus dem Süden Sachsen-Anhalts 77 Zähler zu Buche. Genug, um die Liga in diesem Jahr zu gewinnen und in der kommenden Saison in der 3. Bundesliga anzutreten. Dort, wo der 1. FC Magdeburg nach Meinung der Fans mindestens hingehört. Das ist schmerzhaft, aber leider auch die bittere Realität. Genau wie der Umstand, dass wir uns in der neuen Saison mit Fussballgrößen wie Torgelow, Rathenow und Neustrelitz messen dürfen. Zweimal. In Punktspielen. Wer jetzt noch nicht verstanden hat, dass Rotterdam ’74 lange vorbei ist und der Club Jahre brauchen wird, um an Profifussball im HKS überhaupt auch nur ernsthaft denken zu können, dem ist nicht mehr zu helfen. Dazu aber später mehr.

An dieser Stelle soll es erst einmal, wie eingangs erwähnt, um einen persönlichen Saisonrückblick gehen. Hier ist es also – mein Saisonfazit in 7 Akten:

1. “FCM – wir sind da – jedes Spiel – ist doch klar…” 

Naja, nicht ganz. Aber die Bilanz ist doch recht ordentlich: Alle Heimspiele mitgenommen und dazu noch die Auswärtspartien in Meuselwitz und Merseburg-Nord. Macht seit August 2011 summa summarum ungefähr 4.600 km für den Club. Meine Fresse.

2. Wer will noch mal, wer hat noch nicht? 

Ich bin mir ziemlich sicher, dass der Verein in seiner ganzen langen Geschichte noch nie 4 Trainer in einer Saison verschlissen hat. Man möge mich korrigieren, wenn ich falsch liege. In die Saison gingen wir mit Wolfgang Sandhowe, dem “Papa”. Der Lohn für die Vermeidung des Abstiegs in der Vorsaison war ein neuer Vertrag. Angeblich hätte sich die Mannschaft für Herrn Sandhowe ausgesprochen, also quasi die einzige Instanz im Verein, die nun am Ende der Saison 2010/2011 (Stichwort: Fast-Abstieg) GAR KEINE Forderungen hätte stellen dürfen. Wer konnte da schon ahnen, dass es tatsächlich noch schlimmer geht? Auf Wolfgang Sandhowe folgte die “in-house-Lösung” Ronny Thielemann, bis dato Co-Trainer und ehemaliger Bundesligaspieler bei Energie Cottbus. Sympathischer Typ, aber eben leider auch nicht viel mehr. Weiterentwicklung der Mannschaft? Naja – “weiter” ist ja relativ, man könnte ja zum Beispiel auch rückwärts laufen… Auf Herrn Thielemann folgte Detlef Ullrich, für viele nach dieser Saison Feindbild Nummer 1 und – was sicherlich nicht 100% fair ist – Urheber der ganzen Saisonmisere. Man muss Herrn Ullrich allerdings tatsächlich vorwerfen, dass KEINE seiner Verpflichtungen in der abgelaufenen Saison auch nur ansatzweise überzeugen konnten. Nicht ein vom ihm an die Elbe gelotster Spieler – allesamt mit Cottbuser Vergangenheit – erreichten irgendwann in der Saison mal über mehr als ein Spiel so etwas wie Normalform. Ob das nun an toten Katzen unter dem HKS-Rasen, mangelnden Trainerfähigkeiten oder einfach nur fehlender Qualität lag, möchte ich hier nicht diskutieren. Die Fakten sprechen aber eigentlich für sich. Vom durch Herrn Ullrich entwickelten und von ihm viel zitierten Konzept war auf und neben dem Platz nichts zu sehen – möglicherweise ist der Durchschnitts-FCM-Fan aber auch einfach nur nicht in der Lage, seine Großartigkeit zu verstehen. Nachdem “Konzept-Ulle” seinen großen (arroganten?) Worten (“Wir trainieren weit über Regionalliganiveau.” “Die Mannschaft hat die Qualität, oben mitzuspielen.”) ebenfalls keine Taten folgen lassen konnte, die Vereinsführung endlich mal aus ihrem Tiefschlaf erwachte und Mario Kallnik als neues Präsidiumsmitglied an Bord war, wurde Herr Ullrich als Trainer Nummer 3 in der vergangenen Spielzeit vollständig von seinen Aufgaben entbunden und Carsten Müller übernahm. Herr Müller ist eigentlich Leiter des Nachwuchsleistungszentrums und in der Kette unserer Übungsleiter der vergangenen Saison die ärmste Sau. Ihm oblag es nun, die Spielzeit einigermaßen anständig zu Ende zu bringen, was ihm, soviel sei an dieser Stelle gesagt, den Umständen entsprechend gelang. Berücksichtigt werden muss hier auch, dass der Verein in der Endphase der Saison endlich das tat, was eigentlich die ganze Saison über schon angesagt gewesen wäre: ausprobieren, strukturieren, sichten, und das Grundgerüst für eine Mannschaft 2012/2013 aufbauen. Man kann nur hoffen, dass wir auf dem Trainerstuhl mit der Verpflichtung von Andreas Petersen nun ein wenig Ruhe in den Laden bekommen. Richtig schön wäre es, wenn wir seit einer gefühlten Ewigkeit eine Saison mal wieder mit dem Trainer beenden würden, mit dem wir sie auch begonnen haben.

