Die Größten der Welt zu Gast in Wolfen – FSA-Pokal, 2. Runde, 08.09.2012

10. September 2012 at 15:12

Landespokal also. Nachdem ich ja nun den großartigen Sieg über den in der Vergangenheit nahezu übermächtigen Zipsendorfer Fussballclub Meuselwitz und die damit verbundene Tabellenführung (!!!) nach dem 3. Spieltag nicht live im Stadion erleben konnte, machte ich mich am vergangenen Samstag auf ins schö-, naja, ähm, also nach Wolfen. Hier sollten die Größten der Welt in der 2. Runde des Landespokals gegen den frisch gegründeten 1. FC Bitterfeld-Wolfen im Jahnsta-, naja, ähm, also jedenfalls auf einem Rasenplatz antreten. Wolfen begrüßte mich wetter- und ortschaftstechnisch eher trostlos und per pedes ging es vom Bahnhof in Richtung Spielstätte. Lustig wurde es das erste Mal beim Versuch, den Eingang zum Gästebereich zu finden. Über einen mehr schlecht als recht gepflasterten Weg, gesäumt von Dickicht, Büschen und einem kleinen Mannschaftsbus von Team Green mit seeeeeehr entspannten Staatsdienern (“Hier geht’s lang!” – “Ist das Euer Ernst?!” – “Naja da können wir ja nun nix für!” *raucht weiter auf den Fahrersitz gelümmelt an ihrer Zigarette*) sowie einen Trampelpfad ging es zum Einlass. Dort wurde der geneigte Fan von Security-Personal empfangen, was den Anabolika- und Steroide-Handel in und um Wolfen sicher florieren lässt. Kurzzeitig dachte ich, ich wäre im Krieg oder in Halle, aber nach einer recht gründlichen Kontrolle durfte ich für fanfreundliche 6 Euro dann doch aufs Geläuf. Was ich zunächst für den Neben- oder Aufwärmplatz hielt, stellte sich bei genauerem Hinsehen als der tatsächliche Ort des späteren Geschehens heraus. Kurzum: willkommen in der ganz üblen Fussballprovinz. Der Gedanke, der an diesem Nachmittag bei mir mehr als einmal aufkam, lautete: Bitte, lieber Fussballgott, lass die Größten der Welt hier NIE, NIE, NIEMALS zu einem Punktspiel antreten müssen.

Während sich die Mannschaften warm machten, gab es erst mal eine leckere, ungekühlte Cola, gefolgt von der Suche nach einem guten Platz, von dem aus ich das Spiel später gut würde verfolgen können. Ich möchte mal so sagen: der Riesenandrang herrschte jetzt nicht:

Platz und Gesellschaft fand ich dann auf der Gegengerade, an derem (von meinem Standpunkt aus) rechten Ende sich auch Block U samt Zaunfahnen positionierte. Supportet wurde, wie bei den ersten Pokalrunden üblich, allerdings nicht. Das hatte aber auch seine Vorteile, wie überhaupt die Tatsache, dass sich lediglich etwa 530 Interessierte auf dem Jahnsportplatz versammelt hatten: man war nah dran am Geschehen auf dem Platz und konnte gut, oder jedenfalls anders als auf den Rängen im heimischen HKS üblicherweise, die Anweisungen und Abstimmungen der Spieler untereinander verfolgen. Irgendwie noch mal eine andere, nicht unangenehme Art, Fußball live zu gucken.

