Scheibenschießen

23. April 2017 at 9:46

1. FC Magdeburg – SG Sonnenhof Großaspach, 34. Spieltag, 2:1 (1:1)

Es ist schon spannend: Da ist der Kapitän gesperrt, der Dauerbrenner auf der linken Seite ebenso, dazu hat das Team ein Unter-der-Woche-Landespokal-Halbfinalderby in den Knochen und sieht sich der Trainer gezwungen, nicht nur die Mannschaftsaufstellung auf 5 Positionen, sondern gleich noch die komplette taktische Grundordnung zu ändern – und dann liefert der 1. FC Magdeburg gegen die SG Sonnenhof Großaspach so ein Spiel ab. 2:1 heißt es am Ende völlig verdient gegen eine Großaspacher Mannschaft, die mit dem engagierten Auftreten der Hausherren in den ersten 20 Minuten völlig überfordert war, sich nach 42 Minuten dankenswerter Weise selbst entscheidend schwächte und es hinten raus nur der katastrophalen Chancenverwertung des Clubs zu verdanken hatte, im Heinz-Krügel-Stadion nicht vollkommen baden zu gehen. Dass es die Gastgeber trotzdem noch einmal unnötig spannend machten, liegt derzeit wohl in der Natur der Sache – umso wichtiger, dass die (zweimalige) Führung endlich auch mal wieder für einen Sieg reichte.

Hätte, hätte, Fahrradkette

16. April 2017 at 10:26

F.C. Hansa Rostock – 1. FC Magdeburg, 33. Spieltag, 1:1 (0:0)

Hätte Jan Löhmannsröben nach knapp 76 Minuten nicht einen harmlosen, hohen Ball ohne Not direkt an die Rostocker Verteidigung abgegeben, anstatt ihn einfach in aller Ruhe anzunehmen und weiterzuverarbeiten, wäre der F.C. Hansa nicht über rechts ins Laufen gekommen. Und hätte die Defensive um Nico Hammann auf eben jener rechten Rostocker Offensivseite gleich beherzter zugepackt, statt Tim Väyrynen mit dem Ball am Fuß in aller Ruhe 30 Meter laufen zu lassen, wäre die Situation, die letztlich zum Elfmeter für die Gastgeber führte, womöglich nie entstanden. Und hätte Kiel dann in Erfurt nicht noch den Last-Minute-Ausgleich erzielt, wären gut 2.000 Clubfans nach der Partie mit einiger Wahrscheinlichkeit als fröhliche Anhänger eines Drittliga-Zweitplatzierten wieder nach Hause gefahren. Hätte, hätte, Fahrradkette. Ärgerlich nur, dass man Fußball nun mal nicht im Konjunktiv spielt. 

Nullrunde

10. April 2017 at 10:49

1. FC Magdeburg – SSV Jahn Regensburg, 32. Spieltag, 1:2 (0:0)

Tja, irgendwann geht halt jede Serie mal zu Ende. Und besser jetzt in der 32. Runde gegen eine sehr gute Regensburger Mannschaft, die damit in der Aufstiegs-Verlosung bleibt, als vielleicht am allerletzten Spieltag gegen die Sportfreunde aus Lotte, für die es zu jenem Zeitpunkt höchstens noch um die goldene Ananas gehen dürfte. Mit 1:2 verliert der 1. FC Magdeburg vor 19.627 Zuschauern jedenfalls nicht ganz unverdient gegen den SSV Jahn, gibt damit nach zuletzt 6 Spielen ohne Niederlage wieder sämtliche Zähler an den Gegner ab und rutscht auf den 3. Tabellenplatz, auf dem man letztmalig nach dem 22. Spieltag stand. Das ist ärgerlich, weil man es im eigenen Stadion nicht nur zuließ, dass die Gäste die Partie nach dem Führungstreffer für Blau-Weiß noch drehen konnten, sondern weil man auch eine knapp 15minütige Überzahl nicht für einen eigenen Torerfolg nutzen konnte. Immerhin stimmte die kämpferische Leistung und hatte man Glück, dank des Unentschieden von Holstein Kiel gegen den SC Preußen Münster den Spieltag lediglich aufgrund der schlechteren Tordifferenz gegenüber dem neuen Tabellenzweiten auf Rang 3 zu beenden.

“Döp, döp, döp…”

5. April 2017 at 11:44

Chemnitzer FC – 1. FC Magdeburg, 31. Spieltag, 1:1 (0:0)

Es hätte alles so schön sein können. Flutlichtspiel in Chemnitz, ein voller und richtig lauter Gästeblock, eine sehr gute Magdeburger Mannschaft, eine rassige Partie und irgendwann das verdiente Tor für die Größten der Welt. Wenn, ja wenn da nicht diese verdammten letzten 3 Minuten wären, die man in Zukunft bei einer knappen Führung für Blau-Weiß in einem Auswärtsspiel vielleicht einfach weglassen sollte. 1:1 trennten sich der Chemnitzer FC und der 1. FC Magdeburg am 31. Spieltag schließlich noch, weil Berkay Dabanli nach einer Ecke für die Sachsen in der 88. Minute am zweiten Pfosten vollkommen ungestört einköpfen kann und Tarek Chahed mit der letzten Aktion des Spiels die Riesenchance auf die erneute Führung liegen lässt. Ärgerlich, das, wobei es ja auch mal wieder einigermaßen schräg ist: Vor der Partie hätte man einen Punktgewinn in Chemnitz in der Mitte der englischen Woche sicher sehr bereitwillig unterschrieben. So bleibt irgendwie das Gefühl, doch eher zwei Zähler verloren als einen gewonnen zu haben. 

“Unsere Fahnen, die wehen im Wind…”

2. April 2017 at 9:36

1. FC Magdeburg – FC Rot-Weiß Erfurt, 30. Spieltag, 2:0 (0:0)

…und da war er wieder, einer dieser denkwürdigen Nachmittage im Heinz-Krügel-Stadion. Nicht mal unbedingt (nur) des Sportlichen wegen, sondern auch, weil die aktive Fanszene einmal mehr ordentlich geklotzt hatte, statt nur zu kleckern. 15.000 (!) blau-weiße Stofffahnen, verteilt unter genau 20.506 (!!) Zuschauern (wenn uns das vor 5 Jahren jemand erzählt hätte…), verwandelten das Magdeburger Stadion in einen Fahnenmeer-Hexenkessel, den es in dieser Form so schnell sicher kein zweites Mal geben wird. Dazu luden über 20 Grad und praller Sonnnenschein zum Fußballgucken ein, steigerten sich die Gastgeber im zweiten Durchgang merklich, fielen beide Treffer nicht nur für die richtige Mannschaft, sondern auch zu genau den richtigen Zeitpunkten und erzielte Christian Beck bereits am ersten Tag im April das Tor des Monats. Mindestens. Doch, der 01.04.2017 bot unter dem Strich tatsächlich nur wenig Grund zur Klage, und zwar auch, weil man mit dem FC Rot-Weiß Erfurt auf ein Team traf, dass sich alles andere als wie ein Tabellen-15. präsentierte.