3. Wer hat Angst vorm schwarzen Mann? 

“Pizzaservice!” So oder so ähnlich meldeten sich wohl angebliche Hooligans, die unseren damaligen Kapitän Daniela, äh, Daniel Bauer angeblich an/in/vor seiner Wohnung bedroht haben sollen, an der Gegensprechanlage. Die ganze Geschichte war von Anfang an irgendwie merkwürdig und es hat schon einen zumindest leicht faden Beigeschmack, dass unser ‘Capitano’ kurz vorher als Spielführer abgesetzt wurde und überhaupt die ganze Saison bis dahin lieber rummaulte und greinte, anstatt die berühmten Arschbacken zusammenzukneifen und auf dem Platz und daneben für Leistung und Ordnung zu sorgen. Nicht falsch verstehen – FALLS es diesen Übergriff auf Daniel Bauer gegeben haben SOLLTE, ist dieser natürlich auf das Allerschärfste zu verurteilen. Nur: so richtig dolle glaubwürdig war die ganze Geschichte nie, die Sache ist irgendwie im Sande verlaufen, der Hype um das Geschehen abgeebbt – nur der Imageschaden für den FC Magdeburg ist geblieben. Herr Bauer spielt inzwischen bei Eintracht Trier, also quasi bei Mutti, und der FCM taucht nunmehr nur noch ab und an als leuchtendes Beispiel für die pösen, pösen Fans auf, wenn die Journaille mal wieder irgendwelche Geschichten von gewalttätigen Fussballfans braucht und/oder unreflektiert übernimmt. Aber wie heißt es so schön: “das kann doch einen Clubfan nicht erschüttern”…

4. Kommt das hier noch wem spanisch vor? 

“Selten so gelacht” ist wohl auch der treffendste Kommentar zu einem angeblichen Einstieg eines angeblichen Investors bei den Größten der Welt. Viel spannender als die kläglichen Versuche der spanischen ASAP, irgendetwas Belastbares zu Papier zu bringen, war für mich aber die Reaktion der Magdeburger Fanszene auf die ganze Geschichte. Viele derjenigen, die Konstrukte wie “RasenballSport” Leipzig verteufeln, schrieen fleißig “hier”, als die Spanier – vermeintlich – mit der ganz dicken Kohle winkten. Selbstverständlich liegt die ganze Sache ja, wenn es den eigenen Verein betrifft, immer völlig anders als in Leipzig, Hoffenheim oder sonst wo. Ich habe wirklich selten so viele blauäugige, doppelzüngige, manchmal auch schlichtweg dumme und unreflektierte Kommentare gehört, wie zu Hochzeiten dieses ASAP-Blödsinns, und oft hat mich diese ganze schwarz-weiße “Entweder ASAP, oder Insolvenz”-Argumentation vieler auch ziemlich geärgert. Gleichzeitig gab es aber auch mahnende Worte und besonnene Gedanken zu dem ganzen Thema, die aber leider viel zu oft im allgemeinen Millionen-Wunschtraumrausch untergingen. Ich persönlich bin heilfroh, dass aus dem Tete-a-tete mit den Spaniern nichts geworden ist. Lieber ohne Investor in Liga 4, als seelenlos in Liga 2. Ja ja, ich weiß, “Äpfel mit Birnen” und so und eigentlich hab ich ja sowieso überhaupt keine Ahnung und so weiter… Fakt ist, dass wir auch weiterhin darauf angewiesen sein werden, mit einer vernünftigen Vereinsführung, guter Jugendarbeit, wohl gesonnenen Sponsoren, einem glücklichen Händchen bei Spielerverpflichtungen und vielem anderen mehr, so wie eben jeder ‘normale’ Fussballverein in Deutschland auch, wieder dahin zu kommen, wo wir hingehören. Bei den Magdeburger Strukturen und dem Tiefschlaf der Verantwortlichen in den vergangenen Jahren wird das schwer genug.

5. Heimsieg! Heim… was?

Es klingt wirklich unglaublich, aber man musste als geneigter Fan des 1. FC Magdeburg tatsächlich bis zum 31. Spieltag warten, um den ersten Heimsieg der Saison zu erleben. Eine so lange Heim-Durststrecke hatte vor dem aktuellen Kader noch keine erste Männermannschaft des 1. FCM seit Vereinsgründung auf den Rasen gezaubert. Böse Zungen würden ja behaupten, dass es ob dieses Laufs fast schon schade ist, dass der WHV uns die Punkte überlassen hat; allerdings wird diese Serie hoffentlich trotzdem ein trauriger Rekord für die Ewigkeit bleiben. Ich für meinen Teil kann zumindest sagen: “FCM: 2, Wilhelmshaven: 0 – ich war dabei”…

6. Die Größten der Welt 

Dass die Fans des Ersten Eff Zee Magdeburg trotz aller Nackenschläge die Größten der Welt sind und bleiben, bewies die abgelaufene Spielzeit einmal mehr. Wir sahen ergreifende, lustige und spektakuläre Aktionen im HKS.

Die Anteilnahme am Tod des jungen Fans Daniel Berger  und das Gedenken an Fan-Unikat “Keckitsch” (Abschiedsvideo von www.sportfotos-md.de) gehörten sicher zu den stillen und bewegenden Momenten der letzten Saison. Die Partie gegen Hannover 96 Zweite Mannschaft, während der das nebenstehende Photo entstand, blieb mir dabei besonders in Erinnerung, weil auch der Hannoveraner Anhang dem auf tragische Weise verstorbenen Daniel die Ehre erwies und erst in der 18. Minute – nachdem auch Block U seine stille Anteilnahme beendete – lautstark das Stadioninnere betrat. Einer der wenigen Gänsehautmomente und bezeichnenderweise einer, der mit dem ‘Spektakel’ auf dem Rasen gar nichts zu tun hatte.