Die erste Hälfte begann Blau-Weiß der Aufstellung nach sehr offensiv mit Harrer und Krieger im Sturmzentrum, dazu Viteritti und Beil auf den Flügeln. Podrygala erhielt seine Chance im zentralen Mittelfeld neben Kapitän Marco Kurth, auf den Außenverteidigerpositionen anders als in den vorhergehenden Punktspielen Charly Neumann (links) und Fernando Lenk (rechts), letzte Saison noch Stammspieler, nun aber nur noch die Nummer 2 auf der Position hinter Nils Butzen. In der Innenverteidigung mit Hackenberg und Friebertshäuser die üblichen Verdächtigen, Dersewski ersetzte – wie im Pokal mitunter üblich, Stammtorhüter Tischer. Also quasi so etwas wie die zweite Garnitur, was auch damit zu tun hatte, dass einige Stammkräfte verletzungsbedingt ausfielen. Besonders gefreut hatte ich mich eigentlich auf Michel Harrer, der in der Vorbereitung einige Tore erzielt hatte, dann aber kurz vor Saisonbeginn verletzungsbedingt ausfiel und sich jetzt langsam wieder in die Mannschaft zu kämpfen versucht. Leider konnte er mich in der ersten Halbzeit nicht überzeugen und nahm in der zweiten dann auf der Bank Platz. Es war aber zu erkennen, wie das Spiel mit einem bulligen Stürmer wie Harrer aussehen kann, der vorne Bälle behauptet und auch mal abtropfen lassen kann. Die Abstimmung passte an diesem Tag aber noch nicht so gut, es gab viele Missverständnisse und eigentlich in der ganzen ersten Halbzeit nicht eine vernünftig herausgespielte Torgelegenheit. Das jetzt ausschließlich Michel Harrer anzulasten, wäre natürlich großer Blödsinn; auffällig war aber, dass sich unser Spiel in Halbzeit zwei mit Boltze für Harrer und Krieger und Beil dann im Sturmzentrum deutlich verbesserte. Ich schiebe das jetzt aber mal auf Harzers geringe Spielpraxis und die Tatsache, dass wir in HZ 2 unsere “etablierte” Offensivabteilung auf dem Platz hatten (auch wenn Krieger bisher immer nur eingewechselt wurde). Da passen die Laufwege natürlich schon eher. Trotzdem, noch mal, gefällt mir auch die Variante mit einem spielenden (Koschwitz, Beil, ansatzweise auch Krieger) Stürmer und einem ‘Brecher’ wie Harrer und ich glaube, das wird auch im Verlauf der Saison noch eine echte Alternative.

Für einen Paukenschlag sorgte in der ersten Halbzeit aber erst mal der Gastgeber, der nach gut 12 Minuten und einem blitzsauber vorgetragenen Konter nebst schönem (Lupfer-)Abschluss das 1-0 erzielte. Hier sahen sowohl Lenk als auch Dersewski nicht sonderlich gut aus, wobei die Hauptverantwortung hier bei Lenk gelegen haben dürfte, der den Angriff eigentlich unterbinden kann, den Spieler aber geschmeidig laufen lässt und dem technisch gut gemachten Abschluss ehrfürchtig hinterherschaut. Also Führung Bitterfeld-Wolfen. Der FCM zwar mit viel Initiative, aber eben auch ohne Ideen und, wie schon erwähnt, mit nicht einer ordentlich herausgespielten Torchance im ersten Durchgang. Nach 2 Podrygala-Freistößen und mit noch 2 min. auf der Uhr ging es für mich erst mal Richtung Würstchenstand. Und es kam, wie es kommen musste: kaum bin ich in der Schlange, höre ich unsere Seite jubeln – Krieger hatte in der 45. Minute zum Ausgleich eingenetzt. Mit einem nicht ganz so miesen Gefühl ging es damit also in die zweite Halbzeit.

Hier ist die Geschichte schnell erzählt: ein völlig verwandelter Erster Fussballclub Magdeburg ließ den Gastgeber aus Bitterfeld-Wolfen noch 4 Tore fressen und gewann letzten Endes standesgemäß mit 5-1. Besonders gut gefallen hat mir über das gesamte Spiel hinweg unser Kapitän, der lautstark seine Leute stellte, Hinweise und Anschisse (“Vitti, was soll das?! Was suchst Du denn da?!”, “Man ey, Lenker!!”) verteilte und eine sehr engagierte Figur abgab. Positiv auch Peter Hackenberg, der die Abwehr gut dirigierte und eigentlich jedes Kopfballduell für sich entscheiden konnte (meine Fresse, kann der Mann hoch springen!). Positiv auf jeden Fall auch, dass alle Tore der Blau-Weißen von Stürmern erzielt wurden. Letzte Saison wäre das noch fast einem Wunder gleichgekommen :-P. Auch Marcel Brendel, von der Spielweise her ja (ich geb’s ja zu) einer meiner Lieblingsspieler, mit ein paar guten Szenen nach seiner Einwechslung, nur leider ohne Fortune beim Abschluss.

