Habemus Trainer

28. April 2012 at 17:40

Ja, ist schon wieder ein bisschen her seit dem letzten Blogeintrag. Vermutlich tritt langsam die vermutete Entschleunigung des Blog-Enthusiasmus ein, die ich ja gleich zu Beginn schon vermutet hatte. Andererseits gab es aber eben in den letzten Wochen auch eigentlich nicht viel Spektakuläres zu berichten vom Ersten Fussballclub Magdeburg. Das kann aber auch damit zusammenhängen, dass die Saison gefühlt bereits vorbei ist und man die letzten Wochen der Spielzeit 2011/2012 eben so dahinplätschern lässt. Seit unserem Gastspiel beim wohl zukünftigen Drittligisten aus dem Süden Sachsen-Anhalts gab es noch 2 Punktspiele in der Regionalliga Nord: das Heimspiel gegen Meppen und ein Auswärtsspiel gegen die Reserve des Hamburger Sportvereins.

Ersteres Spiel hab ich gar nicht vollständig gesehen (was beim Endstand von 0-0 und damit einem PUNKTGEWINN!!! wohl auch nicht so schlimm war), weil es in der ersten Halbzeit hinter der Nordtribüne eine Versteigerung von Fanartikeln gab, die doch deutlich unterhaltsamer war als die gesamte bisherige Rückrunde. Was am Spiel allerdings schön war, war unsere Begegnung mit einer Gruppe Meppener Zugfahrer in der Straßenbahn auf dem Weg zum Stadion. 7 Stunden Zugfahrt, um die eigene Mannschaft gegen das Erste FussballChaos Magdeburg spielen zu sehen, nötigt mir schon eine erhebliche Portion Respekt ab. Die Jungs waren cool drauf und so sollte es ja eigentlich immer sein: man fährt gemeinsam zum Stadion, quatscht ein wenig und tauscht sich aus, wünscht sich dann beim Aussteigen gegenseitig ein gutes Spiel und geht seiner Wege. Aber das ist ein anderes Thema.

Gegen den Hamburger Sportverein reichte es immerhin nach einem 0-2-Rückstand noch zu einem 2-2 Unentschieden, was angesichts der bisherigen heroischen Leistungen unserer Fussballhelden schon beinahe als sensationell zu bezeichnen ist. Die Presse und die Mitfahrenden waren sich danach einig, dass  die zweite Halbzeit Grund zur Hoffnung gibt und schon einigermaßen nach Fussball aussah, sodass unser “Heimnimbus” diese Saison (noch kein Heimspiel gewonnen) jetzt am Sonntag gegen den Sportverein Wilhelmshaven echt in Gefahr ist. Wilhelmshavens Trainer hat ja unter der Woche schon verlauten lassen, dass er Angst hat, seine Mannschaft sei möglicherweise die erste, die diese Saison die Punkte im HKS lässt. Der FCM verbreitet halt immer noch Angst und Schrecken :-D.

Was in der letzten Zeit allerdings tatsächlich mal positiv zu beobachten war, waren die Aktivitäten unseres neuen Präsidiumsmitglieds Mario Kallnik. Unser langjähriger Kapitän, nunmehr leitender Angestellter der Allgemeinen Ortskrankenkasse, ist als viertes Präsidiumsmitglied in der Führungsetage des Clubs mittlerweile für die sportlichen Belange verantwortlich und offenbar bereits mächtig rührig. Ich habe den Eindruck, es tut sich wieder was im Verein, und vor allem habe ich den Eindruck, dass einige Dinge UND einige Personen mal kritisch hinterfragt werden. Ich hoffe nur, dass Kalle sich und seine Vorstellungen, die bisher alle sehr vernünftig und bodenständig klingen, auch durchsetzen kann. Denn dass nicht unbedingt die ahnungslose bisherige Führungsetage unser größtes Problem ist, sondern eher der Filz und Klüngel, der an den ganzen Schnittstellen zwischen Verein, Stadiongesellschaft und Stadt zu finden ist, ist ja nun kein großes Geheimnis.