Natürlich darf auch die mittlerweile weit über die Grenzen der Festungsstadt bekannte Pfeil-Aktion von Block U nicht unerwähnt bleiben. Unter dem Motto “Wir zeigen Euch, wo das Tor steht”, wurde 90 Minuten lang eine im deutschen Fussball bis dato wohl einzigartige Aktion durchgezogen, die nicht nur Stefan Raab darüber berichten ließ.

Schließlich war dann da noch die Pyroshow im Flutlichtspiel gegen den VFC Plauen (danke wiederum an “Sportfotos MD” für das schicke Video), ein weiterer beeindruckender Beweis dafür, dass Pyrotechnik nicht automatisch Randale bedeutet und eben doch für eine stimmungsvolle Kurve sorgen kann. Unsere Rasenstrategen ließen sich davon selbstredend nicht groß beeindrucken, das Spiel gegen die Vogtländer reihte sich ein in die ein ums andere Mal enttäuschenden Vorstellungen zuhause, gewonnen wurde natürlich nicht…

7. “In Scharen ziehen wir durch’s Land – völlig außer Rand und Band…” 

…tragen Schals in uns’ren Farben – ja wir sind vom FCM!” – So oder so ähnlich ertönen in der kommenden Saison wohl die Schlachtrufe in den Regionalbahnen und Ferkeltaxis zwischen Zwickau und Rathenow. Die neuerliche Liga-Reform rettete uns in der abgelaufenen Spielzeit vor dem Abstieg und beschert uns nun eine von fünf neuen Regionalligen, die das ‘regional’ im Namen wohl wirklich verdient haben. Neben der BSG Sachsenring Zwickau und dem 1. FC Lokomotive Leipzig geht es noch gegen den FC Carl Zeiss Jena, RasenBallsport Leipzig (hihi), den Berliner AK 07, den Zipsendorfer Fussballclub Meuselwitz, den VFC Plauen, Hertha BSC Berlin Zweite Mannschaft, Energie Cottbus Zweite Mannschaft, den VfB Germania Halberstadt, den 1. FC Union Berlin Zweite Mannschaft, FSV Optik Rathenow, den VfB Auerbach, die TSG Neustrelitz und den Sieger der Entscheidungsspiele zwischen dem Torgelower SV Greif und dem VfB Fortuna Chemnitz. Eine illustre Runde aus Vollprofi- und Vollamateurmannschaften und eine Ansammlung an Gegnern, die zumindest das eine oder andere heiße Derby erwarten lassen. Schade, dass das Westsachsenstadion in Zwiggau nicht bespielbar ist und schade auch, dass wir gegen die Lok wohl in der “Popcorn-und-Cola”-Arena Leipzig, dem ehemaligen Zentralstadion, antreten müssen und nicht im Bruno-Plache-Stadion. Schade und eigentlich schlimm auch, dass wir gegen Germania Halberstadt die Plätze 2 und 3 in Sachsen-Anhalt ausspielen müssen, während sich die Sportskameraden aus Merseburg-Nord eine Spielzeit lang in Deutschlands dritthöchster Spielklasse blamieren dürfen.

Ich würde ja an der Stelle gern sagen, dass es ja nicht für lange ist und dass wir als ‘schlafender Riese’ bestimmt ganz bald wieder zurück sind auf der großen Fussballbühne. Die traurige Realität ist aber, dass wohl auf die nächsten Jahre diese Regionalliga unser Zuhause bleiben wird. Ein Gemengelage aus nichtsblickenden Funktionären, Unvermögen und Pech, verfehlter Transferpolitik, verschlafenen Chancen und einer in weiten Teilen immer noch ziemlich erschreckenden Arroganz größerer Teile der Fanszene, verbunden mit einer oft völlig überzogenen Erwartungshaltung an alles, was mit dem Club zu hat, haben den Verein um Jahre zurückgeworfen, während Sportgemeinschaften mit deutlichen schlechteren Voraussetzungen als den unseren längst an uns vorbeigezogen sind. Chemnitz und Babelsberg spielen schon in Liga 3, der Hässliche FC in der nächsten Saison, die infrastrukturarmen Aue und Cottbus gar in der zweiten Liga. Wir aber messen uns mit Rathenow, Torgelow und Auerbach und können froh sein, dass uns wenigstens die alten DDR-Derbys noch ein wenig die Kassen füllen.

Soweit der Rückblick und der kleine Ausblick auf die neue Saison. Und da es wesentlich schlechter als 2011/2012 nicht laufen kann, ist die neue Dauerkarte für 12/13 natürlich bereits vorbestellt :-).

Jetzt ist aber erst mal Sommerpause. Natürlich wird aufmerksam verfolgt, wie sich die Kaderzusammenstellung für die kommende Saison gestaltet und wie es im Verein weitergeht. Klar ist aber auch, dass sich auch die Fans, und das schließt mich ein, nach dieser Spielzeit, die Leidenspotential für 10 Saisons hatte, eine Pause verdient haben. Die EM steht an (da gibt es richtigen Fussball O_O!) und auch die eine oder andere Urlaubsreise wird dabei helfen, Kraft zu tanken und mit neuen Hoffnungen und neuem Elan in das neue Spieljahr zu gehen. Denn eins ist klar:

EINMAL – IMMER

und:

“Du bist niemals alleine…”

Habemus Trainer

28. April 2012 at 17:40

Ja, ist schon wieder ein bisschen her seit dem letzten Blogeintrag. Vermutlich tritt langsam die vermutete Entschleunigung des Blog-Enthusiasmus ein, die ich ja gleich zu Beginn schon vermutet hatte. Andererseits gab es aber eben in den letzten Wochen auch eigentlich nicht viel Spektakuläres zu berichten vom Ersten Fussballclub Magdeburg. Das kann aber auch damit zusammenhängen, dass die Saison gefühlt bereits vorbei ist und man die letzten Wochen der Spielzeit 2011/2012 eben so dahinplätschern lässt. Seit unserem Gastspiel beim wohl zukünftigen Drittligisten aus dem Süden Sachsen-Anhalts gab es noch 2 Punktspiele in der Regionalliga Nord: das Heimspiel gegen Meppen und ein Auswärtsspiel gegen die Reserve des Hamburger Sportvereins.