Eher weniger positiv dürfte die Erkenntnis sein, dass unser zweiter Anzug noch nicht wirklich passt und Spieler wie Podrygala, Lenk und auch Dersewski (noch) keine vollwertigen Alternativen zum derzeitigen Stammpersonal sind. Ich hoffe aber und wünsche es dem derzeitig auf “Bank” abonnierten Personal, dass die Jungs im Laufe der Saison noch einen Sprung machen und zeigen, was sie zweifelsohne drauf haben. Insofern ist es vielleicht auch gar nicht schlecht, dass wir dank unseres ehemaligen Super-Sportdirektors noch ein paar Sinnlos-Altlasten-Testspiele haben, in denen der 1b-Kader mit Sicherheit noch Gelegenheit bekommt, Spielpraxis zu sammeln und sich zu zeigen.

Insgesamt kann ich den Ausflug nach Wolfen dann wohl doch als gelungenen Fussballnachmittag bezeichnen. Ich bin gespannt, wo uns das Los im Achtelfinale hinführt und würde mich freuen, wenn uns der Hässliche FC aus dem Süden noch die eine oder andere Runde erspart bleiben würde. An manchen Mannschaften muss man sich einfach nicht die Finger schmutzig machen, vielleicht erledigt das für uns ja auch eine der anderen noch verbliebenen sachsen-anhaltinischen Fussballgroßmächte :-D.

Gewalt ist scheisse – immer und überall! Ein Rant

4. September 2012 at 19:40

*Achtung! Dieser Beitrag könnte Spuren von Überzeichnung, Pauschalisierung und Stereotypisierung enthalten!!*

Um das gleich mal vorneweg ganz klar zu sagen: was Kevin Pezzoni vom, naja, ehemals 1. FC Köln widerfahren ist, ist schlimm und durch nichts zu entschuldigen. Menschen, die andere Menschen derart angehen und dafür sorgen, dass diese um der eigenen körperlichen und seelischen Unversehrtheit Willen ihren Arbeitsplatz aufgeben müssen, betreiben Mobbing, was einen Straftatbestand darstellt. So weit, so gut.

Was mich aber eigentlich noch wütender macht als die Tatsache, dass so etwas im Fussball – oder generell – überhaupt passieren kann, ist die schablonenartige, vorgefertigte Berichterstattung über die so genannte “Fangewalt im Fussball” in den überregionalen Medien. Es ist nämlich, so meine erste These, ein Riesenunterschied, ob wir von einem Spieler des 1. FC Köln (oder von mir aus auch Münster, Sonnenhofen Großaspach oder Paderborn) oder einem vom, sagen wir mal, 1. FC Magdeburg reden.

Wie ich da drauf komme? Nun: Der Spieler Pezzoni wird von, Zitat “einige[n] wenige[n] Störer[n] und Chaoten”, von denen sich der 1. FC Köln natürlich umgehend distanziert, vor der eigenen Haustür bedroht und löst daraufhin seinen Vertrag bei besagtem Verein auf. Die Medienmaschinerie läuft an, man spricht von der schlimmen Situation für Kevin Pezzoni (kurz) und vom schlimmen Gewaltproblem im deutschen Fußball (schon viel ausführlicher). Aufhängen tue ich mich da vor allem an diesem Beitrag hier auf Sport1.de.