Hohe Priorität seit Kalles Amtsantritt lag auf der Suche eines neuen hauptamtlichen Übungsleiters für die neue Saison. Dass Herr Ullrich mit seinem super-duper Konzept und seinen unheimlich fundierten Trainingsmethoden sowie den spektakulären spieltaktischen Varianten und Ansätzen hier grandios gescheitert ist, ist außer ihm wohl jedem klar, der in dieser Saison das eine oder andere Clubspiel sehen musste. Nur Herrn Ullrich selbst halt nicht, aber auch das ist eine Kompetenz, die man erst mal haben muss und für die ich viele Menschen oft bewundere: Arroganz, gepaart mit null Selbstreflexion bis hin zur erfolgreichen Selbstveräppelung. Wer sowas kann, lebt mit Sicherheit nicht schlecht und vor allem: sorgloser als manch anderer.

Jedenfalls wurde gestern auf einer Pressekonferenz im Heinz-Krügel-Stadion unser neuer Übungsleiter präsentiert, nachdem im Vorfeld wie üblich die Spekulationen ins Kraut schossen. Bemerkenswert dabei: nach meiner Einschätzung (gespeist aus Kuttenforum, Facebook-Gruppe und Kurvengesprächen) hat sich ein recht großer Teil der Fanszene einen erfahrenen Trainer mit mehr oder weniger großem Namen gewünscht. Man hatte so ein bisschen den Eindruck, dass da mal wieder ein Hauch von großer, weiter Welt durchs Stadion wehen sollte und dass es sich vor allem für die Größten der Welt eben gehört, auch einen (für Viertligaverhältnisse) “Großen” an der Seitenlinie zu haben.

Geworden ist es nun aber “nur” Andreas Petersen. Andreas wer? Andreas Petersen, der Vater eines gewissen Nils Petersen, und derjenige, der in den letzten 5 Jahren sehr erfolgreich bei und mit der Mannschaft von Germania Halberstadt gearbeitet hat. Natürlich mussten gleich die ersten wieder meckern: der hält hier keine zehn Spieltage durch, Billiglösung, lächerlich, so ein Tamtam für SO EINEN Namen usw. waren die Dinge, die man lesen konnte. Ich für meinen Teil denke, dass diese Leute den Schuss noch nicht gehört haben und/oder der Realität einfach nicht ins Auge sehen wollen oder können.

Ein anderer Teil der Fans, und dazu zähle ich mich auch, reagierte verhalten positiv auf die Entscheidung. Nachdem ich noch mal ne Nacht drüber geschlafen habe, hab ich sogar ein mehr als nur verhalten positives Bauchgefühl. Herr Petersen hat in Halberstadt nachweislich sehr, sehr gute Arbeit geleistet. Immerhin spielt die Mannschaft mit eher bescheidenem Etat und noch viel bescheidenerem Umfeld seit dieser Saison in der vierten Liga – und zwar erfolgreicher als der erste Fussballclub Magdeburg. Herr Petersen weiß also, wie Fussball geht und wie man eine Mannschaft entwickelt und einstellt – eine Fähigkeit, die in der Vergangenheit keiner unserer Trainer seit Dirk Heyne unter Beweis gestellt hat. Gut, vielleicht am ehesten noch Paul Linz, aber der hat dafür halt nicht verstanden, wie man zwischenmenschlich mit dem gemeinen Magdeburg umgehen sollte ;-).

Dazu wirkt unser neuer Übungsleiter ruhig, bodenständig, solide und durchaus auch sympathisch. Eben einer, der eher für grundsolide Arbeit steht und sagt, was er denkt. Ich glaube, das könnte passen in unserer momentanen Situation. In den letzten 2 Spielzeiten ist so viel Porzellan zerschlagen worden, dass nun erst mal Aufräum- und Aufbauarbeit ansteht und ich denke, Herr Petersen ist dafür der richtige Mann. Und den gemeinen Magdeburg kriegt man wohl eher durch ehrliche Arbeit und eine gesunde Einstellung zum Sport, zur Stadt und zum Wappen auf der Brust wieder ins Stadion als durch seitendicke Superkonzepte und peinliche Auftritte. Ich glaube, das hat auch Kalle erkannt und daher auch an der Stelle noch mal ein dickes Dankeschön für die bisherige Arbeit. Weiter so, (Ex-) Capitano!

In diesem Sinne: viel, viel Erfolg, Herr Petersen! Und was ich Ihnen vor allem wünsche: dass Sie von uns Fans, der Presse und der Führungsetage die Zeit und Ruhe bekommen, die Sie brauchen, um diesen Schatten einer Fussballmannschaft endlich wieder in sportlich annehmbares Fahrwasser zu führen.

“Wir sind die 1.300!” – wirklich?