Ersteres Spiel hab ich gar nicht vollständig gesehen (was beim Endstand von 0-0 und damit einem PUNKTGEWINN!!! wohl auch nicht so schlimm war), weil es in der ersten Halbzeit hinter der Nordtribüne eine Versteigerung von Fanartikeln gab, die doch deutlich unterhaltsamer war als die gesamte bisherige Rückrunde. Was am Spiel allerdings schön war, war unsere Begegnung mit einer Gruppe Meppener Zugfahrer in der Straßenbahn auf dem Weg zum Stadion. 7 Stunden Zugfahrt, um die eigene Mannschaft gegen das Erste FussballChaos Magdeburg spielen zu sehen, nötigt mir schon eine erhebliche Portion Respekt ab. Die Jungs waren cool drauf und so sollte es ja eigentlich immer sein: man fährt gemeinsam zum Stadion, quatscht ein wenig und tauscht sich aus, wünscht sich dann beim Aussteigen gegenseitig ein gutes Spiel und geht seiner Wege. Aber das ist ein anderes Thema.

Gegen den Hamburger Sportverein reichte es immerhin nach einem 0-2-Rückstand noch zu einem 2-2 Unentschieden, was angesichts der bisherigen heroischen Leistungen unserer Fussballhelden schon beinahe als sensationell zu bezeichnen ist. Die Presse und die Mitfahrenden waren sich danach einig, dass  die zweite Halbzeit Grund zur Hoffnung gibt und schon einigermaßen nach Fussball aussah, sodass unser “Heimnimbus” diese Saison (noch kein Heimspiel gewonnen) jetzt am Sonntag gegen den Sportverein Wilhelmshaven echt in Gefahr ist. Wilhelmshavens Trainer hat ja unter der Woche schon verlauten lassen, dass er Angst hat, seine Mannschaft sei möglicherweise die erste, die diese Saison die Punkte im HKS lässt. Der FCM verbreitet halt immer noch Angst und Schrecken :-D.

Was in der letzten Zeit allerdings tatsächlich mal positiv zu beobachten war, waren die Aktivitäten unseres neuen Präsidiumsmitglieds Mario Kallnik. Unser langjähriger Kapitän, nunmehr leitender Angestellter der Allgemeinen Ortskrankenkasse, ist als viertes Präsidiumsmitglied in der Führungsetage des Clubs mittlerweile für die sportlichen Belange verantwortlich und offenbar bereits mächtig rührig. Ich habe den Eindruck, es tut sich wieder was im Verein, und vor allem habe ich den Eindruck, dass einige Dinge UND einige Personen mal kritisch hinterfragt werden. Ich hoffe nur, dass Kalle sich und seine Vorstellungen, die bisher alle sehr vernünftig und bodenständig klingen, auch durchsetzen kann. Denn dass nicht unbedingt die ahnungslose bisherige Führungsetage unser größtes Problem ist, sondern eher der Filz und Klüngel, der an den ganzen Schnittstellen zwischen Verein, Stadiongesellschaft und Stadt zu finden ist, ist ja nun kein großes Geheimnis.

Hohe Priorität seit Kalles Amtsantritt lag auf der Suche eines neuen hauptamtlichen Übungsleiters für die neue Saison. Dass Herr Ullrich mit seinem super-duper Konzept und seinen unheimlich fundierten Trainingsmethoden sowie den spektakulären spieltaktischen Varianten und Ansätzen hier grandios gescheitert ist, ist außer ihm wohl jedem klar, der in dieser Saison das eine oder andere Clubspiel sehen musste. Nur Herrn Ullrich selbst halt nicht, aber auch das ist eine Kompetenz, die man erst mal haben muss und für die ich viele Menschen oft bewundere: Arroganz, gepaart mit null Selbstreflexion bis hin zur erfolgreichen Selbstveräppelung. Wer sowas kann, lebt mit Sicherheit nicht schlecht und vor allem: sorgloser als manch anderer.

Jedenfalls wurde gestern auf einer Pressekonferenz im Heinz-Krügel-Stadion unser neuer Übungsleiter präsentiert, nachdem im Vorfeld wie üblich die Spekulationen ins Kraut schossen. Bemerkenswert dabei: nach meiner Einschätzung (gespeist aus Kuttenforum, Facebook-Gruppe und Kurvengesprächen) hat sich ein recht großer Teil der Fanszene einen erfahrenen Trainer mit mehr oder weniger großem Namen gewünscht. Man hatte so ein bisschen den Eindruck, dass da mal wieder ein Hauch von großer, weiter Welt durchs Stadion wehen sollte und dass es sich vor allem für die Größten der Welt eben gehört, auch einen (für Viertligaverhältnisse) “Großen” an der Seitenlinie zu haben.

Geworden ist es nun aber “nur” Andreas Petersen. Andreas wer? Andreas Petersen, der Vater eines gewissen Nils Petersen, und derjenige, der in den letzten 5 Jahren sehr erfolgreich bei und mit der Mannschaft von Germania Halberstadt gearbeitet hat. Natürlich mussten gleich die ersten wieder meckern: der hält hier keine zehn Spieltage durch, Billiglösung, lächerlich, so ein Tamtam für SO EINEN Namen usw. waren die Dinge, die man lesen konnte. Ich für meinen Teil denke, dass diese Leute den Schuss noch nicht gehört haben und/oder der Realität einfach nicht ins Auge sehen wollen oder können.