Reinhard Rauball, nach meinem Eindruck eher ein besonnener Zeitgenosse, bringt die Angelegenheit gleich in Verbindung mit der leidigen Stehplatzdebatte, weil ihm bzw. den Vereinsoberen generell die Innenminister im Nacken sitzen, für die solche Ereignisse natürlich Wasser auf die Mühlen ist. Kleine Randnotiz: hier zeigt sich schön die Hysterie und Ahnungslosigkeit, mit der die Hardliner der deutschen Innenpolitik die “Fangewalt”-Debatte führen. Frei nach dem Motto: “Stehplätze raus aus den Stadien, dann erledigt sich auch das Gewaltproblem”. Wie schief diese Diskussion ist, mag jeder für sich selbst ermessen. Aber gut, zurück zum Thema:

Die mediale Bühne ist also da, der arme 1.FC Köln kann sich das alles selbstverständlich gar nicht erklären, alle sind völlig entrüstet und sich sofort einig: so etwas ist scheisse, schlimm und gehört sich nicht. Es geht aber ganz schnell um Fussballfangewalt allgemein und, noch mal Zitat, das Machwerk “einiger weniger Chaoten und Störer” (die in der Stehplatzkurve beheimatet sind und sich, bevor sie zuschlagen, erst mal an Bengalos und Rauchbomben aufgeilen müssen – nur, um das Bild mal komplett zu haben).

Schnitt, Rückblende: wir sind im November 2011. Der Spieler Daniel Bauer vom 1. FC Magdeburg wird – angeblich – vor (oder an? Hier gehen die Aussagen, nicht zuletzt auch von Herrn Bauer selbst, auseinander…) seiner Haustür von – angeblichen – Hooligans bedroht und löst daraufhin, nicht ohne eine entsprechende Schlammschlacht zumindest in den regionalen Medien, seinen Vertrag in Magdeburg auf. Auch hier läuft die Medienmaschinerie an, aber der Ton ist ein ganz anderer. Jetzt geht es plötzlich um einen ehemaligen Europapokalsieger (den 1. FC Magdeburg) als Paradebeispiel für marode ostdeutsche Fanszenen, die nahezu ausschließlich von perspektivlosen Jugendlichen, skrupellosen Schlägern und Neonazis dominiert werden. Spannenderweise interessieren sich die überregionalen Medien in keinem Moment für die Frage, in welcher Situation diese Geschichte plötzlich hochkocht (Bauer als Kapitän abgesetzt, schlechte sportliche Leistungen der ganzen Mannschaft, Unzufriedenheit bei den Spielern und im Umfeld und so weiter und so fort) und was eigentlich der Verein tut bzw. getan hat, um den Vorkommnissen zu begegnen und Daniel Bauer als Spieler zu unterstützten (was z.B. hier ziemlich ausführlich nachgeschaut werden kann.)

Interessant ist, dass die beiden die entsprechenden Medienreaktionen auslösenden Vorkommnisse sich – nach dem, was bekannt ist – fast 1:1 gleichen. Spannend ist aber, wie solche Sachen offenbar allgemein gesellschaftlich aufgenommen werden und warum. Meine nächste These: die Taten werden vor mehr oder weniger feststehenden, von den Medien willfährig bedienten Projektionsflächen gelesen und damit natürlich unterschiedlich bewertet. Letzten Endes wird also mit zweierlei Maß gemessen:

Projektionsfläche 1: “Das Werk einiger weniger Chaoten und Störer”, die quasi die heile Bundesliga-Show-Event-Kommerzwelt stören, in der das Fussballspiel zum allwöchentlichen Familienfest mutiert. Emotionen ja, aber bitte nicht allzu überschwänglich und nur mit alkoholfreiem Bier in der einen und Klatschpappe in der anderen Hand. Das saubere Image gerät in Gefahr, die Frackträger in politischer Verantwortung und die Geldzähler in Vereinen und Fernsehanstalten geraten in Panik, es tritt ein reflexartiges Phrasendreschen ein, man beruft Konferenzen ein, alle sind ein bisschen peinlich berührt, weil es die “Idioten” in der heilen Bundesliga-Show-Event-Kommerzwelt eigentlich gar nicht geben kann. Es kann nicht sein, was nicht sein darf.