12. April 2012 at 19:40

Um das vorneweg gleich ganz klar zu sagen: ich bin ein großer Fan vom Block U und habe einen Mordsrespekt vor den ganzen Aktionen, die die Jungs Spieltag für Spieltag organisieren. Seien es die oft sehr aufwändigen und einfallsreichen Choreos (hier können, nein, müssen unsere Freunde aus dem Süden noch viel lernen), sei es der Planet MD, der – dank neuer Platzwahl – seit der Rückrunde zu jedem Heimspiel gegen eine kleine Spende erstanden wird und sei es nicht zuletzt auch der unermüdliche Support, den der Block Spieltag für Spieltag daheim und unterwegs an den Tag legt. Für eine Mannschaft, die diese Bezeichnung in dieser Saison nicht verdient.

Kurzum: Block U fetzt. Beim gestrigen Gastspiel auf dem Kurt-Wabbel-Sportplatz in Halle (hier der gewohnt gute und ehrliche Spielbericht von Sportfotos MD) hatte ich allerdings so einen Gedanken, den ich jetzt hier irgendwie mal versuchen will, in Worte zu gießen.

Zum Kontext: vor dem Spiel (ich war ziemlich früh dran und dementsprechend auch ziemlich früh im Block) haben Vertreter von Block U alle Leute, die schon drin standen, gebeten, den Block vor dem Spiel zu verlassen. Begründung: man wolle als kompletter Mob gemeinsam einlaufen, und zwar gemeinsam für den Ersten FC Magdeburg. Aber explizit nicht für die Pappnasen, die derzeit auf dem Rasen unser Trikot spazieren tragen. Fand ich erst mal ne super Idee. Auch muss man dazu sagen, dass diese Aufforderung äußerst nett und besonnen geäußert wurde; man ging auf alle persönlich zu, hat nett gefragt und die ganze Sache erläutert. So viel zum Thema “Fußballfans sind ausschließlich saufende Idioten, die sich nicht benehmen können.”

Dann dauerte es natürlich erst mal eine Weile, bis alle vor dem Eingang zu Block 11 standen. Noch eine Weile länger dauerte es dann, bis die Ansage kam “wir gehen alle gleich rein, aber langsam und ohne zu singen”. In der Zwischenzeit wurden einige Fans doch etwas unruhig und haben angefangen, bei jeder Ansage der Capos zu pfeifen, gegen die Wellblechverkleidung vom Stadion zu schlagen (ja, Wellblechverkleidung, ganz recht) und irgendwelche Lieder zu grölen. Erster Gedanke meinerseits natürlich: “Idioten. Die sollen Block U mal machen lassen, die haben sich da bestimmt was bei gedacht. Das wird sicher großartig”. Beim Einlaufen in den Block gab es dann entsprechende Anweisungen der Jungs mit den Megaphonen, zügig aufzurücken und die Lücken zu schließen etc. UND auch die vermeintlichen Spackos haben sich tatsächlich artig zurückgehalten. Die Block U-Support-Nachricht war dann auch recht deutlich: wir – also alle 1.300 – repräsentieren hier heute unsere Farben, UNSEREN Verein und zeigen dem Mädchenchor in der H*C-Fankurve mal, wie das mit den Gesängen und so gemacht wird. Getreu dem Motto: “Alle sind da, für die Stadt und den Verein, ist doch klar…”.

So weit, so einfach.

Dann aber hab ich mich gefragt, ob es sich Block U eigentlich wirklich anmaßen kann, sich zum Sprachrohr für eine ganze Kurve zu machen und ob die besagten Spackos, zum Beispiel, nicht vielleicht doch auch ein Recht auf ihren Unmut haben. Zugegeben, das ist vielleicht etwas drastisch formuliert, aber mir fällt hier grad kein besserer Ausdruck ein. Böswillig formuliert, könnte man auch von Sippenhaft sprechen. Vielleicht gab es ja auch den einen oder anderen, der vielleicht nicht singen wollte. Oder den Block verlassen. Oder irgendwelche Lücken auffüllen bzw. dahin laufen, wo die Megaphonmänner sie haben wollten. Nur, weil ich einen blau-weißen Schal trage, muss ich ja nicht automatisch Teil des tobenden Mobs werden wollen. In so eine Richtung äußerte sich jedenfalls eine meiner Nebensteherinnen zu Anfang. Ich dachte mir dann, dass die Aufforderung von Block U, “alles hört auf unser Kommando”, ja eigentlich der Idee einer “autonomen Kurve” widerspricht. Vielleicht war ich ja auch gar nicht zum Singen und Repräsentieren im Stadion, sondern um ein gutes Fussballspiel zu sehen? Okay, gut, ich merk’s grad selbst ;-).