Ein anderer Teil der Fans, und dazu zähle ich mich auch, reagierte verhalten positiv auf die Entscheidung. Nachdem ich noch mal ne Nacht drüber geschlafen habe, hab ich sogar ein mehr als nur verhalten positives Bauchgefühl. Herr Petersen hat in Halberstadt nachweislich sehr, sehr gute Arbeit geleistet. Immerhin spielt die Mannschaft mit eher bescheidenem Etat und noch viel bescheidenerem Umfeld seit dieser Saison in der vierten Liga – und zwar erfolgreicher als der erste Fussballclub Magdeburg. Herr Petersen weiß also, wie Fussball geht und wie man eine Mannschaft entwickelt und einstellt – eine Fähigkeit, die in der Vergangenheit keiner unserer Trainer seit Dirk Heyne unter Beweis gestellt hat. Gut, vielleicht am ehesten noch Paul Linz, aber der hat dafür halt nicht verstanden, wie man zwischenmenschlich mit dem gemeinen Magdeburg umgehen sollte ;-).

Dazu wirkt unser neuer Übungsleiter ruhig, bodenständig, solide und durchaus auch sympathisch. Eben einer, der eher für grundsolide Arbeit steht und sagt, was er denkt. Ich glaube, das könnte passen in unserer momentanen Situation. In den letzten 2 Spielzeiten ist so viel Porzellan zerschlagen worden, dass nun erst mal Aufräum- und Aufbauarbeit ansteht und ich denke, Herr Petersen ist dafür der richtige Mann. Und den gemeinen Magdeburg kriegt man wohl eher durch ehrliche Arbeit und eine gesunde Einstellung zum Sport, zur Stadt und zum Wappen auf der Brust wieder ins Stadion als durch seitendicke Superkonzepte und peinliche Auftritte. Ich glaube, das hat auch Kalle erkannt und daher auch an der Stelle noch mal ein dickes Dankeschön für die bisherige Arbeit. Weiter so, (Ex-) Capitano!

In diesem Sinne: viel, viel Erfolg, Herr Petersen! Und was ich Ihnen vor allem wünsche: dass Sie von uns Fans, der Presse und der Führungsetage die Zeit und Ruhe bekommen, die Sie brauchen, um diesen Schatten einer Fussballmannschaft endlich wieder in sportlich annehmbares Fahrwasser zu führen.

“Wir sind die 1.300!” – wirklich?

12. April 2012 at 19:40

Um das vorneweg gleich ganz klar zu sagen: ich bin ein großer Fan vom Block U und habe einen Mordsrespekt vor den ganzen Aktionen, die die Jungs Spieltag für Spieltag organisieren. Seien es die oft sehr aufwändigen und einfallsreichen Choreos (hier können, nein, müssen unsere Freunde aus dem Süden noch viel lernen), sei es der Planet MD, der – dank neuer Platzwahl – seit der Rückrunde zu jedem Heimspiel gegen eine kleine Spende erstanden wird und sei es nicht zuletzt auch der unermüdliche Support, den der Block Spieltag für Spieltag daheim und unterwegs an den Tag legt. Für eine Mannschaft, die diese Bezeichnung in dieser Saison nicht verdient.

Kurzum: Block U fetzt. Beim gestrigen Gastspiel auf dem Kurt-Wabbel-Sportplatz in Halle (hier der gewohnt gute und ehrliche Spielbericht von Sportfotos MD) hatte ich allerdings so einen Gedanken, den ich jetzt hier irgendwie mal versuchen will, in Worte zu gießen.

Zum Kontext: vor dem Spiel (ich war ziemlich früh dran und dementsprechend auch ziemlich früh im Block) haben Vertreter von Block U alle Leute, die schon drin standen, gebeten, den Block vor dem Spiel zu verlassen. Begründung: man wolle als kompletter Mob gemeinsam einlaufen, und zwar gemeinsam für den Ersten FC Magdeburg. Aber explizit nicht für die Pappnasen, die derzeit auf dem Rasen unser Trikot spazieren tragen. Fand ich erst mal ne super Idee. Auch muss man dazu sagen, dass diese Aufforderung äußerst nett und besonnen geäußert wurde; man ging auf alle persönlich zu, hat nett gefragt und die ganze Sache erläutert. So viel zum Thema “Fußballfans sind ausschließlich saufende Idioten, die sich nicht benehmen können.”

Dann dauerte es natürlich erst mal eine Weile, bis alle vor dem Eingang zu Block 11 standen. Noch eine Weile länger dauerte es dann, bis die Ansage kam “wir gehen alle gleich rein, aber langsam und ohne zu singen”. In der Zwischenzeit wurden einige Fans doch etwas unruhig und haben angefangen, bei jeder Ansage der Capos zu pfeifen, gegen die Wellblechverkleidung vom Stadion zu schlagen (ja, Wellblechverkleidung, ganz recht) und irgendwelche Lieder zu grölen. Erster Gedanke meinerseits natürlich: “Idioten. Die sollen Block U mal machen lassen, die haben sich da bestimmt was bei gedacht. Das wird sicher großartig”. Beim Einlaufen in den Block gab es dann entsprechende Anweisungen der Jungs mit den Megaphonen, zügig aufzurücken und die Lücken zu schließen etc. UND auch die vermeintlichen Spackos haben sich tatsächlich artig zurückgehalten. Die Block U-Support-Nachricht war dann auch recht deutlich: wir – also alle 1.300 – repräsentieren hier heute unsere Farben, UNSEREN Verein und zeigen dem Mädchenchor in der H*C-Fankurve mal, wie das mit den Gesängen und so gemacht wird. Getreu dem Motto: “Alle sind da, für die Stadt und den Verein, ist doch klar…”.