Projektionsfläche 2: der bereits angesprochene und ohnehin schon marode Fussballosten: “Captain-No-Future”-Fans ohne Job und Perspektive, die straßenschlachtenähnlich pöbelnd und brandschatzend Spieltag für Spieltag durch die Innenstädte und Stadien traditionsreicher, ehemals erfolgreicher ostdeutscher Viert- und Fünftliga-Fussballstandorte ziehen. Gott sei Dank bleibt dieses Phänomen nach der großartigen Regionalligareform auf das Entwicklungsgebiet Ostdeutschland beschränkt, bei Auswärtsfahrten bleiben die sauberen, schönen und bürgerlichen Innenstädte der westdeutschen Fussballprovinz davon nun verschont. Dort wiederum passiert so etwas eben gar nicht, oder es wird nicht darüber berichtet (was im Endeffekt auf das Gleiche hinausläuft – wenn es nicht in der Zeitung steht, ist es auch nicht passiert) und wenn doch, wie z.B. in Sachen Ultras Aachen, gibt es auch hier einen peinlich berührten Verweis auf einschlägige politische Lager, Probleme innerhalb von Szenen und tendenziell eher eine “Du Du Du”-Debatte. Mal ganz davon abgesehen, dass eine übermäßige überregionale Berichterstattung natürlich nicht eintritt.

Natürlich gibt es hier im Osten immer wieder Chaoten und Vollidioten, die die Auseinandersetzung suchen – z.B. nach dem Viertligaderby zwischen RasenBallsport und dem 1. Lokomotive Leipzig letzten Sonntag (und hier ein nahezu sensationeller Kommentar zu den Geschehnissen von der Leipziger Internet Zeitung). Keine Frage. Und das ist scheisse und solche Leute gehören lebenslang aus allen Stadien ausgesperrt und zivilrechtlich richtig empfindlich belangt. Auch keine Frage. Nur triggern die eben (und das ist diesen Kaspern, wie so vieles andere, leider nicht bewusst) das bereits bestehende Bild bzw. die Projektionsfläche, die – und das ist mein Punkt – von Medien und Politik mit Macht und Vehemenz aufrecht erhalten wird. Wäre ja auch langweilig ohne Feindbilder.

Die Idioten, die den Pezzoni bedroht haben, bedienen unbewusst auch eine Projektionsfläche, aber eben die erste. Auch hier wird von allen Seiten versucht, ebendiese – Potemkinsche Dörfer-mäßig – aufrecht zu erhalten.

Und hier stoßen wir aus meiner Sicht auf das eigentliche Problem. Können wir das Kind nicht einfach beim Namen nennen? Leute, die sich wie im Fall Pezzoni oder im Fall Bauer (wenn es denn so stimmt) derart erdreisten, in Bereiche einzugreifen, in denen sie mal überhaupt nichts verloren haben, sind kriminelle Arschlöcher. Punkt. Und ein Verein, der in seinem Umfeld Personen hat, die in der Lage sind, derartige Macht auf einen Verein und seine Angestellten auszuüben, hat ein Problem. Punkt. Und da ist es scheissegal, ob der Verein seinen Sitz in Köln, Magdeburg, Erding, Neuruppin oder Wanne-Eickel hat.

Was man gegen solche Vorkommnisse wie in Köln oder Magdeburg tun kann? Tja, keine Ahnung. Auf jeden Fall nicht, ein Stehplatzverbot in Aussicht zu stellen und ganze Subkulturen in Sippenhaft zu nehmen. Auf jeden Fall auch nicht, die “der schlimme Fussballosten vs. einige Verirrte im ach so sauberen Bundesligazirkus”-Platte aufzulegen. Gut tun würde und ein Anfang wäre wahrscheinlich, wenn in solchen Fällen alle – Vereine, Fans, Politik und Medien sich an die eigene Nase fassen, gemeinsam an einem Strang ziehen und die Feindbilder da suchen würden, wo sie wahrscheinlich tatsächlich stecken – nämlich vor der eigenen Haustür. Ich glaube, dann wäre allen schon ein kleines Stück geholfen. Gewalt ist nämlich grundsätzlich scheisse. Immer und überall.