Na jedenfalls schoss mir das so durch den Kopf, als diese ganzen Ansagen kamen und auch ich selbstverständlich kräftig mitsang und mitklatschte. Sicherlich ist das nur Meckern auf hohem Niveau, aber ich denke, auch so ein Gedanke kann mal gedacht werden. Das Spiel ließ dafür jedenfalls reichlich Gelegenheit, denn als Zuschauer reg ich mich ja mittlerweile nicht mal mehr auf über das, was ich von Blau-Weiß auf dem Rasen geboten kriege.

Faszinierend finde ich auch, dass Block U immer und immer wieder Kraft und Energie aufbringt, sein Ding durchzuziehen. Okay, ich renn auch zu jedem Heimspiel (und, wie gestern geschehen, dem einen oder anderen Auftritt auswärts), aber bei Heimspielen aufstehen, um die “Mannschaft” applaudierend beim Einlaufen zu begrüßen? Sich gar erheben, wenn so etwas wie eine Torchance droht? Rhythmisch einklatschen bei tornahen Freistößen oder bei Ecken? Och nö, ich nicht mehr.

Vollmachen werde ich die letzten drei noch verbliebenen Heimspiele trotzdem. Warum? Ganz einfach: weil mir im Moment völlig unklar ist, wie oft man im HKS noch Fußball einer ersten Männermannschaft eines Ersten Fussballclubs Magdeburg wird sehen können. Unsere eh nie rosige finanzielle Situation wird sich durch das Pokalaus in Haldensleben (ich hatte es ja schon vermutet) und den durch völlig indiskutable Leistungen im Saisonverlauf hervorgerufenen Zuschauerschwund mit Sicherheit nicht verbessern. Sportlich bessere Zeiten brechen mit dieser Vereinsführung und dieser sportlichen Leitung garantiert auch nicht an. Unfassbare Weltfremdheit und Blauäugigkeit, von der zum Beispiel dieser Beitrag hier zeugt, kommen noch dazu. Alles zusammen ergibt eine sehr gefährliche Mischung, die mich wirklich – kurzfristig – um die neue Saison und – langfristig – diesen meinen Verein bangen lässt.

Außerdem: irgendwann kann ich mal meinen Enkeln erzählen, dass ich in der Saison, in der der erste Eff Zee Emm kein einziges Heimspiel gewann, bei jedem der kläglichen Versuche dabei war. Dass diese Mannschaft in dieser Saison noch ein Spiel zuhause gewinnt, ist nämlich nicht zu erwarten. Und wenn doch, wird es niemanden interessieren.

Und um noch mal auf den Anfang zurückzukommen: die einzigen Gewinner für mich in dieser Saison sind die Jungs vom Block U. Wenigstens sie haben es geschafft, unseren Verein international und positiv in den Blickpunkt zu rücken. Wenn auch nur kurz. Und auch wenn sie dafür eben manchmal eine ganze Kurve in Sippenhaft nehmen.

Eine Frage der Ehre oder: “Kniet nieder, Ihr Bauern, die Hauptstadt ist zu Gast!”

3. April 2012 at 18:46

Für den ersten Fussballclub Magdeburg und seine dort Beschäftigten gab es in dieser Saison im Wesentlichen zwei Saisonziele:

  1. eine Mannschaft aufzubauen, die in der kommenden Saison “oben mitspielen” kann (O-Ton Präsident Fechner) und
  2. den Gewinn des Landespokals.

Während man Saisonziel eins im Prinzip jetzt schon als gescheitert ansehen kann, ist das zweite noch erreichbar. Dieser Umstand kann sich allerdings am kommenden Sonntag schon ändern, wenn die erste Männermannschaft beim Haldensleber Sportclub um den Halbfinaleinzug spielt… So weit, so gut.

Für den geneigten Clubfan kommen dieser Tage noch zwei weitere Saisonziele hinzu, nämlich (in Fortschreibung der bereits genannten Punkte) drittens: dem Honk-Fussballclub den Aufstieg zu verhageln und viertens: das Punktspiel-Derby am 11.04. gegen selbigen zu gewinnen.