So weit, so einfach.

Dann aber hab ich mich gefragt, ob es sich Block U eigentlich wirklich anmaßen kann, sich zum Sprachrohr für eine ganze Kurve zu machen und ob die besagten Spackos, zum Beispiel, nicht vielleicht doch auch ein Recht auf ihren Unmut haben. Zugegeben, das ist vielleicht etwas drastisch formuliert, aber mir fällt hier grad kein besserer Ausdruck ein. Böswillig formuliert, könnte man auch von Sippenhaft sprechen. Vielleicht gab es ja auch den einen oder anderen, der vielleicht nicht singen wollte. Oder den Block verlassen. Oder irgendwelche Lücken auffüllen bzw. dahin laufen, wo die Megaphonmänner sie haben wollten. Nur, weil ich einen blau-weißen Schal trage, muss ich ja nicht automatisch Teil des tobenden Mobs werden wollen. In so eine Richtung äußerte sich jedenfalls eine meiner Nebensteherinnen zu Anfang. Ich dachte mir dann, dass die Aufforderung von Block U, “alles hört auf unser Kommando”, ja eigentlich der Idee einer “autonomen Kurve” widerspricht. Vielleicht war ich ja auch gar nicht zum Singen und Repräsentieren im Stadion, sondern um ein gutes Fussballspiel zu sehen? Okay, gut, ich merk’s grad selbst ;-).

Na jedenfalls schoss mir das so durch den Kopf, als diese ganzen Ansagen kamen und auch ich selbstverständlich kräftig mitsang und mitklatschte. Sicherlich ist das nur Meckern auf hohem Niveau, aber ich denke, auch so ein Gedanke kann mal gedacht werden. Das Spiel ließ dafür jedenfalls reichlich Gelegenheit, denn als Zuschauer reg ich mich ja mittlerweile nicht mal mehr auf über das, was ich von Blau-Weiß auf dem Rasen geboten kriege.

Faszinierend finde ich auch, dass Block U immer und immer wieder Kraft und Energie aufbringt, sein Ding durchzuziehen. Okay, ich renn auch zu jedem Heimspiel (und, wie gestern geschehen, dem einen oder anderen Auftritt auswärts), aber bei Heimspielen aufstehen, um die “Mannschaft” applaudierend beim Einlaufen zu begrüßen? Sich gar erheben, wenn so etwas wie eine Torchance droht? Rhythmisch einklatschen bei tornahen Freistößen oder bei Ecken? Och nö, ich nicht mehr.

Vollmachen werde ich die letzten drei noch verbliebenen Heimspiele trotzdem. Warum? Ganz einfach: weil mir im Moment völlig unklar ist, wie oft man im HKS noch Fußball einer ersten Männermannschaft eines Ersten Fussballclubs Magdeburg wird sehen können. Unsere eh nie rosige finanzielle Situation wird sich durch das Pokalaus in Haldensleben (ich hatte es ja schon vermutet) und den durch völlig indiskutable Leistungen im Saisonverlauf hervorgerufenen Zuschauerschwund mit Sicherheit nicht verbessern. Sportlich bessere Zeiten brechen mit dieser Vereinsführung und dieser sportlichen Leitung garantiert auch nicht an. Unfassbare Weltfremdheit und Blauäugigkeit, von der zum Beispiel dieser Beitrag hier zeugt, kommen noch dazu. Alles zusammen ergibt eine sehr gefährliche Mischung, die mich wirklich – kurzfristig – um die neue Saison und – langfristig – diesen meinen Verein bangen lässt.

Außerdem: irgendwann kann ich mal meinen Enkeln erzählen, dass ich in der Saison, in der der erste Eff Zee Emm kein einziges Heimspiel gewann, bei jedem der kläglichen Versuche dabei war. Dass diese Mannschaft in dieser Saison noch ein Spiel zuhause gewinnt, ist nämlich nicht zu erwarten. Und wenn doch, wird es niemanden interessieren.

Und um noch mal auf den Anfang zurückzukommen: die einzigen Gewinner für mich in dieser Saison sind die Jungs vom Block U. Wenigstens sie haben es geschafft, unseren Verein international und positiv in den Blickpunkt zu rücken. Wenn auch nur kurz. Und auch wenn sie dafür eben manchmal eine ganze Kurve in Sippenhaft nehmen.

Eine Frage der Ehre oder: “Kniet nieder, Ihr Bauern, die Hauptstadt ist zu Gast!”

3. April 2012 at 18:46

Für den ersten Fussballclub Magdeburg und seine dort Beschäftigten gab es in dieser Saison im Wesentlichen zwei Saisonziele:

  1. eine Mannschaft aufzubauen, die in der kommenden Saison “oben mitspielen” kann (O-Ton Präsident Fechner) und
  2. den Gewinn des Landespokals.

Während man Saisonziel eins im Prinzip jetzt schon als gescheitert ansehen kann, ist das zweite noch erreichbar. Dieser Umstand kann sich allerdings am kommenden Sonntag schon ändern, wenn die erste Männermannschaft beim Haldensleber Sportclub um den Halbfinaleinzug spielt… So weit, so gut.

Für den geneigten Clubfan kommen dieser Tage noch zwei weitere Saisonziele hinzu, nämlich (in Fortschreibung der bereits genannten Punkte) drittens: dem Honk-Fussballclub den Aufstieg zu verhageln und viertens: das Punktspiel-Derby am 11.04. gegen selbigen zu gewinnen.

Am dritten Saisonziel wurde mit der Heimspielpleite gegen ReudigesBlubberwasser Leipzig sowie der Auswärtsniederlage gegen den Kieler Sportverein Holstein (beides direkte Konkurrenten des HFC) bereits fleißig gewerkelt. Und am 11.04.2012 steht nun (auch wenn vorher noch zwei Spiele zu spielen sind) das Landesderby in der neuen Spielstätte des Erzfeindes aus dem Süden Sachsen-Anhalts an. Grund genug, mal wieder für einen kleinen Beitrag hier in die Tasten zu hauen.

Eigentlich habe ich ja ernsthaft mit dem Gedanken gespielt, mir trotz anreisetechnisch günstiger geographischer Nähe diese Auswärtsfahrt nicht zu geben. Zu enttäuschend ist die bisherige Saison verlaufen, zu wenig Zuversicht ist für den Rest der Spielzeit 2011/2012 noch vorhanden. Also habe ich die letzten Tage damit zugebracht, rationale Argumente gegen den vermeintlich irrationalen Drang, eben doch zu fahren, abzuwägen, zum Beispiel:

  • Ich komme nur sehr umständlich an eine Karte für den Gästeblock, weil ich mir die in Magdeburg besorgen und dafür aber extra hinfahren müsste. Anreiseweg: 140 km.
  • Ein Fussballfest oder gar ein Sieg meiner Mannschaft ist nicht zu erwarten.
  • Individuelle An- und damit auch Abreise per ÖPNV. Sicherheitstechnisch bei diesem Spiel nicht unbedingt unbedenklich.
  • Auswärtsspiel mitten in der Woche. Ich müsste doch eigentlich Besseres zu tun haben.
  • Ich muss am nächsten Tag um halb 6 raus, um zur Arbeit zu fahren.
  • Zusammenhängend mit den letzten drei Punkten: werde ich nicht langsam zu alt für den Scheiss?

Eigentlich war die Sache damit durch. Ist ja nur ein Fussballspiel. In der vierten Liga. Es gibt den Liveticker. Werd langsam erwachsen.

Glücklicherweise ist Inkonsequenz ja scheinbar eine meiner am konstantesten auftretenden Eigenschaften. Muss ich von meinem Vater haben. Und so beschloss ich gestern früh um kurz nach halb 7 auf dem Weg zur Arbeit, einen guten Freund zu bitten, mir doch, da ja gestern der freie Verkauf begann, eine Karte für besagtes Spiel am 11.04. zu besorgen. Hat er gemacht. Danke an dieser Stelle noch einmal! Und so sieht sie aus. Ganz schön hässlich. Schon die Farben! Niedlich außerdem, wie die “Hässlicher FC” ausschreiben. Muss Dialekt sein, oder eine zurückentwickelte Form des Deutschen.

Der innere Drang, dem Spiel beizuwohnen, hat also die Oberhand behalten, und das ist auch verdammt gut so :-). Pure Vernunft darf eben niemals siegen, wie die Herren Tocotronic bereits zu berichten wussten.

Warum ich mir das Ganze nun doch wieder gebe, ist damit allerdings nicht hinreichend beantwortet. Möglicherweise bin ich einfach ein bisschen bekloppt.

Ich glaube, letzten Endes ist das für mich aber auch irgendwie eine Frage der Ehre: wenn wir unseren Freunden aus dem Süden schon punktetechnisch einen kleinen Vorsprung lassen, können und sollten wir wenigstens auf den Rängen zeigen, dass wir immer noch die Größten der Welt sind. Die Nummer eins im Land sowieso. Getreu dem Motto: “Kniet nieder, Ihr Bauern, die Hauptstadt ist zu Gast!”

So wird es also am 11.04. zu zwei Wettstreiten kommen: dem zwischen den Mannschaften und dem zwischen den Kurven. Für ersteren erwarte ich eigentlich nichts, weil die Mannschaft bisher nicht den Charakter gezeigt hat, den es braucht, um in diesem besonderen Spiel  zu bestehen – oder überhaupt zu begreifen, dass dieses Spiel möglicherweise das einzige verbliebene ist, was noch wirklich zählt (den Pokal ausgenommen). Ich lasse mich aber gern eines Besseren belehren. Naja und der Wettstreit zwischen den Fans ist ja eigentlich schon vorher entschieden ;-).

Ich freue mich jedenfalls auf das Derby und darauf, im neuen Rund des ehemaligen Kurt-Wabbel-Sportplatzes live dabei sein zu können. Ich werde berichten.

Sonnenbrand und bunte Pfeile – 1. Fussballclub Magdeburg vs. Berliner AK, 25.03.2012

25. März 2012 at 19:28

Traurig, aber wahr: ich habe in dieser Saison noch keinen Sieg meiner Mannschaft live im Stadion erleben dürfen. Daran hat sich auch nach dem heutigen 25. Spieltag in der Regionalliga Nord nichts geändert.

Der Spielbericht fällt relativ kurz aus: es wurde gekämpft, gerackert, kombiniert, aufs Tor geschossen… ganze 5 Minuten lang.  Von der 76. bis zur 81. ungefähr. Der Rest der Vorstellung meiner Mannschaft hatte mit Fussball im leistungsorientierten Sinne nichts zu tun, weswegen er auch nicht weiter erwähnenswert ist. Auf Sportfotos MD lässt sich ein deutlich ausführlicherer Spielbericht finden, und weil die Jungs und Mädels dort das deutlich besser können als ich, belasse ich es an dieser Stelle bei einer Verlinkung.