Am dritten Saisonziel wurde mit der Heimspielpleite gegen ReudigesBlubberwasser Leipzig sowie der Auswärtsniederlage gegen den Kieler Sportverein Holstein (beides direkte Konkurrenten des HFC) bereits fleißig gewerkelt. Und am 11.04.2012 steht nun (auch wenn vorher noch zwei Spiele zu spielen sind) das Landesderby in der neuen Spielstätte des Erzfeindes aus dem Süden Sachsen-Anhalts an. Grund genug, mal wieder für einen kleinen Beitrag hier in die Tasten zu hauen.

Eigentlich habe ich ja ernsthaft mit dem Gedanken gespielt, mir trotz anreisetechnisch günstiger geographischer Nähe diese Auswärtsfahrt nicht zu geben. Zu enttäuschend ist die bisherige Saison verlaufen, zu wenig Zuversicht ist für den Rest der Spielzeit 2011/2012 noch vorhanden. Also habe ich die letzten Tage damit zugebracht, rationale Argumente gegen den vermeintlich irrationalen Drang, eben doch zu fahren, abzuwägen, zum Beispiel:

  • Ich komme nur sehr umständlich an eine Karte für den Gästeblock, weil ich mir die in Magdeburg besorgen und dafür aber extra hinfahren müsste. Anreiseweg: 140 km.
  • Ein Fussballfest oder gar ein Sieg meiner Mannschaft ist nicht zu erwarten.
  • Individuelle An- und damit auch Abreise per ÖPNV. Sicherheitstechnisch bei diesem Spiel nicht unbedingt unbedenklich.
  • Auswärtsspiel mitten in der Woche. Ich müsste doch eigentlich Besseres zu tun haben.
  • Ich muss am nächsten Tag um halb 6 raus, um zur Arbeit zu fahren.
  • Zusammenhängend mit den letzten drei Punkten: werde ich nicht langsam zu alt für den Scheiss?

Eigentlich war die Sache damit durch. Ist ja nur ein Fussballspiel. In der vierten Liga. Es gibt den Liveticker. Werd langsam erwachsen.

Glücklicherweise ist Inkonsequenz ja scheinbar eine meiner am konstantesten auftretenden Eigenschaften. Muss ich von meinem Vater haben. Und so beschloss ich gestern früh um kurz nach halb 7 auf dem Weg zur Arbeit, einen guten Freund zu bitten, mir doch, da ja gestern der freie Verkauf begann, eine Karte für besagtes Spiel am 11.04. zu besorgen. Hat er gemacht. Danke an dieser Stelle noch einmal! Und so sieht sie aus. Ganz schön hässlich. Schon die Farben! Niedlich außerdem, wie die “Hässlicher FC” ausschreiben. Muss Dialekt sein, oder eine zurückentwickelte Form des Deutschen.

Der innere Drang, dem Spiel beizuwohnen, hat also die Oberhand behalten, und das ist auch verdammt gut so :-). Pure Vernunft darf eben niemals siegen, wie die Herren Tocotronic bereits zu berichten wussten.

Warum ich mir das Ganze nun doch wieder gebe, ist damit allerdings nicht hinreichend beantwortet. Möglicherweise bin ich einfach ein bisschen bekloppt.

Ich glaube, letzten Endes ist das für mich aber auch irgendwie eine Frage der Ehre: wenn wir unseren Freunden aus dem Süden schon punktetechnisch einen kleinen Vorsprung lassen, können und sollten wir wenigstens auf den Rängen zeigen, dass wir immer noch die Größten der Welt sind. Die Nummer eins im Land sowieso. Getreu dem Motto: “Kniet nieder, Ihr Bauern, die Hauptstadt ist zu Gast!”

So wird es also am 11.04. zu zwei Wettstreiten kommen: dem zwischen den Mannschaften und dem zwischen den Kurven. Für ersteren erwarte ich eigentlich nichts, weil die Mannschaft bisher nicht den Charakter gezeigt hat, den es braucht, um in diesem besonderen Spiel  zu bestehen – oder überhaupt zu begreifen, dass dieses Spiel möglicherweise das einzige verbliebene ist, was noch wirklich zählt (den Pokal ausgenommen). Ich lasse mich aber gern eines Besseren belehren. Naja und der Wettstreit zwischen den Fans ist ja eigentlich schon vorher entschieden ;-).

Ich freue mich jedenfalls auf das Derby und darauf, im neuen Rund des ehemaligen Kurt-Wabbel-Sportplatzes live dabei sein zu können. Ich werde berichten.