Nee, halt. Eine Sache darf nicht unerwähnt bleiben: wir haben ein Tor geschossen! Ein richtiges, echtes Tor! Eins von 16 in dieser Saison. Also in 25 Spielen. Folglich ein echtes Glücksgefühl für den leidgeprüften FCM-Fan. Und nicht nur haben wir ein Tor erzielt – es fiel auch noch nach einer Standardsituation, nämlich einem Eckball. Das ist deswegen erwähnenswert, weil ich nicht erst seit dieser Saison das Gefühl habe, dass Standardsituationen bei uns auch dann nicht zu Toren führen würden, wenn die gegnerische Mannschaft unsere Offensivhelden allein im Strafraum stehen lassen würde. Soviel zum Geschehen auf dem Rasen.

Für wirkliche Unterhaltung in den 90 Minuten bei bestem Wetter sorgte wieder einmal unser Block U. Kurz vor dem Spiel kam die Ansage “Wir brauchen mal so 100 Leute” (meine ich zumindest, vernommen zu haben), woraufhin kurze Zeit später der Block doch einigermaßen leer aussah. Was anfangs einen (mittlerweile wohl mehr als berechtigten) Boykott der Ultras vermuten ließ, klärte sich kurz nach Anpfiff auf: man hatte fleißig bunte Pfeile gebastelt, die unseren Blau-Weißen den Weg zum Tor zeigen sollten. So tauchten auf der Südtribüne, auf die wir in der ersten Halbzeit spielten, plötzlich besagte Pfeile auf, die alle auf das Tor ausgerichtet wurden. Nicht nur das – die Pfeile wanderten auch, je nach Spielsituation: gab es eine Ecke von rechts, bewegte sich der gesamte Pulk halt so, dass die Pfeile von der Eckfahne Richtung Tor zeigten. Auch wenn es – Zufall oder gewollt – im Spiel mal Seitenwechsel gab, bewegten sich die Pfeile mit. Damit wirklich nichts, aber auch gar nichts schief gehen konnte, zeigten weitere bunte Pappkartons in Block 10 die Spielrichtung an. Das Ganze sah dann so aus (draufklicken macht’s größer und irgendwann krieg ich noch raus, wie sich so ein Bild in einem neuen Tab öffnen lässt):

Als dann in der Halbzeitpause notgedrungen der Block gewechselt werden musste und die Pfeilhalter bzw. -träger vor den Bierwagen und Fanartikelständen vorbeiliefen, wurden sie zu recht als bisher bester Teil des Spiels gefeiert. In der zweiten Halbzeit verlegte sich Block U dann weiter auf Sarkasmus: Es wurde “Torschuss, Torschuss” skandiert, wenn unsere Ballakrobaten mal wieder KEINE Traute hatten, das Spielgerät mal Richtung Tor zu bewegen. Als dann der Ausgleich fiel, wurde “Oh, wie ist das schön – oh, wie ist das schön – sowas hat man lange nicht gesehen…” angestimmt. Naja und nach der verdienten erneuten Führung der Gäste wurde eben die Mannschaft dahin gewünscht, wo der Pfeffer wächst.

Für mich wurde es dann übrigens noch schmerzhaft: sorgloses Kellergebräuntes-Gesicht-in-die-Sonne-halten führte dann zu dem dezenten wie umsichtigen Hinweis meines besten Freundes, ich würde jedem Hummer Konkurrenz machen und eine eher ungesund rote Gesichtsfarbe haben. Beim nächsten Heimspiel gilt es also, dran zu denken, die Sonnencreme einzupacken. Auch wenn wir dann um 19 Uhr spielen. Man kann ja nie wissen.

Fazit zum heutigen Spiel: “HIER – KREPIERT – DER F – C – M!”

Ausblick: Das nächste Spiel dieser Gruselsaison führt uns am 01.04. nach Halberstadt. Genug Zeit bis dahin, um über lustige Witze mit Würstchen und so nachzudenken. Ich werde das Spiel via offiziellem Live-Ticker verfolgen und hoffe natürlich, unerschütterlich, auf 3 Punkte. Auf dass wir bei den Randharzern nicht zum Aprilscherz werden.

EINMAL – IMMER.

Dann wollen wir mal…

23. März 2012 at 16:16

Wieder so ein Blog.

Es wird vermutlich so laufen wie immer: großartige Idee gehabt, enthusiastisch angefangen mit diesem Blogdingens und so in ca. 1 Monat wird die Postfrequenz gewaltig nachlassen, um dann irgendwann ganz einzuschlafen. Vielleicht aber auch nicht. Gucken wir mal. Derzeit gibt es jedenfalls eigentlich genügend Dinge, über die ich mir als Clubfan Gedanken, genauer: Sorgen mache. Eine ist zum Beispiel der anstehende Spieltag gegen den Berliner AK. Aufsteiger. Feierabendfußballer. Und Sieger des Hinspiels in Berlin, mit 4:2. Und einem entspannten 5:1 zum Warmmachen zuhause gegen Meppen unter der Woche. Ich glaube, mir wird ein bisschen schlecht.

Und dann ist da noch die Sache mit ASAP, die klägliche Vereinsführung, die sportliche Leitung, und und und. Diese und viele weitere Themen mehr möchte ich eigentlich hier mal für mich (und den/die geneigte(n) LeserIn) aufschreiben. Dabei schwebt mir gestaltungsmäßig so einiges vor, aber wie gesagt: mal gucken, wie lange der Enthusiasmus anhält ;-).

Zugegeben: so richtig schick sieht es hier noch nicht aus und vor allem das Header-Bild lässt qualitativ zu wünschen übrig. Aber wie sagte mal ein weiser Asiate (Japaner, glaube ich): “Auch ein Weg von 1000 Meilen beginnt mit dem ersten Schritt.” Sodann…